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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-02-28 · Heft 9 (28.2.1913) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 9 (28.2.1913)
Date
1913-02-28
Page
Seite 5 (sequence 17)
Language
German
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m e ist e r. Das ist die Sensation des Tages hier und in allen Ländern der ungarischen Krone.- Offiziell wird darüber berichtet: Bei der am 15. d. M. vorgenommenen Wahl eines Oberbürgermeisters wurde der Abgeordnete und bisherige Generaldirektor der Budapester städtischen Gaswerke Dr. Franz H elt ai , der vom K aiser an e r st e r Stel l e kandidiert worden ist, mit großer Stimmenmehrheit zum Oberbürgermeister gewählt.' Die Generalversammlung war außerordentlich gut besucht. Dr. Heltai wurde durch eine Deputation von'dem Ergebnis der Wahl verständigt und eingeholt. Auf die Ansprache des Bürgermeisters Dr. Bärczh antwortete .er mit einerlängeren Rede, in welcher er sein Programm entwickelte. Der neue Oberbürgermeister von Budapest steht im 52. Lebensjahre. Er hat nach Absolvierung der juridischen Studien in Budapest und Leipzig im Jahre 1881 als volkswirtschaftlicher Schriftsteller die journalistische Laufbahn betreten. Mit 22 Jahren errang er durch seine Schrift über die Revision des Gewerbegesetzes den ersten Preis der ungarischen Akademie der Wissenschaften. Im Jahre 1891 wurde er Mitglied der Repräsentanz des Budapester Magistrats, und seit demselben Jahre ist er Reichsratsabgeordneter. Seit 1909 war Heltai Generaldirektor der hauptstädtischen Gaswerke, auf welche Stelle er aber vor kurzem verzichtete. . Als Präsident des Ungarischen Journalistenpensionsvereins hat sich Heltai gleichfalls große. Verdienste erworben. Nach dem Rücktritt seines Amtsvorgängers Fulöpp wollte die Regierung den Posten eines Oberbürgermeisters überhaupt nicht mehr besetzen. Von dieser Absicht ist sie jedoch abgegangen, als Dr. Heltai als Kandidat aufgestellt wurde. Die Hauptaufgabe des Oberbürgermeisters, so heißt es in der amtlichen Kundgebung, wird es sein, das gute Verhältnis zwischen der Negierung und der Hauptstadt wieder herzustellen. Die Wahl eines Juden zum Oberbürgermeister der ungarischen Hauptstadt und die Unterstützung seiner Kandidatur seitens der Krone und der Regierung kann als kulturhistorische Tat bezeichnet werden, die dem ungarischen Judentum und — auch der ungarischen Nation zur Ehre gereicht. Neben Rom ist Budapest die zweite Hauptstadt in Europa, die einen jüdischen Oberbürgermeister hat. Die Wahl Dr. Heltais ist aber ein strahlendes Zeichen jenes Freisinns, der Ungarns, große Fortschritte ermöglicht hat. England. O.'W. London- 21 Februar. Wie bereits kurz mitgeteilt, wurd- Dr. Hertz zum Chiefrabbi von England gewählt. Zur Wahl des I neuen Oberrabbiners trafen etwa hundert Delegierte aus allen Teilen des englischen Weltreiches zusammen. Den Vorsitz führte Lord Rothschild. Dr. Hermann Hertz ist im Jahre 1872 in Nebrin in Ungarn geboren. Sein Vater, der einst die Rabbinerschule in Eisenstadt b^- j suchte, lebt seit mehr als 40 Jahren in New'York, wo er sich vieler I Sympathien erfreut. Zwei seiner Töchter wirken als Lehrerinnen an den Stadtschulen hon New-Aork. Hertz wurde von 56 der Abgesandten, die eine Stimmenzahl von 298 repräsentierten, gewählt. Auf den zweiten Kandidaten, Hy amso n, entfielen 92 Stimmen, die von 27 Abgesandten abgegeben wurden. Dr. Hertz, der zurzeit in New-?)ork (als Rabbiner einer streng orthodoxen Gemeinde, die kein Mitglied ausnimmt, welches Samstag sein Kontor öffnet) tätig ist, wurde durch ein Kabeltelegramm von seiner Wahl verständigt. Der neue Rabbiner ist ein hervorragender Theologe. Von seinen Werken sind zu.nennen: „Das ethische System des Martineaü" Und. „Bachya, ein jüdischer Thomas a Kempis". Hertz warlängere Zeit Rabbiner in Südafrika, und es ist noch in lebhafter Erinnerung, daß Präsident Krüger ihn beim Ausbruch des Krieges wegen seiner englischen Sympathien aus dem Lande verwies. Von Sah und Fern. — Vom Deutschen Bureau der A l l i a n c e I s r a 6 l i t e Universelle erhalten wir folgende Mitteilung: Mit Rücksicht auf die schwierige ökonomische Läge in Jerusalem hat die Alliance den Betrag von 10 000 Francs dorthin geschickt, die zur Zahlung der Miete für die arme Bevölkerung verwendet werden soll. — Am Sonntag, den 9. März begeht der Frauenverein der Berliner Logen U. O. B. B. das Fest seines 2 5jährigen B e st e h e n s. Aus diesem Anlaß findet vormittags präzise 11 X> Uhr im Marmorsaal des Zoologischen Garten (Eingang Adlerportal, am Kurfürstendamm, vis-a-vis der Wichmannstraße) eine offizielle Feier statt. Der Feier wird abends 8 Uhr ein Festmahl im Logenhause, Kleiststraße 10, folgen und die Festteilnehmer zu gemütlichem Beisammensein Vereinen. — Wie bereits angekündigt, veranstaltet der Mendelssohnchor am 1. März d. I. in den Arminhallen, Kommandantenstraße 58/59, sein 13. Stiftungsfest. In.-dem Konzert gelangen Lieder von Mendelssohn-Bartholdy und Brambach zur Ausführung. . Karten im. Vorverkauf a. 1 Mark - sind bei M. Dobrin, Neue Königstraße 34/36, zu haben. — Die dieswöchige Nummer der „Mitteilungen" aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus enthält im Rahmen einer nach Abschluß der Artikelserie als Broschüre erscheinenden Abhandlung über „Deutschtum und Judentum" einen Beitrag zu dem Kapitel von der Verjudung der Presse, der zeigt, was es mit diesem antisemitischen Schlagwort . in Wirklichkeit für eine Bewandtnis hat. — Herrn Selig Salz -! m a n n in Allenstein' ist der Kronenorden bierter Klasse verliehen worden. —. Aus Groß-Strelitz wird uns geschrieben: Am 15. d. M. verschied mach kurzem schweren ..Leiden unser Gemeindevorsteher Herr Dr. med? Heinrich W achsn er im 56. Lebensjahre. Seit langen i Jahren Mitglied des Vorstandes, hat.er sich allen Gemeindeangelegen- I heiten mit höchster Pflichttreue gewidmet und seine Kraft stets freudig Mandel m i Ich-Pfla nze nbutte r-Margarin e 'vollkommenster Butter-Ersatz.; naa by im ...; Alleinige Fabrikanten- Sana-öesellscbaft m. t>. h. Cleve. Alt-Moabit 61, n. mm, sehr schön gelegene 5-Zimmer-Wohnung .zu vermieten. Elektrisches Licht, Gas, Zentralheizung, Balkon, Erker, große Hiele, reichliches Nebengelaß vorhanden; zwei Aufgänge; besonders geeignet für Arzt, Anwalt usw. Friedenau. Cranachstr.49,3 Tr. Herrsch, s. prsw. W., 5 g. Z,Bad,Loggia.Nachtbel.. 1050 M. v. 1.4-16 z. verm. 3 M. Wann seeb. ««vdern ansgebaute 1. Etage, zu *** jedem Geschäft paffend, mit und ohne Wohnung, eventuell auch ganz zum Geschäft, billig zu vermieten. Bosselmann, Charlottenbnrg. Wilmersdorfer Straße 126. 4 Zubehör LeovoldgVMMer, stütze 38. EckeOstbahnstr.-Bähnhof.Rummelsburg-Ost"' 10-Pfennig-Berkehr Bahnhof Börse: Luisen-Ufer 57 Bernburg. 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