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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-07-18 · Heft 29 (18.7.1913) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 29 (18.7.1913)
Date
1913-07-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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WWW 77. Jahrgang Nr. 29 Der Berlin, 18. Juli 1913 Vellage zur „AllgemeltrrnIuventumK^. lkorrelpondenrm und Mschnchtm. , Deutschland. - 7-. 2>v Berlin,/i6< Znli: ,Dre-Mitteilung -üher-'/Hie.Aortschritho; der-'. P r.o - F a l as.ch a -Bewegung^ Der wir ^jüngst Ln - unserem Matte Raum gegeben haben/: erhält/ eineeigenartig^ Ergänzung; und Beleuchtung. .Aus - Berüffentkichimgew in . Missionshlättern >wi.rd< bie; dri n g en b ft e. No tw^n-D.4 gf .e41.:rascher.Hilfe; ersichtlich, z Vor uns: liegt ,,Der Freund Israels", Das Organ-- des^Baseler Missionsvereins, Sein Januarhest.Dnthält einen ^Bericht>einer/Missionsretse nach der Provinz Belesa .Hurch/L - dM->'B'rüdtzr.' DMa und DebtermAsresia". Die beiden hon Flad/getäustenMEschas erzählen ihre Erlebnisse während einer kängWÄr-Missionsreife, .berichten von 'Erfolgen und Enttäuschungen:.--Die/Methoden der" Missionare' sind dieselben, die wir von ihren Kollegen-in Europa her sattsam kennen. Es wird mit denselben Schristbeweisen aus der Bibel und' den Paulinischen Briefen vorgegangen. Die ganze Art der Annäherung -cm die Opfer ihres Bekehrungseifers ist die gleiche, die namentlich den osteuropäischen Glaubensgenossen gegenüber fast täglich geübt' wird. Es ist aller sehr Interessant und'erfreulich zu erfahren, wie wenig die F a l a s ch ä s sich geneigt zeigen, den Lockungen' Der Missionare Folge zu leisten. 'Wiederholt heißt' es in dem Bericht, daß die Falaschas den Missionaren eine, freundliche Aufnahme gewährt/ ' daß sie tLillig zuhorten und sich den ganzen Tag über Die 'Bibel auslegen ließen, aber einer .wirklichen Be.kehr u n g und in i ü n g st e r Zeit vorgekommener Taufen wagen sie sich nicht zu rühmen. Hingegen wird häufig genug der starke. Widerstand zugestanden, den die Männer auf ihrer Mise gefunden haben. Besonders die Fr a u e n 'erwiesen sich als glaubensstark und' unerschütterlich.. Sie begegnen den Missionären sehr unfreundlich und lassen es sogar an Beschimpfungen nicht fehlen, sie sind scharf und haßerfüllt gegen diejenigen, die den Glauben verleugnen, ermahnen, ihre Männer/, den. Gesprächen der Missionare nicht so lange zuzuhören.' Die Männer wiederum verstecken sich bisweilen, um. Dem Bokehrungseiser zu entgehen, und verlassen ihre Schlupfwinkel erst, wenn die Verkünder. des neuen Glaubens ihrem Dor.se den. Rücken gekehrt haben. Wo sie sich zur Aussprache einfinden, zeigen sie sich sehr belesen in der Bibel, sie verlangen Sch r i s t k> e w e i s e / und wenn sie gegen die Redegewandtheit,, die ihnen Psalmen und Propheten verkehrt äuslegt, sich nicht mehr zu wehren wissen, dann wünschen sie Belege aus dem Pentateuch für die Richtigkeit.des christlichen Glaubens. Wo sie aber dem Worte der. Missionäre gar nichts wehr.entgegenzuhalten wissen, ergeben sie sich noch immer nicht/ Ihre...letzte Zuflucht lautet: „W e n n D'-e r A a c.o b F a.'i t'lv'v.i t sch ch i ede r - kommt, d ann ko nnt ih r m i t t' h m d i s.p ut'i eLen , . er w i r >d e u ch ü b e r w i n d e n, dann w i r d s i ch's e n t sch e i d e n, - a ü f w elche r' SH t e d i e W ah r h e i t li e gt, dann w e r den; a ü ch^^'ä ll e getauften 'Falaschas zu Ihrem' alten, G l ci'nb en zur ü.ck keh r en."' Es ist das D est e/ Z ew g n i s-.. sü-r^ die bisherigen Leistungen/'dieses mütigenLNdischen Missionärs, däß die /Falaschas in di eser -W ei se''7"e.i'n-:l-'Artd'encke-tt-. b.elv'a h r en u n d' so f e st Daraus'b^chtre rk,DäßÄHr'-W'-ihnen/ zurückkehrt ' und' sie aus ihren. Gläubensnbten' erretten wird/' Der . 'Bericht enthält auch/ Hinweise. darauf,'; mit welch i'msäglichen Schwierigkeiten eine solche Reise verkstüpft ist. „Oft kamen wir an fast midurchdringliche^ Dickicht und' Gestrüpp: Wir bljeben an den Dornen und Stacheln immer/ -wieder' hättg'en,/ so" daß.' unsere Kleider manchell Riß bekämen, und rmsere nackten/ Füße übel mitgenommenwurden: In einer, schrecklichen Bergwildnis standech'Mr auf einmal vor einem mit'eirtör Flinte bewaffneten Mann. Es.' war ein' Räuber. Er" hielt unsän,. sräßte /uns,' was wir tun,' und wo wir - hingingen: - Am^^'folg^de^"^Täge' Mey' wir '.ber'unserm Weitermarsch sehr Unter-' heftigem Megen, aber/ erfuhren auch freundliche ÄUfnaAMe' bei einem alten'• M-kachr-gab''Nicht genug anerkannt werben/ daß Dr/ Faitlovitsch,'-obwohl er alle diese Leiden und Gesahren'bereits mehrmals kennen/gelernt hat, sich wiederum den Schwierigkeiten der Reise unterworfen hat und nicht eher rasten und - ruhen will, bis er sein Ziel: erreicht -unddest'Falaschäs den Trost-des Glaubens gebracht hat/ 'Die' chrisMche Mission ist mi.t.großen:.-Eifer an der. Arbeit. Der „Freund Israel/ spricht sogar die Hflffnung . aus, daß es dem Pro- Falascha-Komitee' n i ch t gelingen wird', „die. christgläubig gewordenen Falaschas abwendig zu machen, daß sie Wiederaus Judentum zurückfälleu..und Jesum Christum verleugnen," Es ist eine E h r e n p f l i ch t der/.F.u^enh'eit,. den FalaschäH.,die Stärkung .und Belehrung im Glauhen/. nach der sie so .sehnsüchtig verlangen, zu gewähren umd glles^'Mzubieten, um, diejenigen, die dem Glauben dev Väter treu gMiebeM sind,- darin zu stärken, denjenigen: aber, die den Verlockungen der Missionare anheimgefallen sind,..den Weg zur Rückkehr zur angestammten Religion zu bahnen. Die.Mittel, mit denen das zu erreichen. ist, zeigt uns das Misstonsblatt sehr deutlich. „Auf jeder Station, so heißt es Dort, besteht eine Schule, die fast ausschließlich von Kindern der Bekehrten besucht wird. An Samstagen besuchen sie oft Die Falaschas tu den umliegenden Ortschaften. '-"An den Sonntagen werden'Gottesdienste gehalten, die gut und'regelmäßig von. den Bekehrten besucht werden." Vom Feinde-wollen wir, nach des Dichters Wort, lernen,/was wir sollen. Auch wir müssen . d e r ä r t 'i g e S t a t i o n' e n g r ü n d e n, S ch'u l e, N e r r i ch t e n , dt e ä l's Mi t t e t P u n k t in diesem Glaubenskampse dienen können. Dazu freilich sind weit größere Mittel' nötig, als ' dem Falascha- - Komitee' bisher zur Verfügung stehen/:' Jeder Glaubensgenosse, dem die gute Sache am Herzen liegt und der bereit ist, für die.Erhaltung desglaubenstreuen^ Stammes beim Judentum einzutreten, muß es als Ehrenpflicht betrachten, für diese Bewegung, sein/Scherflein.beizutragen. Beiträge nimmt der Schatzmeister des Pro-Fälascha-Koinitees in Berlin, Herr Bankier Bruno G'äle w s k i.,' i. Fa. <Zebr.. Oppler, Burgstväße 28, Postscheckkonto Berlin Dl 038, ' entgegen./ / / '' Berlin, l7 Juli. Durch Die Erfolge der.leHten.Pälästina- - fährst/'der jüdischen Turner und Studenten veran- . laßt, hat sich' aus Vertretern der jüdischen-Turnerschaft des-Bundes jüdischer- Korporationen und des Kartells zionistischer Verbindungen .' in Berlin ein ständiges Komitee zur Veranstcrltuug. von Pälüstina- / fahrten'jüdischer Studenten und Türner gebildet./ Dasselbe hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erfahrungen der 'letzten Pälästinasahrt nutzbar zu machen und die nötigen Vorbereitungen für eine jährliche neue Palästinasahrt zu treffen. Zunächst ist v'ön'den oben genannten Organisationen eine Palästinafahrt für das'Frühjahr 1914 in Äussicht. genommen. ' Das .Komitee ist mit den Vorbereitungen derselben bereits - beschäftigt und steht' allen Interessenten mit jeder Auskunft gern, zur Verfügung. Alle Zuschriften sind gn/ .das Bureau, Berlin M15, Bleibtreustraße 25,.zu richten, .- - -- - DV/. Posen, 11. Juli. Der Verein „Leschaun Limmudi-m" bemüht-, sich, in dankbarer' Erinnerung / -an den verstorbenen Oberrabbinex : Dr. Wolf Feilchenfeld -hier t! eine Dr,-Feilchensel.d- Lehranstalt' zu. .gründen,- in welcher die.. .: aus der- Schule entlassene Jugend, in ihren. Thorakenntnissen -weiter, gefördert werden soll.. Die Eröffnung/dieses.Instituts soll erst: im Jahre 1915, wo das : 25 jährige Bestehen des . Vereins gefeiert werden söll, .'stattfinden. Zu Dieser/Stiftung hat ein Ungenannter bereits 10 000'Mark gespendet, andere freiwillige Gaben sind auch zur Verfügüyg gestellt worden. — Nach dem statistischen Jahresbericht für Das Verwaltungsjahr 1912/13 kamen hier 41 rein mosaislhe Eheschließungen vpr.' Von den imehelich geborenen Kindern waren 167 evangelisch, 555 katholisch und si mosaisch. -- Herr Käusmann Librowi/cz aus Hohensalza/ welcher im hiesigen jü? dischen Kräykenhäuse sich einer Operation unterzogen hatte, starb im 55. Lebensjahre/ - Der Verstorbene war'ein wahrhaft frommer und wohltätiger . Mann und in allen Kreisen sehr geächtet und beliebt/ Die Lerche Wurde nach dem-Heirnatsorte gebracht, wo unter großer Anteilnahme Die BeerdiguNg^^-stättgefundenhat. - M-'MÄrhier seitsäst drei Jahrzehnten bestehende-.Fr-ä-me nWeW.-e'i-n.-DÄe'^Leffi'trglögiö--1hät sich die dankenswerte Ausgabe/gestellt, schwächliche/Kinderbedürftiger Eltern während der Sommerse'rien zur /CLHo/lung in einer Ferienkolonie unterzubringen. Woes besonders 'not' tat, wurden'Kin-d-er -auch in eine Heilstätte geschicktwobei die nicht -ünbeträchtlichen Kostdn der Reise und der '-A-usrüstiM'g ebenfalls Dom FrauenverviNi'getragen wurden. Seit mehrereit Jahren sind - etwa: 40 'KindLr/'- Knaben und -Mdchen, in einem H.öhenlustt k-Nvort des Riesengebirges zu einer Kolonie vereinigt, wo sie/unter " ■ ' " ■ ■.

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