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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-09-06 · Heft 36 (6.9.1912) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 36 (6.9.1912)
Date
1912-09-06
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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jüdische Wanderarmensürsorge" gefaßt wurde, wonach den Provinzialkassen eine rationelle „Stellenvermittlung" anzustreben und engeres Zusammenarbeiten mit den Bne-Brith-Logen bei Errichtung von Arbeiterlolonien, Arbeiterstätten und Arbeitsnachweisen empfohlen wird. — Göttingen,30 August. Das große Septuagintaunternehmen der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen, über welches wir schon vor einiger Zeit ausführlich berichteten, kann jetzt als gesichert gelten, .da.sich, in dankenswerter Weise die Reichsregierung und das preußische Kultusministerium darin geteilt haben, das Unternehmen auf eine gesunde^ finanzielle Basis zu stellen.. Vorläufig werden für das Unternehmen die vorhandenen Bibelhandschriften inventarisiert. Die Kollation der griechischen Handschriften ist fortgeschritten. Die von Dr. Reimpell vorbereitete Ausgabe der arabischen Uebersetzung des syrohexaplatischen Pentateuchs von Hareth ben Senan ist dem Abschluß nahe und soll im nächsten Jahre gedruckt werden. Die Arbeit an der äthiopischen Bibelübersetzung ist von Dr. Jäger in Angriff - genommen. Er hat sich in Paris und London mit dem dort vorhandenen Bestände äthiopischer Handschriften bekanntgemacht und zum Teil genauere Beschreibungen ausgenommen. Er hat sich ferner als Grundlage für weitere Studien Photographien der bisher veröffentlichten Bücher des äthiopischen Alten Testaments nach einzelnen alten Handschriften verschafft und für Jesus Sirach reiches Material aus zwölf bisher unbenutzten Handschriften gesammelt. Auch hat er über das Makkabäerbuch der Abessinier, das mit den biblischen Makkabäerbüchern nichts zu. tun hat, und über eine junge äthiopische Uebersetzung der biblischen Makkabäerbücher aus dem Lateinischen eingehende Studien gemacht. 2X2 Kolmar, 30. August. In der Sitzung des Bezirksrates in Sachen der Grundwertabgabe kam am 17. d. M. die Berufung der israelitischen Kultusgemeinde in Kolmar zur Verhandlung. Diese ist mit 174 Mark zur Grundwertabgabe für das Rechnungsjahr 1910 veranlagt. Der Bezirksrat entschied, daß die Berufung der israelitischen Kultusgemeinde als begründet anzuerkennen ist. Die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse. Der Bezirksrat ist von der Ueberzeugung ausgegangen, daß die AussührungsbestiMmungen zum § 2 Absatz 3 des Gesetzes über die Grundwertabgabe keine rückwirkende Kraft auf Gebäude haben, die schon seit 1867 bestehen. — Mülhausen, 30. August. Die Nachricht, daß der vom israelitischen oberelsässischen Konsistorium einstimmig gefaßte Beschlich, in Mülhausen ein zw ei t es Rabbinat zu gründenvom Mnisterium abgelehnt worden ist, hat im-Schoße der israelitischen Gemeinde sehr überrascht. Das Konsistorium hat mit seinem Beschluß bloß einem ihm vor etwa zwei Jahren unterbreiteten Plane des Ministeriums nachträglich seine Zustimmung erteilt, da der Ausfall der , letzten Konsistorialwahlen, bei denen der jetzige Vorsteher der israelitischen Gemeinde und Gegner eines zweiten Rabbinats unterlegen ist, ein Beweis dafür ist, daß die größte Gemeinde des Oberelsaß einen zweiten Rabbiner wünscht. Man wundert sich um'so mehr über die Entscheidung des Ministeriums, als nach Aufhebung des erst zwei Jahre bestehenden Rabbinats Dörnach dem Lande durch die Gründung eines zweiten Rabbinats Mülhausen keinerlei Ausgaben erwachsen. Jedenfalls ist das Konsistorium es der israelitischen Gemeinde Mülhausen schuldig, noch weitere Schritte zu unternehmen, um die Regierung zu bestimmen, auf seinen Wunsch einzugehen. Schweiz. 22 Zürich, 28. August. Zu einem Festsabbat . gestaltete sich die Einführung des neuen Rabbiners, Herrn Dr. Lewe n st e i n — früher Oberrabbiner in Kopenhagen — in der hiesigen israelitischen Religionsgesellschaft. , Nach einem erhebenden von Herrn Oberkantor Messinger geleiteten und von dem neuen Chor wirksam unterstützten Gottesdienste wurde dem neuen Seelsorger durch den 1. Präsidenten, Herrn Eugen Lang, ein in herzlichen Worten gehaltener Willkommengruß zugerufen. In der darauf folgenden Antrittspredigt wußte Herr Dr. Lewenstein, dem schon der Ruf eines glänzenden Kanzelredners vorausging, seine Zuhörer so zu fesseln, daß sie in tiefer Ergriffenheit den geistvollen Ausführungen folgten. Oesterreich-Ungarn. K. Wien, 30. August. Die christlich-deutsche Mehrheit des Stadtschulrates in Czernowitz hatte Anfang Juli beschlossen, in mehreren Volksschulen der Stadt eine Scheidung-Der Schüler nach Konfessionen vorzunehmen. Begründet wurde diese Konfessionalisierung des Schulunterrichtes damit, daß in jenen. Schulen in Czernowitz, in denen die jüdischen Schüler die Mehrheit bilden, der regelmäßige Religionsunterricht der christlichen Kinder behindert werde.' Gegen diesen, mit DEUTSCHE PALÄSTINA-BANK BERLIN W8 Wilhelmsträsse 67 Aktienkapital: M. 20 000 000 HAMBURG Adolphsplatz 4 Telegrammadresse: Palestinbank Reserven: M. 2 900 000 Kontokorrent- und Scheckverkehr, Ausfertigung von Schecks und Kreditbriefen, Umwechslung von Kupons und fremden Geldsorten, Ausführung von Börsenaufträgen, Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren, Vermietung Von Safes, Inkasso von Wechseln und Verladedokumenten, besonders von solchen auf die Plätze des Balkans und der Levante. FILIALEN IM ORIENT: Beirut, Damaskus, Haifa, Jaffa, Jerusalem, Tripoli (Syrien), Agentur Nazareth. ooooccDcooox)cxooboooo(X)0(ooooaoococoocoo(xocxooooobooooooocoöooooooooooooooocooooococ>coocoooooococoöooooooi )OCOCCOOOOOCOOCOOOOCOOCOOCCOCOOOX)OCOOCOOaX)COOCOOOCOOOOCCOCCOOCOCOOCXOCCD(

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