Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1912)
- Date
- 1912-11-08
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3229015-3229061--68944-3281229- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
i>: : ü; K E storbenen sterblich war, schieden alle mit tiefer Ergriffenheit von der' Familiengruft, in der eine edle Gattin und Mutter als lexste die'ewige Ruhe gefunden: ' ' '? Gesterretch-Nygsm. X.. Wien, 1. November. Am 14. v.M. empfing: ui^fer Kaiser in Audienz eine.'Deputation der. rmgarischep s vrthodoxen israelitischen Knltusgemeinden, bestehend aus dem- Präsidenten- Adolf Frank, den - Oberrabbinern K. Reich- Budapest und Akiba Schreiber- Pretzburg, dem Konsulenten der orthodox-israelitischen -Zentralkanzlei Ludwig -Härtstein'- und dem- Advokaten' Dr/'W. Kuba. Die Deputation überbrachte die Huldigung der ungarischen -orthodoxen" Juden zum 40 jährigen Gedenktag der Gewährung der. Autonomie. der israelitischen Gemeinden. Oberräbbiner Königl. Rat' Reich -erhielt die ' Erlaubnis, den Segen' über das Haupt des Monarchen zu sprechen. Auf die.Ansprache des Präsidenten der orthodoxen Zentralkanzlei erwiderte der Kaiser in ungarischer Sprache: „Den Mir im Namen der' ungarischen israelitischen Kon- . .fessionüherbrychten. Ausdruck der Huldigung . nehWe.. Ich mit Dank .entgegen. Es gereicht-Mir zur Freude, daß Sie im Rahmen der,von MirhgÄ die religiösen Gefühle gepflegt und -.a-üch.'in patriotischer Richtung gewirkt und gearbeitet haben. Seien /Sta -Meiner weiteren Huld und Meines weiteren Schutzes über- - .zeugt." >-Die Wiener israelitische Kultusgemeinde hat im Laufe dieses Jahres durch Legate mehrere Ätillionen erhalten, die im Sinne der Erblasser zur Errichtung eines Kinderspitals.verwendet werdm sollen. NtlNlnehr wird der Kultusgemeindeverwaltung die an der Nordseite -des Uugartens /befindliche Wiese, ein Dreieck/ im Ausmaße von .15 000 bis - 20 000. Quadratmetern, als Baugrund für das Kin- - derspital angeboten. Die Presse unterstützt dieses Angebot und rät - der Kul.tusgemeinde, diesen Grund zu erwerben, weil durch die Erbauung-eines Kinderspitales auf diesem Platze der Augarten nichts 'verliere,-- den Bezirken-- Leopoldshall und . Margareten - aber zum Segen gereichen würde. ÄlÜsZlMd. z. Petersburg, 1. Novembern Das russische Unterrichtsmini-- ^..sterium hat'kürzlich den Kuratoren der Lehrbezirke durch Rundschrei- - ben seineAbsicht zur Kenntnis gebracht, die'Prozentnorm der Juden, die in den russischen Lehranstalten'Ausnahme finden, außerhalb der WohnrechtgrenZe bon 5 aus 10 Prozent und innerhalb, der Wohnrechtgrenze-aus 15" Prozent zu erhöhen. Dieser Plan des Ministeriums der Volksausklärung ruft, in der antisemitischen 'nationali- -stischen russischen Presse wahres Entsetzen hervor. An der Hand von Zahlen sucht diese zu beweisen, daß durch die neue Maßnahme der .christlichen lernenden Jugend großes Unrecht zugefügt würde, der es 'ohnehin'fchwer genug falle, sich in-'den überfüllten niederen, mittleren und höchsten Bildungsstätten einen Platz zu erobern. Nach der Volkszählung des Jahres 1897 seien aus 128,2 Millionen-Einwohner 5,i Atillionen'Juden, d. h. 3,» Prozent gekommen. Unter den 10,5 Millionen Lernenden aller Glaubensbekenntnisse, die innerhalb her Wohnrechtzone eine niedere Schulbildung genossen, kämen-bei. der geplanten Norm-vom 10 und 15 Prozent 1JA Millionen jüdischer. Schüler.?. Auf SOQpÜO. Studierende der mittleren und höchsten Lehranstalten würden somit'75 00Ü. Juden zu verzeichnen sein. Innerhalb der dem Juden Zugewiesenen Wohnbezirke hatten sich bis zu dem bezeichneten Jahre 4 800 000 Glaubensgenossen angesiedelt, unter welchen sich 1245 000 Kinder.und Jünglinge im, schulpflichtigen Alter befanden. Bei.Verwirklichung' der'beabsichtigten -Aufnahmeerweiterung fänden — nach der nationalistischen Presse — die Kinder-„des verfolgten. Stammes" ihr „warmes. Plätzchen" in den russischen Schulen, zum Nachteil der christlichen Bevölkerung.' Außerhalb der Wohnrechtgrenze werden nach der gleichen. Zählung unter den 1300 000 jüdischen EinwöhneLn 35)4. Dausend Schulpflichtige angegeben.' Mit der geplanten'Erhöhung der Norm"auf 10 Prozent müßten somit 1)4 Mtillioüen Judensprößlinge in den russischen" Volksschulen Zugelassen werden, in die mittleren und höchsten Lehranstalten aber 93 000 Juden. Zudem erhielten ihre Eltern-dazu auch Noch das erweiterte Wohnrecht. Die an-, tisemitischen russischen Preßstimmen, die auf diese „erschreckenden" Ziffern Hinweisen, lenken die Aufmerksamkeit daraus, daß in einem christlichen Staate wie Rußland nach der Anzahl der bestehenden Schulen nur 180 unter 1000 christlichen Lernbegierigen in den niederen und höchsten vom Staate unterhaltenen Bildungsstätten Aufnahme finden könnten. Die genannten Organe treten dafür ein, daß nicht mehr als 32 aus 1000 Juden in die russischen Lehranstalten zugelassen wurden, während deren Zahl jetzt bereits 50 beträgt, nach dem' Pläne des Unterrichtsministeriums aber noch verdoppelt werden soll. . .Die judenfeindlichen russischem Elemente fordern entschieden, daßdie beabsichtigte Neueinführung einem Volksstamme gegenüber, welcher „das russische Volk aussaüge und die Zersetzung des russischen Staatswesens anstrebe", nicht zur Verwirklichung gelange. Hoffentlich wird das Unterrichtsministerium sich durch das Geschrei der Nationalisten nicht einschüchtern lassen und seine Absicht zugunsten der Juden sobald wie Möglich verwirklichen. Mn Wh und Mw — Den Berliner praktischen Aerzten Dr. Victor Goldfeld, . Dr. Ludwig M a n a s s e, Dr. Eli W r e s ch n e r und Oberstabsarzt a. D. Eugen J a c o b y wurde der Charakter als Sanitätsrat verliehen?-^ In Pankow-Niederschönhausenist am 19.v. M. eine Ortsgruppe des Zentralvereins Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens begründet worden. — Wie die „Kattowitzer Zeitung" hört, ist es den Bemühungen des Berg- und Hüttenmännischen Vereins, insbesondere des Geheimrats Hilger uüd des Bergrats Knochenhauer gelungen, daß die Ministerialverfügung betr. Ausweisung der jüdischen Bergarbeiter aufgehoben wurde. — Aus Schwetz a. W. wird uns geschrieben: Zu Ehren des Verstorbenen Rabbiners Dr. Nordheimer, welcher in der Hiesigen jüdischen Gemeinde sast 25 Jahve amtiert, und um .einen seiner letzten Wünsche zu erfüllen, ist von seinen Schülern eine Dr. Nordheimer-Stiftung ins Leben gerufen worden, aus deren Zinsen Hilssbedürftige, begabte und würdige jüdische Schüler und Studenten unterstützt werden sollen. — Herr Hermann Gump ertz in Hamburg ist aus dem Zentralkomitee der Alliance Jsraelite Universelle ausgetreten. — Die Stadt Gifhorn (Oldenb.) zählt zurzeit keine -jüdischen Einwohner, und um den israelitischen-Friedhof vor dem Verfall zu schützen, beantragte der einzige Ehrenbürger Gifhorns, der jüdische Kaufmann A l e x Menke in Hamburg, daß die Stadt es übernehmenmöchte, den kleinen Friedhof in Ordnung zu halten. Menke stiftete hierzu 1000 Mark,- deren Zinsen dazu, reichlich genügen. Die städtischen Kollegien beschlosten einstimmig, dem Anträge als Ehrenpflicht'stattzugeben. — Geh. Medizinalrat Dr. Wilhelm Ebstein, ordentlicher Professor der inneren Medizin und Direktor der Universitätsklinik in Göttingen, ist im Alter von 76 Jahren ver- Lioriedlune eioer. »errsodsttstrüeüe. Oebrüder Hammer Hoflieferanten Seiner Majestät des Kaisers . und Königs BERLIN W8 Mohrenstrasse 56 Telephon: Amt Zentrum, 685 5457 Moderne Küchen für Schlösser,Rillen, Landsitze, Hotels, Restaurants, Cafös, Krankenhäuser und Kantinen. «WaisehereK Warmwasseru. Kühlanlagen, Kamine, Heizkörper-Verkleidungen in gediegenster Ausführung; Öfen al ler Systeme. Wir suchen für unsere Gemeinde einen Elemelitarlehrer, Kantor und Gchochet für sofort, oder bis 15. November. Gehalt 1260 M., Nebenverdienst. 400 M. Mr einen musikalischgebildeten Herrn ist : schöner- .Nebenverdienst geboten. Nebenbei auch freta Wohnung. - Der Borstand der Israelitischen - Stznagogest-Gitmeinde Thalsang. Kreis Berncastel. Welcherverhilft gebildeter,' intelligenter Dame, Witwe, 40 Jahre, aus sebrgutemisr. Hause, au ^iner selbständigen, wenn auch ' bescheidenen Existenz? Offerten .unter Ch; G»1701 anRudolsMosse, Charlottenbnra. Tauentzienstratze 2