Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 14 (4.4.1913)
- Date
- 1913-04-04
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
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lül mm m: Präparandie. Schließlich würden noch zur- Anschaffung von Jnventarstücken und Einrichtung einer neuen Klasse in. der Knabenschule 2500 Mark bewilligt und. dann in. eine geheime Sitzung eingetreten, in der eine Wzahl von Personalsragen erledigt wurde. L2 Berlin, 1. April. Seitens der hiesigen jüdischen Gemeinde werden Kurse unterhalten, durch welche Seminaristinnen Gelegenheit geboten ist, sich auch in sämtlichen Fächern des jüdischen Religionsunterrichts und in der Methodik dieser Disziplin auszubilden. Die Kurse dauern drei Jahre. Am Ende der Ausbildungszeit sindet eine Abschlußprüfung statt, über deren Ergebnis ein Zeugnis ausgestellt wird. Die Teilnahme ist unentgeltlich und auch geprüften Lehrerinnen gestattet. Für die Teilnehmerinnen an den Kursen stehen aus dem Julius Bleichröderschen Legat einige Stipendien zur Verfügung. Das Sommersemester beginnt Montag den 7. April 1913. Meldungen nimmt der Leiter.der Kurse in der Mädchenschule, Kaiserstraße 29/30, entgegen, der auch zu jeder weiteren Auskunft bereit ist. ^2 Berlin, 1.. April. Nach eingehenden Vorbereitungen fand ctm 21. v. M. im Verwaltungsgebäude der jüdischen Gemeinde zu. Berlin eine Vorbesprechung von Vertretern des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes und des Jüdischen Frauenbundes unter Mitwirkung eines Vertreters des Deutschen Rabbinerverbandes und des Verbandes der jüdischen Lehrervereine statt, in der beschlossen wurde, am Sonntag den 4. Januar 1914 in Berlin eine Er-, ziehungskonferenz zu veranstalten. Die Anregung ist vom Jüdischen Frauenbund ausgegangon, und der Deutsch-Israelitische Gemeindebund ist entsprechend der Bedeutung, die das ^Erziehungswesen innerhalb seines Ausgabenkreises einnimmt, bereitwillig darauf eingegangen, gemeinschaftlich mit ihm eine dem Wöhle der jüdischen . Jugend gewidmete Veranstaltung zu treffen. Es handelt sich darum, das Interesse der weitesten jüdischen Kreise für die durch die veränderten Zeitverhältnisse notwendig gewordenen Maßnahmen auf dem Gebiete unserer Jugenderziehung zu wecken. Daher wird beabsichtigt, die Konferenz auf breiter Basis aufzubauen und alle die Kreise, die auf irgendeinem Gebiete der Jugendfürsorge, tätig sind, heranzuziehen. Hauptsächlich aber soll das Interesse der jüdischen Oesfentlichkeit, vor allem der Eltern und Erzieher für die großen Fragen der Erziehung geweckt werden. Um eine gründliche Erledigung der Aufgabe zu ermöglichen, wurde einstimmig beschlossen, das Programm auf folgende Punkte zu beschränken, über die hervorragende Sachverständige referieren werden: 1. Einleitendes und einführendes Referats 2. Erziehungsaufgaben: a) in der Familie, b) in der Anstalt. 3. Jugendpflege (2 Referate). Der Diskussion soll ein weiter Spielraum eingeräumt werden. Wenn die Konferenz die erhofften günstigen Er- - gebnisse zeitigt, wird beabsichtigt, in künftigen Jahren weitere Konferenzen folgen zu lassen, die sich mit dem Thema der Berufswahl fiir das männliche und weibliche Geschlecht-und mit der Fürsorge für die gefährdete Jugend beschäftigen sollen. Es handelt sich um eine Lebensfrage für die Zukunft des Judentums, und die Einberuser sind überzeugt, daß das Verständnis dafür einem jeden Freunde unserer Jugend und des Judentums sich in allen beteiligten Kreisen ausbreiten und segensreiche Frucht zeitigen wird. g/p Berlin, 1. April. Der Druck der Neuauflage des vom Deutsch-Israelitischen Gemeinöebund herausgegebenen Handbuches der jüdischen Gemeindeverwaltung und Wohlfahrtspflege hat begonnen und wird Ende Juni zum Abschluß gelangen. Die Arbeit ist in diesem Jahre besonders mühevoll und zeitraubend, da die Ergebnisse der 'Volkszählung vom Dezember 1910 nach den amtlichen Publikationen verwertet werden müssen. Die Auskünfte seitens der Gemeinden sind dank der Mitarbeit der staatlichen Behörden für jüdisches "Angelegenheiten, der Provinzialverbände und der Herren Bezirksrabbiner besonders reichlich eingelaufen; allerdings gelang es auch diesmal nicht, alle Beteiligten zu Auskünften heranzuziehen. Diejenigen Gemeinden und Vereine, die trotz wiederholter Mahnung die Fragebogen noch nicht beantwortet haben, werden im eigenen Interesse ersucht, dies nunmehr sofort zu tun, später eintressende Frage- _ bogen könnten sonst nur für den Nachtrag verwendet werden. Es wird unsere jüdische Beamtenwelt, insbesondere die Lehrerschaft erfreuen, zu erfahren, daß der Ausschuß des D.J.G.B. in seinerSitzung - vom 24. März beschlossen hat, ihrem! lang gehegten Wunsch nachzukommen und das Buch, wenn die Vorbestellung sofort erfolgt, so Daß bei der Auflage des Werkes noch Rücksicht genommen werden kann, für die Hälfte der Selbstkosten, mit 1 Mark abzugeben. Für die übrigen Besteller (Nichtbundesgemeinden und Private) beträgt der Vorbestellungspreis 1.80 Mark und nach Erscheinen des Buches!. kostet, es 2 Mark. Entsprechende Zuschriften sind zu richten an: den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund, . Berlin', Steglitzer Straße 85. L2 Berlin, 1. April. Die Hilsskässe für israeli - tische Kantoren und' Kul.tusbeamte u n d deren Wi tw e n u nd Waisen in D e Nts ch land E. V. hielt die diesjährige 27. ordentliche Geyerölv.evsgmmlu.nKayr ’.M; . M. im Gemeindehause zu Berlin ab. Der Vorsitzende, Herr Rentier Louis Jonas, gedachte zunächst der verstorbenen Mitglieder und insbesondere des Mitbegründers der! Kasse und langjährigen Vorstandskollegen Kantors Epstein.' Hieraus' stattete er nochmals dem ehemaligen Vorsitzenden des Vereins, Herrn Fabrikant Siegfried Wachsner, der sich leider gezwungen sah, Anfang 1911 wegen Arbeits-. Überhäufung sein Amt niedexzulegen, den herzlichsten Dank ab füralle die Dienste, welche Dieser im Interesse des Vereins und des Kantorenstandes jederzeit geleistet habe. Des weiteren gibt Herr Jonas einen Ueberblick über die Tätigkeit des Vereinsvorstandes während der letzten Periode und verweist hierbei aus die Ausführungen in dem den Mitgliedern zugegangenen Geschäftsbericht pro 1911/1912. Die Fusionsverhandlungen mit den: Allgemeinen Deutschen Kantorenverband, die letzten Endes darauf hinausliefen, dieser Vereinigung die Hilsskässe dienstbar zu machen, hätten zu einem Resultate nicht geführt. Immerhin' sei es nicht um «möglich, in Zukunft eine «günstigere Basis -für die beabsichtigte Interessengemeinschaft zu finden. Jedenfalls stehe der Vorstand den etwa vorhandenen Bestrebungen seitens des A. D. K. V., eine eigene Hilfskasse zu gründen, durchaus nicht unfreundlich gegenüber, könne doch gerade an der Schwierigkeit des Ausbaus und der Weitergestaltung einer solchen Institution der Wert ermessen werden, den eine alte und leistungsfähige Kasse in sich berge. Nachdem der Leiter der Verhandlung noch insbesondere die ebenso umfangreiche wie sorgfältige Tätigkeit des bewährten Schatzmeisters, Herrn Bankier Max Seckel, rühmend hervorgehoben und all den edlen Gönnern und Gemeinden gedankt hatte, die durch Zu-. Wendungen die Leistungsfähigkeit der Kasse erhöhen, wurde dem Vorstand und Rendanten die seitens der Revisoren beantragte Entlastung erteilt. In den Vorstand wurden hierauf gewählt die Herren Rentier Louis Jonas, Bankier Max Seckel sowie die Kantoren Kalischer, Dubowsky, Asch, Sacher, Neustadt, Davidsohn und Klein. Mit einem warmen Appell an die weitere Opferfreudigkeit schloß hierauf der Vorsitzende die zahlreich aus ganz Deutschland besuchte Versammlung, nachdem Herr Oberkantor Kalischer diesem im Namen der Versammlung für das große Interesse gedankt hatte. Im Anschluß hieran hielt Herr Oberkantor M. Davidsohn aus Berlin einen recht interessanten Vortrag über „Der Vorbeter in Gegenwart und Zukunft", der mit großem Beifall ausgenommen wurde. L2 Berlin, 28. März. Der V e r est n für jüdische Krankenpflegerinnen zu Berlin hielt am Sonntag den 16. März im Brüderverein, Kurfürstenstraße 116, seine Zwanzigste Generalversammlung unter zahlreicher Beteiligung seiner Mitglieder ab. In Ergänzung des gedruckt vorliegenden Jahresberichts bezeichnete der Vorsitzende die Tätigkeit des Vereins als eine recht erfolgreiche. Die Zahl der dem Verein zugehörigen Schwestern ist mit 84 unverändert geblieben, obwohl neun Schwestern neu hinzugetreten waren, weil eine gleiche Zahl aus dringenden Ursachen, davon.fünf Schwestern wegen Verheiratung, aus dem Verein ausgeschieden ist. Von den neun Schwestern, welche die staatliche Prüfung abgelegt haben, erhielten vier das Prädikat „recht gut" und fünf das Prädihat „gut". Von den zurzeit vorhandenen 19 Schülerinnen werden 12 am nächsten Examen beteiligt sein. Die Schwestern arbeiten im Krankenhause hier, ein Teil der älteren Schwestern hat leitende Stellungen in auswärtigen. Anstalten; auch in den Kuranstalten in Kolberg, Lehnitz, Kissingen, Bad Sassendorf in Westfalen wirken die Schwestern. Eine größere Anzahl von Schwestern ist für die Privat- und Armenpflege für Berlin reserviert, zwei Schwestern sind der Armenverwaltung als Gemeindeschwestern zugeeignet, während zwei Schwestern zurzeit sich auf dem Kriegsschauplatz zur Pflege -verwundeter und erkrankter Krieger aufhalten. Die Ausgaben betrugen 78 200 Mark, und konnten 7632.89 Mark dem Schwesternheimfonds hinzugefügt werden. Der Etatsansatz für das laufende Jahr 1913 ist in Einnahmen und Ausgaben auf 83 200 Mark veranschlagt worden. Dem Vorstande wurde Entlastung erteilt und sämtliche ausscheidende Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergewählt. Alsdann wurde der Entwurf zu einem nach den Vorschriften des Angestelltenversicherungs- V f / «