Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 40 (2.10.1912)
- Date
- 1912-10-02
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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tution bet' Schutzbörser in Ungarn, wie es unter anderen Kismarton, Naghmarton, Lakompak, Nemetkersztür usw. waren. Wir finben ein Exemplar ber Haynauschen Proklamation an die Juden vor, worin er sie wegen ihrer Teilnahme am Freiheitskampfe zur Bezahlung von zwei Millionen Gulben verurteilt, eine Summe, bie nach dem Ausgleich durch Se. Majestät einem jüdischen Studienfonds zugewendet wurde. Die- Proklamation Windischgrätz' drückt sich noch klarer aus: „Schließlich will ich die Juden von Ösen und-Pest, besonders aber von Altosen warnen, sich jedes wie immer Namen habenden Einvernehmens mit dem Hochverräter Kossuth, dem füQenannteit honv6delmi bizottmany und dem Rebellenreichstag zu enthalten, denn ich habe die Gewißheit erlangt, daß gerade meist die Israeliten sich zu Spionen und Lieferanten der Rebellen gebrauchen lassen." Im Uebrigen droht er mit.Erschießen und für die Judengemeinde des Betroffenen mit je 20 000 Gulden Strafe (11. Februar 1849). Die Briese Jokais und Görgeys an den Oberrabbiner in Nyiregyhäza und Historiker der 1848er Zeit, Dr. Bola Bernstein, ergänzen nur dieses Charakterbild. Jökai erwähnt in seinem Briese den „tapferen Husaren-Rittmeister Bettelheim-Gajüri, dessen Söhne Edmund und G6za seit mehreren Jahren Mitglieder des ungarischen Reichstags sind." Amerika. r. New Aork, 20. September. Der Richter Leon Sanders. Präsident der „Haebnosatb Orebiiu" und ber „Jewish Immigrant Aid Society“ in New Pork, über dessen Europareise wir seinerzeit berichteten, ist nach einer vorzeitigen Unterbrechung derselben wieder nach New Bork zurückgekehrt, woselbst er mit großen. Ehren empfangen wurde. Ueber den Zweck und die Ergebnisse seiner Reise berichtete er wie folgt: „Der Zweck meiner Europareise war, mit den Vertretern der verschiedenen großen Organisationen, welche sich mit der Unterstützung jüdischer Auswanderer befassen, zusammenzutresfen und sie über die Einwanderungsverhältnisse in Amerika, welche ihnen, wie ich mich überzeugt habe, ziemlich unbekannt waren, zu informieren. Dies war um so notwendiger, als alles aufgeboten werden muß, um endlich jenen herzzerreißenden Szenen ein Ende zu machen, welche sich in Ellis Island abspielen, so oft eine jüdische Familie zur Deportation verurteilt'wird. Ein solches Urteil, wieder nach Europa zurückgeschickt zu werden, ist für manche dieser Unglücklichen jchlimrner als ein Todesurteil. Für diese Kategorie von Einwanderern wäre es daher viel besser und wohltuender, wenn sie daran gehindert würden, ihr altes Heim zu Verlässen und den Haushalt aufzulösen, als den dornenvollen Weg bis Ellis Island zu machen, um dann erbarmungslos zürückgeschickt zu werden.. Denn diese Menschen sind dann für ihr Leben lang ruiniert. In meinen Konferenzen in Europa habe ich auch die wirtschaftliche Lage in Amerika eingehend besprochen und auf jene Stätten hingewiesen, welche noch für Einwanderer günstig sind, und vor jenen Zentren gewarnt, welche heute eine UÄ>ersüllung ausweisen, und die daher von den jüdischen Auswanderern gemieden werden sollten. In London hatte ich eine sehr wichtige Konferenz mit den Führern der Jto, Israel Zwangwill und Leopold de Rothschild, sowie eine Besprechung mit dem Herausgeber des Jewish Chronicle Mr. Green Berg. In Paris hatte ich längere Beratungen mit dem Präsidium der Alliance Jsraelite Universelle und stattete auch Dr. Max Nordau einen Besuch ab, mit dem ich gleichfalls die Angelegenheit besprach. In Berlin pflog ich mit dem Präsidenten des Hilfsvereins der Deutschen Juden Dr.-James Simon längere Beratungen. Als Ergebnis dieser Konferenzen ist die voraussichtliche Schaffung eines europäischen Komitees, bestehend aus den Delegierten der oben angeführten Organisationen, mit dem Zwecke einer einheitlichen Regulierung der jüdischen Auswanderung, welche hauptsächlich Gewicht daraus zu legen haben wird, daß die Auswanderung der Juden, wo eine solche sich notwendigerweise ergibt, in geregelten Bahnen vor sich gehe. Wichtiger als das noch wird die Ausgabe sein, die wilde, zweck- und grundlose Auswanderung hintanzuhalten und sie von jenen Gegenden Amerikas, in welchen eine Masseneinwanderung von Juden eine Katastrophe bedeuten würde, abzulenken." * Von Mh und Lern. — Der vor einiger Zeit verstorbene Sanitätsrat Dr. G u st a v Wiener hat der Stadt Berlin 5000 Mark vermacht, deren Zinsen TSCer. 26292. .AH yv (fictißlCHiuAPtcf diLotßy&tffnit, yj+tni+H, Amt fflfloMr&i'/tW IN DEN APOTHEKEN r w 80 Pfennige. Loitmard-Haus II ßraff Berlin SW XI« UI du Leipziger Str. 75, I Brillanten Goldwaren. 25—5O°/0 unter Ladenpreis. J. A. HENCKELS Zwillingswerk Messerwaren bester Qualität. Alle meine Fabrikate tragen mein Zwillingszeichen; wenn sie bei Wiederverkäafern nichtzn haben sind, bitte sich zn wenden an die NiJderl&ge: Berlin W. 66, Leipziger Strasse 118. Filialen in Köln a. Rh. - Dresden~A. - Frankfurt a. M. Hamburg - MOnoben - Wien I - New York. 3)r. 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