Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 36 (6.9.1912)
- Date
- 1912-09-06
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
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dem Volksschulgesetz und dem Staatsgrundgesetz in Widerspruch stehenden Beschluß wurde beim Landesschulrat von der Minorität des Stadtschulrates Einspruch erhoben. Wie nun soeben aus Czernowitz gemeldet wird, hat die Landesschulbehörde den Beschluß des Stadtschulrates als ungesetzlich ausgehoben. Die Veröffentlichung dieser Entscheidung des ■ Landschulrates steht unmittelbar bevor. Infolge dieser.Entscheidung der Unterrichtsbehörde haben-die christlich-deutschen Gemeinderäte beschlossen, ihre Mandate niederzulegen, um auf diese Weise die Auflösung des Gemeinderates zu erzwingen.— Am 28. d. M: wurde hier Herr Wilhelm Goldbaum unter außerordentlicher Beteiligung zu Grabe getragen. Der Verblichene, der ein Alter von 70 Jahren erreichte und aus Kempen gebürtig war, gehörte Zu den Meistern der österreichischen^ublizistik und war Redaktionsmitglied der „Neuen Freien PreM" seit dem Jahre 1872; Goldbaum war ein Journalist von außerordentlicher Begabung; sein Temperament, sein immenses Wissen und seine edle Gesinnung befähigten ihn, den ersten Platz in der österreichischen Journalistik einzunehmen. Seine Artikel über den alten Kaiser Wilhelm, über den jähen Tod Kaiser Friedrichs, über den Fürsten Bismarck', über Mommsen und Ranke und über manche Vorfälle, welche die Eigentümlichkeiten der modernen Gesellschaft zeigten, können als Muster der Publizistik dienen. Von Goldbaum sind auch einige Bände Essahsammlungen erscheinen, die noch heute die Freude des deutschen Lesepublikums bilden. Ein längeres Siechtum zwang den unermüdlichen Schriftsteller, seinen Posten schon vor 2 Jahren niederzulegen — zum Leidwesen aller, die sich.an seinen schönen literarischen Erzeugnissen erfreuten und ergötzten. Goldbaüm, der mit Frau Hermine Wahle vermählt war, starb kinderlos. — Der Kaiser von Oesterreich hat dem Privatdozenten Dr. Wilhelm Knopfelmacher zum außerordentlichen Professor an der Wiener Universität ernannt und dem Privatdozenten für Kinderheilkunde Dr. Franz Hamburger den Titel eines außerordentlichen Professors verliehen. Professor Dr. Knöpfelmacher, in Boskowitz geboren, entstammt einer streng frommen jüdischen Familie, die wegen ihrer zahlreichen Wohltätigkeitsakte allgemein bekannt ist. Der neüernaNrite Professor ist ein Lieblingsschüler Wiederhofers. Er hat zahlreiche Arbeiten über wichtige Themen aus der Kinderheilkunde geschrieben, und seine experimentellen Arbeiten über eine Form der Genickstarre sind von grundlegender Bedeutung. Großes Aufsehen hat das geglückte Experiment Knöpfelmachers hervorgerufen, die Genickstarre vom Kinde auf den Affen zu übertragen, da diese Übertragung der Hoffnung Berechtigung gibt, eine wirksames Heilserum gegen manche Form der Genickstarre zu finden. Professor Knöpfelmacher ist seit Jahren Primarius am Karolinen-Kinderspital in Wien. Professor Hamburger ist ein Schüler Escherichs und hat die Lehrkanzel seines Chefs provisorisch geleitet. Dieser junge Gelehrte hat wichtige Arbeiten über Säuglingsernährung veröffentlicht und ist Abteilungsvorstand an der Wiener Allgemeinen Poliklinik. Rußland. 0. ^.Petersburg, 30. August. Unter den Karäern Rußlands herrscht jetzt nicht geringe Aufregung. Sie stehen vor der Wahl eines Chachams, des geistlichen Oberhauptes sämtlicher Karäer Rußlands. Die Wahl eines Chachams wird unter ihnen immer schwieriger, weil die Zahl der Gelehrten unter ihnen immer geringer wird. Die Karäer -° von Odessa haben deshalb wieder den gewesenen Ratgeber des Schah von Persien, Schabsal, für den Chachamposten aufgestellt. Für diese Kandidatur spricht hauptsächlich der Umstand, daß Schabsal die Odessaer Karä er gemeinde seit seiner Rückkehr nach Rußland sehr stark unterstützt und überdies seinen hohen Einfluß in allerhöchsten Kreisen zu ihren Gunsten geltend. gemacht hat. Aber gerade mit Rücksicht auf seine Vergangenheit sind die übrigen Karäer Rußlands MILKA VELMA NOISETTINE OIE BELIEBTEN ESS * CHOCOLADEN. •C*D«C*D«C*D«eMD«C2*O»CMO«CMO®CÄ0#CMD»CM0«C*0#CMÖ«<ar>«C*0#CarD#C*0#CM0# I § BERNDORFER | j 7Ä I ARTHUR KRUPP § •C*O«CÄD«CM0#CMD«C*D«GMO#C*D»eMD#e*D#G*D«C*D»CMD#C*D«C**DeCMD«C*O#C!*D# i MU i DrBHnAODPD i BERNDORFER Essbeftedke und Tafclgcräte aus Hlpacca» Silber, sowie aus unversilbertem Hlpacca- Metatl,zeicbnensicb aus durch FormenTcbönbeit und gediegeneAusführung. ~ BERNDORFER Rein-Nickel-Kocbgescbirre sind hygienisch vollkommen und von unbegrenzter Haltbarkeit. § 1 i •C*D»CMD«CMO#CÄD#CMD«C*D#C*D»CMD«CMD#CMD«CJ|S>#CMD#CMD«GMD»C*D#e»D«CJR)« 1 M i NIEDERLAGE BERLIN W.! i S<ifür Rein-Nickei1"5 § Leipziger Strasse Nr. 6. Bemdorfer Haus. J •C*D#CMD#G*D#QMD«eMD«CJE>«CMD«C*D#CÄD«CMD#C*D#CMD»CÄD#CaK)«CÄD#CMD®C*D»