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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-07-18 · Heft 29 (18.7.1913) · p. Seite 348

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 29 (18.7.1913)
Date
1913-07-18
Page
Seite 348 (sequence 12)
Language
German
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WMWMWMMWFWWWBWWFWNW s AMMWMWW MWWWW Z48 ^^Eerfassers vift, nachzuw eisen-l daß; Heine Ms - .religiösem 'Andsfferen- -Amüs,..(nur. die, Bemerk-ung, daß.er. jüdischp, AKelnichh<-kennt^-weil spr sie in seinen- Werken,:nicht, er.wcshyt,..scheint -msjr D^viks'tgehend) -sich zum Nationaljuden/eniwickelte,,.' 'Daßdieser Pationalenthusiasmus , sich in Sympathie-Ümwattdefte, Last der Hude. allmählich zupr Sen- 'sualisten wurde, uni' dann durch.'das jüdische Sö^rdarrtatsgefühl'wieder zum Judentum, nicht dem nationalen, sondern cheNi betigiösen zurückzukehren. Ein ganz besonders - eigenartiger' Abschnitt ist der über Shakespeares Mädchen'und Frauen; sehr-frei und mutig wird Heines Taufe und seine. Stellung zum Christentum behandelt. Man wird, wie schon am Anfangs gesagt .war, einzelnes in-Plotkes- ,Buch bestreitbar,, finden,, aber.feine große Kenntnis, sein sicherer, historischphilosophischer Standpunkt (sehr bemerkenswert sind z. B. die. Urteile über Hegel) und seine ganz selbständige, Eraftvolle Sprache wird man höchlichst anerkennen müssen. Recht nützlich ist die jüdische Anchölogie (S. 103 fg.), die Zusammenstellung derjenigen Stellen, in denen Heine über Juden und Judentum gehandelt hät; vielleicht findet sich doch ein Verleger, .der alle' diese' Stellenzusammen druckt.'. Die. Schrift des Hexrn Plotke ist voller Anerkennung wert. I,. G. D i'L Em anz ip ä t r o n d ^r I üd e n i n P r e u ß e n. unter besonderer- Berücksichtigung des Gesetzes, vom 11.' Marz 1812. Ein' Beitrag 'zur R^chtsgeschichte der Juden in Pteüßen/ Von Dr. Jsmar Freund. ...Erster Band: Darstellung. Zweiter Band: Urkunden. Berlin 1912. . Verlag von M. Poppelauer. 258 und 524 Seiten. ■ Ein bedeutendes Werk, durch, das sich der Verfasser ein rühmliches Denkmal gesetzt hat. Was er will, sagt er selbst am Schluß des Vorworts: „Das Buch will eine Darstellung der preußischen - Juden-' emanzipation geben „unter besonderem Berücksichtigung des Ediktes vom 11. März 1812." Nur bis zu diesem Gesetz reicht im wesentlichen die eingehende urkundliche Darstellung. Von einer gleichen Behandlung auch der folgenden Epochen mußte mit Rücksicht auf den Raum und-die Zeit abgesehen undeine solche einer späteren -Publikationvorbehalten werden. Das Buch will endlich einen Beitrag zur Nechtsgefchichte bieten, Leine umsasseyde Darstellung der Emanzipation schlechthin. Zwar ist überall der Versuch gemacht worden, die Vorgänge und Verhältnisse mit der Umwelt und der allgemeinen Zeitgeschichte in inneren Zusammenhang zu bringen, die Quellen organischer Entwicklung äufzudecken, .den Dingen den Charakter des Will-; kürlichen und Zufälligen zu nehmen. Eine erschöpfende Darstellung der Politischen, kulturellen, religiösen, wirtschaftlichen und stätistischFn Verhältnisse aber, die notwendig wäre, um eine umfassende Geschichte der Emanzipation zu bieten, ist mit der vorliegenden Arbeit nicht bezweckt." Trotzdem ist ein dritter Teil beigefügt, der die Zeit nach dem Edikt vom 11. März behandelt und im einzelnen: die Reaktion; die Emanzipationssrage in den neu erworbenen Gebietsteilen;, die legislative Fortbildung bis 1869 behandelt. Der Reichtum an urkundlichen Mitteilungen, an neuen Gesichtspunkten ist in einer kurzen Anzeige gar nicht zu erschöpfen.- Ich muß'mich daher damit begnügen, einzelnes' hervorzuheben. Em "ganz' besonders" interessantes Kapitel ist daswelches den Schriftenkampf von 1803—1805 und seine Rückwirkung auf die Politik därstellt. Von außerordentlicher Wichtigkeit sind die Mitteilungen überdie Rolle Brandts-bei'dem Entwurf von 1809, die Bemerkungen über Schrötter; der als der eigentliche Vater, des Entwurfs gilt, und die über Humboldt. David Friedländer wird mit Nachdruck als die treibende Kraft für , dasganze Gesetz geschildert. In dem Urkundenband stecktein ungeheures Material, der.Hauptnachdruck liegt 'auch hier auf den Stücken, die das Edikt von 1812 betreffen. Es wäre höchst'- kleinlich, dem Verfasser einen Vorwurf zu machen, daß er so - vieles einzelne gibt; - jedes Aktenstückhatseinen kulturhistorischen Wert. > Ich könnte- Seiten füllen, - wenn ich all* die einzelnen-Abschnitte oder die einzelnen Urkunden hier angeben wollte, aber , ich, will nur die Leser dieses Blattes auf die sehrgroße Bedeutung des Werkes hin-, weisen und begnüge michdarauf aufmerksam zu machen, daß in dem Abschnitt: Bemühungen der Juden um das Zustandekommen des- Gesetzes wichtweniger als 32 'Aktenstücke mitgeteilt werden. Man ersieht-aus ihnen, wie Berlin stets im Vordergründe stand, wie unter den Berliner Vorstehern Friedländer, der-Unermüdliche'tätig ist;.aber es niüß mit Dank konstatiert werden, daß 'außer der Berliner)Gemeinde auch Königsberg und Breslau außerordentlich rührig: waren, und daß außer Friedländer auch Gumpertz und Jacobsohn --ihre Stimme erhoben. Von den vielen Gedanken, die das Buch anregt,? von traurigen Erwägungen, vielleicht; selbst schlimmen:Befüsichtungen, soll-hier'nicht,die;.Rede .sein.Befürchtungen-insofern/, als es jw Mnchem mißlicherscheinen könnte,in einem von.eineinJ.udeß-vev.faßle'n und hauptsächlich, für^ Juhen.hestimmtkch Werke' auch.Gegenstimmen laut .werden 'äii flafsen/ denen die "Antisemiten msiserer Tage -.und - künftiger Zeiten' Materml? entnehmen' könnten'. Aber" die historische Gerechtigkeit verlangt, daßauch Derartiges nicht verschwiegen'werde. Dem Fleiß''und'der Umsicht des, Verfassers-gebührt voller Dank ast'er Historiker. Erst durch solche Werke wird die-Vergangenheit klar- -ünd - auch .die-künftigen Generationen lernen.durch solche 'Enthüllungen der Vergangenheit-wcht. nur die. Erkenntnisses Gewesenen, sondern-auch Mittel und Woge, wie. sie in neuen Kämpfen sich bewegen sollen. : Ich habe selbst mich vielfach mit der Sache' beschäftigt, die hier behandelt ist, freilich vor mehr als 40 -Jahren. Es hat kein Jnteresie, M'einzelnen zu konstatieren, ob und wie der Verfasser meine Angaben bestätigt oder berichtigt; ich - selbst nehme jede Belehrung -dankbar...an. Der Verfasser war in seiner Doppeleigenschaft als Hebraist und Äs Jurist Mit vielen ^Einzelheiten-so ausgezeichnet.vertraut, daß-jede Berichtigung sefnexseits . dankbar . anerkannt werden - muß. ': . Die Ausstattung des Buches hätten wir etwas monumentaler gewünscht, Ich wiederhole, daß der Verfasser sich durch diese Quellenpublikation und durch die-Darstellung, mit der - er die -'Veröffentlichungder-, Dokumente einsührt, ein rühmliches Denkmal gestiftet hat; - - L. G: * ' — Pogro m. Text -von Ellegard L e i f n e r - E l l e r b e k. Zeichnungen von A. Murmaerker. Ozean-Verlag,'Charlottenburg. ' In einer-Art prophetisch..erhabener Sprache werden die Greuel der Judenverfolgungen, verurteilt. Es soll gezeigt werden; was ja freilich nicht neu ist, aber immer wieder betrübend, wirkt,; daß Raub- und Mordgier sowie.die roheste Lust die Triebfedern der entsetzlichen .Verbrechen sind, die vor einigen Jahren die Welt aufregten,. Neben diesen Deklamationen steht ein historischer Teil, der die furchtbaren Opfer im einzelnen schildert und besonders ausführlich bei den Wahnsinnstaten des Jahres 1905 verweilt. Die Hauptsache in der neuen Publikation — denn-die Tatsachen und die Ausführungen waren allgemein bekannt — sind'wohl die Bilder, die sehr-gut ausgeführt und 'wahrhaft ergreifend sind. In dem ersten „Auf zum Pogrom" werden zwei vertierte, sinnliche Räuber dagestellt. - Sehr schön ist ein Bild „Wo. aber bleibt unser:,Gott?"> das einen alten, dem Sterben-nahen oder eben gestorbenen - Juden vorführt. Neben seinem, Lager, eine' klagende Verwandte, fein Weib oder seine Tochter. Ferner das Bild „Was nun": eine aus den Trümmern'ihrer Habe trauernde Frau, oder das andere „Vom Tode erlöst": zwei jüngere Juden, die einen alten wegschleppen, In starken Schlußworten-unter dem Titel „Die Strecke der Pögromteüsel" werden die furchtbaren Zahlen der dem Pogrom Anheimgesallenen mitgÄeUt.. Es ist-ein Büchlein, das das' entsetzensvolle Geschick der - russischen Juden ' realistische und doch künstlerisch wieder in'Ebinuerüng bringt. -;4 " L. G. . '. - - -; - - ' - ' ' The Jewisli Review,' edited by Norman Bentwich and Dr. J. Hochman. Vdl. III. No. 17. Jam 1913. Jedes Heft dieser gut geleiteten Zeitschrift enthält etwas, , das Leser aus den-verschiedensten: Kreisen interessiert; der Inhalt-des vorliegenden Heftes ist besonders anregend.. -Zunächst ist es für deutsche Leser' erfreulich, daß auch sin diesem Heft, wie schon in manchem früheren, ,ejn Aussatz deutscher, Schriftsteller in englischer.Uebersetzung erscheint; in diesem Hefte-.wird uns ein Vortrag von Bertha Pappenheim, 'gehalten auf dem Frauen'kongreß in München 1912 „Das siüdische Weib im religiösen Leben" in einer solchen Uebersetzung geboten. Von historischen AuffätzenHeivre.Studie von Abramowiz „Die- Organisation der Juden in Polen 'im '16., 17. und 18. Jahrhundert" erwähnt. .Eine besonders merkwürdige Studie ist die von Bertram B.- Benüs,, -,Eine jüdische Renaissance",-der -die Wiederbelebung,der hebräischen,Sprache und Literatur in der neuesten Zeit mit starkem, zionistischen Gepräge schildert Äußer der. Erweckung der hebräischen Literatür werden dem Zionismus, auch Manche andere Verdienste zngeschsiieben; die durch gesunde' Kritik auf ein geringeres' Maß zurückzusühren sind - (vgl. die zwei Hauptartikel in -unserer Nr. 76). Außer den bisher genannten und - anderen' wissenschaftlichen' Abhandlungen enthält das. vorliegende Heft' aw Schluß Rezensionen mnd am Anfang Bemerkungen der' Herausgeber, -worin, auch ein kurzer, Artikel über das Oberrabbinat. zu erwähnen ist. Wir wünschen der Zeitschrift weiter gutem Erchlg^

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