Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 50 (13.12.1912)
- Date
- 1912-12-13
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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5 Maurice Worms. Baron Worms war mit der Wiener Familie Baron Schey und Dr. Josef 'Unger verwandt. LuszlÄNd. 2. Petersburg, 6. Dezember. Ein eigenartiger Prozeß spielte sich dieser Tage vor den Schranken des Kreisgerichts zu . Samara ab. 32 Bauern saßen aus der Anklagebank, denen in der y Anklageschrift zur Last gelegt wird, daß sie der religiösen Sekte „Neu- Jsrael" als Mitglieder angehören. Wie aus den Akten hervorgeht, ist diese Sekte vor 10 Jahren durch Bauern aus dem Gouvernement Woronesch, die vor den ewigen Schikanen der Beamten aus ihren Dörfern geflüchtet sind, gegründet worden. Mit Hilfe der Bauernbank erwürben sich die Flüchtlinge ein größeres Ackerland und gründeten sich eine Kolonie, aus der sie unter eigener Verwaltung in treuer Gemeinschaft und unter Beobachtung des Sabbat und vieler anderen biblischen Gebote lebten. Nach dem neuen Erlaß der Glaubensfreiheit im Jahre 1906 wurde die Sekte auch amtlich legalisiert und gelangte dadurch zu einer Blüte und zu einem Aufschwünge, den die Geistlichkeit, von Neid und Haß geleitet, nicht mehr"ruhig mit ansehen wollte. Diese unternahm einen erbitterten Kampf gegen die neue Gesellschaft, und hatte auch bald die Administration für ihre Verfolgungspläne gewonnen. Man unterschob den friedsaMen Bauern revolutionäre Absichten und beschuldigte sie der Verbreitung von Lehren, die eine Gefahr für die religiöse Moral und Sittlichkeit enthalten. . Endlich gelang es der Synode, mit Hilfe ' der Regierung die Gesellschaft aufzulösen. Die Bauern kümmerten sich aber wenig um diesen Ukas und versammelten sich nach wie vor zu ihren religiösen Uebungen. Die Führer der Gesellschaft wurden zu schweren Strafen verurteilt. Wie man hört, sind die Leute entschlossen, Haus und Hof zu verlassen und gemeinschaftlich nach Amerika auszuwandern. Von Sah und Sern. — Der Religionsverein „Ahawas Scholaum" begeht am 14. d. M. die Feier seines 60 jährigen Bestehens durch einen um 10 Uhr vorm, in. der 'Vereinssynagoge Kleine Auguststraße 10 stattsindenden Festgvttesdienst?-Die Festpredigt hält Rabbiner Dr. Koenigsberger. -r Der pensionierte Beamte der jüdischen Gemeinde Herr Hermann Stern feierte seinen 80. Geburtstag in bester Rüstigkeit und Gesundheit. — Am 4. d. M. verschied in Meran infolge eines Unfalles der Privatdozent an der landwirtschaftlichen Hochschule Dr. Walter Cronheim im besten Mannesalter. Der Verblichene war ein Schwiegersohn des bekannten Schriftstellers M. A. Klau sn er, der vor zwei Jahren, wie noch erinnerlich, gleichfalls infolge eines Unfalls dem Leben so jäh entrissen wurde. — Im Aufträge des Regierungspräsidenten , überreichte Bürgermeister Klein in Schönsee dem dortigen Kaufmann Herrn L ö w e n t h a l die Erinnerungsmedaille für sünfundzwanzigjährige Mitgliedschaft bei der freiwilligen Feuerwehr. — Aus Rakel wird uns geschrieben: Die polnischen Wähler der ersten Klasse beschlossen, um die Wahl eines angeblich hakatistisch gesinnten jüdischen Kandidaten zu verhindern, für den deutschen Kandidaten zum Stadtverordneten einzutreten. Die Polen sind in der Stadtverordnetenversammlung nicht vertreten. So wird der Jude von allen Seiten verstoßen. — Am 23. November beging das Wolfs und Cäcilie Peysersche Ehepaar in Bojanowo das Fest der diamantenen Hochzeit. Beide Eheleute sind körperlich und geistig noch sehr frisch. Die Feier vollzog sich unter recht großer Teilnahme. — Den Jaskel Cheimschen Eheleuten in Wongrowitz ist aus Anlaß der Feiler ihrer goldenen Hochzeit ein Gnadengeschenk von 30 Mark bewilligt worden, das ihnen durch den Gemeinderabbiner Dr. Friedmann feierlichst überreicht wurde. — Herr Kantor An-- s ch e l - Tremessen wurde in gleicher Eigenschaft von der Synagogengemeinde in Schönlanke zum Kultusbeamten gewählt.—^ Der in Löwenberg geborene und jetzt in Amerika verstorbene Kaufmann Waldenburg hat seiner Vaterstadt 100 000 Mark mit der Bestimmung hinterlassen, daß die Hälfte der Zinsen des Kapitals für bedürftige Bürger jüdischen Glaubens und die andere Hälfte für-die Armen ohne Unterschied des Glaubens verwendet werden sollen. — Bei den Stadtverordnetenwahlen in Breslau sind Justizrat Dr. Heidelberg, Prof. Dr. Wohlauer, Maurermeister Ehrlich, Direktor Dr. M i l ch und Kaufmann Max O e t t i n g e r wieder- und Fabrikbesitzer Dr. Schwerin, Redakteur Dr. Hermann Hamburger, Kaufnmnn Georg Leß und Kaufmann Hermann Becker' neugewählt worden. — In Altona verschied der Kampfgenosse von e * > Mcrs xft Gerolds veredelt er Bester vollwertiger Bohnenkaffee, ' ... ■ auch für Nervöse, Herz- und Magenleidende - - ■■ . p. 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