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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-06-20 · Heft 25 (20.6.1913) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 25 (20.6.1913)
Date
1913-06-20
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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in 'deinen Mund, nie sollen sie Weichen aus deinem Munde und aus dem "Munde deiner Kinder und aus dem Munde der Kinder deiner Kinder, spricht Gott, von nun un bis in Ewigkeit." Die Rede machte auf die andächtigen Zuhörer einen sichtlichen Eindruck. Es 'folgte dann die Prüfung der Konfirmandinnen, und man war erstaunt zu hören, welch immenses Wissen die Mädchen sich angeeignet hatten. Die ° Gebete im Sidur wurden mit ^Ausdruck vorgetragen und übersetzt. In der Lehre Der mosaischen Religion und in der Bibelkunde wurde Erstaunliches geleistet. So manches aus diesem Unterrichte wurde; den Erwachsenen in Erinnerung gebracht. Eine Konfirmandin sprach ein diesbezügliches Gebet, eine andere trug das Glaubensbekenntnis vor, bei dem man die Innigkeit der aufgenommenen Lehren deutlich merkte. Das Schma Jisrael drang durch den ganzen Tempel. Die Solopartien für Sopran sang die Konzertsängerin »Frau Berggruen-i Kriseller mit tiefer Empfindung und prächtiger Klangfärbung: „So: ihr mich von ganzem Herzen suchet, so will ich mich finden lassen, spricht unser Gott." Hieran schlossen sich die Einsegnung durch Herrn Professor Dr. Bloch und Ueberreichung der Bibeln durch das Vorstandsmitglied Herrn D. Peltesohn. Auch die Darbietungen dek Chöre in der Motette: „Dies ist mein Bund mit ihnen, so spricht Gott", waren eine wohlabgerundete harmonische Leistung. Nicht unerwähnt mag hier die Mitwirkung des Herrn Ob.erkantors Lilienthal bleiben, der sich wegen seiner Tüchtigkeit hier sehr berühmt gemacht hat. Mit einem Postludium schloß die erhebende Feier, die unvergeßlich bleiben wird. ' Pinne, 13. Juni. Am 9. d. M. fand in der hiesigen Synagogengemeinde die feierliche Einweihung der unter der kunstverständigen Bauleitung des Herrn Professors Grotte-Pos e n durch den hiesigen Baumeister Herrn-Förster umgebauten Synagoge statt/ verbunden mit der Feier des 25jährigen Regierungsjübiläums unseres Kaisers. Der Gottesdienst, an dem der Landrat des Kreises Samter, Herr v. Born-Fallois, derselbe auch als Vertreter der königlichen Staatsregierung, die den Bau durch eine hochherzige Spende in dankenswerter Weise gefördert hat, das geistliche Oberhaupt der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde, Herr Superintendent Mollmann, die Spitzen der königlichen und städtischen Behörden, ferner Herr Manasse Werner als Vertreter der S y n a g o g e n g e m e i n d e Posen und . des ~ Verbandes der Synagog eng emeinden der Provinz Posen, Herr Samuel als Vertreter der Nachbärgemeinde Birnbaum, die Herren Rabbiner S. E s ch e l b a ch e r - B e r l i n, S. G r ü n t h a l - Charlottenburg (früher Pinnef und Vlum (als Vertreter des Rabbinats Posen), Professor G r o t t e, Herr Direktor B ö h m von der Königlichen Baugewerkschule Posen, Herr Baumeister Förster und zahlreiche auswärtige Ehrengäste teilnahmen, begann mit der Einführung der von den Herren Rabbinern getragenen Thorarollen unter den Klängen des Mah tauwu. Herr Oberkantor Leibowitz-Posen vertrat den. durch das wenige Tage zuvor erfolgte Ableben seiner Frau in Trauer versetzten Kantor unserer Gemeinde, Herrn Seif. Nach Einstellung der Thorarbllen in die heilige Lade entzündete Herr Rabbiner S. Eschelbacher - B e r - l i n mit innigen Gebetsworten die ewige LaMpe. Hieraus dankte der erste. Vorsteher Herr Alfred Marcus mit warm empfundenen Worten all denen, die den Bau materiell und ideell gefördert haben, und wies auf die doppelte Bedeutung des Tages hin. Sodann hielt Herr Gemeinderabbiner B aß freund die-Weihe- und Festpredigt. Nach einer kurzen Ansprache des ehemaligen Seelsorgers unserer Gemeinde, des Herrn Dr. G r ü n t h a l -- C h a r l o t t e n b u r g, schloß die erhebende und ergreifende Feier. 'An diese schloß sich ein Festfrühstück an, das ebenfalls einen glänzmden Verlauf nahm. Zahlreiche Reden, teils ernster, teils heiterer Art, trugen vor allem zur Hebung der Stimmung bei, unter denen das Kaiserhoch des Herrn Landrats, die. Reden des Superintendenten, des Stadtverordnetenvorstehers, Kreisschülinspektors Otto und des Bürgermeisters W o y t h besonders hervorgehoben seien. Unserem ersten Vorsteher wurde als Zeichen der Anerkennung seiner unschätzbaren Verdienste um unsere Gemeinde,' besonders seiner Leistungen beim Synagogenbau, vom Repräsentantenvorsteher Herrn Lipp mann eine kunstvoll ausgeführte Adresse überreicht. Zahlreiche Glückwunschschreiben. und Telegramme liefen ein, unter denen das Schreiben des hiesigen Prob st e s einen besonders herzlichen Ton auswies. Der Tag bedeutet einen Markstein in der. Geschichte unserer altehrwürdigen Gemeinde und wird allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben! .. WWWWW m M. Breslau, 13. Juni. Am 11. Juni konnte Rentier Louis L ö w e n i hn l seinen 70. Geburtstag begehen Der Stadt Schmiegel entstammend, welche-unserer. Gemeinde so manchen in hervorragender Weise wirkenden. Mann geschenkt hat, hat der .Jubilar gern seine Kräfte in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Seit einer Reihe von Jahren gehört er dem Vorstande' der Synägogengemeinde ün, nachdem er zuvor Mitglied des Repräsentantenkollegiums gewesen war. Er ist Vorsitzender der Armen- und Legatkommission, Vorstandsmitglieds der Industrieschule für israelitische Mädchen wie einer, großen Anzahl gemeinnütziger humanitärer Vereine hier und im Reiche. Welch allgemeiner Wertschätzung und-Beliebtheit der Jubilar sich zu erfreuenhat, bewiesen die vielen Gratulanten, die sich in der Wohnung einsanden, um Herrn Löwenthal ihre Glückwünsche in besonderen Ansprachen und unter Ueberreichung von Angebinden auszudrücken. Herr Eduard Sachs würdigte die Verdienste des Jubilars als Vorstandsmitglied, Rabbiner Professor Dr. Guttmann' hob seine Verdienste-.in der Gemeinde als. Vorstandsmitglied der Industrieschule wie als persönlicher Freund hervor. Dr. Brann sprach - Glückwünsche im Aufträge des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur aus; eine Schülerin trug unter Ueberreichung einer Blumenspende ein eigens zu dem Tage verfaßtes Gedichtchen vor. Auf alle Ansprachen wußte der Jubilar in treffender Form zu erwidern. — Möge es dem verehrten Manne noch, recht lange vergönnt sein, in ungebrochener Kraft und Frische, seinen vielen Ehrenämtern vorzustehen. L2 Leipzig, -13. Juni. Am 1. d. M. wurde das in Dürrenberg in der Nähe des alten Gradierwerks aus der Alfons-Jacobson- und Rosa - Porges-Stistung vom hiesigen israelitischen Wohltätigkeitsverein errichtete Kinderheim in einer Versammlung der Vorstandsmitglieder des genannten Vereins eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Herr Rabbiner Dr. Porges hielt eine schlichte, eindrucksvolle Ansprache, worin er in herzlicher Dankbarkeit der beiden Wohltäter und Helfer gedachte, deren'Wirken das Heim die Entstehung verdankt und nach denen'die erwähnte Stiftung genannt ist. . Namens des Vorstandes der israelitischen Neligionsgemeinde zu Leipzig sprach deren Vorsteher Herr D.-Magnus dem Verein und allen, die bei der Errichtung des Heims sich helfend' betätigt haben, warmen Dank aus und betonte, daß wie immer, so auch hier die Gemeindevertretung eserkenntlich begrüße, wenn durch - gemeinnütziges Wirken die Aufgaben der Gemeinde gefördert und verwirklicht werden. An die schöne Feier schloß sich ein Rundgang durch das ganze Heim an, dessen mustergültige, für 30 erholungsbedürftige Kinder getroffene Einrichtungen sich auf drei Stockwerke verteilen. Ein großer Speisesaal im Erdgeschoß, Schlaf- und Waschräume sowie Wohn- und Küchenräume und ein großer Garten und Spielplatz sind dem Zweck, dem sie dienen, sollen, in hervorragender Weise glücklich angepaßt. ' Aachen, 13. Juni. Am 10. d.' M. fand in Gegenwart der Spitzen der staatlichen und städtischen Körperschaften unserer Stadt und zahlreicher Mitglieder des hiesigen Israelitischen Asylv e r ei ns die Einweihung des von diesem Verein errichteten Altenheims statt. Nacheinem Harmoniumbortrage, der die kleine Feier. stimmungsvoll einleitete, ergriff Herr Rabbiner Dr. Jaulus das Wort zu seiner Eröffnungsrede. Er gab einen Ueberblick über das Entstehen des Werkes, wie es stetig und ununterbrochen gewachsen ist, und gedachte der edlen Spender, die dem Verein nicht, unbeträchtliche Spenden zuwiesen, deren Namen an den beiden Gedenktafeln des .Saales benannt sind. Er schloß mit den Worten: „Nun steht das Werk vollendet da, hervorgegangen aus opferwilliger Menschenliebe/ geweiht dem Schutze und der Fürsorge der Alten und Gebrechlichen, eröffnet an einem der Tage, au .denen allerorten im deutschen Vaterlanhe zum Jubelfeste unseres geliebten - Herrschers gemeinnützige Werke in unübersehbarer Zahl gestiftet und geschaffen werden, bescheiden, aber doch würdig sich anreihend den zahlreichen Wohlfahrtseinrichtungen unserer teuren Stadt. Möge Segen ruhen auf dieser Stätte bis in die fernsten Zeiten!" — Herr Regierungspräsident Dr. v. San dt erinnert anknüpfend an dle Worte des Herrn Rabbiners gleichfalls an die Ereignisse, die in diesen Tagen Gemeinden, Korporationen, Vereine und Private veranlassen, sich für -die Feier des 25. Negierungsjubiläums unseres geliebten Kaisers und Königs zu rüsten, indem sie feiner hochherzigen, Entschließung entsprechend, für gemeinnützige und wohltätige Zwecke aller Art Spenden darbringen und Stiftungen - beschließen.

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