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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-10-02 · Heft 40 (2.10.1912) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 40 (2.10.1912)
Date
1912-10-02
Page
Seite 5 (sequence 17)
Language
German
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5 an arme Familien des 37. Stadtbezirks, in dem seine Wohnung lag, zur Verteilung gelangen sollen. — Am 26. September ist Herr Hermann Schah er im 69. Lebensjahre verschieden. Der Heimgegangene, wegen seiner gemeinnützigen Wirksamkeit in weiten -Kreisen der Berliner Gemeinde bekannt, geschätzt und geachtet, gehörte seit Zwanzig Jahren dem Vorstande des segensreich wirkenden Vörschußverems sür hilfsbedürftige Mitglieder der jüdischen Gemeinde an und nahm auch sonst an mannigfachen Bestrebungen zur "Hebung des Judentums regen Anteil. Ehre seinem Andenken. — Aus Graudenz wird uns geschrieben: Anläßlich des Hinscheideus der Frau Bankier Hedwig Belgard hat die Familie Belgard - aus Anregung und unter Leitung des Herrn Rudolf Levy aus Hamburg der hiesigen Gemeinde eine komplette silberne Garnitur, Thorabehang in hervorragender Ausführung sowie eine Sefer Thora, gestiftet. — Der Leiter des Posener Staatsarchivs, Geheimer Archivrat Professor Dr. Warschauer, siedelt wach dreißigjähriger Wirksamkeit in Posen am 1. Oktober als Direktor des Westpreußischen Staatsarchivs nach Danzig über. — Die jüdische Gemeinde.in Gleiwitz betrauert das Hinscheiden des Herrn Emil Aufrecht, der am 26. September im Alter von 85 Jahren verstorben ist. Der Verblichene, ein glänzendes Beispiel treuer Pflichterfüllung im Dienste des Judentums, hat seit dem Jahre 1873 ununterbrochen als Repräsentant zum Segen der' Gemeinde gewirkt. Er ruhe in Frieden. — Das Ableben Des Hotelbesitzers David Reich in Antonienhütte, der Vorstandsmitglied der Synagogengemeinde Königshütte war, machte eine Ersatzwahl notwendig. ' Wie uns mitgeteilt wird, ist an dessen Stelle Herr Max Schindler gewählt worden.'— Die letzte Volkszählung weist in Hamburg 19 472 Personen israelitischen Bekenntnisses nach, gegenüber 19 602 im Jahre 1§05. Durch diesen zwar kleinen Rückgang um 130 ist aber der Anteil der Juden an der hamburgischen Bevölkerung von 2,24 auf 1,92 Proz. gesunken. Mit dem Jahre 1871 verglichen, in welchem 13 796 Personen der israelitischen Konfession angehörten, ist der Anteil an der Gesamtbevölkerung des hamburgischen Staats von 4,07 Proz. auf die schon genannte Zahl von 1,92 Proz. im Jahre 1910 zurückgegangen. — Ehren-A hlwardt macht wieder einmal von sich reden. Als Vertreter der Rudolfstädter Erzbergbau-Gesellschaft in Budweis in Böhmen mit Propagandazentrale in Dresden reist er mit einem Koffer voll Erzstücke im Lande umher, um die Kuxe der Gewerkschaft an den Mann zu bringen. Herr Ahlwardt, der einstige Bekämpfer des „verjudeten" Kapitalismus, als Manager eines großkapitalistischen Unternehmens wirkt zum mindesten originell. — Aus Halberstadt wird dem B. T. geschrieben: Am Sonntag, den 22. September, vormittags, fand in der Wilhelmstraße 15 die feierliche Einweihung eines israelitischen Alters- und S i e ch e n h e i m s für alleinstehende Personen beiderlei Geschlechts statt. Der Vorsitzende des Heims, Buchdruckereibesitzer und Stadtverordneter Julius Meyer, eröffnete die Feier und dankte den edlen Spendern, durch deren Wohltun dies schöne Werk vollbracht werden konnte. Die hellen und freundlichen Räume geben etwa zwölf Personen bequeme Unterkunft. — Ein 47 jähriger Arbeiter drang am Kol-nidre-Abend gegen X>9 Uhr mit einem Dachdeckerhammer in die Hauptshnagoge zu Frankfurt a. M. während des Gottesdienstes ein und bedrohte einen Teil der. Andächtigen, so daß er sofort hinausgewiesen und arretiert wurde. Er wurde am anderen Tage nach Protokollierung wieder auf freien Fuß gesetzt. Später meldete er sich beim Kastellan der Synagoge und bereute seine Tat. — Aus Karlsruhe i. B. wird uns geschrieben: Se. Kgl. Hoheit der Großherzog hat folgenden Mitgliedern der hiesigen israelitischen Gemeinde die Friedrich-Louisen-Mebaille verliehen: Dem Stadtrabbiner Dr. Appel, der Frau Bertha Friedberg Ww. und der Frau Sara Meier. — Dem 10 jährigen Max Heinemann in Burgsinn, welcher diesen Sommer ein dreijähriges Kind vom Tode des Ertrinkens rettete, wurde für seine mutvolle Tat von der Kgl. 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