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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-02-28 · Heft 9 (28.2.1913) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 9 (28.2.1913)
Date
1913-02-28
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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£S Ohlau, 24. Februar. Wir freuen uns^ von einer besonderen ' Ehrung eines Glaubensgenossen in unserem.Stadt berichtenzu können. Herr Kreisarzt, Medizinalrat Dr. Licht w ich, der Schwiegervater des- Herrn Rabbiners' Dr. 'F/reu d enth al-NürnberZ und Bruder des uni die Gemeinden der Provinz Sachsen lange Jahre bemüht 'gewesenen Herrn ' J'ustizrat Licht w ich-Magdeburg, beging am 22. d. M.'seinen 70. Geburtstags. Die städtischen Behörden dieser schönen Stadt haben Herrn Dr. Lichtwitz in Anerkennung seiner mehr als vierzigjährigen ärztlichen Tätigkeit in Stadt und Land Ohlau nach einstimmigem Beschluß die Auszeichnung eines' Ehrenbürgers verliehen. — Wir freuen uns um so mehr dieses Vorkommnisses, als dieser Beschluß von seiten fast nur christlicher Mitbürger gefaßt worden ist. Der Bürgermeister des Ortes hielt eine von Hochachtung erfüllte herzliche Ansprache. — Frankfurt a. M., 21. Februar. In der Nähe der Bornheimer Landwehr ist seit einem Jahre ein stattlicher Baukomplex im Werden begriffen, der nun im Rohbau seiner Vollendung entgegengeht. Es ist das neue israelitische Krankenhaus, das dort mit einem Kostenaufwand von 1A Million Mark errichtet wird. Frankfurt, wird also auch in Bälde an der nordöstlichen Stadtperipherie eine mustergültige Krankenhausanlage besitzen, die nach mancher Richtung hin noch besser und moderner ausgestattet werden soll, als das neue städtische- Krankenhaus. Die Bauten , machen einen freundlichen Eindruck, so daß sich ihre ernste Bestimmung nur schwer erkennen ließe, wenn nicht die zahlreichen Loggien und Liegehallen aus den Krankenhauszweck hindeuteten. Der -Haupteingang ist an der Gägernstraße, wo sich das Verwaltungsgebäude befindet, das die Polikliniken' und, die Aufnahmestation enthalten, wird. .Nach 'der Saalburgallee liegt dann die Hauptklinik. Der langgestreckte. Bau ist zweistöckig. Die Hauptklinik gliedert sich 'in einen um ^ip'.,giebelsörmiges Stockwerk höheren Mittelbau mit zwei Flügelbausssn,.die in zwel Querbauten endigen. Genau in der Mitte des Längßbaües wird der Operationssaäl eingebaut.' In die Flügelbauten , konunen die Krankenliegehallen, und in die Querbauten die Aerztezimmer. und Einzelzimmer für Kränke? .Gesondert liegt.das: Privatftationsgebäude da, das einen eigenen Gartest erhält. Ein Wirtschaftsgebäude und später ein Schwesternhaus werden die Anlage -vervollständigen, zu der sich nochdas Jnfektionsgebäude gesellt, das. gerade gegenüber der Hauptklinik aufgesührt wurde und in bogenförmiger- Anordnung eine Menge Liegehallen erhalten hat. Sämtliche Häuser gruppieren sich um einen geräumigen Garten, der bereits gärtnerischen Schmuck trägt. 22 Wvrms, 21. Februar. In einer seiner letzten Sitzungen faßte der Vorstand der hiesigen Kultusgemeind'e den höchst begrüßenswerten Beschluß, ein Museum zu begründen, das dazu bestimmt sein soll, alle seither an verschiedenen Orten untergebrachten, für die Geschichte des Judentums und der hiesigen jüdischen Gemeinde höchst wertvollen Altertümer unter einem Dache zu vereinigen. Einem Teile von ihnen diente bisher die Raschikapelle zum.Nnterkunstsort. Unter ihnen befinden sich höchst wertvolle Dokumente, mittelalterliche Pergamente, kunstvoll geschrieben, und mit farbigen Initialen versehen, Gebetbücher aus längst vergangenen Jahrhunderten, alte hebräische Drucke, kostbare, goldgestickte Vorhänge' für das Allerheiligste aus Samt- und'' Seide und Thoramäntel, goldene und silberne Kelche'aus dem ^^Jahrhundert von hervorragender Goldschryiödekunst' und andere mit' dem Kultus in Zusammenhang stehende gottesdienstliche - Gegenstände. Ferner -befindet' sich unter der wertvollen Sammlung eine große Anzahlim Jahre 1689 bei der Niederbrennung der - Stadt dürch die Franzosen unser Melac abhanden. ^gekommener und vor etwadrei Jahrzehnten unter dem Dach, der Synagoge .wieder aufgesundener 'sogenannter Wimpeln mit bunter, .farbiger Ausführung, bte; über die Genealogie vieler noch heute existierender Wormser- Familien von hervorragenden Namen Ausschluß geben. Auch das seit über hundert Jahren - aus dem. hiesigen Archiv verschwundene Minhagbuch eines' namhaften Wormser jüdischen Gelehrten des Iß. Jahrhunderts, das' die rituellen Sondergebräuche der Juden im Worms im'Mittelalter enthält, das erst 'vor. wenigen Jahren von einem- Wiener - Bibliophilen - auf. einer Büchetauktion in Amsterdam wieder entdeckt, für eine höhe Summe ersteigert ^und der Gemeinde zum Geschenkgemacht wurde-. Zur Ausführung des Planes wurde eine Summe ins Budget eingestellt und eine mehrgliedrige Kommission gewählt. Das Museum wird allen Interessenten zugänglich gemacht werden. SS Speyer, 21. Februar. Unter dem Vorsitz des Synagogenvörstandes Sigmund H er z tagte hier der Verwaltungsäusschuß des Rabbinats-Wohltätigkeitsfonds Frankenthal. Erschienen waren neben dein Vorsitzenden der Rechner 'des Wohltätigkeilsfonds' Ferdinand M ann, Mitglied des Synägogenausschusses Ludwigshasen, ferner die beiden Synagbgenvorstände Emil Behr in Neustadt a-H. rmd. Ludwig Strauß, Bad Dürkheim, das Shnägogenaüsschußmitglied Bach- Grünstadt und Sekretär Ball r eich- Speyer: Der Rechner Mann erstattete zunächst den Kassenbericht: Hiernach beziffert sich der besagte Wohltätihkeitsfonds, gebildet aus den. Kassaüberschussen des Rabbinatsbezirks Frankenthal, aus 12 735-57 Mark) angelegt in Wertpapieren bei der königlichen Filialbank Lüdwigshafen. - Aus den Jahreszinsen des Fonds wurden für das Jahr 1912/13 vier junge Leute mit einem Stipendium von je 100 Mark bedacht und dem israe^ litischen Altersheim zu Neustadt a. H. 600 Markfür Einrichtung-.eines Zimmers, gestiftet vom Rabbinatsbezirk Frankenthal, überwiesen. Am Schlüsse der Sitzung wurden dem Ausschußvorsitzen-, den Sigmund H e r z, der sein Amt seines hohen Alters wegen niederlegen .wollte, der aber die Sitzung mit der gewohnten Frische und Rüstigkeit leitete, von allen Anwesenden herzliche Beweise 8er Verehrung und Dankbarkeit für sein langjähriges, verdienstvolles Wirken im Dienste des Rabbinatsbezirkes Frankenthal entgegengebracht. Auf seine einstimmige Wiederwahl hin gab dann Herr Herz die erforderliche Erklärung ab, daß er auch -weiterhin, so lange es seine Gesundheit gestatte, dem Rabbinats-Wohltätigkeitsfonds als dessen Vorsitzender dienen wolle.. Gesterrrtch-Dnsarn. .,:K. Budapest,. 21. Februar. Seit einigen Tagen hat die Hauptstadt der ungarischen Monarchie einen j ü d i s ch e n O b e r b ü r g e r - Oedrücler Hammer Hoflieferanten. Seiner Majestät des Kaisers und Königs BERLIN W8 Mohrenstrasse 56 Telephon: Amt Zentrum, 685 5457 . tu.richiuag einer HerrsciiattskucflL, Moderne Köchen für Schlösser, Villen, Landsitze, Hotels, Restaurants, Cafös, Krankenhäuser und Kantinen. Wäscherei-, Warmwasseru. Kühlanlagen, Kamine, Heizkjijrper-Verkleidungen in gediegenster Ausführung. Öfen aflieirSysteme. Sammelbuch für ZeltnngsauKSchnitte Praktisch! .... Klebstoff bereits - auf den Seiten angebracht. Gr.ossquart W 8. eleg. in Halbl. geb.'M- 2. Hutlis Verlag, Cliarlottenbarg ^-. : Strens Koscher. Pommersclre pro Bfund ohne Knochen 2Mark «ömmersche Mt Knochen 1.SyMkArk Pdmmersche Wurst k . 1.70 Mark empfiehlt ' SLeghert Gaoeel, Lauenburg i. P. Versand nur gegen Nachnahme. Geschäftsu.Jndustriewechsel diSkont. La aerkarte170. Berli„,-Postamt^. &mserttfasser SChUT2-Ta£fMflRK£ Überöl/ erhältlich in Apotheken. Drogen - Hei!bewährt bei Katarrhen, Husten . Heiserkeit, Verschleimung, Jnfluenzä. Magennarm.Gichtu. 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