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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-12-20 · Heft 51 (20.12.1912) · p. Seite 612

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 51 (20.12.1912)
Date
1912-12-20
Page
Seite 612 (sequence 12)
Language
German
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schreckliche Sache ausgeheckt haben, wenn 'er mich inmeinen ^Gemächern festhalten 'läßt." - . „Khpros,".^rief. sie unter Tränen', „"komme zu mir!" , Das Mädchen lies hurtig zum Bett der Königin uyd kniete' - klopfenden Herzens nieder. i :V'* „Khpros, was mag das sein? Was bedeutet dieses Getöse? Vermutest du gar nichts? ' „O, nein,. Königin!" „-Ich bin eine Unglückselige," ries Salome aus, „eine neue Schmach steht mir bevor." „Der König ist mächtig und. liebt dich- Königin!" „Aber meine Augen fürchtet er! Denn ich halte seine schreckliche Hand zurück!?Denn ich bin sein Getziissen! Und jetzt werde ich machtlos und schäume vergebens vor Verzweiflung! Vor den Mauern des Schlosses bereitet sich eine schreckliche Tat vor, - und ich .soll davon erst dann erfahren, wenn es schon zu spät sein wird! Wenn das -Festessen schon begonnen haben wird! Unglückselig die Nacht, die Schlaf in meine Augen gebracht! Unglückselig der Tag, der sich so lange, bis zum Abend hinschleichen wird." Sie sank, heftig weinend, in den Pfühl zurück. Kypros schmiegte die Lippen an ihre Füße und benetzte die weißen - Fußsohlen ihrer Herrin mit Tränen. „Schluß folgt.) Wie die Verwaltungen der. Großgemeinden über das Vorgeh en^ unserer- Gegner denken, ergeben ihre weiter unten wiederholten Erklärungen.' / - . ' * ' ’ . Sollte der eine, oder andere unserer Gegner seine Drohung „ wahrmachen und die liberalen Rabbinernn.der Äusübstng ihres hohenr Amtes auf Kanzel und-Katheder durch die in Aussicht gestellten Maß- - ' ' nahmen zu stören suchen, so werden wir unsere Rabbiner zu schützen/ , wissen. Unsere Gegner können-sich in ihrem Vorhaben weder auf religiöses noch auf moralisches Recht stützen. Es ist nicht- Zeit zu spalten, sondern zu einen. Es ist nicht Zeih- - / in unfruchtbarem Streit über Einzelsragen unsere Kräfte zu zer- . splittern und aufzuzehren. Wir wollen vielmehr diese Kräfte - sam- . < mein und aus das Große, auf das Leben des Judentums richten:; Uns verführt nicht Parteisucht. Die unerschütterliche Treue zu ' . unserem Glauben, die wissenschaftlicheUeberzeugung von der Entwick- - hing des Judentums und der: feste Wille, dem Judentum die Jugend . . zu erhalten und ihm auch die Fernstehenden und Gleichgültigen zu- - rückzugeben, haben uns die sittliche Verpflichtung, zu unserem Vorgehen aufcrlegt. Von allen Erklärungen unserer. Gegner unbeirrt, werden wir unseren Weg fortsetzen, denn er ist der Weg. der Wahrhaftigkeit und des Lebens. - - Der Vorstand der Vereinigung für das liberale Judentum . in Deutschland. - - (Folgen die Unterschriften^) - . ' - & Erklärung des V o r st andes der V e r e i n i g u ng liberaler Rabbinern SyrechsM. Er kl är un g. Der.Vorstand und die Repräsentanten der „Jüdischen. Gemeinde" zu Berlin sowie der Vorstand der „Jüdischen Gemeinde" zu Frankfurt arwMain haben eine „Erklärung" gegen eine von uns zur Abwehr der „Richtlinien" veröffentlichte Kundgebung erlassen.' Den Rabbinern wird das Recht' abgespro'chen, ein in der jüdischen Oefsentlichkeit abgelegtes Bekenntnis, wie es die „Richtlinien" darstellend öffentlich in religiöser. Beziehung zu beurteilen und zu bewerten. Namens der Unterzeichner unserer Erklärung erwidern wir hierauf das Folgende:. - Gesetzestreue Rabbiner haben Urteile und Entscheidungen in religiösen Fragen nicht nach der Anschauung von Verwältungskörperschästen, sondern ausschließlich auf Grund der Vorschriften des Religionsgesetzes zu fällen. Dieses legt ihnen die Pflicht auf, über die ungeschmälerte Erhaltung des Thorawortes zu wachen, jede Kundgebung, die dessen Fortbestand gefährdet, als solche zu kennzeichnen - und die Oefsentlichkeit zu warnen. In Wahrnehmung dieser heiligen Aufgabe dürfen sie sich von niemandem beirren lassen. - Die „Erklärung" bedeutet mithin einen Eingriff in den Pflichten-, kreis der Rabbiner. G e g en d a s u n b e r e ch t i g t e Borge Hb n der g e na n n t e.n G em ein d e k o l le g i e n legen wir mit a l l e r E nt s ch i e d e n h e i t V e r w a h r u n g e i n. Vorstand der Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands. * An unsere Mitglieder! Die Veröffentlichung unserer Posener Beschlüsse hat die Gegner zu' Erklärungen aller Art" veranlaßt. Diese Erklärungen vermögen keinerlei Einfluß aus unsere Entschließung auszuüben. , ■ .. Wir halten die Beschlüsse in vollem Umfang aufrecht, weil sie für den dauernden Bestand des Judentums erforderlich find und weil sie dringend notwendig sind, um zum Judentum die sich'ihm Entfremdenden zurückzusühren. Unsere Gegner sind unter sich uneinig. Nicht'weniger als vier Erklärungen sind notwendig gewesen, um ihre verschieden gearteten - Richtungen zum Ausdruck zu bringen. v ‘ Die Zahl unserer Gegner ist viel geringer, als man uns glauben machen will. Es genügt darauf hinzuweisen, daß unter den Unterzeichnern der Kundgebung des separatistisch-orthodoxen Rabbinerverbandes die Hälfte, unter denen der Erklärung des traditionell-gesetzestreuen Rabbinerverbandes mehr als ein Drittel solche Rabbiner sind, die überhaupt nicht als Rabbiner amtieren und daher nur im eigenen Namen das Wort führen. . Gegenüber den Erklärungen des orthodoxen und des traditionellgesetzestreuen Rabbinerverbandes erklärt der Unterzeichnete Vorstand \ der Vereinigung liberaler Rabbiner folgendes: Niemandem steht das Recht zch einem Rabbiner, der ordnungsgemäß autorisiert und von einer Gemeinde zu feinem Amt berufen ist, v die Befugnis zu religiösen Entscheidungen schlechthin abzüsprechen. Man kann .sie wissenschaftlich zu widerlegen versuchen, aber Uicht durch einen Machtspruch abtun. . Niemandem steht das Recht zm eine jüdische Gemeinde, die für. Erhaltung -.der'Institutionen des Religionsunterrichtes, des Gottesdienstes und der Liebestätigkeit - Sorge trägt, als außerhalb der historischen jüdischen Gemeinschaft stehend, .zu'bezeichnen. Niemandem steht das Recht zu,, einem Juden, der durch Geburt oder Bekenntnis dem'Judentum angehört, diese Zugehörigkeit abzusprechen oder ihn wegen seiner Parteirichtung als minderwertiges Glied der religiösen Gemeinschaft Israels zu kennzeichnen. Wir weisen die Uebergrifse derer, die solche Rechte sich anmaßen, mit aller Entschiedenheit zurück, und müssensie als Aeußerungen religiöser Unduldsamkeit, die die Einheit des deutschen-Judentums gefährden, aufs tiefste bedauern. Was an uns lag, haben wir getan, um den Frieden im deutschen Judentum zu erhalten. Als uns die Erklärungen des orthodoxen und traditionell-gesetzestreuen Rabbinerverbarides /vor ihrer Veröffentlichung bekannt wurden, haben wir diesen Verbänden noch einmal durch eine Erklärung unsererseits die wahre Bedeutung der Richtlinien gegenüber allen Entstellungen und Verdunklungen zur Kenntnis gebracht, und, ohne von unseren Grundsätzen irgend etwas preiszugeben, uns zu einer Verständigung über die praktische Handhabung, derselben, insbesondere auf eherechtlichem Gebiet bereit erklärt. Die *= Orthodoxie wollte es anders. Ihr fällt die volle Verantwortung für de,n von ihr heraufbeschworenen Kamps zu. Zu dem gesunden Sinn unserer Gemeinden hegen wir das feste Vertrauen, daß an ihm alle Versuche, die Einheit des deutschen Judentums zu zertrümmern, scheitern werden. Wir selber aber werden, unbeirrt von undu/dsamen Erklärungen und Angriffen das uns anvertraute heilige Amt nach unserer gewissenhaften Ueberzeugung führen, festhaltend an unseren Anschauungen.und - Grundsätzen, die uns allein die Erhaltung und gedeihliche Entwicklung des Judentums verbürgen. - Der Vorstand der Vereinigung liberaler Rabbiner Deutschlands. (Folgen die Unterschriften.) - I Die Namen sind des beschränkten Raumes wegen hier weggelassen. , Dei Red. _

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