Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 10 (7.3.1913)
- Date
- 1913-03-07
- Page
- Seite 120 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Bamberg. Von Lehrer D u v i d R 0 s'e n Wal d in Steinbach ä. Glan.' 1912. ' Es sind kräftige Worte,- die hier gesprochen werden, -die sich gegen die Uebergriffe mancher Vorsteher-.in kleinen Gemeinden wenden. Ferner werden Forderungen für die Lehrer ausgesprochen, für ihre bessere Besoldung und angemessene Behandlung. Aber auch die Lehrer selbst werden Mit Ernst an ihren heiligen Beruf und an strenge Pflichterfüllung gemahnt. Es ist eine Schrift, die viel zu denken gibt und einen recht wunden Punkt sachgemäß erläutert. L. G. . - - - - -'' - . a Lüchereinlauk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher find! in keinem Falle statt. Der große Krieg in Deutschland. Dargestellt von Ricarda Huch. Erster Band: Das Vorspiel 1585—1620. Zweiter Band: Der Ausbruch des Feuers 1620—1632. Im Insel-Verlag zu Leipzig 1912.. Geheftet 7 Mark, in Leinen 10 Mark. Wilhelm II. 25 Jahre.Kaiser und König. Von Paul Meinhold. Mit zahlreichen Abbildungen. Buchschmuck von Friedrich Felger. Berlin W, Ernst Hosmann und Co. . . Bonner Forschungen, herausgegeben von Berthold Litzmann. Schriften der Literarhistorischen Gesellschaft Bonn. Neue Folge III. Heinrich Heines Verhältnis zur Religion von Carl Puetzfald. G. Grotesche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1912. Jahresbericht vom 1. Januar bis 31. Dezember 1911 der Gesellschaft zur Verbreitung der Handwerke und des Ackerbaues unter den Juden im preußischen Staate (eggründet 1812 E. V.), verbunden mit einer Chronik von 1812—1912. Berlin. Zur Jahrhundertfeier der Gesellschaft. Vom alten . Stamm. . Eine Sammlung jüdischer Bücher. Im Lande der Väter. Bilder und Dichtungen aus Palästina von Schalom Asch. Jüdischer' Verlag, Berlin W 15. ■ Vom alten Stamm. Eine Sammlung jüdischer . Bücher. Die liebe Provinz von Sch. Gorlik. Jüdischer Verlag, Berlin W 15. , . Kosmologische Gedanken von W. Baratsch. Zweite Auflage. Leipzig, Verlag von F. C. Fischer, 1912. Die Jüdische Gemeinschaft.. Reden und Aufsätze über zeitgenössische Fragen des jüdischen Volkes. Herausgegeben von Dr. Ahron Eliasberg. „Der Rassenadel der Juden" von Alexander Schueler. „Begriff und Programm einer jüdischen Nationalliteratur" - von Moritz Goldstein. Jüdischer Verlag. Congregation 'Rodeph Shalom. Annual Number XX. Philadelphia, Pennsylvania 5673, 1912—13. Volksschriften über die jüdische Religion, herausgegeben von Dr. I. Ziegler, Karlsbad. 1. Jahrgang, II. Heft:. Pharisäer und Sadduzäer von Dr. Rudolf Leszynsky, Berlin-Grunewald. Frankfurt a. M. I. Kaussmann, 1912. Der Staatsbürger. Halbmonatsschrift für politische Bildung. Herausgeber Professor Dr. Hanns Dorn. München. Nr. 12. 1912. Erstes November-Hest. ~ Im Deutschen Reich. Zeitschrift des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glauben. XVIII. Jahrgang. Nr. 12. Berlin, Dezember 1912. Wegweiser sür die Jugendliteratur. , Herausgegeben von der Großloge sür Deutschland, VIII U. O. B. B. Im Aufträge der von ihr eingesetzten Kommission zur Schaffung einer jüdischen Jugerrdliteratur, redigiert von Dr. M. Spanier in Magdeburg. Jahrgang VII. 1912. Nr. 6. Der jüdische Handwerker. Offizielles Organ des Vereins selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens zu Berlin. V; Jahrgang. Nr. 47. Berlin, November 1912. .. Aus Vergangenheit und Gegenwart der Juden in Posen. Geschichte der jüdischen Gemeinde in Posen. Herausgeber Rabbiner Dr. Heppner, Koschmin, Lehrer Herzberg, Bromberg. , Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Zehnter Jahresbericht 1912. Berlin/ Große Hamburger Straße 29, Portal II. Volksschriften über die jüdische. Religion, herausgegeben von Dr. I. Ziegler-Karlsbad. 1. Jahrgang, 1. Heft. Die Religion der Propheten von Dr. Max Wiener-Stettin. Frankfurt a. M>, I. Kaufsmann. 1912. Hat Christus gelebt und lebt er. noch heute? Von Dr. Hermann Türck. 1912. Verlag her Stillerschen Hofbuchhandlung, Schwerin; in Mecklenburg.. Das neue Verficheruügsgesetz für Angestellte vom 20. Dezember 1911. L. Schwarz u. Co., Berlin 8., Preis 1,10 Mark. Der ziönistische Student. Flugschrift des K. Z. V. (Kartell zionisti- : scher Verbindungen). In Kommission beim Jüdischen Verlag in / Berlin.' V:"-- . -"V SxreHssal. Der Vorstand der Shnagogengemeinde Potsdam hat in seiner : Sitzung vom 20. Februar einstimmig beschlossen, sich der „Erklärung" j der Gemeinden in der Nürnberger Fassung anzuschließen. ' Lkrichtisung. In Nr. 8, Seite 90, Spalte 2, muß es in der Ueberschrift heißen: Oberstlandesgerichtsrat. Seite 91, Zeile 1 und 2, muß es heißen: Kompetenzkonflikte. (Der genannte Gerichtshof ist eine Behörde, die zu entscheiden. hat, ob die Justiz oder die Verwaltung in dem betreffenden Falle zuständig ist.) Letzte Sschrichten. Die Morgenausgabe des „Berliner Tageblatts" vom 4. März bringt unter der Ueberschrifü „Luzzatti über die rumänische Judenfrage. Eine Ausgabe der Großmächte" folgende beachtenswerte Mitteilung: Der „Corriere della Sera" veröffentlicht einem. Telegramm aus Mailand zufolge einen Artikel des ehemaligen Ministerpräsidenten Luigi Luzzatti, in dem der italienische Staatsmann für die religiöse Freiheit in Rumänien eintritt. Der Artikel hebt hervor, daß der Berliner Vertrag vom Jahre 1878 für alle Balkanvölker sestsetzte, die Verschiedenheit der Religion könne kein Grund sein, jemanden von dem vollen Genuß der bürgerlichen und politischen Rechte,, von der Zulassung zu den/öffentlichen Aemtern und von der Ausübung , der verschiedenen Berufe und Industrien auszuschließen. „Diese Vertragsbestimmung, welche die Israeliten allen anderen Bürgern der Balkanstaaten gleichstellen sollte," erklärt Luzzatti, „wurde von Bulgarien und Serbien vollständig erfüllt und rechtschaffen beobachtet, jedoch nicht von Rumänien, das noch heute seine israelitischen Untertanen in einem schimpflichen Zustande bürgerlicher, politischer und sozialer Inferiorität hält." Luzzatti weist aus die außerordentlich . harten Lebensbedingungen der rumänischen Israeliten hin, Bedingungen, die sich seit dem Berliner Kongreß noch verschlimmert hätten. „In diesem Augenblick, in welchem man die Balkankarte umarbeiten muß," fährt Luzzatti fort, „soll eine neue.Ungerechtigkeit die Israeliten treffen. Ein Teil der bulgarischen Bevölkerung, darunter auch Israeliten, wird unter die Herrschaft Rumäniens kommen. Unter diesen neuen Untertanen werden die Israeliten, die als Bulgaren bis jetzt alle ihre bürgerlichen und politischen Rechte genossen^ nun, wo sie Rumänen werden, in einen Zustand schimpflicher Knechtschaft fällen, und, wie die rumänischen Israeliten, die letzten noch in Europa : existierenden Sklaven bilden. Eine neue Ungerechtigkeit wird so zu der. .alten hinzukommen. Zu einer noch nicht bewilligten Freiheit kommt die Rückkehr zur Sklaverei." Luzatti appelliert in diesem seinen Plaidoyer für Gewissens- und Glaubensfreiheit an die großen Prinzipien, die alle zivilisierten Völker dazu brachten, alle ihre Untertanen dem Gesetze gegenüber gleichzustellen. Er vertraut darauf, daß Rumänien, mehr noch als durch die Großmächte, durch die höchste Macht, nämlich bürch das Gefühl der menschlichen Würde) sich überreden lassen werde, alle seine ehemaligen und neuen Untertanen ohne' Unterschied des Kultusmnd des Glaubens in den bürgerlichem Rechten' gleichzustellen. Zum Schluß fordert Luzzatti im Namen der Grundsätze des Völkerrechts die Großmächte auf, diese Probleme zu entscheiden, in dem Augenblick, in welchem sie die Karte Bulgariens und Rumäniens umarbeiten müssen. ,