Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 6 (7.2.1913)
- Date
- 1913-02-07
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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MW se e ) c i t i [ Wohltätern her-gegeben worden. Herr P e t e r.s d o rff spendete ein Dutzend komplette Anzüge für bie zu beherbergenden Armen. Ein DeSms.iAievuzrgSaPPa.vat ift für 800 Mark -angeschafft worden. Alle übrigen Einrichtungen 'sinö -aufs bequemste und Praktischste hergestellt. Vorläufig ist Raum für zwölf Jnsiasselr geschaffen. Die. Gäste nahmen dann die Räume.der Anstalt in Augenschein. — Der Verein der wohltätigen Freunde hielt am 18. d. M. seine diesjährige ordentliche Generalversammlung.-.ab. .Den Vorsitz führte Herr Max L u t> i n ski. Vor Eintritt in die eigentliche Tagesordnung wurde der im- Laufe des vergangenen Jahres verstorbenen Mtgliede.r ehrend gedacht, wobei die Versammelten sich von ihren Sitzplätzen erhoben. Hierauf wurde der Jahres- und Kassenbericht erstattet. Der Verein zählt gegenwärtig 60 Mitglieder, und betrug die Jahreseinnahme inkl. des Bestandes aus dem Vorjahre von. 1271.42 Mark im ganzen 6311.67 Mark. Die Gesamtausgabe belief sich auf 4955.65 Mark, so daß ein Saldovortrag für das nächste Jahr von 1356.02 Mark sich ergab. Die beantragte Dechavge.für den Rendanten wurde, erteilt. Es folgte nun die Beratung resp. Genehmigung des Etats Pro 1913. Zu Vorst-cmdsmitgliedern wurden -gewählt die Herren: Max Lubinski, Leopold Placzek, Adolf Loewy, Abraham -Gutmann, Samuel Swarseltski, Georg Lauster, und. in die Revisionskommission' -die. Herren: Josef Bad-t, Julius Kiwi -und Julius Lesser. Zuletzt gelangten noch einige Anträge zur Annahme. — In der Handelskammersitzung wurde der bisherige Vorstand, -bestehend.-aus den Geheimräten Herz und Naz-ary Kontorowicz, sowie dem Kaufmann. Israel Friedländer wiedergewählt. ' e/a Breslau, 31. Januar. Der soeben zunr Versand gelangte Jahresbericht des j ü b i s ch - t h e o lo g i s ch en S em i n a r s der Fraenckelschen Stiftung für das Jahr 1912 wird durch eine Abhandlung von Dr. M. Brann über „Dj^ schlesische Judenheit vor-und nach dem Edikt vom 11. März 1812" eingeleitet, der sich die Namen der seinerzeit im Breslau geduldeten Judenfamilien anschließen. Dem Jahresbericht selbst entnehmen wir, daß die Zahl.der Studierenden im vergangenen Jahre die . gleiche geblieben ist. Von ehemaligen Zöglingen sind in Aemter berufen worden: Dr.. Kantorowsky zum Rabbiner in B.ernhurg (Anhalt), Dr. Reach, bisher in Gaya, zum Rabbiner der deutsch-österreichisch-israelitischen Kultusgemeinde in Konstantinopel, Dr. de Hans zum zweiten Rabbiner in Kattowitz und Dr. Lewkowitz, bisher in Schneidemühl, zum Rabbiner in Berlin. — 3ln- Geschenken bzw. Legaten gingen dem Seminarzu von Herrn L. Vogelstein, aus New-Pörk, zur Erinnerung an seinen Vater, den Rabbiner Dr. Vvgelstein in Stettin, 100 Mark, von Kurator Stadtrat Marck zum Andenken an seine verstorbene Mutter die Summe von 500 Mark als Klara Marcksches Legat und von den Herren Heimann und Karl Daniel zur Erinnerung an ihren verstorbenen Vater, Salomon Daniel, ein Legat von 1000 Mark. — Die Zinsen aus dem Dr.-Zacharias-Fraenckel-Fonds haben auch im vergangenen Jahre . die ihrer Bestimmung entsprechende Verwendung gesunden. W. Hohensalza, 31. Januar. Der Israelitische Frauenverein veranstaltete zur Feier des fünfundzwanzigjährigen Bestehens am 19. dieses Monats ein Wohltätigkeitsfest. Herr Gemeinderabbiner Dr. Koh n hielt die Festrede. Er feierte in beredten Worten das wohltätige Wirken der Frauen und gedachte besonders der Gründerin des Vereins, Frau Kommerzienrat Eva Levy. In begeisterten Worten beleuchtete er die langjährigen Verdienste des Vereins aus dem Gebiete der Mildtätigkeit. Frau Kommissionsrat. Schwersenz sprach Redner seinen ganz besonderen Dank aus sür das Fest, dessen Erlös für die Armen bestimmt ist. Hierauf sprach Herr Sanitätsrat Dr.'Warschauer im Namen der jüdischen Gemeinde. Er gratulierte dem Verein zum Jubiläum und dankte für das segensreiche, langjährige Wirken. Die frühere langjährige Vorsitzende und Gründerin des Vereins, Frau Kommerzienrat Eva Levy, hatte eine namhafte Summe für das Fest dem Verein überwiesen und durch weitere Spenden von seiten der Mitglieder des Vereins hatte die Veranstaltung den erhofften materiellen Erfolg. 22 Gleiwitz, 31. Januar. Unter dem Protektorat des Herrn Rab-. binerDr.Wilhelm Münz hat sich hier ein jüdischer Gesellenv e re i n gegründet. Der Verein verfolgt den Zweck, einen tüchtigen, ehrenwerten Meisterstand heranzubilben. Diesen Zweck sucht er zu erreichen-durch: a) Fortbildung der Gesellen; diese setzt sich zusammen aus öffenblichM Vorträgen, Belehrungen und Unterweisungen in der Geschäftsführung, Lesen geeigneter Schriften, Anregung und Pflege einB kräftigen,. religiösen und bürgerlichen .Sinnes und Lebens; verschieden. Durch den Heimgang dieses ausgezeichneten Mannes hat unsere kleine Gemeinde einen herben, fast unersetzlichen Verlust erlitten. Mehr als dreißig Jahre hatte er das Vorsteheramt inne, das er mit großem Takt und in gerechtester Weise verwaltete. Er fand aber außerdem neben seiner überaus reichen Berufstätigkeit noch viel Zeit, sich in hingebungsvoller Weise zahlreichen Ehrenämtern viele Jahre hindurch zu widmen. So gehörte er dem Stadtverordneten-, in den letzten Jahren dem Magistratskollegium an, war Präses der Handelskammer, Dezernent der Fortbildungsschule und'Mitglied und eifriger Mitberater vieler Vereine. Sein Leichenbegängnis zeugte von seiner Wertschätzung und Beliebtheit. Von nah und fern waren Männer herbeigeeilt, um Max Jonas die letzte Ehre zu erweisen: Abgeordnete, die Behörden der Stadt mit dem Bürgermeister, die Lehrerschaft, die Elite der Bürger aus Stadt und Land. Herr Rabbiner Dr. Lucas aus G'logau schilderte in seiner Leichenrede in wohldurchdachten und ergreifenden Worten die Verdienste des um unsere Gemeinde hochverdienten Mannes, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. V. 1^. Chemnitz, 31. Januar. Vor kurzem fand hier in den Räumen der Saxoni-aloge die Jahresversammlung der „Konferenz israelitischer Lehrer im Königreich Sachsen" statt. Diese noch junge Lehrervereinigung wurde aus Anregung des Herrn Lehrer G r u nb er g in Zwickau im vorigen Jahre - begründet und bezweckt die berusswissenschastliche Fortbildung und Vertretung der Standesinteressen seiner Mitglieder,, den besonderen schulgesetzlichen Bestimmungen, unter denen sie tätig sind, entsprechend. Die Vereinigung hat sich als-besondere Gruppe dem Verbände israelitischer Lehrer Mitteldeutschlands angeschlossen. Bei der diesjährigen Versammlung war die Mehrzahl der sächsischen Religionsbeamten erschienen, sowie eine Anzahl Vertreter der sächsischen, israelitischen Religionsgemeinden. Am zahlreichsten war der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Chemnitz vertreten: durch den ersten Vorsitzenden.Herrii Kommerzienrat L. Ladewi g , . den zweiten Vorsitzenden - Herrn Bernhard Kupferberg , sowie die , der Schulkommission angehörenden Herren Gotthold Schreiber und. Theodor. W an g e n.h e i m. Die Gemeinden Annaberg und. Zwickau * waren durch die Herren Chanauge und Z s ch o ck e. vertreten. Als Abgesandter der hiesigen Loge wohnte. Herr Expräsident Felix Frank der. Versammlung: bei. Nachdem der Vorsitzende der Konferenz israelitischer. Lehrer im Königreich Sachsen, Herr Lehrer S. Somme r f e I d - Chemnitz, die Versammlung begrüßt hatte, erhob sich , der erste Vorsitzende der israelitischen Neligionsgemeinde zu Chemnitz, Herr Kommerzienrat L. Ladewig, zu einer-begeisterten und begeisternden Ansprache, in.der er die Konferenzteilnehmer begrüßte, alsdann einen geschichtlichen Rückblick ans die Entwickelung der amtlichen und. gesellschaftlichen Stellung der. israelitischen Religionsbeamten warf und am Schlüsse darauf hinwies, daß Religionsgemeinden und.Religionslehrer an der Erreichung eines gleichen Zieles arbeiten. Sie müßten sich deshalb mit gegenseitigem Vertrauen in ihrer Arbeit fördern und unterstützen. Auf diese mit großem Beifall ausgenommene Ansprache erwiderten der Vorsitzende und Schriftführer der Konferenz, die Herren Sommerfeld-Chemnitz und Grünberg-Zwickau, dankten namens, der Lehrervereinigung für das wohlwollende und freundliche Entgegenkommen des "Vorstandes der Chemnitzer Neligionsgemeinde und gaben der Ueberzeugung Ausdruck, daß in der rechten-Würdigung der Tätigkeit der Religionslehrer seitens der Religionsgemeinden die beste Gewähr für das gute Einvernehmen der. Konferenz israelitischer Lehrer mit dem israelitischen Religionsgemeindenverbande im Königreich Sachsen liege. Die beiden Referate hatten die Konserenzmitglieder' N a t h a n - Chemnitz und L i e b e r m e n sch - Plauen übernommen. Herr Lehrer Nathan sprach über die Behandlung-der biblischen Wunder im Religionsuntericht. Er wies in diesem. Referat für alle innerlich religiösen Bibelauffassungen gangbare Wege nach, die zu dein Endziel führen, von den Zöglingen die ewigen Lebenswahrheiten, die den meisten biblischen Wundererzählungen zugrunde liegen, so klar erfassen und tief empfinden zu lassen, daß ihnen jeder Wahrheitsbeweis für die biblischen Wunder unnötig erscheint, da ihre Ehrfurcht vor der Bibel allein auf Erkenntnis der ewigen Wahrheiten beruht, die sie lehrt.. Eine aus solche- Art begründete Ehrfurcht vor der Bibel wirkt fürs ganze Leben, weil alsdann kein Zögling, der in seinem späteren Leben die.Wahrheit ernstlich sucht, eine andere finden kann, als die, welche er im Religionsunterrichte fand. Herr Lehrer L i 'e be r m e n s ch - Plauen: wies in seinem Referat über