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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-09-20 · Heft 38 (20.9.1912) · p. Seite 7

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 38 (20.9.1912)
Date
1912-09-20
Page
Seite 7 (sequence 19)
Language
German
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ZU schließen, üls er am Synagogeneingange zwei Kinder, ein'Mädchen und einen Knaben im Alter von 8 bis 10 Jahren sah, die scheu um sich blickten. «Was sucht ihr hier?" ruft der Tempeldiener, worauf das kleine Mädchen traurig antwortete: «Unser kleiner Bruder ist sehr, sehrkrank, und wir möchten für ihn eine Messe lesen lassen." — «Eine Messe?" fragte der' Tempeldiener. «Mein Kind, hier ist eine jüdische Synagoge, und Messen Pflegt man nur in christlichen Kirchen zu lesen. Vielleicht sucht ihr eine christliche Kirche?" — „Nein", sagte mutig das Mädchen, «wir sind absichtlich hierher gekommen in den jüdischen Tempel. Hier wollen wir zu Gott flehen, denn es scheint mir, daß er hier näher ist. Ich bitte Sie, guter Mann, betet für unser Brüderchen, damit es nicht sterbe." Dieses kindliche Flehen rührte den alten Schames der Ofner Hauptsynagoge, Moritz Frank, so sehr, daß er von dieser .merkwürdigen Szene dem Oberrabbiner Meldung erstattete. Dieser gab sofort den Auftrag, ein Minian zusammenzurufen und für Las kranke Kind Gebete Zu verrichten. Die Kinder wohnten di'esem Gottesdienste bis zum Ende bei und gingen dann nach Hause, wo sie ihren Eltern meldeten, daß sie im jüdischen Tempel eine Messe lesen ließen. Einige Tage nach diesem Vorfälle erhielt der Präsident der Ofner Iudengemeinde einen Brief, in welchem der Vater des kranken Kindes, ein ehrbarer Sch'miedemeistcr, mit dankerfülltem Herzen die Mitteilung macht, daß das kranke Kind, für welches die kleinen Geschwister im jüdischen Tempel eine Messe lesen ließen, sich außer Gefahr befinde. Von Mh und jfrru. — Ueber die Fortbildungskurse der «Wissenschaftlichen Vereinigung jüdischer Lehrer und Lehrerinnen zu Berlin" wird uns mitgeteilt: Im Wintersemester werden folgende Kurse abgehalten: 1. Zur Methodik des jüdischen Religionsunterrichtes, von Herrn Direktor Dr. Holzmann. 2. Hebräisch: Lektüre der Psalmen (Fortsetzung) von Herrn Rabbiner Dr. S. Gans, Anmeldungen auch von Nichtmitgliedern sind an Herrn Prof. I. Friedländer N 58, Eberswalderstr. 36 zu richten. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden alsdann zu einer Vorbesprechung eingeladen werden, um Tag und Stunde festzulegen. — Dem Geheimrat Dr. H. Brock, der vor kurzem seinen achtzigsten Geburtstag feierte, ist der Kronenorden dritter Klasse verliehen worden. — Zum Verwaltungsdirektor des neuen Krankenhauses der jüdischen Gemeinde in Berlin ist, wie das Hamburger Familienblatt berichtet, zum 1. Oktober d. I. Herr Inspektor H. Z u ck e r m a n n gewählt worden, der fünfzehn Jahre an dem Krankenhause der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg gewirkt hat. — Aus Hohensalza wird uns geschrieben: Die hiesige Justizbehörde hat soeben in loyaler Weise die hohen Feiertage als Grund zur Dispensation jüdischer Schöffen anerkannt und ist dementsprechend in einem Falle verfahren. — Unter voller Anerkennung der nahezu 30 jährigen Tätigkeit ist von der Administration der israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg das Gesuch des Musikdirektors Ringler um Enthebung von der Leitung des Synagogenchors genehmigt und für diesen Posten der bisherige Organist Lehrer Funk ernannt worden. — Die in der Margaretengässe befindliche alte Synagoge zu Mainz wird zu einem Museum für israelitische Altertümer eingerichtet werden. Ein Teil der höchst wertvollen historischen Vorhänge wurde in dem Trausaal der neuen Synagoge verwendet. — Der Geh. Kommerzienrat Viktor Level in Mannheim erhielt den Kronenorden 2. Klasse. — Herr Moritz L e v i in Stuttgart, der frühere Besitzer der gleichnamigen Buchhandlung, und seine Ehefrau Anna geb. D e s s a u e r feierten ihre goldene Hochzeit in voller Gesundheit und geistiger Frische. Zu dem seltenen Feste hat auch der König seine Glückwünsche nebst einer in Goldbronze ausgesührten ^mchyvoh I jWMOPUOfcfc; Beit Jahrzehnten bewahrt, von hervorragenden Aerzten empfohlen als unübertroffenes Einstreupul vor für kleine Kinder. Gegen starken ßchweise, Wundlaufen, Entzündung, Bötung der Haut, hei Verbrennungen. Hautjucken, Durchliegen usw. Im ständigen Gebrauch von Krankenhäusern, dermai tologiechen Stationen und Entbindungsanstalten. Best.: Diaohylonpflaster, Borsäure, Puder.!■ des Apotheken. Io Oderbruch C6n: Bratgänse Stück van Keulen 6.75 Liesen Pfd. . Klein, Leber, Rümj Fr. Spickgans Pfund 2 Mark Neues, frisches Gänseschn ’ Ia Pommersche Haüsmacherwnrst Ia Schlack und Salami . 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