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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-09-06 · Heft 36 (6.9.1912) · p. Seite 6

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 36 (6.9.1912)
Date
1912-09-06
Page
Seite 6 (sequence 18)
Language
German
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gegen seine Kandidatur, da sie der Meinung sind, daß gerade die fragwürdigen Ratschläge Schabsals die Ursache waren, daß in Persien seinerzeit-'so viel Unschuldiges Menschenblut, geflossen ist. Aus diesem Gründe erließen seine Gegner ein Wahlflngblatt, in.welchem sie protestieren gegen die Kandidatur „eines Menschen, dessen Hände blutbefleckt sind. Es sei eine Schande, daß ein solcher Mensch an der Spitze der.. heiligen Karäergemeinschast stehe und -ihrgeistiger Führer werde." Einen Gegenkandidatenckonnte diese Gruppe bisher noch nicht namhaft machen. .-7- Als Zeichen der Zeit und als Beweis dafür, daß die-russischen Judenvom Zar absolut nichts, zu erwarten haben, muß die Mitteilung des russischen Amtsblattes angesehen werden, daß der Kaiser von Rußland einem gewissen Siniadinow, einem ganz unintelli-- gentcn Menschen, desien Hauptverdienst darin besteht, daß er anläßlich der Organisation der Judenmasiakers in Kischinew die rechte Hand Kruschewans war, den russischen Adel verliehen hat. Siniadinow hat seinerzeit den vorerst ansgehetzten. Pöbel von Kischinew selbst gegen die Juden, angeführt und ihnen die Häuser gezeigt, .in denen Juden wohnen. Der russische Adel kann sich zu seinem neuen Mitglieds gratulieren. Auch das darf nicht unvermerkt bleiben, daß auf dem Sarge des kürzlich verstorbenen Herausgebers des Nowoje Wremja auch ein im Austrage des Zaren niedergelegter Kranz lebender Blumen sich befand': Warschau, 30. August. Der folgende, von hiesigen Blättern gemeldete Fall zeigt abermals, daß das russische Volk im großen und ganzen ganz anders denkt als die offiziellen Negierungskreise. Bekanntlich wurden in letzter Zeit aus Nikolajew Tausende von Juden, die dort viele Jahre hindurch einem friedlichen Erwerb nachgingen, plötzlich ausgewiesen und obdachlos gemacht. Aus diesem Anlasse erhielt nun der Rabbiner von Nikolajew von einer adeligen Gutsbesitzerin aus dem Jekaterinoslawer Gouvernement einen Brief, in welchem' diese--den Vorschlag macht, daß die aus Nikolajew ausgewiesenen Juden sich auf einer rhrer Besitzungen niederlassen und dort.'eine^jüdische Kolonie bilden mögen. Die Besitzung ist wohl noch gar nicht urbar gemacht, besitzt jedvch-Werschiedene Naturschätze und einen fruchtbaren Böden und ist nicht weit von Gerichts- und Handelszentren gelegen. Die Gutsbesitzerin, eine Frau L y dia W assil e w n j a d e P r e r a d o w i t s ch, betont ausdrücklich in ihrem Briefe, daß sie bereits die Erlaubnis aus Wohnrecht für die anzusiedelnden Juden behördlich erwirkt habe. Die in Betracht kommenden jüdischen Kolonisten Hütten nach depi Plane der Gutsbesitzerin von ihr Häuser und Ackerparzellen sowie das Schürfrecht in den vorhandenen Kohlen- und, Kalkwerken zu pachten. Für die ersten jüdischen Familien,', welche sich auf der besagten Besitzung niederlassen und gewissermaßen Pionierdienste leistem wollten, ist die Gutsbesitzerin bereit, gewisse Begünstigungen sicherzustellen. Der Rabbiner von Nikolajew hat den Brief der Gutsbesitzerin in allen Synagogen verlesen lassen, und kat- 'sächlich begeben sich drei, Juden, die gleichfalls ausgewiesen wurden, in den nächsten Tagen nach der Besitzung der genannten Dame, um sich durch.Lokalaugenschein zu überzeugen, ob sich das angebotene Gebiet für die Kolonisierung eigne. Fraglich bleibt allerdings, ob die neue „Zufluchtsstätte", wie die künftige jüdische Kolonie bezeichnenderweise in Nikolajew bereits genannt wird, sämtliche aus .Nikolajew ausgewiesenen jüdischen Familien aufzunehmen vermag und ob dieses neue Stück „Tscherta", dies ist der offizielle Ausdruck für das jüdische An sied lungsgebiet in Rußland, auch wirklich füröie.Dauer eine Zufluchtsstätte bleiben wird, oder ob es sich wieder "darum handelt, einer russischen Adelsfamilie eine Besitzung zu kultivieren, um dann wieder „mangels Wohnrechts" von dort vertrieben zu werden. Von MH und Mn. — Aus Anlaß der Herbstmanöver hat der Kaiser eine große Anzahl von Orden und sonstigen. Ehrenzeichen au Angehörige der Provinz Brandenburg und Berlins verliehen. Bon. Glaubensgenossen erhielten: 'Geheimer Negierungsrat Dr.-Jng.' L i'eb erin a n n den Roten Adlerorden 2. Klasse, Geheimer Negierungsrat' Pros. Dr. Bö r n st e i n den Kronenörden 2. Klasse, Schriftsteller Dr. N o d e n- -b e r, g -den Rotem >Adlervrdetv D Klasse, Stadtrat K als.s chPemKro- Lpandauer 8tr. 26—32 Me- 1 (• Anfertigung in eigenen Ateliers Mel Ständige Ausstellung eingerichteter Zimmer i Haupt-Katalog Nr. 31 kostenfr. / BERLIN C Gegr. ISIS ,Gegr. 1815 Königstrasse 11—114 Herbst - Neuheiten;: Kleiderstoffe Konfektion in g r o sse.r A u sw ah I Käufhaus'N.-Jsrael nach vollendetem Erweiterungsbau in reichen Sortimente?! r Malzbier Von höchstem Nährwert! — Nicht berauschend! Für Blutarme, Rekonvaleszenten usw: Aerztlich empfohlen. — Ueberall käuflich! . Malzbierbrauerei Qroterjan & Co. a . >n . b n N 58/ Milastrasse 4 ->V2 ln OderbrMnse pul 85 pi. ----- Bratgänse Stü<ek:yon-..6. Mark a n ------ Keulen 0.75 Liesen Pfd. 1.50 ■ Haut 1.— Klein, Leber,-Rümpfe f Fr, Spickgans Pfund 2 Mark- Räucherkeulen Neuesy frisches Gänseschmalz Pfd. 2 Mark. IaPommersche Hausmacherwurst Pfund 2.10 Mark PfÖ.1.10 „ 1.20 . 0.90 la Schlack .und Salami I Jagdwurst . 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