Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 9 (28.2.1913)
- Date
- 1913-02-28
- Page
- Seite 102 (sequence 6)
- Language
- German
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y .r ,mßi ' ^^1__J_ 40g--1. \ : rabbmers wenigstens 'für ganz' Tripolitanien vonjüdisch^ Seite' so eifrig betrieben wird/ist' der/ daß.ihm die Oberausstckst über 'denMsts Rabbinern gebildeten.Gerichtshof-für relKöse Angelegenheiten der Juden, welchen die italienische Regierung beizubehalten entschlyssen ist, zusallen soll. Aller Wahrscheinlichkeit, nach wird ein Teilder Kosten für das Oberrabbinat ' von ihr übernolnmen werden, Jedensälls wird die Stellung nicht nur -religiös, sondern, auch Politisch von höchster. Bedeutung sein: Aus das'Hineinwachsen der tripolitanischen Judenschaft in den italienischen Staatsorganismus ist-die Wähl, einer, geeigneten Persönlichkeit sehr wichtig. Sie ist yoch..quftze° schoben/ weil Her^ Colombo in Rom mit dem Präsidenten?heS Ausschusses der jüdischen Gemeinden über die m-Bäracht^om-. wenden Namen konferieren will. In ' jeder Beziehung erfreulich war die Aufnahme, welche die beiden Pertreter der italienischen Judenschaft in ' Tripolis fanden. Nicht nur die traditionelle Gastfreundschaft .■ ihrer Glaubensgenossen bewährte sich wieder einmal. Auch die italienischen Behörden, vom Gouverneur Generalleutnant Ragni und Platzkomman- bähten (General feiancio an bis zu' den. Schullehrern. und niederen . Verwaltungsbeamten, zeigten mit Wort und Tat. ihre Judenfreund- . lichkeit. So, gab Cianeio die Versicherung ab, er. würde zu der Kam-. -Mission von Einheimischen, welche nach Italien geschickt, werden soll,. um die - dortigen Industrie- und tzandelsderhältnisse,, kennen zu lernen/ auch .jüdische Mitglieder . abordnen.. Und eine einfache Vor- ^stellungvon Dr. Margülies geäugte, um-sofort für die jüdische Bevölkerung seitens der zustän-- digen Behörde im Krankenhaus ' von Tripolis eine besondere Abteilung mit ritueller Beköstigung einzurichten. So' geht ' man denn wohl auch mit der Behauptung nicht fehl, daß/ das brüderliche Einverständnis mit der Gemeinde Tripolis, welches der Ausschuß der Gemeinden des Mutterlandes.ange-' strebt'hatte, dank der geschickten Tätigkeit der Herren Colombo und Margülies. erreicht worden ist. Hat doch auch bereits der . Vorstand der Gemeinde Tripolis im Prinzip seinen. Beitritt! zum Ausschuß erklärt, wopon dem Ministerpräsidenten Giolitti / und dem Präsidenten des Ausschusses, Sereni, telegraphisch/ Mitteilung gemacht wurde.- Ja, man hofft bereits/eine/der nächsten Ausschußsitzungen - in Tripolis abhalten zu können/ Eine derwichtigsten Ausgaben für die Folgezeit wird die Er-: richtuua eines großen Tempels in Tripolis -sein, da '.alle/ An-/' Zeichen für einen baldigen Aufschwung der dortigen Gemeinde sprechen. ' Die Israeliten der neuen Besitzungen sin!) aus dem bestenWege/gute Bürger Italiens zu werden, von dem sie, ebenso wie ihre Glaubensgenossen des Mutterlandes, nur.gutes zu erwarten haben. - Und' letztere könnten bei /geschickter Nutzbarmachung der orthodoxen Kräfte, woran die neuen Provinzen sn reich und die alten so arm sind, dem italienischen Judentum zu-'neuer Blüte verhelfen. ' Lrricht drr Drlkgirrtrn des Wfsllwnns drr Lrutschrn Indrn über dir Leit vom lL issnusr bis 2S. Isnusr M3. (Schluß.) . König betonte, daß er . stets / dafür eingetreten sei-,, daß/die Juden in seinem Lande als völlig gleichberechtigt behandelt werden, und daß das auch selbstverständlich für die neu eroberten- Gebiete Geltung habe. Im Anfang sei begreiflicherweise-nicht-immer alles in. bester Ordnung gewesen, er hoffe-aber, daß-die jüdische Bevölkerung-Salonikis.. und.anderwärts jetzt. zufrieden, sei. Für-unsere Arbeit sagte-eruns.seine Unterstützung, zu. - >. Wir-baten den--König, besonders .-um drei Dinges .. . Erstens, es . möge dafür, gesorgt.. werden, daß. man aus die -veligiös-eu-Verhälhnsie. .'Juden. auch im wirtschaftlichen. Leben die .nötige Rücksicht nehme. .'Es -seien zum Beispiel die Märkte, die bisher Montag waren, auch in , den von den Griechen besetzten Gebieten , aus den Sonnabend -. verlegt worden. Das schädige die Juden außerordentlich. Der . König versprach Abhilfe, / . Ferner baten wir, beim Friedens- . schluß möge Griechenland, wie auch die anderen Balkanstäaten dafür eintreten, daß alle ehemaligen türkischen Untertanen, bei denen die türkische'Militärverwaltung Requisitionen gegen' Quittungen vorgenommen habe, ihr Geld für die gelieferten Waren, Pferde usw. - erhielten. Das sei /für die Juden doppelt wichtig, weil - bei ihnen als Kausleuten am meisten/ requiriert worden ist. Auch das soll ernstlich in Erwägung gezogen, werden.. Schließlich baten wi^ies uns möglich zu machen, daß chir -fstr' dte" 'eingeschlossenen Juden ist dem belagerten Janinä in gleiches Weise sorgen können wie für die in' Adrianopel: ' Der König versprach, sich darüber ’ mit dem Kronprinzender vor Janina befehlige, in' Verbindung zu. setzen , damit uns die nötigen Erleichterungen für das Hilfswerk gewährt werden. Janina. Es sei hier gleich eingeschaltet, daß wir dem Komitee in Saloniki •iooö Frank zur Verfügung gestellt haben, damit die'nötigen' Vorkehrungen getroffen werden können für eine Unterstützung der 3000 Juden, die in Janina eingeschlossen sind.' Da die völlige/Zernierung Janinas noch nicht so lange dauert als die-Zernierung Adrianöpels, ' so dürste die angegebene Summe hinreichend sein. ■ Serres, . - von den Bulgaren besetzt/ hat unter 35 000 Einwohnern 325 bis 350 jüdische Familien! mit 1800 Seelen; die Juden sind Kausleute, kleine Händler,.. Handwerker. Am 1/ Oktober 1912 explodierte in Serres eine Bombe, von da 'begann/das Geschäft zu stocken. Zu der allgemeinen'Not kam noch 'eine Ueberschwemmung, der 18 Häuser zum Opfer fielen. Nach Einzug der Vulgaren fand unter den Mohammedanern/ 'ein 'Massaker statt. Die Juden wurden vor allem-dadurch vov Gewalttätigkeiten geschützt, daß unter den Bulgaren sich auch-jüdische. Soldaten befanden, die für ihre Glaubensgenossen, eintraten. In allergrößter Not' befinden -sich 47 Familien mit 140 Köpfen. Wir haben in Serres gleichfallseiü Komitee eingesetzt, das das Hilfswerk durchzusühren hat. ' - . Hilfsleistung. Bisher wurden in Serres, selbst 2200 Frank'für die Notleidenden gesammelt/ außerdem gab der Hilssverein 920- Frank. Wir bebewrlligten -1500 Frank unter der Bedingung, daß weitere '1000 Frank von der Gemeinde selbst noch ausgebracht würden. - ----- > rlnselmo Lolombo, Sekretär des Ausschusses der jüdijchen Gemeinden Italiens'und als erster Vertreter-nach Tripolis gesandt: - - -