Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 41 (11.10.1912)
- Date
- 1912-10-11
- Page
- Seite 484 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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und Fühlen und imt '. b'en -Lebensmöglichkeiten' unserer Zeit auszu- ' gleichen,. für die. erhebenden Grundwahrheiten und sittlichen Ideale unserer .Religion in Bekenntnis und Leben zu wirken, - das Verständnis dafür wachzuhaltendaß das Judentum in der Gegenwart -seinen notwendigen..Platz und für die Zukunft .seine unersetzliche Bedeutung hat, und so die religiöse Teilnahmslosigkeit und Entfremdung vom Judentum zu überwinden und die durch Jahrtausende bewährte Treue, den kommenden Geschlechtern - zu vererben. Dr.. U p.p e l, Stadtrabbiner, Karlsruhe. Dr. A P P e l / Rabbiner, Bingen. Dr. Bäck, Rabbiner,'Düsseldorf. Dr. Baron, Rabbiner, Kolberg, Dr. Behrens, Rabbiner, Göttingen. Dr.-Bergmann, Rabbiner, Berlin. Pros. Dr. B lo ch, Rabbiner, Posen. Dr. Blumen- - t h a l,- Rabbiner, Berlin. Dr, Caro, Rabbiner, Köln. Dr. Chone, Stadtrabbiner, Konstanz. Dr. Coblenz, Rabbiner, Bielefeld.- Dr..' David,' Rabbiner, Bochum. Dr. D i e n e m a n n, Rabbiner, Ratibor. Dr. E i n st er n, ■ Bezirksrabbiner,. Landau - Pfalz. Dr. E l s aß, Rabbiner, Landsberg a. W. Dr. F r e u d e n t h a l, Rabbiner, Nürnberg. Dr. Freund, Rabbiner, Görlitz. Dr. Fuchs, Rabbiner/ Chemmtz. Dr. Galliner, Rabbiner, Charlottenburg. . Dr. Ginsb u r g e r, Rabbiner, .Gebweiler. Dr. G o l d m a n n, Rabbiner, Oppeln. Dr. G o l d s ch m i d t, Rabbiner, Ossenbach ä. M. Dr. Grünseld, Stadt- und Distriktsrabbiner, Augsburg. Dr. Heilbronn, Rabbiner, Nürnberg. Dr. Hochseld, Rabbiner, Berlin. Dr. I t a l, i e n e r, Rabbiner, Darmstadt. Dr. K ä l t e r, Rabbiner, Danzig. Dr. Kahlberg, .Rabbiner, Halle. Dr. Koch, Rabbiner, .Weißenburg i. E. Dr. Landau, Bezirksrabbiner, Weilburg. Dr. Lazarus, Rabbiner, Frankfurt a. M. Dr. Levi, Oberrabbiner, Krefeld. Dr. Levy, Rabbiner, Nordhausen. Dr. Lewit, - Rabbiner, Alzey. Dr. Lew k o w i tz, Rabbiner, Schneidemühl. Dr. L o r g e, Rabbiner, Mainz. Prof. Dr. M a y b a u m, 'Rabbiner, -Berlin. Dr. N e u m a r k, Rabbiner, Duisburg. Dr. Norden, Rabbiner, Elberfeld. Dr. Oppenheim, Rabbiner, Mannheim. Dr. P o s n e r, Rabbiner, Kottbus. Dr. R ü l s, Landesrabbiner, Braunschweig. Pros. Dr. Salseld, Rabbiner, Mainz. Dr.Salo- - m o n, Distriktsrabbiner, Bayreuth. Dr. S a l o m o n s k i, Rabbiner, Frankfurt a. O. Dr. S a l z b e r g e r, Rabbiner, Frankfurt a. M. Dr. S a m u e l, Rabbiner, Essen. Dr. San d e r, Rabbiner, Gießen. Dr. S ch r e üb e r, Rabbiner, Potsdam. Dr. S e l i g m a n n, Rabbiner, Frankfurt a. M. Dr. Selig kowitz, Rabbiper, Köthen. Dr. Silber st ein, Landesräbbiner, Schwerin. Dr. Si lb erst e i n, Rabbiner, - Stargard. Dr. S o n d e r l i n g, Rabbiner, Hamburg. Dr. Straßburger, Bezirksrabbiner, Ulm. Dr. Tänzer, Bezirksrabbiner, Göppingen. Dr. Tawrogi, Rabbiner, Kreuznach. Dr. Vogelstein, Rabbiner, Königsberg i. Pr. Dr. Wey l, Rabbiner, Berlin. Dr. Wiener, Rabbiner, Stettin. Dr. Wilde, Rabbiner, Magdeburg. Dr. Worms, Rabbiner, Stettin. ' Dir Woche. Berlin, 8. Oktober. it2 s ist leider eine Trauerkunde, mit der wir diesmal unsere Wochenschau einleiten. Am 1. d. M. ist nach langem schweren Leiden der frühere Ordinarius der Physiologie an der Tierärztlichen Hochschule zu Berlin, Geheimrat Dr/ Hermanfl Munk, im Alter von 73 Jahren gestorben. Die Nachricht von dem Hinscheiden dieses um die medizinische Wissenschaft hochverdienten Mannes hat besonders in akademischen Kreisen innige Teilnahme und aufrichtige Trauer wachgerufen. lieber den Lebensgang Hermann Munks, der allen Versuchungen zum Trotz dem angestammten Väterglauben bis zu seinem letzten Atemzuge treu geblieben ist, wird in der Tagespresse folgendes mitgeteilt: Munk gehörte zu den fruchtbarsten und glücklichsten Forschern aus dem Gebiete der Physiologie, namentlich die Physiologie der Großhirnrinde ist für immer mit Munks Namen verknüpft/ Zusammen mit Hitzig, dem verstorbenen Psychiater in Halle, hat er durch Experimente am Affen die Lokalisation der motorischen und sensorischen. Zentren in der Gehirnrinde gefunden und damit den Zusammenhang der Seele mit den Gehirnzentren für ewige Zeiten sestgestellt. Nicht nur erkenntnistheoretisch ist diese Entdeckung von Bedeutung geworden, sondern sie. hat auch zu dem beispiellosen Aufschwung der,Gehirnchirurgie geführt, indem sie die Lokalisation der Gehirngeschwülste und deren Entfernung durch daZ Messer ermög- - lichte. Am 3. Februar 1839 in Posen geboren/studierte Munk in Göttingen und Berlin als Schüler von Henle, Weber, Johannes Müller, Du Bois-Rehmond, Virchow und Traube, promovierte 1839 und wurde schon 1862. Privatdozent und mit 30 Jahren außerordentlicher Professor an der Berliner Universität. Seit 1876 lehrte Munk an der Tierärztlichen Hochschule Physiologie. Im Jahre 1880 wurde er zum ordentlichen Mitgliede der Akademie der Wissenschaften ernannt und 1897 ordentlicher Honorarprofessor an der Universität. Aber ordentlicher Professor an der Universität konnte er trotz seiner bedeutenden Leistungen nicht werden, weil er Jud e war. Nach dem Tode von Du Bois-Neymond wurde Munk von der Fakultät an erster Stelle als dessen Nachfolger vorgeschlagen. Doch das Ministerium trat gar nicht erst mit ihm in Verhandlungen. Im Jahre 1907 trat er freiwillig von seinem Amte zurück, um jüngeren Kräften Platz zu machen. Schon als Student in Göttingen hat Munk eine hervorragende Arbeit über den feineren Bau der Muskelprimitivbündel geliefert, in ' Berlin arbeitete er auf- Grund eines Preisausschreibens der medizinischen Fakultät über das Ei, die Samenbildung und Befruchtung der Nematoden. Als Assistent Du Bois-Rehmonds arbeitete er vornehmlich über allgemeine Physiologie der - Nerven und Muskeln, besonders über die elektrischen Erscheinungen. Seine experimentellen Arbeiten über die Großhirnrinde sind in den Arbeiten „über die Funktionen der Großhirnrinde"/in den Jahren 1877 bis 1889 von ihm gesammelt' herausgegeben worden. — Am Tage der „Gesetzesfreude" nachmittag wurde H e r m a n n M u n k auf dem jüdischen Friedhof in Weißensee-zu Grabe getragen. Voraus ging eine Trauerseier in der alten Leichenhalle. Neben den Verwandten des Verstorbenen bemerkte man unter den Trauergästen: Als Vertreter des Kultusministeriums den Geheimrat Richter. Die Universität war durch den Rektor Lenz und die Akademie der Wissenschaften durch Geheimrat Professor Waldehe r vertreten. Von der Tierärztlichen Hochschule war der Rektor mit dem gesamten Professorenkollegium erschienen. Ferner sah man den Generalveterinärarzt Dr. Hell, den Direktor des Kaiser- und Kaiserin-Friedrich-Kinderkrankenhauses Pro-, sessor Dr. B a g i n s k y. Auf Wunsch des Verstorbenen unterblieb jede Gedächtnisrede. Es wurde nur ein kurzes Gebet verrichtet. Dann erfolgte die Beisetzung in der Ehrenreihe. * - ' , Auf dem kürzlich in Chemnitz stattgefundenen Parteitag der deutschen Sozialdemokraten erzählte der Reichstagsabgeordnete Scheide mann über die Wähl in Nordhausen und über die Stellung der Antisemiten bei der Stichwahl zwischen dem freisinnigen Abgeordneten Wimmer und dem Sozialdemokraten Cohn eine äußerst launige Geschichte, die auch an dieser Stelle vermerkt zu werden verdient.- Seine mit stürmischer Heiterkeit .ausgenommenen' Ausführungen charakterisierten so recht die Gesinnungstüchtigkeit der Antisemiten, die sich bekanntlich als die zuverlässigsten Stützen von Thron und Altar gerieren und keine Gelegenheit vorübergehen lassen, ohne die Juden als die eigentlichen Förderer und Protektoren der „Umsturzpartei" zu bezeichnen. Der Reichstagsabgeordnete Scheidemann teilte nach einem Bericht des „Berliner Tageblatts" folgendes'mit: „In der Hauptwahl hatte Genosse Cohn 7500, der freisinnige Dr. . Wremer 5200 und der Antisemit 3800 Stimmen erhalten.-- Nun hat