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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-02-14 · Heft 7 (14.2.1913) · p. Seite 76

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 7 (14.2.1913)
Date
1913-02-14
Page
Seite 76 (sequence 4)
Language
German
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Arbeit angefertigt hat. Die benutzten Archive sind: Allgemeines Reichsarchiv, München; Kreisarchiv, München; Königliches Geheimes Staatsarchiv, München; Archiv des königlichen Hauses, München; städtisches Archiv, München; erzbischöfliches Ordinariatsarchiv, München; Protestantisches Oberkonsistorialarchiv, München; königliches Kreisarchiv von Schwaben und Neuburg in Neuburg a. D.; königliches Kreisarchiv von Niederbayern in Landshut; königliches Kreisarchiv in Nürnberg; Stadtarchiv Nürnberg; königliches Kreisarchiv, Würzburg; königliches Kreisarchiv, Speyer; königliches Kreisarchiv, Bamberg;, königliches Kreisarchiv, Amberg; Gräflich Castell- Castellsches Archiv; städtisches Archiv, Weißenburg i. B.; städtisches Archiv, Augsburg. Die Reihenfolge der Abschriften folgt der Anordnung in den Archiven; ebenso Titel und Signaturen. Die Benutzung wird außerordentlich erleichtert durch die Namen- und Sachregister, ebenfalls Herrn Wassermanns eigenes Werk, von dessen Umfang die Tatsache, daß es sich allein bei den Personennamen um mehr als 16 000 Nummern handelt, eine Vorstellung gibt. Die Benutzung dieser großen, für alle Zweige der Beschichte der Juden in Bayern grundlegenden Sammlung steht Interessenten frei. * Der Hilssverein verdeutschen Juden berichtet: „Die Delegation der Brüsseler Union des Assoeiations Jsra«lites, bestehend aus den Herren Dr. Paul Nathan-Berlin, Elkan Adler- London und Dr. Bernhard Kahn-Berlin, die zur Organisation des Hilfswerks in den Balkanländern nach dem Orient gereist ist, hat sich nach Erfüllung ihrer Mission auf der ersten Etappe der Reise — ivv die Hilfsaktion für die okkupierten serbischen und bulgarischen Gebiete und für Bulgarien selbst in ihren Grundzügen geregelt und auch schon bezüglich Adrianopels für den Fall seiner Erschließung Vorsorge getroffen wurde — am 19. Januar von Sofia nach Saloniki weiterbegeben, wo sie bis zum 27. Januar blieb. Ueber die Ze-it vom 10: bis 19, Januar hat die Delegation bereits einen ausführlichen Bericht erstattet. lieber die weitere Tätigkeit und die Maßnahmen der Delegierten betreffs Salonikis und anderer Orte, insbesondere solcher in den Nachbargebieten Salonikis, liegt zunächst nur eine kurze telegraphische Nachricht vor. Die Delegierten besuchten persönlich den Kriegsschauplatz; sie begaben sich nach Uesküb, Monastir, Karaferia und Serres. Durch ortsansässige Vertrauensleute wurden ferner die einschlägigen Verhältnisse in Castoria, Strumitza, Jstip, Drama und in anderen kleineren Plätzen untersucht. Die allgemeine Sicherheit war zur Zeit des Berichtes der Kommission, der vom 27. Januar datiert ist, zufriedenstellend; die Schädigungen durch den Krieg und seine Folgen waren aber groß. Die Delegation setzte, um die rationelle Durchführung des Hilfswerks zu sichern, soweit erforderlich, Komitees ein. Für Saloniki wurden außer den bisher gesammelten Geldern noch 18 000 Frank bewilligt und fernere 10 000 Frank für eine Darlehnskasse zur Verfügung gestellt, falls am Ort ebenfalls 10 000 Frank für diesen Zweck aufgebracht werden. Es wurden älsdänn noch bewilligt für Monastir 3500 Frank, Strumitza 1000 Frank, Serres 1500 Frank und Karaferia 500 Frank. Die Festung Janina, die zurzeit noch von Belagerungstruppen eingeschlossen ist und wo großer Mangel an Lebensmitteln herrscht, erfordert besondere Vorsorge, die auch, wie entsprechend für Adrianopel, seitens der Delegation für den Augenblick getroffen worden ist, in dem die Belagerung ihr Ende erreicht hat. Es werden zunächst 4000 Frank für Janina bereitgestellt. Wie die Delegierten in Sofia Unterredungen mit dem König und der Königin von Bulgarien gehabt hatten, durch die ihnen die Durchführung ihrer humanitären Ausgaben erleichtert wurde, so wurden sie auch vom König Georg von Griechenland in Saloniki in Audienz empfangen. Der König nahm eine freundliche Haltung an und stellte Berücksichtigung der vorgebrachten Wünsche in Aussicht. Die Kommission reiste von Saloniki über Kawalla und Dedeagatsch weiter nach Konstantinopel, wo sie Ende Januar eintraf." Diesem vorläufigen Berichte wird sich in den nächsten Nummern ein ausführlicher definitiver anschließen. Folgender Aufruf des Hilfsvereins für die' i e m en i Li schen Juden geht uns zur - Veröffentlichung zu: . , Berlin, 25. Januar 1913. In der Landschaft Jemen in Südarabien lebten noch vor kurzem etwa 60 000 Juden. Fortwährende Verfolgungen seitens der fanatischen Einwohner, die sich zudem in stetem Aufruhr gegen die türkische Negierung befinden, und die elende wirtschaftliche Lage,' die sich oft bis zu Hungersnöten steigert, haben diese jüdische Bevölkerung dezimiert. Gegenwärtig versucht es der Rest, sich durch die Auswanderung nach Palästina zu retten, dem nächsten Gebiet, wo Juden unter günstigeren Verhältnissen leben. Diese Einwanderung anspruchsloser, arbeitswilliger und intelligenter Leute bringt dem allgemeinen jüdischen Kolonisationswerk in Palästina, das zurzeit mehr als 40 landwirtschaftliche Anfiedlungen mit ca. 12 000 Einwohnern umfaßt, in den verschiedensten Hinsichten ganz außerordentlichen Nutzen, so daß die Rettung der jemenitischen Juden gleichzeitig auch dem großen Felde der jüdischen Palästinabestrebungen in hohem Maße zugute kommt. Aus diesen Gründen hat der Verein „Esra" für die Uebersiedlung der Jemeniten und für ihren Unterhalt in . der ersten Zeit sehr beträchtliche Mittel zur Verfügung gestellt. Für Arbeit und Brot ist meist in der Weise gesorgt, daß die Einwanderer als sehr geschätzte Hilfskräfte in den jüdischen Kolonien Beschäftigung finden. Was aber fehlt, sind Häuser nebst einem Stück Feld oder Gartenland. Mit einem Aufwand von 1000 Frank pro Familie hat der Jüdische Nationalfonds bereits mehr als hunverr jemenitischen Familien zu Land und Haus verholfen, es gilt aber jetzt, die gleiche Unterstützung mehreren tausend jemenitischen Familien innerhalb der nächsten Jahre zuteil werden zu lassen, damit jener eigenartige jüdische Stamm vor Ausrottung bewahrt und dem Judentum erhalten bleiben möge. Zu diesem Zwecke bittet das unterfertigte Komitee um freundliche Ueberweisung von Beiträgen, deren entsprechende Verwendung der Nationalsonds aus sich genommen hat. Spenden in Höhe von 1000 Frank (800 Mark) ermöglichen die Beschaffung einer Landparzelle mit einem Häuschen, das nach dem Wunsche des Stifters seinen eigenen oder einen anderen Namen z u d a u e r n d e r E r i n ue - r u n g tragen soll. Mit vorzüglicher Hochachtung Das Hilfskomitee f ü r d i e jemenitischen Juden. (Folgen die Unterschriften.) Nähere Auskünfte erteilt das „Hilfskomitee für die jemenitischen Juden", Berlin-Wilmersdorf, Kaiserallee 168. Zahlstelle: Bankhaus Veit, Selbcrg u. Eie. Berlin W 8, Französische Straße 49.- Postscheckkonto: Berlin 4396. * Ueber die Juden in Frankreich bringt die „Köl-. nische Zeitung" nachstehenden Artikel: In der Februarnummer des Nineteenth Century macht Eugene Tavernier einige interessante statistische Angaben über das Fortkommen der Juden in Frankreich. Was zunächst die Zahl der Juden im Lande angeht, so läßt sie sich nicht, wie in Deutschland, genau seststellen, da wie in vielen anderen Ländern auch bei den Volkszählungen und bei der polizeilichen Kontrolle der Einwohner keine Angaben über die Religion gemacht werden. Die Schätzungen, auf die man daher für die Zahl der Juden in Frankreich angewiesen ist, stammen von den Juden selbst. Eines ihrer Organe, der Univers Jsraolite, berechnete die israelitische Bevölkerung der Hauptstadt für 1905 aus 70 000 Einwohner; diese Zahl muß sich seither wesentlich vermehrt haben. Im ganzen Lande, einschließlich Algerien, wo die Juden 1870 allesamt naturalisiert wurden, wird es etwa 300 000 Juden geben. Das sind eigentlich nicht viele Menschen im. Verhältnis zu der Stellung, welche die Judenheit im öffentlichen Leben Frankreichs heute einnimmt. Ihre Organe legen großes Gewicht darauf, der -Gesamtheit der Rasse das Auskommen der einzelnen vor Augen zu halten und verzeichnen mit Genugtuung gewisse Ernennungen, namentlich in der Armee und dem Richterstand. Es ist daher möglich, unter Zuhilfenahme anderer Drucksachen, sich bis zu einem gewissen Maß ein Bild von dem Gedeihen der Juden im Staatsdienst zu machen, und man findet im einzelnen folgendes: Armee: Während derletzten acht Jahre sind drei Juden zu Divisions- und fünf zu Brigade-

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