Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 2 (10.1.1913)
- Date
- 1913-01-10
- Page
- Seite 18 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Exegese erklärten Stellen), dem Spervdrmck und den Stellenangaben für die zitierten Mbelverse liegt der Wert der Ausgabe in'ihrem kritischen Apparat. Der Verfasser hat nicht weniger als 15Handschriften und. 7 Druckwerke, die infolge ihrer Seltenheit den Handschriften an Wert fast gleichkommen, für seine Ausgabe herangezogen. Er hat eine Londoner Handschrift, die an sich' auch nicht ideal ist, aber unter den vorhandenen als die beste sich erweistzugrunde gelegt und in einem sehr reichen, kritischen Apparat mit außerordentlicher Gewissenhaftigkeit, die mitunter, fast übertrieben - erscheint, auch die kleinsten Abweichungen der-von ihm benutzten Texte angegeben. Dazu tritt sein Kommentar mit einer - Menge von Parallelen aus der verwandten Literatur und mit den notwendigen sprachlichen und sachlichen Erläuterungen. Der Vorzug der Ausgabe Theodors erhellt aus der einfachen Tatsache, daß unsere Druckaus-gaben einen vollständig v e r st ü m me l t e n Text bieten. Man braucht den kritischen Apparat nur an wenigen Stellen zu vergleichen und wird sofort gewahr, daß die verbreiteten Texte, die alle den Wortlaut der Venediger Ausgabe von 1545 mit Hinzusügung einiger neuer Fehler bieten, aus keiner der vorliegenden Handschristen geflossen sind, daß in jener Ausgabe ganz urplötzlich eine erhebliche Verschlechterung des Textes zutage tritt, die entweder auf eine ungewöhnlich wertlose Handschrift oder auf absichtliche Verunstaltung durch den Herausgeber zurückgehen muß?) Hätte Theodor nichts weiter getan als die handschriftliche Ueberlieserung wieder zugänglich gemacht, dann hätte er schon dadurch sich ein wesentliches Verdienst um die Missenschaft erworben. Man vergleiche ein beliebiges Kapitel in Theodors Ausgabe mit dem üblichen Texte, man wird fast auf jeder. Zeile Abweichungen von der handschriftlichen Ueberlieserung, Entstellungen und Verstümmelungen der ursprünglichen Vorlage begegnen. Für den praktischen Gebrauch werden sie nicht immer von beträchtlicher Bedeutung sein, aber für die Wissenschaft.ist natürlich nur ein auf den besten Quellen beruhender Text wertvoll. Dazu kommt, daß an manchen Stellen tatsächlich auch der Sinn völlig entstellt ist. H.ier sei in Kürze nur auf die folgenden Stellen hingewiesen. In unseren Ausgaben liest man Kap. 41,4 zu Gen. 14,1)*ij*orr 'pJtt THD*'**' wobei nicht ersichtlich ist, was die Münze Assar mit dem biblischen Namen Ellassar zu tun haben,soll; bei Theodor- S. 408, hingegen heißt es Dtt© p^n VJÖ und es ergibt sich, daß der Midrasch die Benennung für Haselnüsse pnv^ von der angeblichen Heimat dieser Frucht, dem Lande nob#* abgeleitet hat. Bei Theodor, S. 412, ist das Textwort (Gen. 14,6) mit Eleutheropolis (rinn hebr. Freiheit) identifiziert; dasselbe Wort findet sich in fast allen Handschriften, während in den Drucken ganz unerwartet ohne jede Begründung Metropolis dafür gesetzt ist. Es wäre zu wünschen, daß die Vollendung des zweiten Halbbändes von Theodors Werk rascher vor sich ginge, damit wir endlich die wissenschaftliche Ausgabe des Bereschit rabba vollständig besitzen. Von Ben Jehudas großem Wörterbuches liegt nunmehr auch der dritte Band vor, er reicht von n^pLN bis nYlfU Für den Benutzer wäre es erwünscht, daß die Bände möglichst mit dem Ende der einzelnen Buchstaben abschlössen. Bei den großen Enzyklopädien wird allerdings meistens auf diese Aeußerlichkeit nicht Rücksicht genommen, aber in . unserem , Falle handelt es sich um ein Werk, das auf verhältnismäßig wenige Bände beschränkt sein wird und auf diese Erleichterung sstr die Benutzung eher Rücksicht zu nehmen in der Lage 2) Seltsam -genug ist es, daß die Fehler der Ausgabe sich, vielfach auch in einer aus Deinen staunnenden Handschrift finden; die Gemeinsamkeit der Ueberlieserung ist kaum zu erklären. 8) TT’'"Di?n Thesaurus totius hebrailatis yyn Weser Ben Iehuda, Vol.HI. Schöneberg, Hangenscheidt. wäre. Es zu erreichen, wäre. vielleicht nicht so schwer, wie der Verfasser im ersten Augenblicke meinen, wird; meiner Ansicht nach könnte ein großer. Teil der exegetischen.oder religionsgeschichtlichen Exkurse in den Noten, so wertvoll sie an sich auch sein mögen, fortbleiben?) ein Wörterbuch kann nicht gleichzeitig auch ein ausführlicher Kommentar und eine Geschichte der Auslegung sein. Auch bei den Stellenangaben ließe sich vielleicht hier und da sparsamer Vorgehen; das. System, nach dem die Stellen genannt sind, ist mir noch nicht ganz durchsichtig, und ich vermag bisher nicht zu sagen, wo da d-er Hebel angesetzt werden müßte. Aber das betrifft nur Fragen der Symmetrie. Für die Beurteilung des Wertes eines großen Wörterbuchs. ist an erster Stelle die Frage der Vollständigkeit maßgebend, und da muß man dem Verfasser volle Aner.kennung zollen. Ich habe diesmal einige Bücher aus verschiedenen Wissensgebieten hergenommen und geprüft, ob die in ihnen vorkommenden Wörter' sich beim Verfasser finden. Das Resultat ist sür ihn außerordentlich günstig, denn es waren nur sehr wenige Worte, die ich vermißte oder die nicht mit ihrer ersten Quelle angegeben sind?) Die zweite Frage ist dann die der Richtigkeit der angegebenen Bedeutungen -und Ableitungen. Philologen vom Fach haben da mancherlei auszusetzen, wie es aber überall, wo ein einzelner eine so umfassende Arbeit leistet, Vorkommen wird; ich möchte nur darauf. Hinweisen, daß die bei den einzelnen Worten angegebenen Bedeutungen nicht immer erschöpfend sind, daß der Sprachgebrauch in der wissenschaftlichen Literatur nicht immer vollständig verzeichnet ist?) Interessant sind die vielen neuen Worte, darunter eine Menge Abstrakta, die mit nn beginnen, sw daß sie in diesem Bande besonders zahlreich austreten. Auf den ersten Blick erschrickt man mitunter vor den Neubildungen, aber wenn man sie mit ihrer Umgebung im Thesaurus vergleicht, wird man rasch gewahr, daß sie nicht schlechter sind als.zahlreiche uns durch die mittelalterliche Literatur vertraute Abweichungen vom klassischen Hebräisch. Zu wünschen wäre es, daß das Verzeichnis der in den Quellenangaben genannten Literaturwerke vollständiger und jedem Bande beigegeben würde; nicht jeder Leser ist geneigt, Rätsel zu lösen?) Die dritte Publikation, über die hier zu berichten ist, ist eine Zeitschrift, die wir als Zeichen des Aufschwunges der jüdisch-wissenschaftlichen Studien in Amerika aufs lebhafteste begrüßen. Die Begründung eines so frei organisierten Forschungsinstituts wie des Drop sie College in Philadelphia ist an sich schon ein sehr erfreuliches Ereignis, es war ein vortrefflicher Gedanke der Leiter des Instituts, die oin gegangene Dierteljahrschrift Jewish Quarter ly Review wieder ausleben und damit die e r st e w i s s e n s ch a s tl i ch e jüdische Zeitschrift in A m e r i k a erscheinen zu lassen. Die Zeitschrift, deren zweiter Band vorliegt, zieht Mitarbeiter auch aus Europa heran — Männer , wie Aptowitzer, Bacher, Krauß und Perles find mit Aufsätzen vertreten — 4) Sehr ausführliche Exkurse finden sich z. B. S. 1268 ff.' zu m S. 1363 zu Exod. 15,2, S. 1393 ff. zu Ps. 144,2, S. 1373 zu ©ltSPV @.1413 äu . . 4 5 6) Jpn^T z. B. findet sich bereits jer. Taan. IV,, das ihm verwandte Wort pfeai fehlt. Bei ^nn fehlt S. 1457 die .von Sam. ibn Tibbon z. B. gebrauchte Form £Hnni Unter nöDH fehlen S. 1549 l-2L2n'N und n)©nn'n, die beide More 11,2 Vorkommen. 6) Einige Beispiele: S. 1523 heißt nicht nur zuschreiben, sondern bei Tibbon auch bedingen, pH S. 1717 bedeutet in der philos. Kunstsprache auch „Begriff".. Zu ^21 S. 1248 wird richtig die Bedeutung Himmel angegeben, aber an der angeführten Talmüdstelle heißt es Wohnung bzw. Tempel. h Was bedeutet z. B?die Quelle bei ni22nnn'S. 1225? Das zu m^nrn muß der Leser raten, daLp"lpp--ni'21^p ©1p^ ist Für viele Benutzer ist das Erraten der Quellen sehr lästig.