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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-01-24 · Heft 4 (24.1.1913) · p. Seite 48

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 4 (24.1.1913)
Date
1913-01-24
Page
Seite 48 (sequence 12)
Language
German
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48 Entsprechend dem Zwischen der hiesigen deutsch-israelitischen Gemeinde mcd den beiden einander gleichberechtigten Kultusverbänden bestehenden Verhältnis erkennt die deutsch-israelitische Gemeinde nach ihrer Verfassung die Funktionen und Entscheidungen der Rabbiner beider Richtungen auch in Ehea n g e l e g e n h eiten gleicherweise an. Hamburg, Januar 1913. Der Vorstand des israelitischen Tempelverbandes in Hamburg. Joseph LiPPmann, Vorsitzender. Aufruf! Es ist beabsichtigt, dem Germanischen Museum in Nürnberg eine Sammlung solcher Altertümer anzugliedern, die für das Leben der Inden in Deutschland charakteristisch und wertvoll sind, um so nicht nur einzelne kulturhistorisch wichtige Gegenstände vor dem Untergang und der Vergessenheit zu bewahren, sondern um auch die seit alters her Zwischen christlichen und jüdischen Deutschen bestehenden Beziehungen und den Anteil der Juden an derdeutschen Kulturentwicklung vor Augen zu führen. Dieses kleine, aber eindringlich zum Beschauer sprechende „Deutschjüdische Museum" sei nicht Eigentum einer einZelnen Gemeinde, sondern .Erbe und Stolz aller deutschen Juden, ähnlich wie das Gerinanische Museum Nationaleigentum aller Deutschen ist. Und in den Räumen und als ein Teil dieses großen Museums werde es errichtet, um auch äußerlich unsere Zugehörigkeit zur großen deutschen Volkssamilie knndzntun. Die hochgeschätzte Leitung des Germanischen Museums hat sich in dankenswerter Weise bereit erklärt, die schon in ihrem Besitz befindlicheil Schätze mit den neu hinzukommenden zu vereinigen und einen geeigneten Raum zur Verfügung zu stellen, sobald die Sammlung einen entsprechenden Umfang gelvonnen hat. Einstweilen aber gilt es, dem Unternehmen die Wege 31t bahnen, indem wir jetzt schon geeignete Gegenstände erwerben und die hierfür nötigen Mittel beschaffen. Wir richten deshalb an alle Freunde dieser Idee die höfliche Bitte, das beabsichtigte Unternehmen durch freundliche Zlüvendung von Geldspenden oder geeigneten Gegenständen, eventuell unter Eigentumsvorbehalt, fördern zu lvollen, damit das Deutsch-jüdische Museum, dessen Errichtung ein Akt der Pietät gegen unsere Vergangenheit und ein Bekenntnis unserer jüdischen und dellt- ' scheu Gesinnung sein soll, bald Gestalt gelvinne, den gegenwärtigen und künftigen Geschlechtern zur Lehr', dem deutschen Judentum aber zur Ehr'. Nürnberg, Dezember 1912. Samuel Bloch, Rabbiner Dr. Frendenthal, Geh. Komnlerzieurat Ludlvig Ritter v. Gerngros, Konnnerzienrat Wilhelm Gerngros, Hofrat Dr. med. Goldschmidt, Justizrnt Dr. Held, Geh. Hofrat Jnstizrat G. Josephthat, Kommerzienrat L. Metzger, Institutsdirektor I. Seifensieder, Regierllngs-Baumeister Wallersteiner. Die Anregung, das Germanische Museum beim Sammeln kuüsi- oder kulturgeschichtlich wertvoller deutsch-jüdischer Altertümer tatj kräftig zu unterstützen und finanziell zu entlasten, können umnur auf das wärmste begrüßen. Ist doch die gesamte Entwicklung unserer vaterländischen Anstalt von der Idee getragen, daß die einzelnen Kreise, Stände und Berufe unseres Volkes hier Mitarbeiten, für ihre Vertretung im Nativnalmnseum selbst mitsorgen sollen. So wünfcfjcn wir dem neuen Unternehmen das beste Gelingen! Das Direktorium des Germanischen Nntionalmusenms: Dr. v. Bezold, Dr. Th. Hampe, I. Direktor. II. Direktor. Geldsendungen beliebe man unter der Bezeichnung „Für die Sammlung Deutsch-jüdischer Altertümer" an die Dresdner Bank Filiale Nürnberg' (Postscheckkonto Nr. 80), Zuschriften wegen Erwerbung von Gegenständen an den mitunterzeichneten Direktor I. Seifensieder, Obere Turnstraße 1, oder auch direkt an das Germanische Museum zu richten. Erklär u n g. Seit einiger Zeit gehen unter der Bezeichnung „Deutscher K a n t 0 r e n b u n d" I. A. H a h n von Berlin aus Eingaben an Behörden, Korporationen, Gemeinden ustv., die dem Ansehen und den Interessen der Inden Deutschlands und den Kantoren insbesondere von Schaden sind. Dieser „Kantorenbund" hat mit der anerkannten Vertretung der deutschen Kantoren, dem „Allgemeinen Dents ch e n K a n t 0 r e n v e r b a n d E. V.", auch nicht im entferntesten das allergeringste zu tun. Nach den. uns.zuteil gewordenen Informationen gibt es einen „D eutschenKa n t v r e n h un d" überhaupt nicht, auch ist ein Kantor H a h n in Berlin gar nicht ausfindig zu machen. Ferner sehen wir uns veranlaßt, zu erklären, daß der „Allgenreine Deutsche Kantorenverband E. V." und dessen geschästsführender Ausschuß noch nie an die Preußische oder an eine andere Negierung hernngetreten ist wegen der A n st e l l u n g von Ausländern als Kultusbeamte, noch an Korporationen oder Gemeinden, um innere Angelegenheiten derselben zu kritisieren. Alle diese Machenschaften scheinen vielmehr von einer Einzelperson auszngehen, die mit ihrem schändlichen Treiben unter der fingierten Flagge „Deutscher K a n - torenbund" segelt, um durch die leicht mögliche Namensverwechselung die soliden Grundsätze und das Aufblühen des „Allgemeinen Deutschen Kantorenverbandes" zu durchkreuzen. Wir werden für jede Nachricht dankbar sein, die.uns den Weg zeigt, das Nest des Herrn H a h n und seines . „De u tsche n K a n t 0 r e n b u n d e s" zu ermitteln. D e r A lt s s ch u ß des Al l g e m e i n nt Deut s ch e n K a n t v r e n v e r b a n d e s E. V. H e n l e, Hamburg, F a b i s ch, Göttingen, Zivi, Elberfeld, L e v y, Frankfurt a. M., Bellak, Zittau, H e y m a n n , Straßburg i. E., H 0 f st e i n, Dresden, Leib 0 witz, Posen, N e u st a d t, Berlin. In seiner Besprechung von Theodor Ber-Rabba macht Dr. I. Elbogeu (oben Seite 18, Anmerkung 2) auf die Seltsamkeit aufmerksam, daß die Fehler der alten Ausgaben sich vielfach auch in einer aus Jemen stammenden Handschrift finden. Die Erklärung, welche Dr. E. nicht findet, ist vielleicht ganz einfach: der jemenische Abschreiber hat eine D r u ck a usgab e kopier t. So besitze ich unter ineinen jemenischen „Handschriften" eine Kopie von einer modernen Ausgabe von n"K v“w mit ntovr "182. Um anderen Suchern Muhe zu ersparen, füge ich einen analogen Fall an: In N. Z. A. R. XVII, 641-erwähnt Professor R. Gottheil unter den Hss. in Kairo einen Band der Responsen von Durch freundliche Vermittelung von Prof. Mittwoch und dem Dozenten Dr. Pahuda bekam ich zu wissen, daß die Hss. nichts von D" 212*1 enthalte, sondern 288 Gutachten von Durch die Responsenzahl konnte ich vermuten, daß dies die pseudo-nachrnanischen G. A. seien, und meinte die Vorlage der schlechten Ausgabe (Venez. ca. 1519) ausgespürt zu haben. Ich erbat mir Proben, und diese zeigten, daß die Hss. eine geistlose Abschrift der Druckansgabe sei. Denn auch die Bog e us i g n a t u r e n der Druckerei waren mitkopiert. Kopenhagen, 12. Januar 1913. D. S i m v n s e n. * In der ersten Nummer der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. Januar d. I., in dem Aufsatze „Aus dem Wege nach Jerusalem", schreibt Herr Rabbiner Dr. Armand Kaininka-Wien: „Maimonides selbst hat übrigens über die Frage des Wohnens in Aegypten, wo er seinen „Mischnah Thora" -und seinen „More Nebuchim" verfaßt hat, sich gar keine Sorgen gemacht" usw. Dem habe ich entgegcnzusetzen, daß Maimonides zu seiner Namensunterschrift die Worte hinzugefügt haben soll: „Der stets und ständig ein biblisches Gebot zu verletzen genötigt ist", nämlich das Gebot in Deut. 17, 16: „Und der Herr hat euch gesagt: Ihr sollt nicht mehr nach Aegypten zurückkchren". Bergl. A. Geigers Nachgelassene Schriften, Band 3, Seite 56. Prag, 5. Januar 1913. Dr. E m. S ch w a r tz. rEk Letzte Nachrichten. Das „Berliner Tageblatt" erhält aus New Pork folgendes Käbel- Telegranun: New Pork, 20. Januar. Der Senat zu Washington hat heute nach erregter Debatte unter Führung des Senators Lafolette die neue E i n w a n d e r u n g s v o rlage in ihrer jetzigen Form ab ge lehnt, weil eine ihrer Bestiminungen die Mehrzahl der I u d e n aus R u ß l a n d und R u m ä n i e n ausschließen würdeir. Aus ^Antrag des Senators Lodae geht die Vorlage, zur erneuten Beratung au das Repräsentantenhaus zurück, damit die betreffende Bestiinmung eliminiert werde.

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