Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1912)
- Date
- 1912-11-08
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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nur. aus Werlmsondernauch in der größeren Mehrzahl aus den Pro- .1 vinzen des Reiches sind uns Kinder anvertraut. D.ie:Msnahme der^ Kin-' der im schulpflichtigen Alter erfolgt nur. alljährlich zum 1. April. Kindern unbemittelter Elterry gewähren-Witz Freistellens müssen -rechtzeitig, spätestens bis' zum .15. Februar,. geschehen und sind an-unseren Schriftführer Herrn.^Ad-ol'pch Salomön-^zu richten. Berücksichtigen Sie -gütigst-' unsere segensreiches- Wirken und schaffen-Sie uns Mittel, dasselbe von Jahr zu Jahr erweitern, dann, wird der Erfolg Ihnen Freude bereiten und uns zum Segen gereichen! - Postsendungen gütigst an Herrn Adolph Salomon, Lharlottenburg- 2, - Knesebeckstraße 35-36- Postscheckkonto: Berlin 6222. 22 Berlin, 5. November. Die Trauerseier für den verstorbenen Handelsrichter Herrmann L a n d s b e r g e r fand gestern mittag im Trauerhaus Lennestraße 3 statt. Der Vorstand der jüdischen Gemeindedie Vereinigung der-Berliner Handelsrichter,, die-Gesellschaft Magiue Reim, das Kuratorium der Unterstützungskasse des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller und andere Korporationen hatten Deputationen mit Kränzen entsandt. Die Gedächtnisrede hielt Rabbiner Dr. Weiße. Dr. L e v y widmete dem Entschlafenen einen Nachruf/namens der Gesellschaft Magine Röim. Im Anschluß daran erfolgte die Beisetzung aus dem jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee. . . - . Berlin, 5. November. Am 3. d, M. ist nach schwerem Leiden Herr Siegmund Bergel im 70. Lebensjahre verschieden. Durch den Heimgang dieses verdienstvollen Mannes hat das deutsche. Judentum.einen schweren Verlust erlitten. Die Logen des U. O. V. B., der Hilfsverein der deutschen Juden verlieren in ihm einen ihrer eifrigsten Vertreter und Förderer, viele- Arme und Notleidende einen bewährten Helfer und Freund. Seit-einer Reihe von. Jahren stand:.er auch im Ehrendienst der Berliner jüdischen Gemeinde, und nahm -anallen . Bestrebungen zur. Hebung, des religiösen Lebens den regsten Anteil. Siegmund Bergel war ein Mann der Tat, der für die Verwirklichung. jüdischer Ideale seine ganze Kraft einsetzte. An seiner Bahre trauern neben den-Hinterbliebenen alle, die ihn kannten, und. seine segensreiche Tätigkeit im Dienste des Judentums und der Allgemeinheit zu würdigen wußten. Ehre seinem Andenken! . 22 Berlin, .5. -November. Eine streng vertrauliche Besprechung über die. Möglichkeit eines definitiven Friedensschlusses mit -Einschluß des deutschen Ländesko mite es fand> . am letzten Sonntag in. den Räumen des Zentralvereins unter Vorsitz von-Justizrat Horwitz statt. Älndieser Tagung nahmen u, a. die folgenden Herren, teil: I u st i z r a t H o r w i tz, Siegfried Brünn- Justizrat Dr. Max. Fuchs, der Vorsitzende des deutschen- Landesköinitees, Landtagsabgeordneter W o l f f - L i s s a, Geheimrat Professor, Dr. Cohen, Professor Horwitz, Louis Mofenb a um - Berlin,. Landtagsabgeordneter Coh-n-De s f a ü, Kommerzienrat Ger s o.n S i m o n - Berlin, Prediger Dr. L e h m a n n, Rabbiner. Dr. V o ge l st e i n - Königsberg, S chl es inger-Frank- . furt.a. M. usw< Von-allen Seiten wurden die große Bedeutung und Ersprießlichkeit der Alliance-Arbeit sowie der große Wert der Alliance - anerkannt und. die Bereitwilligkeit zum Frieden zum Ausdruck ge° . bracht. Man einigte sich schließlich! auf bestimmte Friedensvorschläge, die einstimmige Annahme fanden und sich, wie es heißt, auf der Grundlage der Bezirksorganisation bewegtem wenn auch mit einigen Modalitäten. Die -gefaßten Beschlüsse wurden unverweilt nach Paris an das Zentralkomitee weitergegeben/ um dessen Genehmigung einzuholen. Wie wir erfahren, ist gute Aussicht, auf Annahme der Vorschläge in Paris zu-,rechnen, falls die absolute finanzielle. Autonomie dev' Pariser Leitung 'zur rückhaltlosen Anerkennung gelangt, und es sich nicht um. eine Organisationsform handelt, die geeignet erscheint, ein zweites.ZMtralkomitee zu bilden. Da dies letztere nicht der Fall ist, dürfte nun endlich die Friedensbasis mit der beschlossenen Formel gefunden sein. P. Allenstein, 4 Novenrber.. Der Verband der Synagogengemeinden Ostpreußens hat in seiner außerordentlichen Generalversammlung am M^. in Allenstein nach einem Vortrage des Herrn Direktor'Peritz-Königsberg über das Angestellten- Versicherungsgesetz n-einstimmig folgende Resolution angenommen: „Der Verbandstag; erklärt,- daß er! es angesichts der im allgemeinen geringen Gehälter" 'Mserer jüdischen -Gemeindebeamten - -als eine Pflicht der Gemeinden erachtet, ihren Beamten die Beitragsleistung zur gesetzlichen Versicherung zu erl.asse.tz.". «xv Danzig, 1. Siovember. Der' Ausschuß des Verbandes .der Westpreußischen Synagogengemeinden versendet soeben den Verwal- . .tungsberi'cht übem.das.'15^ Verbandsjahr 1911/1912: Die.Kvmmissiön - fürdie Äüsgestältüng des Religionsunterrichts <"hat, wie aus dem Bericht erhellt, ihre Arbeiten noch nicht beenden können. Auch / die Bemühungen um Schaffung einös Bezirksrabbinats Briefen sind .ohne Erfolg geblieben.. Um auch den kleineren. Gemeinden von 'Zeit zü Zeit ome Predigt zu verschaffen,' '.''fM'der. lstabbinier-E verbandbereit -erklärt,' seine Mitglieder : gegen . entsprechende^ Gebühren - dazu ' zu-' veranläfsem Der ' Rabbinerverbwnd - hätte , an den Ausschuß den Antrag - gerichtet,. dieser möge an zuständiger Stelle dahinwirkeiy ..paß Rabbiner als Mitglieder in die Schuldeputation . gewHH^fwürdpn.'' -.Der - Ausschuß konnte diesem' Gesuch zu seinem-H.edauern-nicht nähertreten, weil -das neue- Schulgesetz-für Westjireüßen keine Geltung habe-und nach der- Schulordnung vom 11. Dezember. 1845 die-Zusammensetzung der Schuldeputation genau geregelt und für die Rabbiner darin ohne Aenderung des Gesetzes kein Raum sei. Auch dem weiteren Wunsche der Rabbinergegenüber, -zu den. Inspektionen der Volksschulen zugelassen zu werdm, mußte sich der Ausschuß ablehnend verhalten und darauf Hinweisen, 'daß das -Gesuch an die zuständige Schuldeputation zu richten und die Genehmigung ' der Königlichen - Regierung zudem Lehrplan eingeholt werden -müsse. Aus Veranlassung des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes hat am 13. November 1911 eine ge-, meinsame Sitzung des engeren Ausschusses, und deA Vorstandes des Hilssvereins für jüdische Lehrer Westpreußens uyö Pommerns, stattgefunden. Zur- Beratung stand die Gründung einer. Verbandskasse in Gemäßheit des Reichsgesetzes betreffend die Versicherung der im. Privatdienst Angestellten. Es wurde beschlossensämtlichen Gemein- - den Westpreußens den Beitritt-zur-Verbandskasse zu empfehlen, um - zu erreichen, daß alle unter das Gesetz fallenden Beamten besser - gestellt würden, als dies durch bas Gesetz -geschehen kann. Die Arbeiten, die nach dieser Richtung von den zuständigen Organen in die Wege geleitet sind, sind noch -nicht zum Abschlüsse gelangt. Der Aus- - schuß besteht zurzeit nur aus -11 Mitgliedern, da Herr Rabbiner Dr. Kaelter am 1. Juli 1911 sein Amt als Mitglied des Ausschusses - niedergelegt-hat. Da Ende Mai dieses Jahres die Amtsdauer aller Ausschußmitglieder abläust, so muß schon , in diesem Jahre -ein Ge- . meindetag.stattsind.en, der die Neuwahlen vorzunehmen hat. . Ein Jn- . spektionsbericht ist für'das ab gelaufene Jahr nur von dem Herrn Rabbiner Dr. Pick in Strasburg eingereicht worden. Weitere sind . dem Ausschüsse bis zu der Sitzung, in der die Subventionen' für den Religionsunterricht für das Jahr 1912/13 bewilligt worden sind,'nicht zugegangen. Elf dem Verbände angeschlossene Gemeinden haben aus ihren Antrag 2040 Mark als Subventionen für den Religionsunterricht . erhalten. Der mit der Wahrnehmung des Königlichen Staatsarchivs Geheime Archivrat Professor Archivdirektor ernannt worden W. Posen, 3. November, der Geschäfte. eines Direktors für Westpreüßen beauftragte Dr. Adolf Warschauer ist zum und hat sein neues Amt bereits angetreten. Derselbe ist ein Kind unserer Provinz und wurde am 13. Oktober 1856 in Kempen geboren. Sein Vater war. Kantor in Nauen. Dr. Warschauer' besuchte das Elisabethgymnästüm zu Breslau und studierte sodann an der Breslauer Universität Geschichte. Am 12. Januar 1881 promovierte' er daselbst auf Grund einer Dissertation: „Quellen zur Geschichte des Florentiners "Konzils" und wurde im Februar 1882 von der Universität an das hiesige Kgl. Staatsarchiv berufen, wo er über 30 Jahre ununterbrochen gewirkt hat. Im November 1901 wurde er. zum Archivrat ernannt, im Oktober 1903 als Professor der Landesgeschichte an die neuerrichtete Königliche Akademie berufen und erhielt im vorigen Jahre den Charakter als Geheimer Archivrat. Professor Dr. Warschauer hat sich schriftstellerlisch stark betätigt und gilt.allgemein als der beste/und gründlichste Kenner der Geschichte der Stadt wie des Landes Posen. Seit Bestehen der Historischen Gesellschaft ist er deren Schriftführer und gehört auch seit der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft deren Arbeitsausschuß an. Von seinen vielen Schriften — er ist auch Redakteur der „Historischen Monatsblätter für die Provinz Posen" --- seien besonders „Das .Stadtbuch von .Posen" und die „Posener Geschichtsforschung" .besonders/erwähnt. Ob seines liebenswürdigen und gefälligen Wesens erfreut sich Herr.- Dr: Warschauer, einer allgemeinen Hochachtung und Wert- -• schätzung. Im Oktober 1894 heiratete ex seine. Gemahlin Bertha, geb. Braun. // 22 Rakel, 1. November. Am letzten Sonnabend eröffnete der hiesige jüdische Literaturverein seine diesjährige Saison