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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-05-16 · Heft 20 (16.5.1913) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 20 (16.5.1913)
Date
1913-05-16
Page
– (sequence 13)
Language
German
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” a Der Oemeindebote. ^Berlin, 16, Mai 1913 Veilsge zur „Alltzemeinen Leitung deK Judentums". Sorrelpondmrm und Kschrichtrn. Deutschland. Berlin, 13. Mai. Von den herzlichsten Wünschen weiter Kreise begleitet, beging Herr Rudolf Mosse am 3. d. M. seinen siebzigsten Geburtstag, der sich sür eine stattliche Anzahl von Vereinen und Wohlfahrtseinrichtungen zu einem Tage reichen Segens gestaltete. Herr Rudolf Mosse hat, wie von der Tagespresse bereits mitgeteilt, aus Anlaß seines Jubiläums der Stadt Berlin die Summe, von einer Million Mark zur Verfügung gestellt, - zur Begründung einer Rudolf-Mospe-Ältersv erso r gu ng sstiftun g, aus welcher erwerbsunfähige Personen in Groß-Berlin, die nicht unter fünfzig Jahre alt sein dürfen, Unterstützungen von jährlich 500- bis 1000 ffftavt erhalten sollen. Ferner hat der Jubilar für das Rudols-Virchow-Krankenhaus 1OO OOO Mark, für 18 Vereine und Wohltätigkeitsanstalten, darunter die „Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums", die „Montesiore-Loge", das „Lehrlingsheim Pankow", die „Beamten- und Veamtenwitwenstistung der jüdischen Reformgemeinde", die „Gesellschaft der Freunde" und die vom D. I. G. B. begründete „Fürsorgeerziehung für jüdische Mädchen" je 10 000 Mark gewidmet. Der Armenkömmission der jüdischen Gemeinde hat der Jubilar eine besondere Spende von 1000 Mark zugewandt. Außerdem hat Herr Rudolf Mosse eine Summe von 300 OOO Mark zur Verteilung an sämtliche Angestellten und Arbeiter der Firma bestimmt. Vorangegangen war die Hergabe eines Kapitals von 1% Million Mark, das in Verbindung mit bereits früher zur Verfügung gestellten 1% Millionen zur Begründung einer Pensionskasse sür die Angestellten und ihre Hinterbliebenen dienen soll. Herr Rudolf Mosse, lautet der Bericht des Berliner Tageblattes, den wir im Auszuge hier folgen lassen, .hat sich der Feier seines siebzigsten Geburtstages persönlich entzogen, aber er hat nicht verhindern können, daß eine überaus große Zahl von Ehrungen aller. Art den Weg zu ihm gefunden hat. Die Stadt Berlin will in Anregung bringen, daß der Name Rudolf Mosses in einer der künftig neu zu benennenden Straßen sortlebe. Ebenso hat der Magistrat der Stadt Wilmersdorf, in der sich die Emilie und Rudolf Mossesche Erziehungsanstalt befindet, den Entschluß gefaßt, die in der nächsten Nähe der Anstalt befindliche Hamburger Straße fortan nach dem Namen des Stifters zu benennen. Ungemein groß ist die Zahl der Adressen, Blumenarrangements und sonstigen Ehrengaben, die Herrn Rudolf Mosse übermittelt wurden. Am Mittwoch hatten sich die Mitglieder des Kuratoriums des Vereins Lehrl i n g s he im Pankow, dessen erster Vorsitzender Herr Rudolf Mosse ist, zu einer Festsitzung versammelt. Der stellvertretende Vorsitzende, Herr Oscar Tietz, hielt eine Ansprache und überreichte zwei Widmungstafeln, die von den Zöglingen der Anstalt selbst hergestellt sind. Es war ein Album beigesügt, das die Zöglinge des Vereins Lehrlingsheim in Gruppenbildern darstellt. Ebenso überreichte am Tage vor dem Geburtstag der Vorsitzende der jüdischen Reformgemeinde, Herr DirektorDr. Georg Minden, die Urkunde der E r n e n n u n g zum E h r e n m i t g l i e d in einer prachtvollen Hülle. Die Geschäftsführer und Beamten der Firma Rudolf Mosse übersandten dem Jubilar eine in Silber getriebene, mit Edelsteinen besetzte, im Atelier des Herrn Professors Emil Orlik hergestellte Kassette, die eine Glückwunschadresse enthält. Das technische Personal der Buchdruckerei Rudolf Mosse sandte eine von Professor Peter Behrens entworfene Adresse in großer Ledermappe. Die Gabe der Redaktionen der im Verlag Rudolf Mosse erscheinenden Zeitungen „Berliner Tageblatt", „Berliner Volkszeitung", „Berliner Morgenzeitung" besteht in einem zweibändigen, vom Hofbuchbinder W. Collin hergestellten Album, an dem sich dreihundert Persönlichkeiten aus allen Zweigen des öffentlichen Lebens mit ihren Porträts, mit Widmungen in Vers und Prosa, Bildern, Skizzen und musikalischen Zitaten beteiligt haben. Die früheren Zöglinge der Emilie-und-Rudols-Mosfe-Stiftung in Wilmersdorf übersandten ein Album, in dem sie mit ihren Photographien Schilderungen ihres Lebensganges geben. Aus der fast unübersehbaren Fülle der Beglückwünschungen erwähnen wir nur das Schreiben des Berliner Magistrats, das folgenden Wortlaut hat: „Hochgeehrter Herr! Der Magistrat von Berlin bringt Ihnen zu dem schönen Tage, an dem Ihnen beschieden ist, inmitten voller, erfolgreicher Lebensarbeit das siebzigste Geburtsfest begehen zu dürfen, die aufrichtigsten Wünsche dar: Möge die Frische und Schaffensfreude, die Ihnen bisher in so reichem Maße vergönnt waren. Sie auch weiterhin auf Ihrem Wege begleiten. In der Geschichte der Stadt Berlin wird Ihr siebzigstes Lebensjahr unvergessen bleiben, durch die Stiftung, die Sie die Güte hatten, für erwerbsunfähige Personen vorgerückten Alters zu errichten. Wir haben die hochherzige Gabe auf das freudigste begrüßt und dankbar empfangen. Ist sie uns doch ein erneutes Zeichen von dem warmen Mitempfinden ihres Gebers für das Los der sozial Schwachen, vom Glück verlassenen. Wir werden unser Bestes tun, damit in dem Geist, in dem sie gewidmet ist, der . Stiftung ein fegensvolles Wirken in den Kreisen der durch , sie Bedachten gesichert sei. Wenn wir den heutigen Tag zugleich zum Anlaß der Mitteilung nehmen, daß wir beschlossen haben, zu beantragen, es möge Ihr Name in einer der künftig neu zu benennenden Straßen unserer Stadt fortleben, so bitten wir darin den Beweis zu erblicken, daß die Stadt Berlin ihrerseits den Wunsch hegt, das Andenken eines Mitbürgers zu bewahren, von bessern lebendigen Gemeinsinn und warmen Interesse für feine Heimatstadt auch diese neueste Stiftung ein so nachdrückliches Zeugnis ablegt. Magistrat der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin, gez. Mermuth." — Nicht minder herzlich ist das Glückwunschschreiben des Magistrats von Berlin-Wilmersdorf gehalten, in dem er seinen Entschluß begründet, eine Straße nach dem Namen des Jubilars zu benennen. In gleicher Weise lauten die Gratulationen des Gemeindekirchenrats in Dyrotz, des Gemeindevorstehers Groß mann in Schenkendorf und des Bürgermeisters Dr. Josef Pfeifer in Karlsbad. Neben sämtlichen Mitgliedern der Berliner Handelskammer sandte das Präsidium, gezeichnet Wilhelm Herz, Franz v. Mendelssohn, Geheimrat Dr. L: Raveno „herzlichste Wünsche für die Fortsetzung seines bedeutsamen Schaffens". Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin, gezeichnet Kaempf und Weigert, schreiben: „Dankbaren Herzens gedenken Ihre Mitbürger heute auch der Wohltätigkeit, die Sie stets in hochherzigster Weise übten und der Sie sich im Verein mit Ihrer Frau Gemahlin in den Mußestunden Ihres arbeitsreichen Lebens gewidmet haben. Das von Ihnen errichtete Erziehungsheims wird allezeit ein Denknml edler Fürsorge eines deutschen. Kaufmannes sein." Aus wissenschaftlichen Kreisen gratulierten Geheimrat Professor Dr. W a l d e y e r, Geheimrat Professor v. Bar- Göttingen, Geheimrat Professor Dr. L. W i t t m a ck - Berlin, Geheimrat Professor Dr. Ludwig Geiger und Gattin,. Professor Dr. Richard M. Meyer- Berlin, Forschungsreisender Dr. Fi lchn er , Professor Schücking-Pyrmont, I. Tews, Generalsekretär der Gesellschaft für Verbreitung der Volksbildung, und Rabbiner Dr. Ziegler und Gattin in Karlsbad. Aus der Gesellschaft sandten Glückwünsche: Prinz und Pri nzessin H einr i ch zu S chö na i ch-Car olath , General v. Gebsattel und Gattin, Augsburg, der frühere bayerische Militärbevollmächtigte in Berlin, ferner Botschaftsrat v. Lucius, Petersburg, Geheimrat Thilenius in Soden, Polizeipräsident Freiherr v. Lüdinghausen, Berlin-Schöneberg, Frau Konsul St a u d t, zurzeit Frankfurt am Main, und viele andere. Zahlreich sind die Gratulationen, die aus parlamentarischen und politischen Kreisen, von führenden Persönlichkeiten auf dem Gebiete der Literatur und schönen Künste einliefen. Von den vielen aus dem Gebiete des kommerziellen Lebens hervorragenden Persönlichkeiten, die in eigenem wie im Namen bekannter Weltfirmen, herzliche Teilnahme dem Jubilar bekundeten, nennen wir an dieser Stelle folgende Glaubensgenossen: Generaldirektor Ballin-, Hamburg, Oscar- Tie tz, Geheimrat Emil N a t h e n a u , Direktor Carl Fürstenv e r g, Direktor Dr. M o s l e r, Direktor Paul M a n k i e w i tz und Gattin, Geheimer Kommerzienrat Ludwig Max Goldberger, Generalkonsul Engen L a n d a u , Dr. Walter R a t h e n a it, Geheimer Kommerzienrat Max Stein t h a l. Geheimer Kommerzienrat Georg F r o m b e r g, Geheimrat Edmund H elf ft, Justizrat Dr. Hermann Veit Simon. Von Vereinen unb gemeinnützigen Institutionen gratulierten unter vielen anderen: der Vorstand

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