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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-05-16 · Heft 20 (16.5.1913) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 20 (16.5.1913)
Date
1913-05-16
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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jährigen ersten Vorsitzenden des Vereins, dessen Verlust man im letzten Jahre zu beklagen hatte, des unvergeßlichen Kommerzienrats Jakob Gallinger. Die Entwickelung des Vereins im nbgelaufenen Berichtsjahre war eine ruhige und stetige. Im ganzen wurden 214 liegen angemeldet, von denen aber nur 172 berücksichtigt wurden, nährend 42 Pflegen abgelehnt werden mußten. Für den Verein tätig waren außer der Oberin Frau Hedwig Thonn noch neun Schwestern, die in den erwähnten 172 Fällen 762 Tagpflegen, 1165 Nachtwachen, 601 Vollpflegen, insgesamt 2528 Pslegetage leisteten. Ambulatorisch wurde in 1136 Fällen Hilfe geleistet. Ausgetreten ist »in Laufe des Jahres eine Schülerin, während drei neue eintraten. T‘;c goldene Vereinsbrosche für zehnjährige treue Dienste erhielt Schwester Necha Strauß. Bemerkenswert ist noch, daß die Vereinsleitung beschlossen hat, mit dem Beginn des neuen Jahres eine Schwester ausschließlich in den Dienst der Armenpflege zu stellen. In der Vorstandschaft trat die Aenderung ein, daß an Stelle des verblichenen Herrn Kommerzienrat Gallinger Herr Rabbiner Dr. Freudenthal, wenn vorerst auch nur vertretungsweise, das Amt des ersten Vorsitzenden übernommen hat. Die finanziellen Verhältnisse haben sich auch im Berichtsjahre überaus günstig gestaltet. An Stiftungen, Geschenken und freiwilligen Spenden für geleistete Pflegen -gingen über 23 000 Mark ein. Das Gesamtvermögen des Vereins beträgt jetzt 90 878,47 Mark. Der Kassenbericht balanciert mit 48 996.74 Mark. B. Bad Kreuznach, 9. Mai. Sonnabend den 3. d. M. feierten wir das 25 jährige Dienstjubiläum unseres Rabbiners Dr. Ta w r o g i. In festlich geschmückter Synagoge erschien, vom Vorstand geführt, der Jubilar, empfangen durch das von Kantor und Chor gesungene Boruch Hebbo. Beim feierlichen Gottesdienst hielt der Schwager des Jubilars, Herr Rabbiner Dr. K a h l b e r g, Halle a. S., eine alle Herzen ergreifende Festpredigt. Nach dem Gottesdienste zogen schareniveise die Gratulanten nach der Wohnung des Jubliars, ihre Glückwünsche darzubringen, die zahlreichen Geschenke von Gemeinde, Vereinen, Schulen, Freunden und Bekannten zu bewundern und sich zu erbauen an der überaus eindrucksvollen Feier im Hause. Es brachten dabei u. a. Glückwünsche: Oberrrabbiner Dr. B a tz f r e u n d, Trier, für den Rheinischen Rabbinerverband, gleichzeitig von diesem das i prächtige Rembrandtsche Bild: Jakob segnet seine Enkelkinder: Rab-! biner Dr. Kalischer, Bonn, für die Vereinigung der liberalen Rabbiner; Rabbiner Dr. Kahlberg, Halle, für den Rabbinerverband in Deutschland; die drei evangelischen Stadtpfarrer; Kaplan Graf S t r a ch w i tz für die katholische Geistlichkeit; Ghmnasialdirektor Lutsch, Realschuldirektor Dr. B ä h r e, die Vorsteherin des städtischen Lyzeums für die Lehrerkollegien: Bürgermeister Dr. Schleicher. Landrat v. Nasse gratulierte schriftlich. Abends' fand unter allgemeiner Teilnahme der Gemeinde in Heyms Saalbau eine Familienfeier statt. Nach einem dem Jubilar gewidmeten Jubiläumsmarsch und dem Festprolog hielten folgende Herren Ansprachen: Der Vors, des Vorstands Michel, Vorst. Rothschild, Vors, der Repräsentanten Vogel, Brück, Kaiserhoch, Kantor Bachrach, Vorsitzende religiöser Vereine, Strauß, Levh, Dr. Vogel; Altenkirch für den Turnverein. Von auswärtigen Gästen sprachen die Rabbiner Dr. Sälfeld, Mainz, für den DJGB. Dr; Lewitt, Alzey, Dr. Appel, Bingen, Dr. .Kahlberg, Halle, Bankier Kronenberger, Mainz, für die Rhenus- Loge. Gemeinschaftliche Lieder, Sologesänge und ein Jubiläumsreigen, getanzt von neun jungen Damen, trugen viel zum Gelingen der Feier bei, die allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben wird. Oesterretch-Nngsrn. L2 Czernowih, 9. Mai. Der durch feine publizistische Tätigkeit und seine Vorträge auf historischem Gebiete in weiten Kreisen rühmlich bekannte Professor an der Czernowitzer Universität, Dr. Sigmund H e r z ber g - F r ä n k c l, ist in den letzten Tagen für sein erfolgreiches Wirken von Sr. Majestät dem Kaiser durch die Verleihung, des Ordens der Eisernen Krone dritter Klasse ausgezeichnet worden. Professor Herzberg - Fränkel ist der älteste Sohn des Ghettodichters Leo H e r z b e r g - F r ä n k e l, des früheren Sekretärs der Vrodher Handelskammer, der trotz seiner 86 Jahre noch immer literarisch tätig ist. Ein hervorragender Zögling des Wiener Instituts für österreichische Geschichtsforschung unter Sektionschef Sickl, dem seinerzeit die Leitung dieses-gleichartigen Institutes in Rom gegen Austritt aus dem Judentum vergeblich angeboten wurde, habilitierte er sich als Dozent der Geschichte in Wien, wurde nach kurzer Zeit unter dem Unterrichtsminister Gautsch außerordentlicher Professor, worauf seine Ernennung zum ordentlichen Professor an der Universität in Czernowitz erfolgte. Im Jahre 1905 wurde Dr. Herzberg - Fränkel zum Rektor gewählt, saß mittels der Viril- &mserfflasser Überall erhältlich in Apotheken, Drogenm Zur» Föpderung dep Gesundheit! Pil. aperientes Kleewein sind das beste, sicher und schmerzlos wirkende Abführmittel. 2 Pillen abends mit etwas Wasser genommen führen nach vollkommen ruhig durchschlafener Nacht morgens einen reichlichen, vollkommen schmerzlosen Stuhlgang herbei. 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