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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-04-04 · Heft 14 (4.4.1913) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 14 (4.4.1913)
Date
1913-04-04
Page
Seite 5 (sequence 17)
Language
German
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5 reisende Frauen und Mädchen geschaffen, das in allen Eisenbahnabteilungen 3. und 4. Klasse in ganz Deutschland aushängt. Die Mitarbeit in den großen konfessionellen und interkonfessionellen Organisationen wird erwähnt, besonders die Bitte des Zentralkomitees für Auswanderungsangelegenheiten, für Kleiderlammlungen, der Dank für bisherige Sendungen. Der von der Kassensührerin Frau Dr. M. Frankl- Berlin erstattete Kassenbericht zeigte einen normalen Stand und einen Jahresumsatz von 6000 M. Es folgte das Referat von Fräulein Pappenhei m-Frankfurt a.M.: „Aus unserem Programm". Die Referentin gedachterer Entwicklung des Jüdischen Frauenbundes, der sich anfangs ans einen kleinen Kreis beschränkte, seit seiner dritten Tagung in München sich aber als ein wichtiger Faktor in der allgemeinen deutschen Frauenbewegung erweist. Das lebendig gewordeneBundesProgramm zeigt in der praktischen Arbeit als Hauptaufgabe das Streben, die traditionelle Wohltätigkeit in eine rationelle Wohlfahrtspflege umzuwandeln. Der ideale Teil des Programms soll die latenten Kräfte der jüdischen Frauen lebendig machen, um den Wunsch zu erwecken zur Mitarbeit an der Erhaltung der jüdischen Eigenart, der Frau das geistige Leben zugänglich zu machen, damit sie, auf dem Boden. jüdischer Ethik stehend, Trägerin deutscher Kulturarbeit werde. Am Nachmittag nach ü>er Prüfung der Delegationen sprach Frau Anna N e u m a n n - Leipzig über „Die jüdischen Wohlsahrtseinrichtungen Leipzigs". — In ihrem Referat „Zur Schächtfrage" gab Sidonie Werner-Hamburg die Begründung, warum der jüdische Frauenbund sich an seinem Delegiertentage mitder Schächtfrage glaube beschäftigen, zu müssen. Es sei durch die Vorgänge auf dem Kongreß in München der Ortsgruppe des bayerischen Landesvereins für Frauenstimmrecht notwendig, die Schächtfrage nach allen Richtungen hin zu beleuchten, um die jüdischen Frauen""' urteilsreif zu machen. Sie verbreitete sich ausführlich und in an=,,!! schaulicher Weise über die Schächtungsart nach vorhergehender Betäubung, sprach von Schlachtmaske, Schlachthacke, Kugelschußapparat und auch von der Elektrizität als Betäubungsmittel und dem Genickstich und überließ den Zuhörern die Beurteilung für das, was sie aus wissenschaftlich anerkannten Büchern zur Belehrung heraüsgeschält habe. Sie bemühte sich, ebenso objektiv über die jüdische Schächtmethode zu berichten und kommt nach eingehendster Beleuchtung zu dem Resultat, daß es ties zu bedauern ist, daß die große und gerechte Frauenstimmrechtssache mit diesen häßlichen Angriffen auf ein 'rKigiöses Gebiet verquickt werde.—Nach einer sehr erregten Diskussion, in . der auch eine Erklärung des Preußischen Landesvereins, für Frauenstimmrecht durch Dr. Margarete Jacobsohn überbracht wurde, in der er sich aufs entschiedenste der Msicht widersetzt, konfessionelle Differenzen in seine Organisation hineinzutragen, nahm die Versammlung einstimmig folgende Resolution an: Die 4. Delegiertenversammlung des Jüdischen Frauenbundes, Leipzig, 16. bis 18. März 1913, erklärt: 1. das Schächten ist ein jüdisches Religionsgesetz; 2. das Schächten ist nach den Urteilen von Sachverständigen der Physiologie, der Medizin, der Tierheilkunde und von zahlreichen Schlachthofdirektoren eine einwandfreie, den anderen durchaus gleichwertige Tötungsmethode; 3. die jüdische Religion verurteilt jede Tierquälerei auf das schärfste.— Den ersten großen Abendvortrag hielt Frau Paula Ollendorff- Breslau über „Jüdische soziale Hilssarbeit". Am zweiten Verhandlungstage. Mittwoch den 19., wurden zuerst die Vorstandswahlen vorgenommen. An Stelle der ausscheidenden beiden Beisitzerinnen Frau Calvarh-Posen und Frau Schlesinger- Frankfurt a. M. wurden durch Zettelwahl unter Hinzuziehung eines Notars Frau Julie Wiener-Kattowitz und Frau Eugenie Wertheim- Kassel gewählt. Zu Kassenrevisoren wurden ernannt Frau Mielziner- Berlin und Frau Segall-Berlin. Es referierten hierauf Frau Isabel l a H e i m über Bahnhosshilse und Frau Henni Levi-Elkan- Frankfurt a. M. über Wohnungspflege. Am Nachmittag erstattete Frau Stephanie F orchheimer - Frankfurt a. M. den Bericht über das Heim des Jüdischen Frauenbundes in Neu-Isenburg bei Frankfurt a. M. Es hat während seines sechsjährigen Bestehens über 80 Mädchen und Frauen Ausnahme gewährt -und ihnen Schutz, Hilfe und Ausbildung zuteil werden lassen. Frau Paula Nassauer- Frankfurt am Main berichtete über ein geplantes „Frauenbuch". Es soll durch Sammlung der besten Arbeiten jü-! bischer Frauen auf künstlerischem, literarischem und wissenschaftlichem ' Gebiete ein Abbild dessen sein, was die jüdische Frau der Gegenwart zu leisten vermag. Herauf erstattet Frau Helene Meyer-Stargard i. P. ihr Referat über „Arbeitsnachweis und Stellenvermittlung". Den Schluß des zweiten Tages bildete die Beratung der gedruckt vorliegenden Anträge. Es wurden einstimmig angenommen der Antrag aus Schaffung einer Liste von Vertrauenspersonen für die Stellenvermittlung an solchen Orten, wo keine Stellenvermittlung vorhanden ist; aus Gründung von Haushaltungsschulen mit einer Oberstufe zur Ausbildung von wirtschaftlichen Leiterinnen jüdischer Anstalten; Gründung" Von statistischen Abteilungen bei den Orts- und Jugendgruppen zur Sammlung von statistischem Material für die Spandauer Strasse Propststrasse N. JbRAEL! Ausstattungen (• Anfertigung t in eigenen Ateliers Ausstattungen Höhet (• Ständige Ausstellung \ eingerichteter Zimmer Haupt-Katalog Nr.40 kostenfr. Kaufhaus N. 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