Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 50 (13.12.1912)
- Date
- 1912-12-13
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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B. B. Stuttgart, 8. -Dezember. Herr und Frau Rudolf G r ü nwald in Stuttgart Haben anläßlich ihrer silbernen Hochzeit-dem hiesigen Jüdischen Schwesternheim die reiche Summe von 10 000 Mark zur Vergrößerung des -Vaufonds überwiesen. Herr Rudolf Grünwald gehört dem Verwaltungsrat des Schwesternheims feit" Bestehen desselben an und hat von jeher sein lebhaftes Interesse für dasselbe betätigt. Die hochherzige Schenkung, welche er und seine Frau nunmehr dem Schwesternheim gemacht chaben, ist die größte Spendewelche der Verein bisher erhalten hat; möge sie ein Vorbild für weitere ähnliche Stiftungen werden! OefterreichMngarn. K.. Wien, 6. Dezember. Nicht weniger als siebzehn jüdische Frauenvereine in Wien stritten sich um eine Erbschaft von 20 OOO Kronen, die ein hochherziger Gönner, Herr Alfred Schlesinger, letztwillig dem israelitischen Frauenvereine in Wien vermachte. Nun gibt es in Wien mehrere solcher Frauenvereine, und es entstand die Frage, welcher israelitische Frauenveröin sei im Testamente gemeint und wem dieses immerhin ansehnliche Legat zuzufallen habe. Vier Frauenvereine betraten den Klageweg, dreizehn Vereine verzichteten auf ihre Ansprüche. Die Verhandlung vor dem Oberlandesgericht fand vor drei Tagen statt. Das Arteil lautete: es sei das Legat des verstorbenen Herrn-Schlesinger, dem seit dem Jahve 1816 bestehenden und als Zentralvereiu geltenden „Israelitischen Frauenwohltätigkeitsverein", dessen Präsidentin Baronin Königswarter ist,, zuzusprechen und die anderen Frauenvereine abzuweisen. Dieses gerichtliche Urteil wurde damit begründet, daß der genannte Verein Jahrzehnte hindurch der einzige derartige Verein in Wien war. Auch sei dem Erblasser dieser Verein bekannt gewesen, weil seine Mutter Mitglied des Vereins war,.und er.bei ihrem Ableben dem Verein eine Spende machte. Die gegen dieses Urteil von den anderen Vereinen eingebrachte Berufung wurde vom Gerichte nbgewiesen. Aus dieser überaus interessanten Verhandlung.kann man.lernen, sich bei Abfassung von Legaten Wohltätigkeitszwecken möglichst deutlich auszudrücken, um unerquickliche und kostspielige Prozesse zu vermeiden. — In der vor einigen Tagen stattgesundenen Wahl eines Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde in Budapest an Stelle des vor ungefähr einem Jahre verstorbenen Präsidenten Hosrat Weinmann wurde der langjährige Präsident-Stellvertreter Herr Ludwig Adler einstimmig ge- - wählt. Der neugewählte Präsident gehört dem Vorstande der Budapester Gemeinde bereits mehr als 40 Jahre an und erfreut sich wegen der Lauterkeit seines Charakters, seiner seltenen Friedensliebe und seines sprichwörtlich guten Herzens der Achtung und Wertschätzung aller Parteien der ungarischen Metropole. Herr Ludwig Adler erklärte bei Annahme der auf ihn gefallenen Wahl, daß er sich bei allen seinen Maßnahmen von drei Gesichtspunkten werde leitenlassen: Glaube, Liebe und Frieden. Es wäre zu wünschen, und es steht-auch zu erwarten, daß es dem neuen Präsidenten gelingen werde, namentlich den Frieden in der größten Gemeinde der ungarischen Monarchie zu erhalten zum Wöhle der Gemeinde und zur Ehre des Judentums. , Enslsnd. z. London, 6. Dezember. Die englische Judenheit hat durch den Tod des Bar o n Georg W o r m 's einen schmerzlichen Verlust erlitten. Baron Worms, aus dem österreichischen Geschlechte der Freiherren v. Worms stammend, war eine starke Persönlichkeit. Seine an Alexander v. Humboldt erinnernde, vielseitige Interessensphäre hat Baron Worms in seinem 83 Jahre währenden Leben in den verschiedensten Richtungen tätig gesehen. Er war nicht nur / ein hervorragender - Handelspolitiker, er war ein. ebenso geschätzter Gelehrter und fand daneben auch noch Zeit,-in der englischen Sportwelt seinen Namen bekannt zu -machen. Er wurde im Jahre 1829 in London als Sohn des Baron Worms und seiner Frau. Henriettn, Tochter -des Sir M. Samuel gekoren. Er besuchte die Universitäten voll London und Brüssel und trat dann in die kommerzielle Tätigkeit ein; in den Jahren 1856 bis 1879-war er.Chef der Firma G. und A. Worms. Fast zur gleichen Zeit war er österreichisch--ungarischer Honorackonsul in Edinburg und Leith. Nach dem Rücktritt vom Konsulat wandte er. sich der politischen Tätigkeit zu; in den Jahren 1884 bis 1898 wurde ec als Vertreter der Urban District Council gewählt. Während seines ganzen Lebens hat sich Baron Worms mit vielen wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigt. Neben interessanten geographischen'Werken sind namentlich seine historischen Studien von Bedeutung. Im Jahre 1876 erregte seine Arbeit: „Hie Currency of India“ große Aufmerksamkeit. Bacon Worms war Vizepräsident der Königlichen literarischen Gesellschaft und Ehrenmitglied einer Reihe von wissenschaftlichen Vereinigungen. Der Kaiser von Oesterreich hat ihm das Komturkreuz des Franz-Joses-Ordens mit dem Stern verliehen. Baron Worms war mit einer Tochter des Baron Samuel vermählt und hinterläßt, einen Sohn, Baron Anthony fnliilfliiiMt Operngläser mitu.ohnestiei achromatisch, sehr scharf und mit grossem Gesichtsfelde, feinst vergoldet und mit Perlmutter belegt, von M. 10.50 an bis zu den hochelegantesten. Moderne Lorgnetten in reichhaltigster Auswahl und den verschiedenartigsten Ausführungen in jeder Preislage, von. M, 4.50 an . bis zu den . allerfeinsten Portofreie Auswahlu. Ansichtssendung Bereitwilligster Umtausch nach dem Pest . Illustrierte Preisliste 458 gratis Josef Redenstock- Berlin <s Leipziger Str. 101-2 Ecke Friedricbstr. Joachimsthaler Str. 44 Babnb. Zoolog. Garten Rosenthaler .Strasse 45, Nabe Hactescber Markt: amaafttiia Gelchüktlichr — Bei der Deutschen Militärdienst - und Lebens-Versicherungs-Anstalt a. G. in Hanno v e r waren im Monat November 1912 zu erledigen: 1177 Anträge über 3 042 450.— Mark Versicherungs-Kapital. Von Errichtung der Anstalt (1878) bis Ende-November -d. I. gingen ein 476 179 Anträge über 753 778 670.— Mark Versichrungs-Kapital. Die Auszahlungen an Versicherungssumme Prämienrückgewähr usw. im Jahre 1911 betrugen mehr als 1316 Millionen Mark; die.Gesamtauszahlungen seit Bestehen der Anstalt ergeben mehrmals 144 000 000.— Mark. Der Hhpothekenbestand betrug am Jahresschluß 127 792 215.— .Mark. : Jüorven Quelle, ZuJiauskuxen :ht, Rheumatismus, Nieren- und Blasenleiden, Griess- und Stein-Beschwerden) Zucker- Broschüren gratis, ässe: „Kionenguelle, Bad Salzbxunn.“ Kiesenposten garantiert echter infolge meiner fit Wirt schwarz, werß und farlng, 10—15crn großen EinkäufevtW-.ifJ breit, 40—50era lang, 1,2, 3,4,6 M., ca. 18 cm breit 6 und 8 M., 20 cm breit 10, 12, 15, 18 M., Prachtstücke bis WO M. Pleureusen, 30—40 cm breit, 30—100cm lang, von 6—120 M., je nach Länge und Qualität. Reiher, Flügel. Gestecke. Stolen und -Boas zu billigstell Preisen. Auswahlsend. gegen Res. u.:Portoersatz. Illustr.-Preisliste. ArsussseckerMs Herm. «tzsse, Dresilen, Scheffelstr. 65—70.