Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 52 (27.12.1912)
- Date
- 1912-12-27
- Page
- Seite 624 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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/Großherzog und der Großherzogin zum Feste Allerhöchstderselben goldenen Hochzeit in tiefster Ehrfurcht gewidmet von Hermann Zivi/ 'Oberkantor der Shnagogengemeinde Elberfeld. Verlag A. W. Küpper, -Elberfeld. - Sobald ein Nationalfest naht, wie der Geburtstag eines gekrönten Hauptes, suchen die Kantoren nach geeignten Kompositionen. Wohl haben die Heroen der Synagogenkomponisten wie Sulzer, Lewandowski, Weintraub, später Rafael Moor, Leon Kartschmarof, Mali Goldstein. Gesänge für patriotische Feste geschaffen. Besonders erfuhr der Psalm 21, Königspsalm, vielfache Vertonung. Alle hier geuannteu Komponisten verwandten ihr musikalisches Können mehr für den Chorsatz, nicht aber für den Vortrag des Kantors. Letzteres tat aber der rühmlichst bekannte Oberkantvr der Elberfelder Gemeinde, Herr Hermann Zivi, in seinem Kvnigspsalm. Dieses Opus reiht sich -würdig den anderen Kompositionen, mit denen Zivi die synagogalgesangliche Literatur vielfach bereichert hat, an. Die ersten zwei Verse, die eine wörtliche Uebcrsetzung des Psalms wiodergeben, läßt der Komponist kils Rezitativ in k-äur unter Begleitung von feierlichen, harmonisch wirkenden Akkorden, vom Kantor singen. Nach dem Sela leitet die Orgel mit zwei Takten zu einer Arie mit obligater Orgelbegleitüng über, die sich durch edle Melodie und harmonische Reize auszeichnel. Nun schließt der Komponist, nachdem der Kantor reichlich znr Geltung kam, den Psalm mit einem wirkungsvollen Chorsatz, wo der Baß mit einem Fugenthema einsetzy um der Feier ein besonderes Gepräge zu verleihen. So empfehle ich diese wohlgelungene ZiviMe Komposition, die sich zu nationalen Festen ganz vorzüglich eignet, den Kantoren aufs beste. Königlicher Musikdirektor A. Friedmann, Berlin. •#- — In dem Gesänge lautet in unseren Gebetbüchern die Schlußformel des ersten Satzes: rtb'bz biro rryy iJtni „Unsere Nachkommenschaft und unser Geld mehre er wie den Sand und die Sterne in der Nacht." Nach dem Vorgänge des Wilnacr Gaon ändert das Badische Reformgebetbuch das Wort »und unser Geld" in lUftlbtTl »und unseren Frieden". Mir scheint diese Aenderung eine verfehlte. „Wie Sand und wie die Sterne" kann nur ein zählbarer Gegenstand gemehrt werden, nicht aber ein Abstraktum, wie es der Friede ist. Am richtigsten lassen wir das Wort 12L221 „und . unser Geld" ganz fort. So fehlt es auch in den scphardischen Gebetbüchern, auch 1. B. M. 22, 17. Tilsit. E. Liichereinlsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Judentum und Christentum. Vortrag gehalten in Prag am 12. Februar 1912 im Säulensaal des Deutschen Hauses von Jenny Durege, Verlag R. Zacharias, Magdburg-N. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. Schriftleitung: Dr. Bruno Blau. 8. Jahrgang. Heft Nr. 11. November 1912. The Jewish Review edited by Norman Bentwich and Dr. Joseph Hochmann. Yol. III. No. 16. Nov. 1912. London Leo Routledge & Sons. Zum Denkproblem der Tiere nebst Anhang: Aphorismen und Gedanken über Denken und Verwandtes. Von Fritz Kleinsorgen. Erd- Verlag, Elberfeld. . Der Tag von Damaskus. Humoristische Novellen von Rudolf Presber. Stuttgart und Berlin. Deutsche Verlags-Anstalt. 1913. Joel Gern. Der Werdegang eines jüdischen Mannes. Von Kopi, Frankfurt a. M. Verlag von I. Kaufsmann. 1912. 35. Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest. Für das Schuljahr 1911/12. Voran geht: Die jüdische Ehescheidung und der jüdische Sch'eidebrief. Eine historische Untersuchung. Zweiter Teil von Professor Dr. L. Blau. Budapest 1912. Wurzelforschungen zu den hebräischen Synonymen der Ruhe. Von Dr. Julius Cohen. Berlin, M. Poppelauer. 1912. Der Staatsbürger. Halbmonatsschrift für politische Bildung. Hernusgegeben von Pros. Dr. Hanns, Dorn in München. Zweites Oktoberheft. Nr. 20. 1912. Gemeindeblatt: der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. 2./Jahrgang- Nr. 11. 8. November 1912. Im Deutschen Reich. Zeitschrift des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. XYHI. Jahrgang. Nr. 11. Berlin- November 1912. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Dr. M. Brann. 56. Jahrgang. Neue Folge. 20. Jahrgang. September—Oktober 1912. Breslau, Koebnersche Verlagsbuchhandlung. Mrechsaal. Deer „Israelit" hat in seiner vorletzten Nr. unter Hiwveis auf die Protestkundgebung der Berliner und Frankfurter Gemeindevorstäude konstatiert, daß nunmehr 150 000 Seelen sich aus den Standpunkt der „Richtlinien" gestellt hätten. — Diese Auffassung ist gruudsalsch. — Es wäre zu wünschen, daß die Abwehr der gegen das rabbinisch-überlieferte Judentum gerichteten Angriffe sich stets innerhalb der Richtlinien der Wahrheit betätigen möge. Weder will, noch muß die Welt getäuscht werden. Die Lehre der Wahrheit, die zur Wahrheit führt, kann aus die Dauer nur durch Wahrheit bestehen! — Mögen dies die wissenschaftlichen und unwissenschaftlichen Protestkundgebungen mehr als bisher beherzigen. — Rabbiner Dr. Im. Plato. * Osterode, den 12. Dezember 1912. Im Sprechsaal Ihrer geschätzten Zeitschrift Nr. >49 wundert sich ein Herr Ignatz Sachs, daß die Soldaten jüdischen Glaubens in Berlin nicht zu den Gottesdiensten an Sabbaten geführt werden, und, wie er gehört haben will, soll der Brauch, jüdische Soldaten an Gottesdiensten teilnehmen zu lassen, nur in Metz, Straßburg, Thorn, Posen und Kiel üblich sein. Dagegen bemerke ich, daß irr der hiesigen Garnison seit dem Jahre 1893, allerdings aus meine Verwendung bei dem damaligen Garnisonsältesten, die Soldaten 'an jedem vierten Sabbat zum Morgengottesdienst beordert, aber nicht geführt werden. Dieses Führen besteht nur für Protestanten und Katholiken. Die jüdischen Soldaten haben an den betreffenden Sabbaten auch nach dem Morgengottesdienste keinen Dienst mehr zu tun. Ferner'sind die jüdischen Soldaten an jedem Festtage, zu denen auch der e r st e Chanukn-Abend, der Abend des Purim und der des neunten Ab gehören, von jedem Dienst frei, und wenn dem Feste ein Sabbat vorangeht oder folgt, auch dieser mit. Was ich von dem Garnisonkommando erbitte, wird gewährt, mit Ausnahme bei unvorhergesehenen Dienstobliegenheiten. Wie ich höre, besteht diese Einrichtung auch in anderen kleinen Garnisonen unserer Provinz, und dadurch ist in manchen kleinen Garnisonen wenigstens an jedem vierten Sabbat Minjnn. Leider habe ich in den vielen Jahren erfahren, daß es jüdische Soldaten gibt, die von ihrer Heimat so wenig Religiosität mitbringen, daß sie trotz meiner Ermahnung bei Gelegenheit der Vereidigung aus Gottesdienst und Freiheit verzichten und lieber Dienst tun, und auf meine Beschwerde wurde mir geantwortet, daß es für nichtchristliche Soldaten keinen Zwang zum Besuche eines Gottesdienstes gibt. Sollte nicht von seiten des Rabbinerverbandes im Deutschen Reiche oder von dem Verband der deutschen Juden etwas in dieser Angelegenheit getan werden können, und gleichzeitig die Anstellung jüdischer Feldprediger in die Wege geleitet werden? I. S t u r m a n n , Prediger und Religionslehrer. * Bosen, den 30. November 1912. Post Türkismühle (Nhld.) Hochgeehrter Herr Geheimrat! Nach Kenntnisnahme Ihrer Ausführungen über meinen Janus- Artikel, von denen ich dankbar anerkenne, daß sie in der gesamten jüdischen Presse den einzigen Versuch sachlicher Erwiderung darstellen, möchte ich mir erlauben, Ihnen berichtigend mitzuteilen: ich bin keineswegs „Ausländer", bin vielmehr in Deutschland (Berlin) geboren und erzogen. Mein sel. Vater stammte aus Brody, meine Mutter gehört einer sehr angesehenen Hamburger Familie an. Ch. Zwi Klötzel.