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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-07-18 · Heft 29 (18.7.1913) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 29 (18.7.1913)
Date
1913-07-18
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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WWWWWWWWW 2 ■’kir sachkundiger Leitung gewartet und gepflegt werden. Um die' Äusgestaltung dieser Einrichtung haben sickst.die Damen Frau Auguste Kant e r, Frau Rabbiner Professor Gut t m a n n und Frau Inspektor S.i l b er ste in besonders verdient gemacht. Das 26 jährige Regierungsjubiläum unseres Kaisers nahm nun die Vereinigung zum Anlaß, ein dauerndes Heim für die Zöglinge zu schaffen. .Sie. hat in dem Kurort Charlottenbrunn im Waldenhurger. Bergland. ein .besonders günstig gelegenes Terrain nahe am Walde erworben, um dort ein Ferienheim für 40 bis 50 Kinder zu errichten. Während-der. Zeit, wo das Heim mit Kindern, nicht belegt ist, soll es, auch bedürftigen jungen Mädchen und Frauen gegen mäßige Entschädigung zur Aufnahme dienen. Mögen dem verdienstvollen Unternehmen recht viele Wohltäter ihre Fürsorge zuwenden. — Am Tage des Negierungsjubiläums unseres Kaisers fand auch bei uns in der neuen Synagoge ein Festgottesdienst statt, der sich einer großen Beteiligung zu erfreuen hatte; in der alten Synagoge wurde beim Hauptgottesdienste am Sabbat vorher des Tages in einem besonderen Gebete gedacht. — Die seit langem bestehende Vakanz, im Kantorate der hiesigen Gemeinde wird in. allernächster Zeit ihr Ende erreichen. Für den ersten Kantorposten der alten Synagoge ist Kantor Weiß aus Gleiwitz, der. wenige Monate erst dort amtierte und aus Emden dorthin berufen wurde, für den zweiten Kantorposten der neuen. Synagoge Herr Josef Wartenberger aus Posen ausersehen. Beide Herren befriedigten bei ihrem. Probevortrage allgemein. — Auch innerhalb des Vorstandes unserer Gemeinde treten Veränderungen ein. Am Montag den 23. v. M. fand eine außerordentliche Repräsentantenversammlung statt, zur Vornahme , der Wahl zweier neuer Vorstandsmitglieder an Stelle der durch Tod 1 ausgeschiedenen Geheimrat Wöllstein und Louis.Borgfeld. Gewählt wurden die Herren Landgerichtsrat Goldfeld und Emil Waldstein. Durch die Wahl dieser beiden Herren wird unsere Verwaltung wieder zwei tatkräftige, Mitglieder gewonnen haben, die. sich durch Tüchtigkeit auch auf verschiedenen anderen Gebieten bereits ausgezeichnet haben. y. Dresden,11, Juli. Dein soeben erschienenen Venvaltuugsbericht . der Gemeinde Dresden ist zu entnehmen, daß hier im Jahre 4912 zehn Personen aus dem Judentum ausgeschieden und . fünf Personen in derselben Zeit z u m Jude n tum ü b e r.g e t r.e.t e n sind.. Der I Bericht erwähnt sodann die in zwei Lesungen , einstimmig gefaßten; Beschlüsse über die Statutenänderung betreffend das akti.ve u n d p a s s i v e W a h l r e ch t, die seinerzeit von der jüdischen Presse we- ' sprochen worden sind.' Wie seit einer Reihe von. Jahren, so wurde . auch an den hohen Feiertagen des Jahres 1912 in Freib erg; Gottesdienst abgehalten, der sehr zahlreich besucht war, und um.den - sich besonders Herr Nathan Wangenheim - Freiberg verdient ge- macht hat. Der Synagogenbausonds hatte Ende des Jahres 1912 die Summe von 492 832.50 Mark erreicht. In längeren Verhand- : langen mit der Stadtgemeinde Dresden ist nunmehr in diesem Jahre ein Vertrag zustande gekommen, wodurch-die israelitische Gemeinde zur Arrondierung des Synägogengrundstückes das der Städtgemeinde gehörende, an der Zeughausstraße gelegene Flurstück zum-Preise von 65O0O Mark erwirbt. Der Kaufvertrag liegt gegenwärtig dem König- : liehen Ministerium des Kultus und des öffentlichen Unterrichts zur Genehmigung vor. Die Zahl der jüdischen Religionsunterricht genießenden schulpflichtigen Kinder von Dresden "beträgt zurzeit insgesamt 448. Den Religionsunterricht in Freiberg, an dein acht Kin-; der teilnahmen, erteilt Herr Lehrer Levi-Dresden. Auch im verflossenen Jahre ist eine Reihe von Stiftungen und Geschenken für die Gemeinde zu verzeichnen. Herr Kommerzienrat Elb hat ans Anlaß seines vierzigjährigen Berufsjubiläums 5OOO Mark, das frühere Gemeinderatsmitglied Herr.Samuel Ho des in Leipzig 3000 Mark gespendet, die Familie Lehmann 1500 Mark, Geschwister Herzfeld 1000 Mark usw. — Die F r a t e r n i t a s l o g e, die in Ober- Rochwitz ein Ferienheim unterhält, hatte auch im verflossenen Jahre, für sechzig arme jüdische Kinder ihr Erholungsheim geöffnet. Die --Zahl der Wohltätigkeitsvereine betrug insgesamt 30. .Die. größte Anzahl Mitglieder haben die Krankenverpflegungsgesellschast, nämlich 354 bei einem Nermögensbestand von über 82 000 Mark, und der. Israelitische Armen- und Fremdenunterstützungsverein mit 324 Mitgliedern und einem Vermögensbestand von über 63 000 Mark. Die. absolut höchste Mitgliederzahl hat der I s r ae l i t i s ch e F rau en - verein, nämlich 425. Die Einnahinen der Gemeinde Dresden beliefen sich ans 117 636.44 Mark, die Ausgaben ans 112 576.52 Mark, so daß sich ein Ueberschuß von über 5000 Mark ergab. Die Entwickelung der Gemeinde Dresden befindet sich in aufsteigender Linie, die Zahl der Zensiten ist von 1024 auf 1061 gestiegen. L2 Ems, ,, 11. Juli. Dem soeben erschienenen Rechenschaftsbericht . des H'i.lfs v er ei ns. für >un.b-em i tt-elte jüd-ische Nerpem- und 'Geisteskranke in Ems entnehmen.t wir, . Paßam .1..; Januar_.1912. zu .' Sayn 14..Männer und l4..Hrauen .in,.Behgudl-NM waren.. Im Laufe de?, .Iahres kamen. noch... > 1, Mann^-n^. 4 Frauen. Hinzu, so daß im Jahre 1912 im ganzen für^Mechnupg des Hilfsvereins.15 Männer und 18. Frauen in Sayn verpflegt wurden. In der Einleitung zum Bericht wird ausgesührt: „Ein Dezennium ist dahingegangen, .seitdem der Hilssverein für unbemittelte, jüdische Nerven? und, Geisteskranke in Ems ins. Leben getreten ist. Er hat damit seine Feuerprobe bestanden. Das Mißtrauen, mit dem man ihm bei der Begründung begegnete,'ist geschwunden^ Immer mehr hat sich die Ansicht bedeutender Psychiater Bahn'gebrochen, daß jüdische Gemütskranke in jüdische Anstalten gehören/ wo die jüdischen Vorschriften und Gebräuche gepflegt und. ein.Milieu'vorhanden ist, das den Lebensgewohnheiten des einzelnen Patienten Rechnung.trägt. Vielen Familien, .die um das Unterbringen eines gemütskranken oder nervenschwachen Angehörigen in dex. größten.Verlegenheit,waren,, haben wir helfen können in ihrer Not. . Abpr leider erlauben es unsere geringen Mittel nicht, all. die vielen Ärmen und Unglücklichen, die der Aufnahme in eine Nervenanstalt bedürften, zu unterstützen. Die Anteilnahme von Gemeinden und, wohlhabenden Privaten an unserem großen Werke der Nächstenliebe ist noch zu gering, und die Kosten für jeden einzelnen Patienten sind zu groß, wenn uns auch die jüdische Privatanstalt zu Sayn erhebliche Vergünstigungen in bezug auf die Pflegesätze gewährt hat." Die Einleitung schließt mit. der Bitte, dem Verein offene Hand und offene Herzen entgegenzubringeu und ihm allenthalben Freunde und Gönner zu gewiimen, damit er sein Ziel, die Errichtung und Erwerbung einer, eigenen Anstalt, bald erreichen kann. Der Bericht enthält zum Schluß die erfreuliche . Mitteilung, daß Frau Louise G..o. l d sch nr i.d t.in'.Frankfurt..a. M. 100 000 Mark für den Baufonds gezeichnet hat.— Der. Vorstand des Vereins setzt sich aus folgenden Herren-,zusammen: ,Bk;zirksrabbiner W e i ng -a r .t e n, Ems, Vorsttzen- .der;, Dr. med. .Carl-L a n d, am, Koblenz; Dr. mod. Heinrich S a m t e r, Ems. .Im Mratoriu.m haben ihren Sitz die Herren S. David, Charlottenburg; Dr. med.^Samuel,F r änkel, Berlin; Emil H. Lehma n n, Frankfurt a. M.^ D.r. med. L i ch t e n st e i n, Bonn; Kommerzienrat Metzg er, Nürnberg; Rabbiner Dr. Rvsenak, Bremen und Louis Schloß, Koblenz. - -., . . . . y. Magdeburg, 11. Juli. Der kürzlich erschienene Verwaltungsbepicht des ,S y n a g o g e n g e m ei. n dev erb ändes. .der Provinz Sachsen sürdas Geschäftsjahr 1912/13 widmet zunächst einen ungern ein warmen Nachruf dem leider viel zu früh abberufenen ersten Vorsitz.end.en .des Verbandes.,Herrn Stadtrat G.ab,r ie l Hi r s ch - Halberstadt. Der. Bericht erivähnt. sodann den am 23. Juni in Halle stattgesunpenen.Gemeindetag, auf dem. Herr Rabbiner Dr. Wilde- Magdeburg , ein ungemein anregendes Referat über: Wie kann das religiöse-Leben in -den kleinen, Gemeinden gehoben werden" gehalten hat, erwähnt, ferner die Beschlüsse der Ausschußsitzung vom 1. Dezenter über ein Rundschreiben, das. der Ausschuß in der Angelegenheit des Privatbealntenversicherungsgesetzes an die. dem Verband angcschlossenen Gemeinden gerichtet hat, und teilt mit, daß der gegebenen Anregung außer Halberstadt und Halle auch die Gemeinde Stendal gefolgt sei. Zu-., den Herbstseiertagen hat der Provinzialverband in drei Gemeinden, nämlich. Eisleben, Stendal und Staßfurt, Prediger und Hilssvorbeter. gesgndt, außerdem war er der Gemeinde Schwarza zur Beschaffung eines Vorbeters und der Gemeinde Genthin zum Zustandekommen eines Minjan behilflich. Der letztgenannten Gemeinde drohte seit Jahren die Gefahr, ihr. Gotteshaus, das sich im privaten Besitz eines Nichtjuden befindet» zu, verlieren. Dank der Hochherzigkeit des Herrn Landgerichtsrat a, D. Dr. B i r n b a u m - Berlin ist ihr das Gotteshaus bis auf weiteres erhalten geblieben, da Herr Dr. Birnbaum, die. Synagoge, gemietet hat, und der Verband aus formellen Gründen in den Mietvertrag, miteingetreten ist. In acht Gemeinden, und zwar Delitzsch,.-Bitterfeld, Eilenburg, Gardelegen, Genthin, Merseburg, Sangershausen und Zeitz.läßt der Verband Wanderreligionsunterricht erteilen. Insgesamt werden dabei 28 Knaben und 28 Mädchen in 16 Stunden wöchentlich unterrichtet. Inspektionen haben stattgesunden durch Hörrn Rabbiner Dr. Kahlb e r g - Halle und durch Herrn Rabbiner Dr. W i l d e - Magdeburg. Das Vermögen des Verbandes belief sich am 1. April -dieses Jahres auf 2086.98 Mark. Die Einnahmen beliefen sich auf 4436.77 Mark, die Ausgaben auf 2349,79 Mark. Dem Verbände gehören jetzt 23 Ge- .r t

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