Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 29 (18.7.1913)
- Date
- 1913-07-18
- Page
- Seite 345 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Zunichte gemacht..,-Sie haben.die.kameradschaftlichen Beziehungen zu, ,y;chtjüd;Hxn,ationensorgsam. gepflegt,, die, - gegensejtige.,W- - iuyg •,«de^.,gesaip.tefl Äugend ohne Unterschied,„her! Konfession gehütet' und cm aSen beruflichen, allgemein mensehUHen, j gemeinnützigen. und staatsbürgerlicher^. Aufgaben regen Anteil''ge-!- 'ftÜrnÄ’1'.-.ity - '/Der- -Vbrsitzellde hat- - W ft'inÄi. Begpüßü-ng^aüf Möethe, als ^Äen großen-Sohli dieser- -Stadt/ hiNgswieseckr Goethe sagt: Der Zweckaller : Geschichteiist, Begeiste-rungi-zuLpveckeÄ Das gilt micht -Zllbr wenigsten; .auch pM.Mse.rex Mischen, Geschichte.. -UnsereIsichersten-Fundamente ' ruhen in den Traditionen unserer historischen.,Vergangenheit. Wir -sMffe-f, . ilM-^as jüdische.. Bewußtsein .nicht verlöschen Zu .^asseiü.die^ Äugend mit'dem. Geiste des' Judentums, im.. Zusammenhänge '^'ü' '.erhalten,. aber ohne °, jede''koyMionelle Engherzigkeit und ohü'e irgetidÄelche Äbschließüttg''und'Äd'söiwerüng. Wir'sind darin eines Sinnes mit der Auffassung dö^-sehr geehrten Herrn VeEeters der Stadt Frtwksürt ä. ME/ detz in-denfreundlichen 'Worten-der Anerkennung und Begrüßungdie er Ihnen heute hier gewidmet hat, von der Gemeinsamkeit aller ethischen Ziele und von :der^VMMgung-:aller;-konfessionellen.-Aushildungsstätten zu interkonfessionellem Wirken im Dienste der Allgemeinheit so.beredt und eindrucksvoll ^gesprochen..hat. ,.! . Mt Recht weist ja' auch her Bericht der Verbandsleitung darauf hin,/daß unsere ' 'jüdische Jugendbewegung böi allen ihren eigensten Ausgaben 'sin Dtik und ein Ausschnitt der gesamten modernen Jugend-" fürsovge-' ist,'' die Staät /und Gesellschaft' 'so 'sehr'- bewegt' und beschäftigt. Ihr Ziel-, „eitt'üN Geist, und Körper -gesundes Menschengeschlecht heranznbllden"/-ist-in der : Tat auch -das unserewenn wir auch spezifisch' jüdische: Ausgaben kultivieren. , Unsere jüdische Jugendbewegung, .ist nur- - um, so zeitgemäßer und zeitgerechter.' Die in Ihrem Tätigkeitsberichte zum. .Ausdruck.-gebrachte Bereitwilligkeit, unter taktvoller Wahrung jüdischer Ehre und Würde an allen gemeinsamen Ausgaben mitzuwirken, wo eine Zusammenfassung aller Kräfte notwendig und ersprießlich erscheint, findet' daher uneingeschränkte Zustimmung auch der'Großlogei'' 5V',>-i v‘::' '' - Der Geschäftsbericht- Ihres Verbandes -deutet auch auf gelegentliche-Uebergrisfe^md'vereinzelte Ausschreitungen - innerhalb der VereinsbewegUng-.hin. /Derartige-Mißgriffe einer jugendlichen.Organisation,, die sich ,immer yvch inr-Sturm und. Drang ihrer Entwicklung btzsindet, .dstrsen - weher^dje, ^Jugendvereine beirren, und entmutigen noch auch die,'besMndetkn..Hrganis^ , heunruhigen. .; Der . heutiges EindrucksvolleÄufmarsch Ihrer wöhlgegliederten, ganz' D'eütschläjid' uMsässenPen Organisation kann, nur dazu angetan sein. Ihnen die vermehrtejSchnhathie und Förderung der befreundeten Organisationen und - die-Eermkhrte' Achtring' der. j gesamten deutschen Iüdenheit öinzntragen.JeWiniatetielle- -und ideelle Förderung dieser Jugendbewegung istleim. Versicherungsprämie, für - den Fortbestand und '.die FovteichmcklMlg desiJudentmns. .... Gewisse.' Pessimisten, sprechen zuweilen vom drohenden Untergang des Judentums.:/-Die?, elementar starke, frisch pulsierende Jugendbewegung M,--glleitrWom.ein -unwiderleglicher, .Beweis für die Unbesiegbarkeitunserer jüdischen-Ideale. , . , , , ,, . . .. Darum ^for't.lmit, allemjyxäuen-. Heuen, 'hemmenden Pessimismus. Blicken Sie'post' freudiger Zuversicht' auf' die kommenden Tage, denen Sie--nÄ jugendlichen' Optimismus/ zielbewüßt, sieghaft und rüstig enttz-egenschrÄten. ' - -- ' '- -.-Wir Äelteren' ab'er>: auch .wir -Vertreter der Großloge, grüßen in Ihnen -unsere > eigene Jugend;, wirbegrüßen in . Ihnen die Zukunft Israeli ./ , : , - ,. , Die Myhelkragr im «r vliivers lsi-selite". ' .Pvir - SanitätsratDr. Sch e,r b e l: in .Lissg i. P. -m, ’ LJ IJui v er s, Israelite (Journal rdes Priii- /.v. \ iicipes' consorvateurs^ jf^daisme),. Paris,- 6.. Juni 1913,/beleuchtet' MKM-r ir-ch-Mo-pße.r,'?...dje Stellung hmsichtlich ^Ves.'M-o,h efl-.-wie-sie.' sichern Arantreich church chas Gesetz vom 9. Dezember ,1905,-. betressend. die TryllWngi, der Kirche von dem Staat, ausgebildet,.hat.. ' M.r diesem Gesetze galt,.die -Bestimmung von,,. 1844, wonach niemand, das Amt' eines Mohel ausüben darf, der nicht, .dazu t>ie Genehmigung vott Dem- Bezirkskonststorium erhalten * hat.. Dieses Amt übte er als ein im wesentlichen rituelles aus. und erkannte keine -Sei .IeutzEüseines ^OHWd^Emeh Hhirurgrn,^der Vorreden Verwaltungsbehör- -Nn4efMnW''llvE.7DaMr sollten'die'Bürgschaften geschaffen werden, welche die ösfentliche GefundhÄtspflege verlangt. Aber der Staat hat die'ZirkstMzision doch Äs einen im wesentlichen rituellen Akt' 'ängesthen. Er verlangte keine medizinischen oder chirurgischen Kenntnisse,"sondern einzig.und allein eine Bürgschaft hinsichtlich 'der - ösfentlichen Gesundheitspflege. Seit dem" Gesetze 'von IllOo-chaben sichdie 'Verhältnisse .geändert. -Jetzt' - haben Der- Staat und der israelitische - Kultus keine Beziehungen mehrzueinander, wenigstens hinsichtlich ritueller Fragen und nhrer Ausübung,-und die rabbinrfche Autorität hat -ihre Machtvollkommenheit wieder gewonnen; sie ist keiner Beschränkung in rituellen Dingen mehr -unterworfen. Danach -steht es heutzutage dem Rabbiner allein zu, die Prüfungszeugni-sse. für den Mohel .zu liefern, unter eigener Verantwortlichkeit. Aber der Rabbiner wird dieselbe .Rücksicht-nehmen auf die Forderungen der Gesundheitspflege, wie ehedem -der Staat, und wird schon aus weiser Vorsicht dem Mohelkandidaten eine Prüfung durch! einen von ähm (dem Rabbiner) besonders bestimmten Arzt auserlegen. . Nach dem jüdischen Glaubensgesetz muß der Mohel. ein gläubiger Jude sein, und die Gebete, welche er bei der Mileh spricht, müssen aus gläubigem Herzen -kommen.- 'Wenn also das Zentralkonsistorium, in Uebereinstimmung mit dem Minister des Innern, jetzt der Meinung ist, daß einzig und allein ein Arzt von nun an allein Mohel sein darf, so kann es sich aus keine Bestimmung des bürgerlichen oder des religiösen Gesetzes stützen. - Viele Aerzte betrachten die Zirkumzision lediglich als, chirurgischen Akt. Die damit untrennbar verbundenen Glaubensvorschriften kommen für sie erst, in zweiter Linie.-- Nur ein genügend vorgebildeter Mohel bietet-in religiöser und operativer Hinsicht die'Bürgschaften, die der jü- Dische-Glaube-verlangt.- . .Sy liegt die Mohelfrage nach , der, Anschauung von Maurice Syifer. Wenn es sich dabei auch nur um eine Dar- J'tellung der Verhältnisse in, Frankreich handelt, sowird doch gegen -diese Anschauung von allgemein-jüdischem und sanitärem Standpunkt aus entschieden ,Widerspruch erhoben -werden müssen. Neben den rituellen. Gesichtspunkten, erheischen die Forderungen der Hygiene immer dringender eine,unab- -weisliche Berücksichtigung, und es darf, im.Zeitalter strengster .-und peinlichster Antifeptik und Aseptik nicht demfreien Ermessen und dem Wollen öder N-ichtwollen des Rabbiners .überlassen, bleiben, ob der Akt der Zirkumzision mit den Vorsichtsmaßregeln umgeben wird, wie sie dem heutigen, Stande der , medizinischen Wissenschaft entsprechen. . . Wenn in Frankreich das Zentvalkonfistorium und der Ministerdes Innern nur einen Arzt als, Mohel gelten lassen wollen, so-lassen sie sich dabei offenbar.ausschließlich von hygienischen Rücksichten leiten. Im Deutschen,Reiche, wo.eine' derartige Bestimmung nicht, besteht, muß, zum mindesten verlangt, werden, daß der Mohel lediglich auf Grund eines, ärzt- , lichen Zeugnisses seine Funktion ausüben darf- Dieses Zeugnis muß bestätige^, daß der Mohel die notwendigen operativen Kenntnisse besitzt, mit den Grundregeln der Antisepsis und Asepsis vertraut ist und auch Pie Nachbehandlung.sachgemäß „zu leiten versteht, und. ein solches, Zeugnis sollte sich der , Mohel schon , im eigensten Interesse verschaffen. Geschieht dies nicht, werden diese - selbstberständigen,. der heutigen. Zeit . entsprechenden, Vorbedingungen nicht erfüllt, „-so darf es nicht wundernehmen,, wenn der, operative. Ritualakt immer mehr in die Hände des Arztes übergeht, oder, daß, so. manche „aufgeklärten" Eltern ihn überhaupt nicht vornehmen lassen.