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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-12-20 · Heft 51 (20.12.1912) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 51 (20.12.1912)
Date
1912-12-20
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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Kollege Auerbach und Fräulein E. Simon" zu Kassen'reMorm gewählt worden, wurde die Sitzung um 11 Wx.geschlgsien... mi . v-; 22 Berlin, 17, Dezember. Am 4. d? M. hat im'Sch w e' st e r n^- h'el m 'd e-sV e r ei-n s sä rj ü"d i sche^ 'Krm n 1 en*4>-f t e.g e« r i n nen i n B e r l i n, A u. g u st st r a ß e 1 7, im Beisein des Vorstandes und der Oberin eine Ghauukaseier stattgefunden, der alle Schwestern, welche abkömmlich waren, beiwohnten. Das Anstecken des Lichtes und Absingen des Chanukaliedes leitete die Feier ein. In-der hierauf folgenden Ansprache des Vereinsvorsitzenden wies dieser darauf hin, daß auch für die jüdischen Schwestern diese Feier eine Siegesfeier bedeute, indem Vorurteile aller Art durch die Tüchtigkeit, Berusstreue und Liebe zu den Kranken allmählich besiegt wurden und die jüdische Schwester -heute als gleichbesähigt und gleicheberechtigt anerkannt wird. Der Redner ermahnte die Schwestern zu treuem Zusammenhalten und dankte den Aerzten und der Oberin für ihre hingebende Tätigkeit für die Schwestern. Es empfingen dann die jungen Schwestern das Vereinsabzeichen, einige ältere Schwestern das Diplom nach dreijähriger Dienstzeit. Zum Schluß übergab Frau Kommerzienrat Julie Gerson-Liebermann an vier Schwestern, welche die zehnjährige Dienstzeit zurückgelegt haben, in feierlicher Ansprache die goldene Verdienstbrosche. Dann nahmen etwa - 60 anwesende Schwestern die dargebrachten Gaben entgegen und blieben, soweit sie nicht an das Krankenbett eilen mußten, noch in heiterer Stimmung mit dem Vorstande zusammen. V. Z. Berlin, 17, Dezember. ' Die H u n d e r t j a h r f e i e r der jf; r./ * ** Grweiterungsbau--.jeii5n bir^eXbmtttet des zur Erhaltung der Anstalt'- begründeten Vereins nahezu erschöpft; er Hege aber die zuversichtliche -- Hvfsnung/daß die.nie versagende Opferwilligkeit der Glaubensgenossen -.den Verein.,i-mden..Stand setzen werde, Heine wahrhaft humanen und kulturellen Ausgaben zu erfüllen. Die Leistungen der Anstalt'Haben wiederholt die.Anerkennung: der Vorgesetzten Behörde,-gesunden, mnd verdienen-*fte nun so Mehr,--als -sie lddiglich/duvchrsreiwillige Beiträge und Schenkungen unterhalten.wird. OO Berlin, 17. Dezember. Im j u d i s ch e n M ä d ch e n k l u b der Ortsgruppe Berlin des Jüdischen Frauenbunds, > Hackescher Hof, fand am Sonntag, den 8. Dezember, eine Chanukaseier än dem Kreise der jungen Klubmitglied-er unter deren reger Mitwirkung-statt. Die Ansprache, die Herr R ab biner Dr. W e y l freund liehst ü-bernom-, men hatte, verfehlte nicht, bei den-Zuhörerinuen rege innere Anteilnahme hervorzurusen. In warmherzigen Worten.schilderte, der Redner den Wert der Arbeit, die.allein imstande ist, den Menschen emporzuheben und sein Dasein"beneidenswert zu machen. Diese Arbeit,- die den Menschen veredelt, soll ihn aber auch, gleichzeitig befähigen, Freude und Licht um sich zu verbreiten, besonders im Kreise der-Angehörigen, in dem er seine freien Stunden verbringt. — Ein fröhliches-Beisammensein vereinte in den Abendstunden die Komiteemitglieder-der-Ortsgruppe Berlin des jüdischen Frauenbundes, die denjüdischen -Mädchenklub ins Leben gerufen hat, mit den jungen:Mädchen, denen - her Klub in ihren Abendstunden Erholung, Belehrung und Unterhaltung bietet." - ------ - . :- G es ellschaft z u r B e r b r e i t u n g der H a n d w e r k e u n d des Acker b aues unter den Juden im preußischen S t 'a a t e wurde am Sonntag mittag durch einen Festakt im Logenhaus begangen. Unter den Erschienenen bemerkte man-neben den Vertretern der Behörden usw. den Geheimen Justizrat C a s s e l, Geheimrat v. Bde n d e l s s o h n, Negierungsrat v, L a t t o r s, /die Stadtverordneten G a l l a n d und L e e s e r, Magistratsbaurat B r o n i a t o w s k i, die Kommerzienräte Pin c u s ftnd^ L ö.w. e ü b e r g, den . Bankier - W a-l lach und andere , mehr./ Rach der! Begrüßungsrede des Vorsitzenden Georg Tietz nahm Rabbiner- Dr. B l u m e n t h a'l zur Festrede .das Wort. Nachdem'dann.Diplomingenieur Adler die Vereins- Stätigkeit, im einzelnen geschildert chatte, erhob sich - Negierungsrat -v. L a t t v r s, um die Grüße des am Erscheinen verhinderten Polizeipräsidenten zu überbringen. Namens der Stadt Berlin feierte Stadtverordneter Justizrat Galland den Verein. Weiter sprachen für den Vorstand der jüdischen Gemeinde Justizrat B r e s. l a u e r,. für den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund Professor Kalischer, für die B'nei B'ril Großloge Dr..Max Ginsberg und eine Reihe anderer Redner, unter ihnen Professor Philippsvn. Im Anschluß an die Feier fand eine Prämiierung der Lehrlinge statt, deren Arbeiten ausgestellt waren. £2 Berlin, 17. Dezember. Der Verein für Arbeitsnachweis, (begründet von den Berliner Logen U. O. B. B.) schreibt uns: Die geschäftliche Hochflut als Begleiterscheinung der Weihnachtssaison beeinflußt den Arbeitsmarkt erfahrungsgemäß nicht derart, daß man von einem besonders großen Bedarf an Arbeitskräften'sprechen könnte. Der fürsorgliche Arbeitgeber pflegt zeitiger aü die Anstellung nötiger Arbeitskräfte zu denken. Und dem stellungslosen Kaufmann kann in dieser Zeit zumeist nur'durch Nachweis eines Engagements von kurzer- Dauer geholfen werden. Es gelang der für alle Beteiligten völlig kostenlosen Stelleuvermittlung unseres Vereins 400 Petenten in'mehr oder minder dauernde Positionen' unterzubringen. Dieser Persvnenkreis setzt sich aus 143 männlichen, - 100 weiblichen Handlungsgehilfen und 158 gewerblichen Angestellten zusammen. Eine weitere Zahl vorübergehend beschäftigungsloser Bewerber konnte in der Schreibstube des Vereins mit Schreiben von Adressen und Verpacken' von Drucksachen'usw. beschäftigt werden. . V. Z. Berlin, 17. Dezember. In der i s r a e l i t i sch e n T a n bst ii nun eit a u st alt z u W e i ß e n s e e fand anläßlich des' Chanukasestes eine gottesdienstliche Feier statt, an die sich die übliche Beschenkung der Zöglinge anschloß. Die zahlreich erschienenen Freunde der Anstalt, die jetzt für 60 Zöglinge Raum bietet und sich hinsichtlich ihrer hygienischen und pädagogischen Einrichtungen den besten ihrer Art anreiht, waren durch die Mitwirkung der taubstummen Kinder beim Vortrage der Gebete und Gesänge sichtlich tief ergriffen. Rabbiner Dr. Blumenthal wies in seiner Ansprache auf die hohe religiössittliche Bedeutung des Erziehungswerkes hin, das durch die Heranbildung der Anstaltszöglinge zu selbständigen Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft geleistet wird. Durch den kürzlich aufgeführten 2X»> Marienburg Wpr.<13. Dezember.,Seinen SO. G ehn r t st a g feierte am 5. d. M. in vollster körperlicher und geistiger Frische der langjährige erste Vorsteher unserer Synagogengemeinde, Herr E l i a s H i r s ch b e r g, umgeben von' seiner Gattin, seiner einzigen Tochter und seinem Schwiegersöhne, Herrn Oberlandesgerichtsrat-Dr. Hugo S a l i n g e r aus Breslau. Die ganze Gemeinde nahm freudig Anteil an dieser Feier; galt es doch, den Mann zu ehren, der. seit 35 Jahren ihr treuer Führer ist und durch sein kraftvolles, zielbewußtes.und vorbildlich pflichttreues Walten wie durch-sein, bescheidenes, menschenfreundliches und herzgewinnendes Wesen ihre Entwicklung gefördert und ihren Frieden erhalten hat. Seine hohen Verdienste um das Wohl unserer Gemeinde haben auch von allerhöchster Seite.Würdigung gefunden: Im. Namen Sr. Majestät des Königs überreichte ihm tags zuvor der hiesige Herr Regierungspräsident Dr. Schilling unter herzlichen Worten den Kronenorden 4. Klasse. — Um 12 Uhr mittags erschienen der Vorstand und eine Abordnung der Repräsentanten der Shnagogengemeinde sowie zahlreiche Freunde und Verehrer im Hause des Jubilars, um ihm ihre Glückwünsche darzubringen. Der Vorsitzende des Repräsentantenkollegiums, Herr Buchhändler D. Lewinski würdigte in längerer gedankenvoller Ansprache die Verdienste des Jubilars . als Oberhaupt unserer Gemeinde und sprach ihm unter Ueberreichung seines, in großem Format ausgesührten prachtvollen Bildes, das nun im Gemeindesitzungszimmer seinen dauernden Ehrenplatz finden soll,-die Glückwünsche der Gemeinde aus. Herr Lehrer G e i s e n b e r g beglückwünschte den Jubilar mit herzlichen Worten im Namen per Gemeindebeamten. Mit tiefer Bewegung dankte der Gefeierte für die ihm dargebrachten Ehrungen und wies bescheiden daraus hin, daß ihm durch die treue Mitarbeit seiner Mitvorsteher und der Repräsentanten sowie durch die Friedensliebe der Gemeinde und die Pflichttreue ihrer langjährigen Beamten sein Wirken leicht gemacht worden sei. — Am darausfolgenden Sonntag fand ihm zu Ehren im Saale des Koepkeschen 'Hotels einF e stess en statt, an dem fast alle Gemeindemitglieder mit ihren Damen sich beteiligten. Fräulein Gertrud Israel sprach einen von Herrn Julius Mooy gedichteten Prolog, der in den Teilnehmern die froheste Festesstimmung hervorrief. ' Die Festrede hielt Herr Lehrer G e i s e n b e r g. Toaste, in denen die edlen Eigenschaften des Jubilars gewürdigt wurden, und Tischlieder wechselten miteinander. In später Stunde-trennte -man sich von dem. herrlichen Feste mit dem innigen Wunsche, daß es dem jugendsrischen> . ehrwürdigen Greise noch lange beschiedeu sein möge, an der Seite seiner edlen Gattinnn bisheriger Rüstigkeit zu wandeln und mit dtzr bisherigen Kraft und Frische an der Spitze unserer Gemeinde zu deren Segen zu wirken. C/«> Könitz, 13...Dezember. Am 8. d. Nt. fand hier eine Ver-. sammlung des Zentralvereins deutsch e x Staatsbürger jüdis ch en G l a u b e n s - statt, die sich eines sehr zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte; auch die Nachbargemeinden (außer Flatow) hatten. ihre Vertreter entsandt. Herr Rechtanwalt Fleischer eröfsnete die

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