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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-11-08 · Heft 45 (8.11.1912) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 45 (8.11.1912)
Date
1912-11-08
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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^ur^y^nen/^ereinSaiienb int ©oafe b:e§ £otei' £>u' ^orb.‘:’ 'S'cr; ftell=; vertreten.de Vorsitzende, Herr L. B a er w ald, begrüßte dre Mitglieder und widmete.der vor kurzem so plötzlich verstorbenen Frau 'R'ab- . binep Dr. P e r'l i tz einen schin'erzbewegten; Nachruf; die Anwesenden erhöbest, sich zu.Ehren 'der ' teuren Töten von ihren Plätzen. Darauf, "hielt Herr Rabbiner' Dr. "Pst rli tz hier den 'angekündigten Vortrag über „Jüdisch-deutsche, ErbaüÄngsschristenaus der vormendelssöhnschen Zeit". In seiner bekanntenGründlichkeit 'ging der Vortragende aus die,heute zwar nur noch der älteren Generation und meist auch nur : dem Namen stach" bekannten. Bücher, ihre Sprache,' ihren Inhalt und ihre Hervorragende Bedeutung "für das Seelen-, Und Gemütsleben . unserer"Voreltern ein, wies nach, wie jene Bücher (Z’ennoh ur’ennöh, M’gillas-Ester, k’hiljas ' ja’akow) im Mittelpunkte der damaligen Häuslichen Erbauung — ähnlich einer Postille— standen und teilte auch-einzelne Partien .aus diesen'Büchern ist einer dem Original' sich möglichst anlehnenden Wiedergabe mit. Mit großem Interesse folgten die Anwesenden den spannenden Ausführungen des Redners, und manch stilles Lächeln,, dasdem. "einen stder anderen der-älteren Zuhörer über.das '.Antlitz Huschte, bewies, daß. Herr Dr. Pe'rlitz frohe Und zugleich wehmütige Erinnerungen .in seinen -Hörern zu wecken wußte,' Erinnerungen, an die eigene Kindheit, als.-die Mutter noch aus. jenen Erbauungsbüchern den lauschenden Kindern die Legenden,.Gleichnisse,'Sagen und Märchen, diese köstlichen Blumen äüs den-agadischen Schriften, vorlas. — Herzlicher und reicher Beifall, dankte dem .Redner für seine interessapten und lehrreichen Ausführungen. . ' n. Kottbrrs, 31. Oktober. Der hiesige Bankier W. Loewenst e i n konnte am.letzten.- Sonntag seine; .25 jährige Zugehörigkeit zum Vorstände-7 der "hiesigesi Synagögengemeinde feiern. Die Verwaltung der Synagogengemeinde, übermittelte durch Justizrat H a m m e r s ch m i d t und den Vorsitzenden' der Repräsentanten, Kaufmann Ney >e r s b.a ch, herzliche Glückwünsche und ließ namens der Gemeindemitglieder ein künstlerisch sehr wertvolles Geschenk überreichen. , Bürgermeister Dr. Varstlsagen war im. Aufträge von Oberbürgermeister Werner erschienen, ,unt für die Stadtverwaltung zu gratulieren. Alle, hier bestehenden jüdischen Vereine hatten . Deputationen entsandt, deren Sprecher die Verdienste des Jubilars feierten. Die Chewra kadischa. und der Israelitische Jügendbund. ernannten den Jubilar zum. Ehrenmitglied, und eröffneten ihm dies' durch Ueberreichung schön ausgestatteter . Adressen^ Der Gemeinderabbiner hatte bereits - in der Sabbatpredigt, den Jubilar gekennzeichnet als einen Mann, der durch Förderung des Synagbgenbaues, Begründung der Darlehnskässe und tat- . kräftiges. Eintreten für alle Zweige der Wohltätigkeit der Ehrung durch die Gemeinde würdig sei. Am Sonntag hob er noch besonders hervor, daß Rabbinat und Vorstand — der Jubilar L. ist seit neunzehn .Jahren Vorsitzender — während seiner zehnjährigen Tätigkeit noch nie eine, ernste Differenz gehabt haben, weil alle -Vorschläge in bezug auf den Gottesdienst, die Schule, Armen- und Krankenpflege stets förderndes EntgegeNkommen gesunden haben. Bankier W. Lo ewenste.in ist auch Mitglied des StadtverordNetenköllegiums seit einer Reihe von Jahren. Aus Anlaß seines Jubiläums beabsichtigt er,. der .Gemeinde und Stadt für - Stistungszwecke eine größere Summe, zu überweisen. - .' -' .... Hannover, 1.' Novembers Die i s r al S iti sche Friedhofskapelle aus dem Friedhof an der -S.txangriede ist nach dem Beschluß der Gemeinde einer gründlichen Renovation unterzogen. 'Der Friedhof ist 186.4 eingeweiht. Damals wär die hiesige Gemeinde noch nicht - so groß wie. heute, und der .Post Daurat Oppler -in gotischromanischen Formen äusgesührte.^Läw entsprach den heutigen. Ast-, förderungen schon lange nicht mehr.- Bei den He.rstellungsarbeiten kam es nun für. den'leitenden AÄhitekten und die ausführenden Handwerksmeister vor allen Dingen daraus an,, die .neuen Formendem - alten Bäu in harnronischerMeiseanzupassen. Das dürste in."vollem Maße, gelungen .sein.,.', ZA' 'Innern' ist der Platz für den Rabbiner-erhöht.. Es.stnd neueBänke beschafft, elektrische.'Krosten 'und Heizungangebracht. Vorfällen Dingen wirkt aber die Mälerei, deren ange-' nehmer Faxbenivn noch durch die neue Verglasung besonders-zur- Geltung^komiÄ..' Die,'Einrichtung der Kapelle .ist durchsten'yneÜM Linoleümbela^:Mit.modernen. Farben und Mustern noch vetböllständigt."' ■ * ' * *' / " " MrtU .ft..Movember. Die J.f r aelitistche Restlft'chüle , Fürth h'atvor.einigen Tagen die Feier des 50 jcch'r..Bestehens begangest" Ehenialige Angehörige der Anstalt hatten sich am letzten Samstag abend zu einem Aestkommers im Hotel „National" zusammengefunden. Der. eigentliche' Festakt fand" ebendortam Sonntag vormittag statt. Es hatten sich hierzu Oberregierustgsrät Dr. En d t als Vertreter des Kultusministeriums - und Reg.-Rat Klee als Vertreter der Regierung - von Mittelfranken eistgesünden. Der Vorsitzende des - Kuratoriums-W e i s k o p ß ersuchte in seiner Rede die. Staatsregierung, die städtischen Korporationen und: alle Gönner: und Freunde der Anstalt um ferneres Wohlwollen. Oberregierungsrat Dr. En dt überbrachte, die Glückwünsche des Kultusministeriums für eine weitergedeihliche Entwicklung der Anstalt und schloß hieran den Glückwunsch der Kreisregierung und; des Regierungspräsidenten Dr. v. Blaul. ' Der neue städtische Schulrat Müller übermittelte im Namen und Auftrag des Magistrats Fürth den . Festgebern .die herzlichsten .Glückwünsche. Rabbiner Dr. Neu b urger sprach .' namens'der israelitischen Kultusgemeinde Fürth. Er betonte, daß ihm der Simultanunterricht von oben herab bis in die Volksschule das Ideal, sei, trotzdem erfülle es die Judenschast mit Stolz, daß Fürth die einzige israelitische Realschule habe, die den städtischen Realschulen gleichgestellt sei. Rektor Dr. Vogel vom Gymnasium ' Fürth rühmte die stets guten und freundschaftlichen Beziehungen zwischen den. beiden Anstalten und den guten Namen, den sich die Israelitische Realschule auch aus geistigem Gebiete in der Heranbildung der Jugend erworben habe. Auch Rektor Dr. Zwanziger von der Realschule hob hervor, daß beide Realschulen stets im besten Einvernehmen und in-voller Harmonie zueinander standen und stellte aus eigener Erfahrung als Prüsungskommissär und Respezient der Israelitischen Realschule, fest, daß diese allezeit ihrer Ausgabe voll gerecht geworden sei. Von der großen Toleranz in der Fürther Bevölkerung gaben wieder erfreuliche Belege die Glückwünsche, welche Dekan"Herold für die.evangelische Gesamtgemeinde und Geistlicher Rat'S p rech e r namens der katholischen Kirchengemeinde darbrachten. Weitere Glückwünsche, brachten noch der Direktor Dr. Lange von der Schwesteranstalt in .Frankfurta. M., Direktor Dr. Deutsch von der israelitischen Waisenanstalt Fürth, prakt. Arzt Dr. Somnrer von einer Loge in Nürnberg und ein Vertreter der Gombrichschen Lehranstalt in Nürnberg. Die Festrede hielt der Direktor der Israelitischen Realschule Fürth, Dr. Feil chenfeld. Der Vorsitzende.des Kuratoriums. Weiskops gedachte,-noch des Prinzregenten, der während"* seiner Regentschaft-auch den Juden besonderes Wohlwollen zeigte. , An den Prinzregenten, den Kultusminister und den Regierungspräsidenten .von Mittelfranken gingen Huldigungstelegramme ab. Nach-dem Festakte stattete Oberregierungsrat Dr. En d t dem Anstaltsgebäude einen Besuch ab. Ein Festessen um 3 Uhr nachmittags - beendete die-offizielle Feier. 8. L. Aus Baden, 1. Novenwer. Eine weit über die Grenzen'unserer engeren. Heimat hinaus bekannte Familie ist durch das Ableben der Frau .Hannchen Rothschild, geb. Moos in Gailingen in tiefe Trauer versetzt worden. . Wenn je von einer Frau gesagt werden kann, . daß sie der gute Geist des Hauses war, so trifft dies auf die Verstorbene zu, die an den rastlosen Bestrebungen ihres Mannes, unseres Vorstehers Herrn Ludwig Rothsch i l d, der sich zürn Ziel gesetzt, in unserer Gemeinde ein blühendes, jüdisches Leben zu erhalten und . für ihre Institutionen, besonders das . jüdische Krankenhaus und das 'Landesasyl. Friedrichsheim jedes Opfer zu bringen, den innigsten Anteil genommen. Welcher Beliebtheit sich die Familien Rothschild und Moos hier und überall zu erfreuen haben, das zeigte sich jetzt bei dem Leichenbegängnis;ller'.Frau Vorsteher ,Hannchen Rothschild, denn eine-unübersehbare-Menschenmenge hatte sich von-weit und breit, ja. aus der weitesten FMlle>;-eingesünden, um der Verstorbenen die letzte . Ehre zu erweisen: - Ary Grabe sprach -zunächst Herr Bezirksrabbinch.. Dr. Spitz aus GäMzigen,, die Verewigte als - eine wahreEscheth; Chajil schildernd, anf-.Wvertraut das Herzdes Mannes, alsdietreue- - Lebensgefährtin, - die AÄrevolle Mutter, die gute Schwestern diö -bravtze - Groß- und SchwiegKÜiüttern:h)ie selbstlose Freundin und Verwandte.' - Dann dankte der SHMHerr.Dr. Rotllschild aus Mannheim, mit. -tränenerstickter. StiDyM;der> Heimgegangenen' Mutter - für alle' 'tzr-- wiesene Liebe undMüte^versPrach ihr Andenken heilig-zu halten undi. - sagte ihr ein letztes; Lebewohl." Auch ein - weiterer'- Ver.warü>ter> Htzßü '. Hauptlehrer Lu-i^iM-üus -'"noch tiefempsundentz '- Worte der VereOÄ^ind 'Ließe für die..Verstorbene und.- tröstete die trauernden Hinterbliebenen, ,die. nAt treuester Hingabe, in-'für- : sorgendster Liebe und1/äuföpserndster'HffMe?mchr noch -als. die schuldige -- GattenundMndespslicht an derHeimgegängenen -erfüÜt hätten.- Als sich - dann die frischen Erdschollen über das geschlossen, was an der Ver-

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