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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-11-29 · Heft 48 (29.11.1912) · p. Seite 574

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 48 (29.11.1912)
Date
1912-11-29
Page
Seite 574 (sequence 10)
Language
German
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100 Seiten, von deren Bedeutsamkeit ein kurzer Auszug keinen Begriff geben könnte, und auf die ich gern,- wenn es der Raum unseres Blattes irgend gestattet, später noch einmal Zurückkommen möchte. Eine Abhandlung über die Paßfrage steht neben einer, die die Tätigkeit der amerikanischen Staatsbehörden zugunsten der Juden beleuchtet. Man findet ferner eine Liste der jüdischen Mitglieder des Kongresses der Vereinigten Staaten, gegenwärtig.nur 6, die Liste der früheren seit 1812 ist ziemlich stattlich. Außerdem wird ein Verzeichnis der Vorstände der nationalen und lokalen Organisationen des Landes abgedruckt. Recht lehrreich ist die Zusammenstellung der Ehrungen, Ernennungen, die den Juden Amerikas zuteil geworden sind. Mich hat besonders eine 'große Auseinandersetzung über „Me Jewisli publicatiön Society“ interessiert. Zur Nachahmung und Vergleichung für Deutschland gebe ich folgende Zahlen: Die Gesellschaft hat Einnahmen zu verzeichnen von 47 500 Dollar, denen eine Ausgabe von etwa 41 000 Dollar gegenübersteht; außerdem verfügt dieGesellschaft über ein Grundvermögen von 20 000 Dollar. Ihre Mitglieder sind über ganz Amerika verbreitet. Die Liste der von der Gesellschaft bisher verbreiteten Bücher außer dem Jahrbuch (seit 1899) umfaßt historische, belletristische Werke, Essahsammlungen und Studien. Unter der Belletristik ist Amerika verhältnismäßig wenig vertreten, häufiger sind Abdrucke-und Uebersetzungen auswärtiger Schriftsteller, z. B. Zangwill, Gordon, Peretz, Mosenthal, auch Ulrich Frank. Die geschichtlichen Werke rühren vielfach von Amerikanern her, sie sind allen Perioden der Geschichte der Juden in Amerika gewidmet, doch befinden sich v auch, einige Uebersetzungen darunter, zum Beispiel die einer Schrift von Karpeles. Sehr zahlreich sind die Essahsammlungen und Monographien; darunter befinden sich zum Beispiel zwei Bünde „Studiesin d uäaism" von Schechter und andere höchst wertvolle und bedeutsame Erscheinungen. Das ganze Jahrbuch macht äußerlich wie innerlich einen sehr vorteilhaften Eindruck, ich wüßte nicht, daß wir in Deutschland ein Unternehmen von ähnlicher Art besäßen. L. G. : \ Lüchereinlsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Es werde Licht! Blätter für Aufklärung, Fortschritt, Versöhnung. Begründet von Karl Scholl, herausgegeben von Georg Welker. 44. Jahrgang, Heft 4. Oktober 1912. Die Emanzipation der Juden in Preußen unter besonderer Berücksichtigung des Gesetzes, vom 11. März 1812. Ein -Beitrag zur Rechtsgeschichte der Juden in Preußen von Dr. Jsmar Freund. Erster Band: Darstellung. Zweiter Band: Urkunden. Berlin 1912. Verlag von M. Poppelauer. - Michael Heilprin and His Sons. A Biography by Gustav Pollak. New York, Dodd, Mead and Co. 1912. Transactions of the Jewish liistorioal Society ol England. Vol. VI. 1908—1910. Ballantine, Hanson and Co. Edinburgh and London. 1912. - Die Grandidiers. Ein' Berliner Roman aus der französischen Kolonie. Von Julius Nodenberg. 3. Auflage.' Stuttgart und Berlin, Deutsche Verlagsanstalt 1912. Die Rothschilds von Ignaz Balla. I. Ladhschnikow Verlag G. m. b. H., Berlin. Preis broschiert 6 Mark, geb. 8 Mark. Der König von Juda. Eine Geschichte, die einmal wahr werden könnte. Von Benedictus Levita. Dieterichsche Verlagsbuchhandlung ' (Theodor Weicher), Leipzig, 1912. Söhne ihrer Väter. Roman von Max Kretzer. 3. Tausend. Leipzig, Verlag von B. Elischer Nachs. Ich hatt' einen Kameraden. Roman von Christiane Ratzel (Carmen Teja). Verlag von Fr. Will). Grunow. Leipzig. Lustmenschen. Roman aus der Gegenwart von S. Schachnowitz. Frankfurt a. M. Verlag des „Israelit" G. m. b. H. 1912. Marionetten der Liebe. Roman von Georg Katz. C. A. Schwetschke n. Sohn. Berlin W. 57. Josepha Metz. Nelle Gedichte. Berlin bei Wilhelm Borngräber. Verlag Neues Leben. Mitteilungen zu jüdischen Volkskunde. Herausgegeben, von Dr. M. Grilnwald, Rabbiner der israelitischen Kultüsgemeinde in Wien. 1912. Gemeindeblatt dev Jüdischen Gemeinde' zu Berlin. 2. Jahrgang Nr., 10. Berlin, den 11. Oktober 1912. Der Staatsbürger. Halbmonatsschrift für Politische Bildung. Herausgeber Professor Dr.. Hanns Dorn in München. Nr. 1-7. 1912. Erstes Septemberheft. — Nr. 18. Zweites Septenrberhest. — Nr. 19. Erstes Oktoberheft. ■ ■ K. C. Blätter. Monatsschrift der im Kavtellkonvent vereinigten Korporationen. 3. Jahrgang, Nr. 1. L Oktober 1912. , Deutsche Lebenskunst. Herausgeber Oskar Michel. Berlin, den 1. - Oktober. 19. Jahrgang, Nr. 49.;; Freie Jüdische Lehrer ftimjne. Monatsschrift für die Pflege der Interessen des Judentums in Schule und Haus. Organ des Oesterr. Israel. Religionslehrerbundes.I. Jahrgang, Nr. 8. Wien, 16. Oktober 1912. Im Deutschen. Reich. Zeitschrift des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. 18. Jahrgang, Nr. 10. Berlin, Oktober 1912. v , - - - ' - Le Bayon. Ire Annee No. 1. 15. Septembre 1912. Reichenheimsches Waisenhaus. Bericht über die Verivaltungsperiode vom 1. April 1909 bis 31. März 1912. Die Zukunft der Juden. Ein Referat über Werner Sombarts Schrift von Dr. Eugen Fuchs, Geh. Justizrat. Berlin 1912. Verlag des Zentralvereius deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Pogrom. Text von Ellegard Leisner-Ellerbek. Zeichnungen von, A. .Kurmaerker.,, Ozean-Verlag, Charlottenbürg. jWR.;' MrechsM. Wir bringen in der nächsten Nummer einen -Artikel: „Der K a m p s um die Richtlinien", in der wir den Nachweis erbringen, daß nicht durch die Liberalen, sondern durch die orthodoxen Heißsporne die Gefahr einer Spaltung der deutschen Judenheit droht. Der Artikel gelangte zu spät in unsere Hände, um schon in dieser Nummer zu erscheinen. - > D- Folgendes Schreiben, an den gesetzestreuen Nabbinerverband gerichtet, ist uns zur Veröffentlichung von dem Verfasser zugeschickt worden. Wir geben es unverkürzt — ohne Kommentar — als ein charakteristisches Zeugnis für eine uns freilich völlig fernstehende.Auffassung, aber doch eine solche, die in «ihrer Warnung vor übertriebenen Schritten große Beachtung verdient. D. R ed. ' Hamburg, den 17. November 1912. Sehr zu verehrende Herren! 1. Die so schwerwiegende charakteristische Entweihung des Sabbats durch Uebertretung von Werkverboten muß nach Ansicht einiger Autoritäten in gleichzeitiger Gegenwart von 10 frommen Männern einer Eidoh kedauschoh erfolgen, die wohl nicht überall vorhanden ist, — Von anderen Momenten ganz abgesehen. — (ck. Resp. B. Z. Rabbi ' Jacob Ettlinger.) 2. Die aus der Sabbatentweihung resultierende charakteristische theoretische Leugnung desjenigen Säbbatgedankens, welcher durch die göttliche Einsetzung und Beobachtung des Sabbats durch „ganz Israel" bezeugt werden soll — von,dem Praktischen und theoretischen Momente der gebotenen „Ruhe" ganz abgesehen — ist, laut alten Responsen, weder so ohne weiteres, noch bei jeder verbotenen Werktütigkeit anzunehmen. . . 3. Selbst, ein.S. R. Hirsch hat sich in Würdigung der schwer zu ' ziehenden Grenzen und gewichtigen Konsequenzen manche Reserven in seiner rabbinischen Tätigkeit auserlegt. — Allerdings tat er es in erschwerender bzw. zurückhaltender Hinsicht. Auch ungarische Autoritäten und insbesondere russische waren zaghafter als manche Draufgeher der Gegenwart. . 4. Die durch „Schomaur und Sochaur" midraschistisch-verbalsymbvlisch dargestellte Einheitlichkeit der Sabbatheiligung durch Herz, Gesinnung'und Tat, in positiver und negativer Hinsicht, ist ganz, entschieden zuweilen wieder aufzülösen und zu differenzieren — distinguendum est — bevor die letzten praktischen Konsequenzen behufs äußerster Disqualisizierung der den Sabbat entweihenden ' Brüder gezogen werden sollen. (ck. die ältesten Kommentare zur Stelle sowie u. a. Resp. Trani, Taschbaz u. a. sowie P. Jiz Pessulim und Werke von Rabbi M. Schreiber (soker) in Ungarn.) .

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