Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 38 (20.9.1912)
- Date
- 1912-09-20
- Page
- Seite 6 (sequence 18)
- Language
- German
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Vorfahren mütterlicherseits in der dritten oder vierten Generation als Ehebrecherin überführt worden sei. Der Oberrabbiner gründet seine Weigerung, die Ehe zu schließen, aus eine bekannte Stelle im Deuteronomium (5. Buch Moses 23). Der Ehebruch ist durch ein Urteil des Nabbinatsgerichtes.aus dem Jahre 1832 erwiesen, gleichzeitig ist die Kompetenz des Rabbinates nach einer Verfügung des Großherzogs von Toskana von 1817 zweifellos erwiesen. Die junge Braut, für die außer der schweren moralischen Schädigung auch ein großer materieller Verlust entstanden ist, da ihr im Falle der Heirat eine Mitgift von seiten einer Stiftung zustand, hat sich jetzt an die Gerichte gewandt, um ihre Sache zum Austrag zu bringen. Es liegt auf der Hand, daß eine so harte und inhumane Gesetzesbestimmung, die nicht aus dem religiösen oder sittlichen Gewissen des einzelner, sondern aus der Völkerpsychologie der Vergangenheit zu erklären ist, in der heutigen Zeit eine milde Auslegung gebieterisch fordert. ■ * Orstrrretch-ßlngam. D. W. Budapest, 10. September. Im Gegensätze zum katholischen Klerus in Oesterreich, der dem Antisemitismus die Wege in die vornehrnsten Kreise gebahnt hat, zeichnen sich die ungarischen Kirchenfürsten Zumeist durch hohe Toleranz aus. So gab kürzlich der Bischof Alexander Baksay ein Beispiel seiner edlen Gesinnung. Demselben wurde anläßlich seines achtzigsten Geburtstages und des vierzigjährigen Jubiläums seiner Seelsorgerwirksamkeit in Kunßentmiklös von Seiner Majestät das Großkreuz des Franz-Joseph-Ordens verliehen und aus diesem Anlasse wurden ihm allseitig herzliche Ovationen bereitet. Zahlreiche Deputationen der reformierten, der katholischen, ^der israelitischen Religionsgemeinden sowie der Politischen Behörden gaben ihrer Sympathie und ihrer Wertschätzung für den edlen Kirchen-' fürsten Ausdruck. Auf eine im Namen der jüdischen Deputation vom Gemeindeprüses Max Bauer, gehaltene Ansprache gab Bischof. Dr. Baksay folgende Antwort: „Geehrte Herren! Mit Dank empfange ich den Beweis der seitens der israelitischen Kultusgemeinde mir gegenüber gehegten Sympathien. Ich bitte Sie, meinen tiefen Dank bei Ihren Lieben zu verdolmetschen und auch davon überzeugt zu sein, daß ich den segensreichen Einfluß der Eintracht zwischen den einzelnen Gemeindemitgliedern aus die Förderung der religiösen Ziele stets.hochschätze. Ebenso erfüllt es mich mit Freude, wenn die. Gefühle der'Liebe und des Vertrauens gegen mich und gegen meine Gemeinde zum Ausdruck gelangen. Mit den Worten Moses schließe ich meinen Dank: Du wirst gesegnet sein in der Stadt und aus dem Felde, es werden gesegnet sein Dein Krug und Dein Milchgesäß, Deine Kinder, Kindeskinder und Brüder!" — Vor der großen Synagoge in Ösen spielte sich vor kurzem die folgende rührende Szene ab. Der Gottesdienst war gerade zu Ende, der Tempeldiener ging gerade daran, die Synagoge Ztor. 2,6709. 10^ Amt w*. iiß ynotßu4'. 10ai* Kinderwagen-Welthaus :: Metall-Bettstellen Garten-, Balkonn. Klnder-MObel Größte Auswahl Berlins. Andreasstr. 23 (Andreaaplatz) Brunnenstr. 95, Leipziger Str. 54 Beusselstr. 67, Rlxd., Bergstr. 133 Wanzen Mäuse und alles andere, Ungeziefer vertilgt gewissenhaft und diskret. «•>■* Kirchner 2786, KöpenickerStr.114. Bei Verdauungsstörungen " * der yaul Neigung zur fettsucht nehme man TJhieme-Tee, den idealsten Haustee. V2 Paket 60 Pf. 1/i Paket 1.20 Mark. — Nur zu haben in der Central-Apotheke, Friedrichsfelde a sSSSH*««. 5g fauvotAetUUw' 4"r A9. i Prosp. auf Wunsch. Neuerbaut. Modernster Komfort. Prächtige Lage. Für innere u. Nervenkranke sowie Erholungsbedürftige. Ueberall erhältlich. KonkurrM«. osco Cacao eiranik alkoholfrei egfe^hend -Alleinige Fabrikonlen .<5, 705233