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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-04-25 · Heft 17 (25.4.1913) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 17 (25.4.1913)
Date
1913-04-25
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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durch' einett besonders anzustellenden Turnwart— z. V, durch einen Vorturner eines allgemeinen Turnvereins — zu leiten. 10. Wo bereits jüdische Turnvereine bestehen, die /den Voraussetzungen von Ziffer 3 entsprechen, ist statt der Einrichtung eigener Turnabende die Teilnahme an.den Veranstaltungen dieser Vereine zu fördern. Durch unsere Turnabteilungen soll die Betätigung unserer Mitglieder in den interkonfessionellen Turnvereinen nicht beeinträchtigt werden, im Gegenteil ist es erwünscht, daß unsere Turner gleichzeitig auch der Deutschen Turnerschaft, in welcher sie nusklärend nttrLen können, als Mitglieder angehören. L2 Berlin, 21. April. Das Kuratorium der L e h r a n st a l t für d i e W i s s e n s ch a f t des Judentums sendet uns das Verzeichnis der Vorlesungen für das Sonlmer-Semester. 1913: Herr Dr. Baeck wird lesen: 1 Hebungen über Midrasch Tehillim, 1 Stunde, Dienstag 8—9. 2. Homiletische Hebungen für Anfänger, 1 Stunde, Freitag 8—9. 3. Homiletische Uebungen für Fortgeschrittene, 1 Stunde, Freitag 9—10. — Herr Dr: Vaneth wird lesen: 1. Talmud Hullin, K. III (Fortsetzung), 4 Stunden, Montag und Donnerstag 8—10. 2. Talmud Ketubot, K. VII, 4 Stunden, Montag und Donnerstag 10—12. 3. Mischne Tora, 11. Buch, 2 Stunden, Sonntag 10—12. 4. Jore Dech, Hilch. Mikwaot (Fortsetzung), 2 Stunben, Mittwoch 8—10. 5. Eben häezer, Hilch. Gittin, 1 Stunde, Donnerstag 12—1. 6. Einleitung in den Talmud, 1 Stunde, Mittivoch 10—11. — Herr Dr. El bogen wird lesen: 1. Pentateuch mit alten Kommentaren, 1 Stunde, Mittwoch 8—9. 2. Talmud Ros ha-Sana I, 4 Stunden, Montag und Donnerstag 8—10. 3. Geschichte der Juden im saboräischen Zeitalter, 2 Stunden, Dienstag und Freitag 10—11. 4. Geschichte der exegetischen Literatur, 2 Stunden, Mittwoch 9—11. 5. Historische Uebungen, 2 Stunden, Dienstag 11—1. — Herr Dr. Täubler wird lesen: 1. Jüdische Geschichte, die älteste Zeit von der Neichsteilung bis zum Exil, 2 Stunden, Montag und Freitag 12—1. 2. Einführung in das Urkundenwesen zur Geschichte der Juden in Deutschland, 2 Stunden, Dienstag 8—10. 3. Historische Uebungen im Anschluß an die Bücher Esra lind Nehemia, 2 Stunden, Sonntag 11—1. — Herr Dr. P a h u d a wird lesen: 1. Richter mit archäologischen Exkursen, 3 Stunden, Dienstag 11—1, Mittwoch 11—12. 2. Hiob, 2 Stunden, Mittwoch 10—11, Freitag 11—12. 3. Uebungen über die gesetzlichen Teile des Pentateuchs, 2 Stunden, Dienstag 6—8 nachm. 4. Diwan des vorislamischen jüdisch-arabischen Dichters al-Samcuckal ibn 'Adija aus Tajma, 1 Stunde, Dienstag 5—6. 5. Die religiösen Gedichte des Jehuda Hallevi, 1 Stunde, Freitag 12—1. —Herr Dr. Freund wird lesen: Das Staatskirchenrecht der Juden in Preußen und den übrigen deutschen Bundesstaaten, 2 Stunden, Dienstag 6—8. — Herr Dr. Hochfeld wird lesen: Die jüdische Geschichte im Religionsunterricht (II. Teil), 2 Stunden, Dienstag 4—6. — Das Mitglied des Kuratoriums, Herr Geheimer Negierungsrat Professor Dr. Hermann Cohen wird lesen: 1. Einführung in die Philosophie, 2 Stunden, Mittwoch 11—1. 2. Uebungen über Maimonides, More, Teil III, 2 Stunden, Donnerstag 11—1. — Präparandie: Herr Dr. Baneth: Talmud Baba Kama, K. III (Forts.) 2 Stunden, Sonntag 8—10. — Herr Dr. Elbogen: Geiger, Lehr- und Lesebuch der Mischna, 1 Stunde, Freitag 11—12. — Herr Dr. 2) ahud a: Haftaroth, 1 Stunde, Mittwoch 12—1. — Herr Dr. Barol: 1. Pentateuch, 2 Stunden, Dienstag 6—7, Freitag 8—9. 2. Raschi zum. Pentateuch, 2 Stunden, Mittwoch und Freitag 9—10. 3. Mischna: Ausgewählte Traktate aus Ordnung Seraim, 2 Stunden, Dienstag 7—8, Mittwoch 10—11. — Herr Dr. Wehl: 1. Hebräische Grammatik, 2 Stunden, Montag und Donnerstag 8—9. 2. Lektüre der Königsbücher, 2 Stunden, Sonntag 10—11, Freitag 11—12. 3. Lektüre des Gebetbuchs, 2 Stunden, Montag und Donnerstag 9—10. Alle Vorlesungen und Uebungen sind unentgeltlich. Die Eröffnung des Sommersemesters erfolgt Freitag den 2. Mai 12 Uhr mittags. Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie rite immatrikulierte Studierende der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können aus Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen teilnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem derzeitigen Vorsitzenden des Lehrerkollegiums, Herrn Dr. Ellbogen, am Freitag, 2., Montag, 5. und Dienstag, 6. Mai, 12—1 Uhr im Sprechzimmer der Lehranstalt. L2 Berlin, 21. April. - Die C h e w r a h K a d i s ch a h hat sich in der am 14. d. M. abgehaltenen, sehr» stark besuchten Generalversammlung endgültig konstituiert und den Namen „ C h e w r a K adi sch ah Groß-Berlin" angenommen. Die Versammlung hat nach längerer Debatte die Satzungen sestgelegt; besonders heftig war der Kampf um einen Paragraphen, der für den Vorstand nur Mitglieder orthodoxer Richtung zulassen wollte. Schließlich wurde diese Bestimmung gestrichen, nachdem die meisten Redner betont hatten, daß die Mitarbeit allen Glaubensgenossen gestattet sein müsse. Es ttmrde lediglich die Vorschrift angenommen, daß der Vorstand über die Ausübung der Liebesdienste nach den religionsgesetzlichen Vorschriften zu wachen habe. — In den Vorstand wurden gewählt: Dr. Arthur Kahn, Vorsitzender, Ad. P r a g e r, Felix Goldschmidt, Walter S i l b e r st e i n, Direktor W o l pe, Jos. Chai m, Theod. L ö w ende r g, Bankier S. Seckel s o h n und Ludw. Klein. Der Vorstand wird nunmehr sofort die notwendige Bezirksorganisation durchführen und alle Schritte tun, um die baldige Aufnahme der praktischen Tätigkeit der Chewrah zu ermöglichen. 22 Berlin, 21. April. Der Verein s ü r A r b e i t s n a ch - weis (Berlin N, Monbijouplatz 10) schreibt uns: Die Ergebnisse unserer Arbeitsvermittlung in den Monaten Februar und März lassen darauf schließen, daß die Konjunktur des hauptstädtischen Arbeitsmarktes entgegen den vielfach ausgesprochenen Befürchtungen keine u n g ü n st i g e ist. Wenn auch die Zahl der Arbeitsuchenden mit 671 Neuanmeldungen erheblich größer als im Vorjahre war, so steht dem ein Angebot von 638 vakanten Stellungen gegenüber. Es konnten von den Petenten durch unsere, für alle Teile kostenlose Stellenvermittlung 551 Personen, darunter '37 Besetzungen mit Sabbatheiligung, in zumeist feste Stellungen gebracht werden, und' zwar wurden im einzelnen 165 Kausleute, 213 Handlungsgehilsittncn und 173 gewerbliche Angestellte placiert. Die Erfolge unseres Vereines würden weit durchgreifender sein, wenn sich immer weitere Kreise unter den Arbeitgebern seinen Bestrebungen anschließen würden. Berlin, 21 April. Die Religionsschule „T a l m u d Thora K n e s e t h - I i s r v e l", die zirka zweihundert Schülern Thorakenntnis' und Zeitbildung vereint beizubringen sucht, wird Sonntag den 4. Mai nachmittags 4 Uhr durch eine Anzahl ihrer Schüler einen Szijum (Abschluß eines Talmud-Traktats) vornehmen lassen. An denselben schließen sich Deklamationen und Vorträge. Der Frauen-, verein Kneseth-Jisroel wird aus diesem Anlaß für die Kinder der Talmud-Thora eine Feier veranstalten. Die Eigenart und hohe Bedeutung sowohl des Vereins, seiner Bestrebungen als auch dieser Feier werden hoffentlich viele Kreise zur Teilnahme an derselben veranlassen. Die Feier findet in Haverlands Festsälen (früher Dräsel), N, Neue Friedrichstraße 35, statt. Damen und Herren als Gäste sind herzlich willkommen. W. Posen, 18. April. Die Israelitische Waisenknabenanstalt hat auch im vergangenen Jahre sich gedeihlich fortentwickelt. Die Anstaltsleitung war weiter mit Erfolg bemüht, den Zöglingen selbst nach ihrem Fortgange aus dem Heim den Weg zur Fortbildung für einen praktischen Beruf zu bahnen, und hat sie in guten Lehrstellen untergebracht. Einer der Zöglinge hat den Gesellenbrief als Schlosser erhalten und sich durch Anfertigung eines besonders kunstfertigen Gesellenstücks ausgezeichnet. Die Anerkennung seines Meisters sowie frühere kunstgeschickte Arbeiten lassen erwarten, daß er in seinem Handwerk Treffliches leisten wird. Am Schlüsse des Jahres zählte die Anstalt 28 Zöglinge, davon sind 21 Schüler, und 7 stehen in Berufsausbildung. In körperlicher Beziehung entwickelten sich die Zöglinge durchaus in normaler Weise. Der Gesundheitszustand war im abgelaufenen Jahre ein vorzüglicher. Während der großen Sommerferien war der Betrieb des Hauses eingeschränkt, und die Lehrlinge wurden zurückbehalten; die anderen waren zu ihren Verwandten beurlaubt oder hatten bei Freunden und Gönnern der Anstalt Aufnahme gesunden. Viele erhielten Prämien ,aus verschiedenen Stiftungen.- Die Gesamtsumme der Einnahmen belief sich aus 37 434.57 Mark, darunter Beiträge in Höhe von 3201.90 Mark, Spenden auswärts bis 500 Mark — 4287.92 Mark. Nach Abzug aller Ausgaben betrug der Ueberschuß der laufenden Einnahmen 716.28 M. Die Direktion setzt sich zusammen aus den Herren Professor Dr. Bloch, Vorsitzender, Israel Friedländer, stellvertretender Vorsitzender, Isaak Cobliner, Sallh Hamburger, Amtsgerichtsrat I. Holzmann, Joseph Kantorowicz, Justizrat Joseph Manheimer, David Peltasohn, Baukdirektor Salo Smoszewski und Hermann Wollheim. Die Ehrendamen sind: Frau Rosa Brodnitz, Frau Lea Calvary, Frau. Geheimrat Jenny Herz, Frau Jeannette Hertz und Frau Kommerzienrat Jda Wolfs. Noch kurz vor Schluß des

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