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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-08-02 · Heft 31 (2.8.1912) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 31 (2.8.1912)
Date
1912-08-02
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Der Oemetndebote. Vetlage zur „Allgemeinen Leitung deK IudenrumK". Lorrklponven?m und Kachnchtrn. Deutschland. EXL Berlin, 30. Juli. Das neue K r a n k e n han 8 der Berlin e r I ü d i s ch e n Gemeinde, das an der Exerzier-, Schul- und Zumptstraße ersteht, ist im Rohbau ganz bedeutend vorgeschritten. Fast vollendet ist das an der Exerzierstraße belegeue, von einem kleinen Turm bekrönte Verwaltungsgebäude, dessen Mittelbau in Sandsteinverkleidung ausgeführt ist. Die beiden an den Mittelbau sich anschließenden Flügelbauten sind in Putzbau hergestellt. Ebenso ist ein großer Teil der im Pavillonstil errichteten Gebäude im Rohbau vollendet. Das Krankenhaus enthalt eine den modernen hygienischen Anforderungen entsprechende große Entbindungsanstalt. . &&& Berlin, 30. Juli. Der hebräische Literatur-Verein „Me- , lize Nirdamim" versendet soeben den Rechenschaftsbericht für "das dritte Jahr der 3, Folge (1911), dessen Inhalt wir im Interesse dieses um die Wissenschaft des Judentums so hochverdienten Vereins im Wortlaut hier folgen lassen: Wir danken den Komiteemitgliedern für ihre Bemühungen, den Gemeinden und Vereinen für die zugewandten Subventionen. Zu unserem Bedauern müssen wir seststellen, daß eine Reihe unserer früheren Abonnenten den Mitgliedsbeitrag trotz mehrfacher Aufforderung noch nicht einsandten. Wenn wir unserer Aufgabe gerecht werden sollen, ist es nötig, daß unsere Mitglieder rechtzeitig ihren Beitrag zahlen und daß immer weitere. Kreise für unserer Bestrebungen gewonnen werden. Für den Druck des Siddur Raschi wurde aus unser Gesuch vom Kuratorium des Raschifonds in Lemberg, gleich nach Konstituierung desselben, ein Zuschuß von 1200 Kr. ö. W. bewilligt. Gleichzeitig wurde dem Herrn Editor des Siddur Raschi für feine ausgezeichnete Mühewaltung ein Honorar seitens des Kuratoriums überwiesen. Von den in Aussicht gestellten Publikationen sind im März dieses Jahres folgende versandt worden: 1. Divan des Jehuda Ha-Levi, Band III, Lieferung 2, bearbeitet von Herrn Dr. H. Brody. 2. Siddur Raschi, Heft 2 (Schluß) mit Anmerkungen und Einleitung von Herrn S a l v m o n B u b er s. A. ergänzt und herausgegeben von Herrn Rabbiner Dr. I. F r e i m a n n. 3. Kommentar zu den Sprüchen Salomos von Josef I b n N a chm i a s zum ersten Male, unter Mitwirkung von Dr. Samuel P o z n a n s k i, herausgegeben und mit . Quellennachweisen und Anmerkungen versehen von Rabbiner Dr. M. L. B a m b e r g e r. Die in Aussicht gestellte Einleitung zum Kommentar des Eli es er aus Beaugency von Dr. S. Poznanski mußte für das nächste Jahr zurückgestellt werden, weil einerseits die Bogenzahl, die wir alljährlich mit unseren Mitteln zu liefern in der Lage , sind, durch die vorstehenden drei Schriften bereits erreicht war, anderseits Herr Dr. Poznanski durch die unerwartet ausgedehnte Mitarbeiterschaft bei der Herausgabe des Mischle-Kommentars von Ihn Nachmias voll in Anspruch genommen war. Unsere Bitte, uns zu eineni Fonds zu verhelfen, um Abschriften, Photographien und Kollationen von Handschriften zu bezahlen, deren Veröffentlichung für spätere. Jahrgänge ins Auge gefaßt sind, müssen wir aufs eindring- . lichste wiederholen. Wir haben die Freude, mitteilen zu können, daß Herr Etatsrat I. S. Salomonjen in Kopenhagen nach Abschluß des Rechnungsjahres 1911 für diesen Zweck 1000 Mark stiftete. Für das Jahr 1912 ist die Herausgabe folgender Werke in Aussicht genommen, mit deren Drucklegung bereits begonnen worden ist: 1. Divan des Jehuda ha-Levi, Band III, Lieferung 3, bearbeitet von Herrn Dr. H. Brody. 2. Einleitung zum Kommentar des Elieser aus Beaugency zu Ezechiel und den 12 kleinen Propheten im Hinblick auf die nordfranzösische Exegetenschule von Herrn Dr. S. P o z n a n s k i. 3. Seser Rabiah von Elieser ben Joel Ha- Levi, Lieferung 1, mit Anmerkungen, herausgegeben von Dr. B A ptovitzer. 4. Kobez al Jad. Sammelband kleinerer Beiträge, meist historischen Inhalts. 6. C h i b b u r ha- M e s chicha w e - h a - T i s ch b o r e t. Praktische Geometrie von Abraham bqr Chija, mit Vergleichung aller Handschriften, herausgegeben und mit Noten versehen von Herrn Professor D. M. Guttmann. Wir danken allen,, die ■ unserem Verein im vergangenen Jahre ihr Wohlwollen bezeigt haben, insbesondere den Herren Bearbeitern der veröffentlichten Schriften für ihre selbstlose Mühewaltung. Unser Dank gilt auch den Organen der jüdischen Presse für die Bereitwilligkeit, mit der sie unsere Bestrebungen förderten. .Wir hoffen in Zukunft aus die gleiche Unterstützung. Der Jahresbeitrag beträgt 10 Rmk. — 12 Kr. (Oesterreich-Ungarn). Diejenigen, welche 200 Rmk. einzahlen (— 240 Kr.) werden lebenslängliche Mitglieder. Herr Leo Mainz, i. F.. L. Mainz senior, Uhlandstraße 46, Frankfurt a. M., der die Kassengeschäfte des Vereins zu leiten die Güte hat, nimmt' Meldungen und. Einzahlungen in Empfang. Der geschäftsführende Vorstand des Vereins „Mekize Nirdamim": Professor D. Simonsen, Kopenhagen, Vorsitzender; Dr. A. Freimann, Frankfurt a. M., stellvertretender Vorsitzender; Dr. S. Poznanski, Warschau, Sekretär. Memel, 28. Juli. Das hiesige jüdische Kr a nk e n h an s. ist eine Rettungsstätte für die Kranken des nahen. russ i s ch e n G r e n z b e z i r k e & Die Unglücklichen kommen krank und hilflos an unsere Tore und begehren Einlaß. Nur der Augenzeuge kann sich von solch bitterem Schicksal eine gebührende Vorstellung machen. Würden wir ihnen die Ausnahme in unsere Anstalt verweigern, so .würden sie nach dem übrigen.Deutschland auswandern, womit eine Einschleppung von Krankheiten notwendig verbunden wäre. Die positive Wohltätigkeit, welche Unsere Anstalt betätigt, ist überaus wertvoll. Jahraus, jahrein heilen wir viele Kranke und Gebrechliche und.geben unglücklichen Kindern Vater und Mutter heil und gesund zurück. Würde dies nicht der Fall sein, so würden viele Familien zusannnenbrechen und einem namenlosen Unglück preisgegeben werden. Wir vertreten demgemäß keine lokale Angelegenheit, sondern eine Kulturanfgabe, an deren Lösung jeder Edeldenkende mit Rat und Tat mithelfen müßte. Unsere Finanzlage ist aber leider nicht günstig. Wir sind dauernd auf die jährlichen Beiträge von auswärts angewiesen, welche naturgemäß - bedeutenden Schwankungen unterliegen. Ja, in diesem Jahre mußte sogar Herr Rabbiner Dr. Stein eine Propagandareise unternehmen, sonst wären wir weit im Rückstände geblieben. Dem gegenüber haben wir zu betonen, daß unsere Ausgaben bedeutend gestiegen sind. Die vermehrte Krankenzähl, die erhöhten Gehälter, Preissteigerung der Lebensmittel, unabweisbare bauliche Reparaturen und Veränderungen haben unsere Ausgaben derart vermehrt, daß wir auf eine Erhöhung unseres Einnahmeetats unbedingt bedacht sein müssen. Unser sehnlicher Wunsch, einen Pavillon sür Infektionskrankheiten zu besitzen, ist damit wiederum in weite Entfernung gerückt Auch sonstige andere notwendigen Ergänzungen mußten zurückgestellt werden. Frau Geh. Kommerzienrat HenrietteBecker in Berlin begründete gemeinsam mit ihren Kindern, Herrn Dr. jur. John Becker und Frau Dr. MariaBecker, eine dauernde Krankenbettstiftung. Zu diesem Zwecke stellten uns die Genannten gemeinsam eine Summe von 10 000 Mark zur Verfügung. Herr Rudolf Mosse und Herr Direktor Dr. Georg Minden in Berlin spendeten je 1000 Mark. Im März 1911 wurde Fräulein Therese Markus vom Berliner Schwesternheim aus den Posten der Oberin berufen. Das Kuratorium des jüdischen Krankenhauses besteht aus den Herren: Tobias Abelmann, S. Ch. Bernstein, Dr. med. Max Hurwitz, Jakob Lippmann, Aachen, Rabbiner Dr. Isaak Stein, Landgerichtsrat Wechselmann. - W. Posen, 29. Juli. Das furchtbare Verbrechen an dem Kaufrnannslehrling Musial, wie bereits in dieser Zeitung berichtet wurde, das seit, dem Morgen des ersten Pfingstfeiertages unsere Bevölkerung dauernd in Aufregung, gehalten hat, ist jetzt endlich soweit aufgeklärt, daß . die Mörder ihrer. gerechten Bestrafung nicht mehr entgehen können. Seit jenem Mordtage war die hiesige Kriminalpolizei mit; anerkennenswertem Eifer tätig, ohne daß es ihr gelungen war, die -' Verbrecher zu ermitteln. Sie hatte von vornherein den jetzt be- stätigten Verdacht, daß die Mörder in Dirnen- und Zuhälterkreisen zu suchen.seien. Seit etwa einer Woche war nun auf Anordnung des Ministers der . Kriminalkommissar Mädelmann von -der Berliner - Mordkonunission.hierher entsandt worden, dermit hiesigen Kriminal- - beamten-die weiteren Ermittlungen führte. Der Berliner Kriminal-

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