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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-04-04 · Heft 14 (4.4.1913) · p. Seite 168

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 14 (4.4.1913)
Date
1913-04-04
Page
Seite 168 (sequence 12)
Language
German
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168 Roheit führte, haben Mauren und Juden unten impyrenäischen Winkel eine Kultur geschaffen, von der wir heute noch zehren", hätte vielleicht 1770 geschrieben werden können; wer derartiges 1912 zu schreiben wagt, beweist, daß er von geschichtlichen Dingennicht die leiseste Ahnung hat. Und wer eine Behauptung auszusprechen wagt, wie die Seite 41: „Daher kommt es, daß im 11. Jahrhundert fast alle Aerzte in Europa Juden waren", der macht sich die Geschichte in seinem Kopfe zurecht, berichtet aber nicht das, was wirklich geschichtlich ist. Soll man mit dem Verfasser wirklich ernst darüber rechten, daß er trotz alledem, was seit Jahren bewiesen worden ist, noch immer von einer jüdischen Rasse redet? Soll man sich' darüber ausregen, daß er den Zionismus als Allheilmittel empfiehlt? Ich tue dies jedenfalls nicht und glaube, daß man solche Auseinandersetzungen eben ruhig der Vergessenheit überantworten darf, der sie ohnehin anheimzufallen bestimmt sind. L. G. - Josefa Metz: Neue Gedichte. Berlins bei Wilhelm Borngräber. Verlag Neues Leben. Josefa Metz' ist als Erzählerin von Kindergeschichten in weiten Kreisen bekannt. Ihre neue Sammlung, der diese Anzeige gilt (leider ist sie ohne Register), ist in folgende Abschnitte geteilt: „Landschaft", „Bilder und Gespräche", „Der verschlossene Garten", „Kinder", und darf als vielgestaltig, formvollendet, sinnig charakterisiert werden. Eigentlich jüdisches ist in dem Buche nicht enthalten. Trotzdem glaube ich mich berechtigt, da die Dichterin einem jüdischen Hause entstammt, vielfach in jüdischen Vereinen als Vorleserin tätig ist und für jüdisches Leben Interesse zeigt, diese Sammlung meinen Lesern zu empfehlen. Es sind Lieder, in denen die Freude am Leben, an der Landschaft zu schönem Ausdruck kommt. Persönliches Erleben kommt wenig vor. Am charakteristischsten erscheint mir das etwas wehmütige Gedicht „Beichte", das ich hier folgen lasse. Glaub', lieber Freund, wenn voller Uebermut Ich Dir erzähle von der Stunden Heiterkeit, Nicht ganz daran, daß sie mich so beglücke. Denn sieh, die leichte Lust ist mir nur Brücke Von dumpfer Glut zu unerlöstem Leid. Ein buntes Zittern nur, ein Regenbogen Schnell hingemalt, um schneller zu versinken, Hineingesogen voller Hast und Gier, ... Doch wenn die Sinne seine Farben trinken. Ist nur ein kleiner Rest von mir in mir. Ich aber brauche diesen Tag der Stunden Als Spielzeug, das mir auf die starre Wand Des Lebens seine bunten Ringe streut, Die grellen Lichter jener Heiterkeit, Das leichte Florkleid über schweren Wunden. Ich brauche dieses schillernde Vergessen Von Dingen, die ein Leben reich verschönen. Von Freuden, tief und voller Seligkeiten, Die alles Leben erst zum Leben krönen. Von.höchstem Glücke — das ich nie besessen. L. G. ♦ — Festschrift zur Feier des 6 O j ä h r i g e n B e st eh e n s der israelitischen Realschule in Fürth i. B. 1862—1912. Derartige Gelegenheitsschriften sind höchst freudig zu begrüßen, weil sie ein ungemein wichtiges Material zur Kulturgeschichte bieten. Die vorliegende heißen wir um so lieber willkommen, als sie' mit schlichtem warmen Ton, fern von jeder Phrasenhaftigkeit und Selbstbespiegelung die Entwicklung einer gedeihlichen Anstalt darstellt. Die Festschrift ist sehr hübsch ausgfftattet, enthält die Bilder des Schulgebäudes, der vixr Vorstandsmitglieder seit 1862, der zwei früheren Leiter und des gegenwärtigen. Unter den früheren ist S. Dessau, 1873—1893, der im Jahre 1904 starb, besonders gerühmt. Der gegenwärtige Leiter ist A. Feilchenfeld. Von den älteren Lehrern wird besonders rühmend Professor Herzstein hervorgehoben, auch der jetzige Leiter unserer Gemeindebibliothek, Dr. M. Stern, empfängt ein schönes Lob. Es ist nicht möglich, im einzelnen auf die Geschichte der Anstalt einzugehen, es mag nur hervorgehoben werden, daß sie die Berechtigung zum Einjährig-Freiwilligen-Dienst erworben hat und ihre Aufgabe, eine jüdische und zugleich eine deutsche Schule zu sein, mit schönem Erfolge bisher erfüllt hat. L. G. Mchereinlauk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher finde in keinem Falle statt.. Ausgewählte Stücke der hebräischen Bibel von M. Abraham und Th. Rothschild. Zweiter Teil: Propheten und Schriften. Ausgabe A. Text und Wörterbuch. Frankfurt a. M. Verlag von I. Kaufsmann. 1912. Ausgabe A: Tert und Wörterbuch Preis 3 Mark, Wörterbuch allein 1.5O Mark. Wörterbuch zu ausgewählten Stücken der hebräischen Bibel nebst grammatischen Tabellen und alphabetischem Wörterverzeichnis von M. Abraham und Th. Rothschild. Frankfurt a. M. Verlag von I. Kauffmann. 1912. Die heilige Schrift. Der Urtext. Die deutsche Uebersetzung mit Zugrundelegung des Philippsonschen Bibelwerkes, revidiert von Dr. Philippson, Dr. Landau und Dr. Kaempf. Erster Band: Die fünf Bücher Moses und die Propheten. Zweiter Band: Die späteren Propheten und die Hagiographen. Herausgegeben auf Kosten der israelitischen Bibelanstalt. Frankfurt a. M. Verlag von I. Kauffmann. 1913. Preis 7 Mark 2 Leinenbände, 9 Mark 2 Halbfranzbände. Th« Jewish Review, edited by Norman Bentwieh and Dr. J. Hochman. Vol. III. No: 18. March. 1913. AI-Hidaja „ila Fara“ id al-Quluib (Choboth hallebaboth) des Bachja ihn Josef ibn Paquda aus Andalusien. - Im arabischen Urtext zum erstenmal nach der Oxforder und Pariser Handschrift sowie den Petersburger Fragmenten herausgegeben von Dr. A. S. Pahuda. Buchhandlung und Druckerei vorm. E. I. Brill, Leiden. 1912. - Die Petichot des Midrasch rabba zu Leviticus von Dr. David Künstlinger. Krakau 1913. Die Agada der babylonischen Amoräer. Ein Beitrag zur Geschichte der Agada und zur Einleitung in den babylonischen Talmud von Dr. Wilhelm Bacher, Direktor der Landesrabbinerschule in Budapest. Zweite, durch Ergänzungen und Berichtigungen vermehrte Auflage. Frankfurt a. M. Verlag von I. Kauffmann. 1913. Barfüßele. Eine Schwarzwälder Dorfgeschichte von Berthold Auerbach. Eingeleitet und herausgegeben von Dr. Eugen Wölbe. Mit einem Bildnis des Dichters. Leipzig, Druck und Verlag von Philipp Reclam jun. Hebrew Slieltering and Immigrant Aid Society. Fourth Annual Report. 1912. New-York. ' The Jewish Immigration Bulletin. Formerly The Monthly Bulletin of the Hebrew Sheltering and Immigrant Aid Society. Vol. III. No. 1. January 1913. Zur Familiengeschichte Asch. Ein 200 jähriges Gedenkblatt (1713 bis 1913). Von Prof. A. B e r l i n e r, Berlin 1913. Die Bücherei Maiandros, eine Zeitschrift, von 60 zu 60 Tagen herausgegeben von Heinrich Lautensack, Alfred Richard Meyer, Anselm Ruest im Verlag von Paul Knorr, Berlin-Wilmersdorf. Das dritte Buch. 1. Februar 1913. Apollodoros. Ueber Lyrik ein Dialog von Anselm Ruest. Sechs Holzschnitte von A. Segal. Max Ritter. Das Hohelied von Salomo. Ein Liebeslied in acht Gesängen in der ursprünglichen Fassung wiederhergestellt. Stuttgart, Druck und Verlag von Greiner & Pfeiffer. Ergänzungen und Berichtigungen zur „Agada der babylonischen Amoräer", von Dr. Wilhelm Bacher, Direktor der Landesrabbinerschule in Budapest. Dem unveränderten Neuabdrucke der ersten Ausgabe (1878) beigegeben. Frankfurt a. M. Verlag von I. Kauffmann. Da Verdadera Cuna de Cliristobal Colon por el Dr. Constantino de Horta y Pardo. New-York, Imprents de John B. Jonathan Co. 1912. Ernst Altkirch: Spinoza im Porträt. Mit 28 Tafeln. Verlegt bei Eugen Diederichs in Jena 1913. Hagada. Liturgie für die häusliche Feier der Sederabende in deutscher Sprache neu bearbeitet von Rabbiner Dr. C. Seligmann. Verlag von I. Kaufsmann, Frankfurt a. M., 1913. Preis 3 Mark. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Dr. M. Brann. 21. Jahrgang. Januar- Februar 1913.

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