Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 9 (28.2.1913)
- Date
- 1913-02-28
- Page
- Seite 101 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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101 >geWjcheMMchM'. st^'Pch.''''durchE die. Anwesenheit-lüdtscher. GW ziere-im Italienischen MssÄe.. 'überzeugenkonnten, daß 'ihre ' Glaubensgenossen des Mütterlandes vollkommene' Gleichberechtigung mit den-Kätholiken. Henießen, und der Mnisterpräsident Giolitti, um ein übriges-zu tun, am 15. Juli in einem Briefe an den Rabbiner Ferruccio Servi.in Türin, welcher die Zeitschrift s/11 VtzssMo IsrasMeo" leitet, öffentlich erklärt hat, daß/Äeniföwie in den Kolonien Erychräa, Somalila-nd und in Italien selbst, auch in deü .neuen Provinzen, die Nichtkatholiken den übrigen. Bürgern vollkommen gleichberechtigt, sind/ ' Bei den kurz geschilderten.Verhältnissen ist. es - kein Wunder, daß sofort nach i der Besetzung von Tripolis üm Herbst 1911 'sowohl bei'der dortigen Gemeinde-als. auch bei den starnmverm andten Israeliten Italiens der - Gedanke-- MZ eine engere religiöse Verbindung nM einander / zu treten, aüftaüchte. Ein günstiges Zusammentreffen, der Ereignisse fügte es, daß sich gerade in derselben Zeit aus den Kongressen' der jüdischen Gemeinden Italiens ein ständiger Ausschuß derselben (,>Goimtato delle Uriiveisitä Israelitiche") mit dem Vorsteher der jüdischen Gemeinde Roms, Rechtsanwalt Angelo Sereni als Präsidenten, und dem der Gemeinde Ferrara, Rechtsanwalt Leone Ravenna als Vizepräsidenten, bildete/ Man wartete nur den Friedensschluß 'zwischen- Italien- und der Türkei ab, um an das ■ Verbrüderungswerk tatkräftig heranzugehen. Und,M-.".'8avn---im-'Ml-H vember 1912. der obengenannte ÄuWM^Von-,mm.M-stw/Li- - Vorno tagte, wurde beschlossen, der GeMbtnddMMolis>/didfeit - März 1912 mit ihren WohltätigkeitsanstcUteüMn^richteMchLn!; Funktionen- /der Kontrolle der italienifchM-Wv.ilverZvältustg - unterstellt/rst, bei Wahl ihres OberrabbiÜersDWWchHWeim/ Zu diesem Zweck'wurde der Sekretär.des- -Ausschusses,-. Herr Anselmo Colombo, mit einer Jnspektiüns- ' / ' reise, dorthin betraut. In Tripolis "angelangt, traf er mit dem bekannten Begründer und Leiter des Räbbinerseminars in Florenz, Dr. S.. H. Margulies, zusammen. In einem dreiwöchigen Aufenthalt hatbieser um die Wissenschaft des Judentums . hochverdiente Gelehrte Material für einen, ausführlichen Bericht an den 'Ministerpräsidenten Giolitti über die Berhältnisse der. Juden in. den neuen ita- . lienischen: Gebieten gesammelt. Einige seiner Reiseeindrücke sind bereits bekannt geworden. Diesen und dem vorläufigen kurzen Bericht Herrn Anselmo Colombos,welchesich gegenseitig-ergänzen; entnehmen wir folgendes. Ebenso wie zur Zeit der türkischen Herrschaft, befinden sich auch jetzt die Hauptmittelpünkte jüdischen Lebens in den Städten Tripolis, Bengäsi. (mit etwa 4000 _ JsraeÜtey) uudÄ)eMa.lchter° beide zurKy- -*** renaika. gehorrg.. Seitper: rtaliemschen Be- . Gemeinden Italiens, s etzung sind^ auchs chon^wiederneue Elemente d er Aschkenasim in Polen und Rußland. Auch „der Unterricht Hebräischen und im Talmud wird ähnlich betrieben wie/in ' /drLsen 'Ländern, Män erteilt ihn, äbgesehen.von den. Talmstd- Thoraschulen und -den Jeschivöth, auch 4n den seitlanger Zerr bestehenden italienischen Schulen (weshglb fast,. alle.Jüden ber Stadt 'Tripolis -italienisch.- Wimen) / /svwie/ in cher/ Schuld ber Alliance Jsräolite. Uebrigens sind „die Allianceschulen'M.den Städten Tripolis ünd Bengasi die ersten dieser'Art, welche / , nunmehr die italienische Regierung auf-ihrem Staatsgebiet' besitzt. /Doch -.dürften sich. bei ihrer durchaus.judeüfreundlichen Gesinnung keine Schwierigkeiten - irgendwelcher Art Herausstellen. Die genannten,' von Herrn Colombo besuchten.Kultus-, Mohltätigkeits- und Erziehungsanstalten, sowie die Gewerbeschule der Alliance und des Wotzlsahrtsinstituts „Arbeit und Tugend" machten auf/ihn wegen der Intelligenz der Schüler und des jüdischen Geistes, welcher das Lehrpersonal beseelt, den besten Eindruck; doch -wäre es? nach seiner - Ansicht ratsameinigeder Anstalten miteinander zu Verschm-elzen, zum. .Beispieldie Gewerbeschule der. Alliance mit-ber R«cht-anmÄt.Adl° SEi. M-SnM« und^ Tugend" und andere der jüdischen Gememde zu unterstellen. '-MemeÄüeiiSlälieM' - - Dem weiblichen Geschlechte, ber dem rm " ' Gegensatz zum männlichen die- Kenntnis der jü-dischen<Spr.ache und Religion sehr, geringist, da es nur in / den. AlliänMchulen Gelegenheit hat, Hebräisch zu lernen, ' mMDMeWN-nn. den Talmud-Thoraschulen solche. geboten; auch die ganz(jungeu Zöglinge letzterer MstMiMMMmenwährend sie jetzt gewöhnlich erst vom ^lEbMÄ^MHeMahre an. damit, beginnen. " /Herr/ CüloÄbo. Benutzte seine Inspektionsreise dazu,. um /MHMiWvonÄden?:italienischen Behördeä.die offizielle Auer- Hmg/zut ertöücken, daß die Italiener ber Besetzung des Lonaus anderen-Länderneingewandert. Bomdeneinheimischen Juden führen etwaÄO - Prozc ein/streng-- orthodoxes- Leben: Sabbatfeier Und Sabbatruhe wird von fast allen jüdischen Elementen .beobachtet, — für. einen italienischen Rabbiner ein so ungewohntes '.Schauspiel, dgß. er./sich in die Zeit von vorhundert >-Hlchp.mMxülÄeMt'/gstuch8n/kanm.. .Nicht.weniger -als.26 Tempel und Bethäuseruzählt:allein.dje Stadt.-Tripolis.' Der Ritus des Gottesdienstes ist zwar der spanischeauch leväntinifche genannt, aber die Melodien erinnern merkwürdigerweise an die deK im. allgemeinen vom jüdischen Element unterstützt worden; sind-- eine Anerkennung, die um so mehr-wiegt, als-sie im geraden Gegensatz, .zu den böswilligen Behauptungen einiger, antisemitischer Araber- Häuptlinge, steht, und beweist, wie.dasjüdische Element an kompetenter. Stelle für höchst wertvoll gehalten wird und.durchaus geeignet, den neuen Provinzen; zur wirtschaftlichen Blüte zu veHelfen.. Was. speziell die Dörfer umiTripolis betrifft,.syließ.Herr Eolombö durch.die italienifchen. Kommandanten die den neuen' Herrschern freundliche Haltung, seiner Gläubensgenossdn. dadurch feststellen, daß/ den /Arabern und Türken Plünderung jüdischer Tempel.aus kannten die weiter , entfernten' Ortschaften sowie die jüdischen Niedeistäfsungen in^ der Rachsuchk uachgewiesen. wurde., Uebrigens Kyrenaikai noch.nicht von ihm besucht werden; aber/die dortigen. Regierünps.vertxeter und Glaubensgenossen, lieferten- / ihm das nötige Material'zum StNdium' 'der für seine Mission in Betracht kommenden Fragen, politischer und finanzieller Natur, wie zum..MispiÄ. >dtzs.-SkeurxUtWrs.'.-' Der wichtigste Teil der/Ausgabe d.es.MMandten der jüdischen Gemeinden Italiens bestand , inßtiw* ..Wxherpiheyden Schritten für die Ernennung eines Oberräbbiners in^Tripolis. Ob myn ihm auch die von Juden bewohnten Orte der Kyrenaika unterstellen wird^ist. nochnicht sicher, da die italienische Verwaltungsorganifatron in jenen Gebieten erst im Werden begriffen ist. Der Grund, warum die Ernennung eines Ober-