Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 35 (30.8.1912)
- Date
- 1912-08-30
- Page
- Seite 418 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Hebekka. Elkan , fuhr nach Nürnberg. .- .Me , wechselte, die ' Bahnen und staMdann klopfenden Herzens, vor Dem Schalter,' der Postlagernden Briefe. . . - . ^Und. nach, einem PeinvolleN; Warten, währenddessen! sie dachte,' jederMensch und insonderheit! der - Postbeamtemüsse wissen, .von . wem und -woher - sie einen Briefe erwartete- -wurde ihr der' Brief gereicht. In fremd anmutiger Schrift, die eine lateinische Type nächahmte, war er-adressiert. > " Hebekka Elkan fuhr nach Hause. Sie konnte den Brief nicht auf der. Straße öffnen. Nicht in der Bahn. Sie wollte dazu sn ihrem Mllen Zimmer sein. — '; . (Schluß folgt.) ' 7 . Litersrilrye Mittkilüngrn. — Professor D.'Dr. Hermann L. Strack. Sanhedrin-Makkoth. Die Misnatraktate übers Strafrecht und-Gerichtsverfahren-. Nach Handschriften und alten. Drucken herausgegeben, übersetzt und erläutert. -7 Leipzig 1910.- I. C. Hinrichssche Buchhandlung. Preis 2.40. Mark. - Wie. die. meisten Schriften, dieses um. die Wissenschaft des Judentums.' hochverdienten'Gelehrten zeichnet sich auch die uns vorliegende Ausgabe. der Traktate Sanhedrin-Makkoth durch außerordentliche Gründlichkeit und Korrektheit aus und kommt so nicht allein'dem Laien, sondern auch dem- Fachmann, zugute. Insbesondere. gebührt dem Herausgeber ungeteilte Anerkennung für. seine Bemühung um die Feststellung eines lesbaren Textes,! der, nebenbei bemerkt, meisterhaft vokalisiert ist und nä-.! mentlich denen,- welche Die zum Studium, der Mischnah - erforderlichen hebräischen . Kenntnisse . nicht, in vollem Maße besitzen, das Lesen und. Verständnis bedeutend erleichtert.' Wievorsichtig undgewissenhaft.. der, Herausgeber bei .der Feststellung des. Texteszu - Werke ging, ist aus folgender Bemerkung in. seiner äußerst instruktiven. Einleitung, auf die ich ganz . besonders. . Hinweise. zu-ersehen:'-" „Da die Frage, wie die. Meberlieserungdes. Mischnah-' - textes -in den..Handschriften und ältesten Drucken zu der Redaktion be- - ziehungsweise den Redaktionen durch R. Jehuda ha-nassi sich verhält, gerade gegenwärtig mehr denn je der klaren Beantwortung harrt, habe ich an vielen Stellen eklektisch' mich verhalten müssen, dann, aber durch; Angabe der abweichenden Lesarten und ihrer Bezeugung den Tatbestand '' dargelegt. Offenbare Schreibfehler in den HandschKjsten, Anwendung und. Weglassung der Lesestützen 1 und D habe ich nur in besonderen Fällen erwähnt, um nicht zuviel Raum, für die Varianten zu brauchen." Man muß es Hermann Strack zugestehen:. Er hat! mit Kennerblick die Varianten-geprüft und durch sein eklektisches Verhalten, ist es ihm gelungen, - einen-, geläuterten. Text herzustellen, der insbesondere nach der sprachlichen Seite. Spuren und Merkmale der Ursprünglichkeit aufweist. - Der Herausgeber ist in:der.'Vereinigung:.-beider Traktate (Sanhedrin mit 11 und Makkoth mit 3) zu . einem mit 14 . Kapiteln dem Mischnahkodex de Rosst (Nummer 138 in Parma) gefolgt, der im Gegensatz zu allen Drucken und fast allen Handschriften die beiden Traktate als einen mit 14 Kapiteln zählt. Allein obgleich der Herausgeber nicht verfehlt - hat,' ■ Kapitel 12 als Kapitel: 1 des Traktat Makkoth ' zu bezeichnen, und obgleich' eine gewisse Zusammengehörigkeit des Inhalts beider Traktate, nicht.in dlbrede zu stellen ist, so hätten wir es doch lieber gesehen, wenn, der Verfasser der Einteilung des Maimonides gefolgt wäre, der aus- . drücklich bemerkt: ^22 KDDDÜ X'N hm *6* .m&brfci r\wb d*™ rnfcn fw •»jäö T02b 1N2N1 tcswn DinDnnjaxty 122 Döättfr „Makkoth istein'(selbständiger) Traktat für sich selbst und nur deswegen - Sanhedrin angereiht, umdaraus hinzuweisen, daß das. Recht, Züchtigungsstrasen zu vollziehen, keinem anderen Menschen als den Richtern 7 selbsv zusteht,: wie es in der heiligen Schrift, Deut. . 25,2 heißt: Der Richter lasse ihn hinfallen und schlage ihn. (Siehe Abraham ben Esra zur Stelle.) Die deutsche Uebersetzung der beiden Traktate ist eine fast wörtliche, klar -und prägnant, aber — um mit Stracks eigenen Worten-. zu reden — auch die beste Uebersetzung kann das Vergleichen des Grundtextes nicht überflüssig machen.' Zur Erleichterung des Studiums, namentlich für den -Laien, ist dem Traktat ein, Vokabular beigegeben, in dem der gelehrte Herausgeber alle im ,-Alten Testament" garnicht oder nur selten oder inanderer. Bedeutung vorkommenden Wörter erklärt und.so dem Verständnis näher führt. — Die. gleiche Korrektheit, und streng wissenschaftliche.Handhabung bei der Feststellung-des (Arund-- textes weist auch der 1911 im selben Verlag erschienene Traktat Pesachim .. auf, dessen deutsche Uebertragung gleichfalls fast durchweg als vorzüglich gelungen bezeichnet werden darf. Die wissenschaftliche und Diel Neues bietende Einleitung zu diesem Traktat (mit Berücksichtigung des Neuen Testamentes und der jetzigen Passahfeier der Juden) hat, mit'Ausnahme der Literaturangabe und sonstiger interessanter und lehrreicher Hinweisefür den jüdischen Leser weniger Interesse,, um so mehr aber der revidierte Text und dessen deutsche- Wiedergabe. Indessen berührtes uns angenehm,, zu beobachten, wie Hermann Strack, der streng auf dem Boden des positiven Christentums verharrt, bestrebt ist, in seinen Forschungen -die jüdische Tradition respektierend zu berücksichtigen und in den Kontra-- Versen unserer alten Weisen Belehrung und^ Aufklärung -für manche schwierigen Stellen der Evangelien zu suchen und zu finden. Wie der Verfasser in der genannten Einleitung ankündigt, sind nach gleichem Plane bearbeitete Ausgaben der Traktate Berachoth, Baba kamma, Baba mezia und Baba batra seit geraumer Zeit in Vorbereitung, die wohl schon in nächster Zeit zur Ausgabe'gelangen dürsten. - Indem wir deren Erscheinen mit aufrichtiger Freude entgegensehen, sprechen wir den innigen Wunsch aus, daß'es Herrn Professor Strack gelingen möge, nach dem gleichen Plane und mit derselben Gründlichkeit nach und. nach die gesamte Mischnah herauszugeben und so in noch gesteigertem Maße als bisher-dazu beizutragen, daß die jüdische Literatur in christlichen wie insbesondere in jüdischen Kreisen die ihr gebührende Würdigung, Anerkennung und Förderung findet. A l b e r t. K a tz. : ■ ■*' Ku rze Landeskunde von Palästina. Ein Leitfaden zum Schülgebrauch in der biblischen Geographie Palästinas.' Von Dr. Ed u a r d W a g n e r. Mit einer Karte von Palästina. Preis 80 Pf. Zweite erweiterte Auslage. Verlag von H. Wagner und E. Debes. Leipzig 1912. / 7 ' . In knappen Zügen gibt das vorliegende Büchlein ein anschauliches Bild von der geologischen und physikalischen Beschaffenheit des heiligen Landes. Auch die klimatischen und wirtschaftlichen Verhältnisse — letztere soweit sie vom Boden und dessen Bebauung abhängig, waren — sind zur Darstellung gekommen, wohingegen, die ^Ortskunve mit voller Absicht nur kurz gestreift worden ist. Wo der Verfasser aus historische Fragen einzügehen gezwungen ist, berühren seine Ansichten durch weises . Maßhalten in ungeklärten Fragen biblischer Kritik sehr, wohltuend. Für jüdische Schulen und Schüler ist das Buch allerdings v ö l l i g u n b r a u ch b a r, da es sich mit deutlicher Entschiedenheit aus den Standpunkt stellt, im Judentum weiter nichts zu sehen wie die längst überwundene Vorstuse7zum Christentum. — Neue Bilder von Herbert Eulenbetg; 1. bis 3. ,Aufl. Verlag von Bruno Cassirer. Berlin 1912. " Eulenberg hat eine ganz eigene Art der Schilderung. Was er Hibt, sind keine historischen Essays,' keine literarischen Kritiken. Es sind Bilder, wie sie ein Künstler 'anschaut und darzustellen weiß. Alle Mittel stehen ihm zu Gebote: er konversiert mit dem Leser, ist bald pathetisch, bald witzig, er schreibt Briefe, gibt kleine Erzählungen — das Resultat ist aber immer dasselbe: er versteht zu fesseln, das Interesse für seine Helden bei dem Leser zu erwecken, weil er selbst Begeisterung: und Enthusiasmus sür ihn empfindet. Ich würde mich ' nicht scheuen, Dieses eigenartige Buch, bei dessen Lektüre ich oft wirkliches Entzücken empfand, meinen Lesern zu empfehlen, selbst -wenn es gar nichts Jüdisches enthielte, denn auch deutsche Leser jüdischen. Glaubens müssen sich erfreuen , über diese Schilderung von Schriftstellern, Musikern und Malern. Aber dieser Band enthält' außerdem eine Skizze über Juda Halevi, die des Interesses meiner Leser sicher sein wird, freilich ist, sie wahrscheinlich die schwächste des Bandes. Der Verfasser besitzt .für den jüdischen Dichter, der ihm wahrscheinlich durch Heine nahegebracht worden ist, große Sympathie, leider aber keine genügende Kenntnis. Er erwähnt eigentlich nur die Zionslieder und vermag daher das. rechte Verständnis. für den großen Dichter und Philosophen nicht zu erwecken. Aber auch in diesem Aussatz treten die' schönen Eigenschaften seiner Schilderüngsweise hervor, die das Buch zu einer im höchsten Grade elnpfehlenswerten Lektüre machen.-