Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1912)
- Date
- 1912-08-02
- Page
- Seite 372 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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verschiedenen jüdischen Tousetzeru komponiert;- Herr Jdelsohn -selbst .hat einen großen Teil davor: geliefert. Manche der Lieder haben allerdings auch fremdländische Melodien, die sich in der jüdischen Bevölkerung eingebürgert haben. . Die Stimmfähigkeit der orientalischem Schüler .mußte besonders . berücksichtigt werden, da die Knaben im -Orient nicht einen Sopran wie in Europa, sondern eine Altstimme, hohen und niedrigen Alt, und die Mädchen einen Mittelalt und Mittelsopran (Mezzosopran) haben. - Die Nuten sind, da die Lieder in. hebräischer Schrift von rechts nach links geschrieben sind-gleichfalls abweichend von der üblichen Schreibweise, von rechts nach links gesetzt,'was übrigens schon einen Vorgang in der Praxis arabischer Musiker hat. In den bisher erschi citcnen hebräischen Liederbüchern ist der hebräische Text in lateinischer Schrift nach dem aschkenasisch'en Dialekt transskribiert. Solche Liederbücher sind aber für Schüler: ohne europäischen Sprachunterricht, wo die lateinische Schrift nicht gelehrt wird, und für Schüler im Orient, die das Hebräische im sephardischen Dialekt aussprechen, nicht verwendbar. Das deutsche Liederbuch bringt eine kleine Auswahl verbreiteter Lieder in allgemein bekannten Melodien berühmter Musiker, teilweise mit Aenderungen in der Harmonisierung und der Tonart in Rücksicht auf den Stimmumfang der orientalischen Knaben und Mädchen. Um den verschiedenen Bedürfnissen der einzelnen Gegenden und Schulen zu entsprechen, sind die Lieder in drei Ausgaben erschienen, in einer hebräisch-deutschen Sammlung, die in einem Bande vereinigt ist (Bezugspreis broschiert 0.75 Mark, gebunden 1.— Mark) und in je einer hebräischen (Bezugspreis broschiert 0.50 Mark, gebunden 0.80 Mark) und einer deutschen Sonderausgabe (Bezugspreis broschiert 0.25 Mark, gebunden 0.60 Mark). Diese Liederbücher werden ohne Zweifel unter der jüdischen Jugend all der weiten Gebiete,, in denen der Hilfsverein seine Tätigkeit ausübt, recht viel Gutes stiften und den jungen Gemütern viel Freude und Anregung, Belehrung und Erhebung bringen. * — Das Jubiläum s w e r k der bulgaris ch en Iuden. Ende Mürz hat das Zentrnlkonsistorium unter Vorsitz des Großrabbiners den Beschluß gefaßt, anläßlich der Krönungsfeierllchkeiten Ferdinands I. ein großangelegtes, bulgarisch geschriebenes Werk über die Juden Bulgariens herauszugeben. Die Mittel der Drucklegung werden von den jüdischen Gemeinden zu gleichen Teilen getragen werden. An der Redaktion des Werkes werden die hervorragendsten Vertreter des bulgarischen Journalismus beteiligt sein. — Aus der Fülle des Materials heben wir hervor:. 1. Geschichte der Juden in Bulgarien; 2. Statistik der Juden; 3. Jüdisches Schulwesen, Geschichte, Lehrpläne, Statistik; 4. Die Juden im Wirtschaftsleben des Landes; 5. Wvhlfahrtsinstitute; 6. Kult- und synagogale Gesänge der sephardischen Juden in Bulgarien; 7. Anteil des Königs an der Reorganisation der Juden; 8. Jüdische Typen in der bulgarischen Literatur (Ivan Bäsof); 9. Weltanschauung der Juden; 10.'Sanitäre Verhältnisse der Juden. Es zeichnen als Mitarbeiter: Großrabbiner Dr. Ehrenpreis, Rabbiner Dr. Rosenwasser, Dr. med. Navon, Rosanis (Roustschuk), Professor Kohen (Philippopel), Schuldirektor Gavnee Brie, Generalsekretär im Großrabbinat Haimos. Dr. R. # Untersuchungen über die Peschitta zur gesamten hebräischen Bibel. . Von Dr. Ch. Heller, Berlin 1911. __ Es ist das Verdienst der vorliegenden Arbeit, daß in ihr zum erstenmal versucht wird, die syrische Uebersetzung der'hebräischen Bibel nach ihren: ganzen Umfang aus bestimmte Prinzipien zurückzusühren. Es soll der Nachweis erbracht werden, Daß die Peschitta aus jüdischem Geist geboren,' und man muß dem -Verfasser zugestehen, daß ihm die Sicherstellung seiner These auf Grund seiner großen Belesenheit in allen Teilen der Peschitta wie seiner vorzüglichen Kenntnisse des Talmud und der mittelalterlichen jüdischen Grammatiken-gelungen ist. Es ist zum mindesten ein sicheres Ergebnis der Hellerschen Studie, daß jüdische Gelehrsamkeit die syrische Version der Bibel stark beeinflußt hat. In den ersten beiden Hauptteilen des Buches wird in mehreren Kapiteln an einer Fülle von Beispielen nachgewiesen, daß der Peschitta dieselbe Auffassung des Textes zugrunde liegt, der wir im Talmud begegnen, daß selbst die talmudischen Jnterpretationsregeln vom Syrer zur Erläuterung des Textes herangezogen werden. Mit Fleiß und Scharfsinn hat der Verfasser die mannigfachen Uebersetzungsweisen -der Peschitta in Gruppen zusammengesaßt und für jede den wahren Sachverhalt ermittelt. Die scheinbaren Abweichungen der syrischen Uebersetzung von unserem mafsoretischen Text, aus denen oft leichtfertig der Schluß auf eine andere Textvorlage des Syrers gezogen .wurde, sind auf bestimmte exegetische Anschauungen zurückzuführen, in denen der Syrer mit dem Talmud, und den jüdischen. Grammatikern der späteren Zeit übereinstimmt. An zahlreichen Beispielen zeigt uns Heller in sieben Kapiteln des dritten Hauptteiles seiner Arbeit, daß die auffallenden Erscheinungen der syrischen Version nicht die Willkür des Uebersetzers bezeugen, sondern vielmehr seine tiefe Kenntnis des biblisch-hebräischen Sprachcharakters, den er berücksichtigen mußte, üu: der wahren Bedeutung des Schriftwortes gerecht zu werden. Wie jeder Uebersetzer hat sich natürlich auch der Syrer hier und da Freiheiten gestattet, die Heller im vierten Abschnitt seines Buches nach gewissen Kategorien übersichtlich zusammengestellt und an Beispielen erläutert. Der. fünfte Abschnitt bringt Varianten einer Berliner Peschittahandschrift zu vielen Stellen des syrischen Textes der gewöhnlichen Ausgaben, um die Notwendigkeit eines kritisch geordneten Textes zur ganzen Peschitta zu erweisen. Wenn auch die Peschitta zunächst nur für christliche Zwecke geschrieben wurde, so zeigt uns doch die hier besprochene Arbeit die engen Beziehungen dieser alten berühmten Bibelübersetzung zum Judentum. Es ist erfreulich, daß ein jüdischer Gelehrter, der über das notwendige wisienschastliche Rüstzeug verfügt, die Studien eines Perles und anderer wieder aufnimmt und die Peschitta zum Gegenstände einer gründlichen Untersuchung macht. Heller, dessen klares ruhiges Urteil die Resultate seiner Forschung vertrauenswürdig erscheinen läßt, hat der Peschittaforschung zweifellos neue fruchtbare Anregungen gegegen. Er verdient dafür den Dank der Fachgenossen. Dr. Julius G r ü n t h a l. * -- Wegweiser f ü r die Jugendliteratur. Herausgegeben von der Großloge für Deutschland VIII U.- O. B. B. Redigiert von Dr. M. Spanier, Magdeburg. Jahrg. VII, 1912. Nr. 4. Ich erwähne diese Nummer einer tüchtigen Zeitschrift nur, um einen gediegenen Vortrag M. Spaniers in Berlin allen meinen Lesern zu empfehlen. Er führt die auf den ersten Blick seltsame Ueberschrift „Baumeister sei." Diese Ueberschrift erklärt sich Dadurch, daß die Rede auf ein Bierbaumsches Gedicht Bezug nimmt, das mit diesen Worten beginnt. In Bierbaums Versen wird der Mensch, besonders der Jüngling aufgefordert, sich emporzuheben, „Schiff, Umgang, Turm und Tor" zu bauen. Wie diese Worte auf ein Gotteshaus und aus den inneren Tempel im Menschen gedeutet werden, das ist 'so sinnig uqd Poetisch, daß man an der Lektüre dieser schönen Rede wahrhaftes Vergnügen empfindet. L. G. : Mcheremlauk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. The sign abovc the door by William W. Canfield. Philadelphia. The jewish Publieation Society, of America 1912. Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Organ der Alliance Jsraelite. Universelle. Juli. Heft 7. XII. Jahrg. Abisag von Sunem. Drama in vier Auszügen von Ulrich Gröden. Verlag von Paul Beyer in Leipzig 1912. Catalog 1912/1913. Hebrcw Union College. In mcmory of Rabbi Isaac M. Wise. The first blossoms. Poems by Manes M. Löffel. New York. Grayzel & Co. Hameamcr. Recueil d’articles dans ^toules les branches des rccherches sur la Palestiiie|ypublies en heb reu dans des Livres, annuaires, revues perjodiques et journaux, pendant le siede passe. Rcdigßs et reng6s avec appendices, corrections remarques et table de matieres ddaillees par A. M. Luncz. Bibliotheque palestinienne. Tome II. Jerusalem 1912. Zehnter Geschäftsbericht (1911) des Hilfsvereins der Deutschen Juden, erstattet der Generalversammlung am 14. April 1912. Berlin 1912. ......