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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-08-22 · Heft 34 (22.8.1913) · p. Seite 408

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 34 (22.8.1913)
Date
1913-08-22
Page
Seite 408 (sequence 12)
Language
German
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408 — Aron Friedman n, Psal m 21 (Königspsalm) für eine Singstimme mit Klavier- oder Orgelbegleitung. Preis 2 Mark. Im Selbstverläge. Eine anregende und stimmungsvolle, im Händelschen Stile gehaltene Komposition, die bei guter Ausführung ihre Wirkung nicht verfehlen wird. Schon der Beiname „Königspsalm" lveist darauf hin, daß die Komposition sich namentlich zum Gebrauche bei patriotischen Festlichkeiten eignet. Kvnzertsängern und Kantoren bestens zu empfehlen. H. D. Mcheremlsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Deutsche Bücherei des Börsenvereins der deutschen Buchhändler zu Leipzig. Leipzig, Börsenverein der deutschen Buchhändler. 1913. Die Lichtkrone im Vaterlande. Festpredigt zum 25 jährigen Regierungsjubilänm Sr. Majestät Kaiser Wilhelms II., gehalten im Israelitischen Tempel zu Hamburg am 14. Juni 1913 zugunsten einer vaterländischen Stiftung vom Prediger Dr. D. Leimdörfer. Hamburg 1913. Haeschköl, hebräisches Sammelbuch' für Wissenschaft und Literatur. Herausgegeben von Dr. I. Günzig, Rabbiner in Loschitz. Bd. VIII. Preis 3 K. Krakau 1913. Druck von I. Fischer. Verlag des Herausgebers. Foi et reveil. Revue trimestriellc de la doctrine et de la vie juivc Directeur-Fondateur J. Bauer. Mai 1913. No. 1. Paris, Durlacher, editcur. Le Bayou, t. Anneo No. 10. 15. Juin 1913. Aus Vorposten. Mitteilungen des Verbandes gegen Neberhebung des Judentums E. V. 2. Jahrgang. Nr. 9/10. Berlin, den 3. Juni 1913. , ' Das Pharisäische Judentum in seinen Wegen und Zielen, dargestellt von R. Travers Herford. B.A. Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen. Von Rosalie Perles. Mit einer Einleitung von Felix Perles. Leipzig, Verlag von Gustav Engel. 1913. Die Grausamkeit, mit besonderer Bezugnahme aus sexuelle Faktoren. Bon Hans Rau. Dritte, vermehrte Auflage. Mit 24 Illustrationen. Berlin W 1913. Hermann Barsdorf, Verlag. Studies in Ariglo-jewish history. H. P. Stokes. Jewish liistorical Society of England. 1913. Die Freistatt, alljüdische Revue. Monatsschrift für jüdische Kultur und Politik. Herausgeber Julius Kaufmann,'Eschweiler. Aprilheft 1913. Zur Weiterbildung des Judentums. Eine Würdigung der „Richtlinien zu einem Programm für das liberale Judentum" und Kritik der gegen sie gerichteten Angriffe. Von Dr. S. Samuel, Rabbiner in Essen. 1913. Verlag von M. Poppelauer. Berlin. Inden als Erfinder und Entdecker. Veröffentlichung der Henriette- Becker-Stistung. Weltverlag, Berlin-Wilmersdorf. Dr. M. Poppelauers Berliner Volkskalender für Israeliten ans das Jahre 5674 (1914). Mit literarischen Notizen unb einem Gedenkblatt versehen. 54. Jahrgang. Berlin 1913. Verlag von m Poppelauer, Buchhandlung, Berlin C , Neue Friedrichstrasie 59. Syrechsaal. Der Name Weil (auch wohl Wehl oder Weile geschrieben) erscheint mir in der Tat von dem süddeutschen Ortsnamen „Weil" hergeleitet. Weil ist m. E. nicht gleichbedeutend mit „Weiler" (Flecken), sondern gleich Freistatt" oder „Asyl", d. h. dort, wo jemand „weilen" darf. Das geht schon aus der württembergischen Ortsbezeichnung „Weil im Dorf" hervor. Meine Behauptung finde ich auch von Kohut in seiner „Geschichte der deutschen Juden" bestätigt, der dort auf Seite 333 einen Rabbi Jacob ben Juda Weil anführt mit der Bemerkung, dieser habe seinen Familiennamen von seiner Heimatsstadt Weil der Stadt hergeleitet. Eine ähnliche Ortsbezeichnung, die wiederum in Süddeutschland selten Vorkommen dürste, gibt es auch in Norddentschland, nämlich „Friedland". Hier gibt es fast in jeder Gegend einen Ort dieses Namens, so z. B. Märkisch-Friedland, Preußisch-Friedland, Friedland i. Schl., Friedland in Ostpr., Friedland in Böhmen und in der Provinz Brandenburg Friedland i. M. Dieser Name bedeutet dasselbe wie „Weil", nämlich Ort, auf dein der Königss r i e d e (bannus reg-is) bzw. der des Landesherrn ruht, in dem des Königs Kammerknechte und die Schutzjuden der Landesherren vor den damals so häufigen Verfolgungen sicher wohnen sollten, um ihrem Handel nachzugehen. Diese Friedlands liegen daher auch meist an der damaligen Landesgrenze und den derzeitigen Hauptverkehrsstraßen. So z. B. Märkisch-Friedland, Friedland in Böhmen und auch Friedland i. M. (ehemalige brandenburgisch-sächsische Grenze bis 1815). Während ich über die übrigen Friedlands wenig Genaues weiß, kann ich von dem nahen Friedland in der Mark einiges berichten. Dort war lange Zeit hindurch die einzige größere Gemeinde in der Niederlausitz, die Mehrzahl der Einwohner waren Inden, während anderswo in der Markgrasschast keine Juden wohnten. Seit zwei Jahren allerdings gibt es auch hier keine Israeliten mehr; sie sind aus wirtschaftlichen Gründen, dem Zuge der Zeit folgend, dorthin gezogen, wo sich ihnen bessere Erwerbsmöglichfeiten boten. Die Gemeinde ist ausgelöst und die Synagogengeräte sind nach Lübben verbracht worden. Märkisch-Friedlnnd soll früher eine große Gemeinde gewesen sein. Daher erklärt sich auch das häufige Vorkommen des Namens „Friedlünder" unter den Israeliten. 01. N o ch e i n m a l die I u d e n w ü h r e n d der Befrei u u g skriege. Die Geldopfer, die die wenig zahlreichen Juden des damaligen kleinen und verarmten preußischen Staates im Frühjahr 1813 für die vaterländische Bewaffnung brachten, waren sehr groß. Unter den ersten achtzehn freiwilligen Spenden in Breslau erscheinen von Inden gegeben: 200 Taler von Kaufmann Markus Meyer, 100 Taler von Bankier Israel Berel Frank, 60 Taler von Kaufmann Heymann Oppenheim. Es sind, mit einer Ausnahme, die beträchtlichsten Gaben. Der Lieferant Moritz Landsberger in Oppeln lieferte für das dortige Lazarett auf einen Monat unentgeltlich den gesamten Bedarf an Wein, Essig, Bier und Gewürzen. — Diese Daten find urkundlich und entstammen der Sammlung: I. v. Pslugk-Hartung, Das Befreiungsjahr 1813. Aus den Akten des Geheimen Staatsarchivs (Berlin 1913), Seite 32, 350. M. P. * Herr Redakteur! In Ihrer Besprechung von Plotkes „Heinrich Heine als Dichter des Judentums", Seite 347, nennen Sie Mvrdecai Manuel Noah.einen „Abenteurer". Gestatten Sie, daß ich gegen diese Bezeichnung Einspruch erhebe. Noah (1785 bis 1851) hatte wohl einen abenteuerlichen Plan gefaßt, als er daran ging, einen jüdischen Staat im nördlichen Teile des Staatsgebietes von New Port anzulegen, aber ein Abenteurer war er deshalb noch lange nicht. Man kann doch wohl einen Mann, der erfolgreich als Journalist, als Theaterdichter und als . Politiker tätig war, nicht mit denn Worte Abenteurer abtun. Noah, der schon früh öffentliche Stellungen von Bedeutung, darunter die eines amerikanischen Konsuls in Tunis (1813) bekleidete, dürfte persönlich von ben Leidender Juden kaum berührt worden sein. Es lvar wohl infolge der Reaktion, die mit den Karlsbader Beschlüssen (1819) einsetzte und auch die Lage der Juden in Europa assizierte, daß Noah den Plan faßte, auf dem freien Boden der Vereinigten Staaten, die ein ungeheueres, dünn besiedeltes Gebiet besaßen und sich einer, durch keine Tradition behinderten Religionsfreiheit erfreuten, eine jüdische Niederlassung zu gründen. Objektiv genommen war der Plan nicht abenteuerlich. Die Stadt Buffalo, in deren Nähe der Freistaat Ararat angelegt werden sollte, hat nach dem letzten Zensus 425 000 Einwohner. Im Jahre 1825, zwanzig Jahre nach ihrer Gründung, dürfte sie kaum 5000 gezählt haben. Nach meiner Ansicht ist es nur zu bedauern, daß die subjektiven Verhältnisse so waren, daß Noahs Plan an dem Mangel an Voraussicht u.nd Pioniergeist bei den- Juden so kläglich scheiterte. Noch sieben Jahre später rief ein schlichter Jude in Nvdenberg, B. Behrendt, Baron Anselm v. Rothschilds Hilfe zu einer Kolonisationsunternehmung in Amerika an (1832). Er wiederholte den Vorschlag 1844 und suchte Gabriel Rießer dafür zu gewinnen, leider vergeblich. Im Jahre 1832 bestand Chicago, das heute zwei und eine halbe Millionen Einwohner zählt, aus einigen Fischerhütten am Michigansee. Der Herr Baron hätte mit seiner Philanthropie ein gutes Geschäft machen können, aber er beschied den Bittsteller dahin, daß sein- Vater selig gesagt habe, wenn die Juden nur „gut und frumm" sein wollten, -würde ihnen Gott auch so helfen (Orient, VII, Nr. 2). Ergebenst Cincinnati, Ende Juli 1913; Gotthard Deutsch.

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