Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 36 (6.9.1912)
- Date
- 1912-09-06
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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aus keine besondere Bevorzugung beanspruchen,.sondern nur verlangen, daß sie bei gleicher Leistung in erster Linie berücksichtigt würden, wie dies ja auch beim^Bau der Talmud-Thora-Realschule geschehen fei.' Es entspann sich nun . eine lebhafte.. Debatte, in der allgemein das Vorgehen der betreffenden Vorstände scharf gerügt wurde. Es wurde beschlossen, in der Angelegenheit demnächst eine öffentliche Protestversammlung, einzuberufen. -Der Vorsitzende berichtete dann noch, über eine kürzlich. stattgefundene..Sitzung des Verbandsvorstandes, an der er als Vertreter des Hamburger Vereins teilgenommen hat. Es wurde dort mitgeteilt,'daß der Verein jüdischer Handwerker in Kattowitz sowie der Verein zur Förderung des Handwerks unter den Israeliten des Großherzogtum Badens und der Verein „Lehrlingsheim Köln" dem Zentralverband selbständiger jüdischer Handwerker Deutschlands als Mitglieder beigetreten sind.. Ferner ist der Verbandsvorstand augenblicklich bemüht, eine genaue Statistik aller selbständigen jüdischen Handwerker Deutschlands aufzustellen, um diese den einzelnen Gemeinde- Vorständen und Institutionen zu unterbreiten, mit der Bitte, vorkommendenfalls die betreffenden Gemeindemitglieder zu berücksichtigen. Ferner hat er beschlossen, eine Propaganda größeren Stils einzuleiten. — Köln, 30. August. Die erste musikalische Abend - u n t e r h a l t u n g des neugegründeten Jüdischen Gesellenvereins brachte einen so zahlreichen Besuch, daß der große Festsaal des großen Israelitischen Lehrlingsheims die Gäste kaum fassen konnte. Um die Veranstaltung hat sich besonders der Rabbiner Dr. Caro verdient gemacht, wie das auch von dem Vorsitzenden I. Levy in seiner Begrüßungsrede betont wurde. Der musikalische Teil des Abends wurde von Fräulein Rosa Linz eröffnet, deren Kinderlieber namentlich Entzücken hervorriefen. Frau Mamlok erfreute mit ihren Vrolinvorträgen, und Kantor Cohn spendete einige Liöder, von denen der. „Wanderer" von Schubert und das Volkslied „Heute ist heut", besonders lebhaften Beifall fanden. Die Begleitung hatten Fräulein Lina Linz und Frau Kantor Cohn übernommen. Herr Levy sprach allen Zuhörern aus dem Herzen, als er sämtlichen Mitwirkenden herzlichsten Dank spendete. Der Verein jüdischer Handwerker Kölns hatte es sich nicht nehmen lassen, der Einladung Folge zu leisten. ££3> Gerrrerr (Westfalen), 30. August. Ein würdiges Fest beging die hiesige israelitische Gemeinde, indem sie ihr neuerbautes Gotteshaus seiner Bestimmung übergab. Aus nah und fern waren die Teilnehmer herbeigeeilt, .um dem heiligen Akte beizuwohnen,. den Herr Rabbiner Dr. Wolf aus Köln zu einem äußerst weihevollen gestaltete. Dem Festtag voraus ging am letzten Sabbate in dem alten Vetraum eine kleinere Feier, bei der. Herr Lehrer Bär eine von Herzen kommende, zu Herzen gehende Abschiedsrede hielt. Welcher Sympathie sich aber die Israeliten hier erfreuen, bewies die Teilnahme der Gesamtbevölker.ung, die ^lurch Beflaggen ihrer Häuser dem ganzen Orte ein festliches Gepräge verlieh. Wir bemerkten unter den Ehrengästen die Spitzen der staatlichen Behörde und der Geistlichkeit. L2 Hannover, 2. September. Die Organisation jüdisch e r Stellenvermittlungen macht allerorts weitere Fortschritte. Bekanntlich bemüht sich um Schaffung derartiger Einrichtung sowohl die G r o ß I o g e, die sich besonders um die Arbeiternachweise und. Arbeiterkolonien kümmert, als „die Provinzialkasse^für jüdische Wanderarmenfürsorge", die in ihrer Fürsorge für Wanderarme Arbeitsgelegenheiten in Fabriken und Bureaus verschafft, und schließlich der Jüdische Frauenbund, der sich besonders den Stellennachweis für weibliche Personen angelegen sein läßt.. Am hiesigen Platze sind nun diese drei Organisationen (Zivnloge, Provinzialkasse und Frauenbund) zusammengetreten zwecks gemeinschaftlicher Schaffung' einer neutralen Organisation unter dem Namen „Jüdischer Stellen- und Arbeitsnachweis" (kostenlose Vermittlung). Das Bureau zur Vermittlung von jüdischem Arbeits-, Haus- ' und Bureaupersonal wurde gestern hier eröffnet und befindet sich Nordmannstr. 20, II (Tel. 4546). Durch Errichtung eines solchen Stellen- und Arbeitsnachweises ist,jene Resolution praktisch durchgeführt, die auf der in Berlin am' 28. Januar 1912 abgehaltenen letzten Tagung der „Deutschen Zentralstelle für FEST-GESCHENKE FEINE PELZ WAREN in nur erstklassiger Verarbeitung. Vornehmer Schnitt, vollwertiges Material, gute Zutaten bei jeder Preislage. Wirklich fachmännische Beratung. - Die Besichtigung der neuen Modelle ist jederzeit bereitwillig gestattet. - Umarbeitung und Reparaturen auch an nicht von mir gefertigten Gegenständen. Auf die noch geltenden billigen Sommcrpreisc werden im |O t i September ‘ gewährt. CARL SALBACH, BERLIN Unter den Linden 67 Hoflieferant Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich. Leipziger Strasse 107