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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-01-31 · Heft 5 (31.1.1913) · p. Seite 60

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 5 (31.1.1913)
Date
1913-01-31
Page
Seite 60 (sequence 12)
Language
German
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es hübsche historische Schilderungen und sehr anmutige Neisebeschreibungen aus Palästina enthält. Ich hebe das Kapitel „Deboraschlacht" hervor, das sich sehr gut liest, ferner den Abschnitt „Jahwe-Baal"; auch andere könnten genannt werden. In gar manchen der Kapitel des Buches werden große Abschnitte der biblischen Bücher, besonders der Propheten und ihrer Weissagungen in moderner Weise vorgetragen.' Sehr merkwürdig aber, wenn ich nicht irre, recht bestreitbar sind die Bemerkungen über die Auferstehungshoffnungen und den Auferstehungsglauben der Juden (S. 145 sf.). Ins einzelne kann ich nicht gehen, aber-ich glaube sagen zu dürfen, daß der Teil des Buches, der dem Judentum gewidmet ist, manchem unserer Leser behagen wird. ' L. G. Sprechsaal. E l b e rfel d, 24.. Januar 191-3. Sehr geehrter Herr Redakteur! Der in Nr. 2 des „Israelit" vom 9. Januar abgedruckte Bericht aus Elberfeld über eine öffentliche Versammlung der Ortsgruppe der liberalen Vereinigung entspricht in wesentlichen Punkten nicht den Tatsachen. Zunächst stimmt es nicht, daß ans der gegnerischen' Seite „mindestens eine knappe Majorität" anwesend war. Der Einsender fügt freilich vorsichtigerweise hinzu: „meiner Schätzung nach"; und sein Irrtum ist durchaus verzeihlich, da die Gegner (in der.Mehrheit die aus Rußland und Galizien zugezogenen Glaubensgenossen) sehr geschickt über den Saal verteilt waren und so bei ihrem Beisallstvben den Anschein erweckten, als stände die Mehrheit der Versammlung auf seiten der Diskussionsredner. Völlig ans der Lust gegriffen dagegen ist die Behauptung des Einsenders, daß „die liberale S a ch e d i e s m a l glänzend Fiasko gemacht" haben soll. Das geradeGegenteil ist der Fall. Abgesehen davon, daß unsere recht ansehnliche Ortsgruppe an jenem Abend wiederum eine Anzahl neuer Mitglieder gewonnen hat, hatte sie vor allen Dingen einen moralischen Erfolg zu verzeichnen, und den verdankt sie vielleicht weniger dem gediegenen Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Kaelter, als dem unwürdigen.Vorgehen der Gegner. Herr Dr. Kaelter hatte in seinem streng sachlichen Vortrage über die „Richtlinien" weder die Orthodoxie noch den Zionismus auch nur mit einer Silbe angegriffen. Da erhob sich als erster Diskussionsredner Herr Dr. med. Grüneberg, der Vorsitzende der zionistischen Ortsgruppe. Ohne jeden Grund verließ er den sachlichen Boden, um in heftigsten Worten gegen die liberalen Rabbiner vom Leder zu ziehen. Wohl erntete er dabei „starken Beifall", aber nur bei den Ausländern, denen es an parlamentarischer Schulung fehlt, die daher nicht zu erkennen vermögen, daß das Uebergehen zu persönlichen Angriffen ein Zeichen der Schwäche ist. Die deutschen Zionisten dagegen waren über die Worte ihres Führers aufs höchste entrüstet, woraus sie ihrem Führer und uns Liberalen gegenüber auch kein Hehl gemacht haben. Die zahlreichen liberalen Mitglieder unserer Gemeinde aber können ihr Befremden und ihren Unwillen darüber nicht los werden, daß es ausgerechnet ein Atheist sein muß, ein Mann, der in öffentlicher Versammlung erklärt hat, er sei mit der Religion fertig, daß gerade ein Mann dieser Denkungsart es sein muß, der sich bei jeder Gelegenheit als Wortführer und Vorkämpfer der Orthodoxie a^fspielt. Auch der zweite Diskussionsredner, Herr Zahnarzt Ehrmann aus Werden a. Ruhr, der „in ironischer Weise" sprach, konnte schon wegen dieser Ironie der Sache des religiösen Liberälismys keinen Abbruch tun. Der Kampf, dergege n w ä r t i g i n der deutschen I u - d LNh e i t a u s g es o ch t en w i r d, i st de nn d o ch z u er nst, u m mit billigen Witzen geführt zu werden. So konnte Herr Ehrmann auf die ernsten Besucher der Versammlung auch nicht den geringsten Eindruck machen; er wurde von ihnen nicht ernst genommen. Wir ehrlich Liberalen lassen es an Verständnis für die orthodoxe Richtung gewiß nicht fehlen. Im eigenen Interesse dieser Richtung aber liegt es, daß'sie in unseren liberalen Versammlungen von Männern vertreten wird, die mit Ernst und Würde sprechen, und von denen man weiß, daß der orthodoxe Standpunkt ihnen Her-, zenssache ist. Hochachtungsvoll Ein Mitglied der Ortsgruppe der liberalen Vereinigung. ■ ■■ * Oppeln. Vorstand Und Repräsentanten der hiesigen Gemeinde haben in einer gemeinsamen Sitzung zu dem Nichtlinienstreit Stellung genommen.' Einstimmig wurde der Beschluß'gefaßt, der Resolution der Shnagogengemeinde Berlin (in der Nürnberger Fassung) beizutreten. * Monismus und Ch r istentu m. In der „Pädagogischen Warte" (Heft 1, 1. Januar 1913) findet sich ein mit vorstehender Ueberschrist versehener Artikel von Dr. Heinrich Pudor,-Leipzig-Stötteritz. Was der Verfasser dort gegen den Monismus von seinem christlichen Standpunkte aus vorbringt, soll hier nicht in Betracht gezogen werden. Auch der Passus: „Zudem ist der Monismus eine Weltanschauung, die völlig undeutsch ist, weil sie ohne Gemüt und Seele ist und diese wertvollsten inneren Kräfte des Menschen ganz aus dem Spiel läßt. Er wird deshalb auch gestützt und propagiert von den zwei Feinden des Deutschtums, von den Juden und von den Sozialdemokraten, lieber die Sozialdemokraten und Juden kann man sich freilich nicht Umndern, wenn sie Monisten sind. Denn sie sind bestrebt, auflösend und zersetzend zu wirken und die Stützen des Deutschtums fortzuziehen", erregt als Auslassung des als Judengegners sattsam bekannten Autors weiter keine Verwunderung. Was mich aber mit Befremden erfüllt, ist die Tatsache, daß die Schriftleitung der „Pädagogischen Warte" diesen Passus unbeanstandet - passieren ließ. In.einer Zeitschrift für wissenschaftliche Padägvgik und Lehrersortbildnng, welche von Lehrern aller Konfessionen gelesen wird, sollten doch antisemitische Tiraden füglich keinen Raum finden. Zudem weiß ich mich mit tausenden meiner jüdischen Bernssgenvssen, eins in der Verwerfung der monistischen Weltanschauung, wie denn auch der deutsche Lehrer jüdischen Glaubens, der in die ihm anvertrauten Kinderseelen das Samenkorn der Religion und Vaterlandsliebe einpflanzt und liebevoll pflegt, die Gemeinschaft mit der Sozialdemokratie von sich weist. Das hätte die Schriftteitnng der „Pädagogischen Warte" bedenken und als --- Zeitschrift für Lehrer -. diese Kränkung der jüdischen- Bernfsgcnossen vermeiden können. C. V. * Löbliche Redaktion! Zum Artikel „Ein alter Grabstein" in Ne. 2 Ihrer genliäßten Zeitschrift bemerkte ich: . anstatt mal ist zu lesen imriXl „ nm » - mm .. mps , » mops Dies ist mit Deutlichkeit aus der beigedruckten Photographie ersichtlich, mintfi ist sehr gut zu lesen, über "lim sowie über mp3 befindet sich ein Punkt. Nechlin ist somit Schwester und nicht Bruder des Mosche bar Zehnda halevi. Mit vorzüglicher Hochachtung Dr. Eottsried Frcudmann, Wien. * - Löbliche Redaktion! In den „Literarischen Mitteilungen" von Nr. 62 v. I. dieser Wochenschrift schlügt Herr E. aus Tilsit vor, daß Wort in dem Gesäuge S'HDftn gänzlich fortzulassen und beruft sich dabei u. a. auf 1. B. M., Kap. 22, 17. Die scheinbare Schwierigkeit, hie das genannte Wort bietet, entfällt, wenn man bedenkt, daß der Gesang nicht für den Sabbatäbend, sondern für den V e r s ö h n u n g s t a gabend ursprünglich bestimmt war. Am Versöhnungstage beten wir wiederholt um nD3“iE um „Nahrung und Existenz", ohne dabei etwas Anstößiges zu finden. Der Hamawdilgesang 'wiederholt gleichsam die am Tage verrichteten Gebete und bildet somit deren Fortsetzung. Als Gesang für den Säbbatausgang enthält jenes Wort eine gewisse Schwierigkeit, nicht aber als Gebet für den Ausgang des Bersöhnungstages. " Zittau (Mähren). Dr. F eli r Kant er. Berichtigung. Nr. 4 ©. 48 Sp. 2 Z. 32 muß es Heißen: I. Q. N. statt: N. Z. Ä. N., Z. 34 Buchhändler statt Dozenten. - .

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