Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 26 (28.6.1912)
- Date
- 1912-06-28
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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76. Jahrgang Nr. 26 Berlin^ 28. Juni 19i2 Vellage zur „Allgemeinen Leitung deK DudentmkA^ lkorrrlponden?rn und sstschrichtkn. - Deutschland, , . j Berlin, 25: Juni. Der jüngst erschienene dreißigste Bericht der; Le h x an st q l t.f ü-r d i .e W i s s e nj ch a f t.d e Z Indent ums ent-! hält folgende erfreuliche Mitteilungen: „Am 4: Juli 1912 wird .H e r - j manu Co h e.n seinen siebzigsten Gehurtstag feiern. Zur Ehrung dieses! Tages überwies uns, das Mitglied unseres Kuratoriums. S i eg - i f r i e b Brün n den Betrag von 100 000 Mark zur Begründung eines i Herinann Coherr-Lehrstuhls. Die . Einkünfte dieses' Kapitals , sollen; nach dem, Willen des Stifters zur Errichtungeines -Lehrstuhls für. Religionsphilosophie verwendet werden.;. Wir begrüßen es mit auf-! richtiger Freude, daß durch diese Spende der:, systematischen Religi-! vusphilosöphie eine weitere Stätte.an unserer Hochschule geschaffen! und der Name Hermann Cohen für alle Zukunft mit der Lehranstalt; . verknüpft werden wird. Die Allerhöchste Genehmigung zur Annahme; dieser. Zuwendung ist bereits erteilt worden, Die Gedächtnis- 1 feier für Ludwig Philippfon fand um7.8, Januar 1912 statt..' Ein; Sohn des Gefeierten, Herr Generalkonsul Franz Philippson-Brüssel,! machte.'aus Anlaß des Gedenktages, unserer Lehranstalt eine ebenso; bedeutsame, wie hochherzige Zuwendung.Er errichtete. eine Ludwig-! PH ilipp s on-Stiftung, die er mit. 80 000 Mark-dotierte. .Auf Grund! dieser Stiftung soll ein Lehrstuhl, für die Geschichte des Judentums; 'stiid der Juden geschaffen werden. Dem verehrtem Spender, der durch : .seine,..werktätige Teilnahme die. Verwirklichung. der Ideale - seines! .Vätexs fördert', sprechen wir auch an dieser Stelle unseren herzlichsten Dank aus." . ...' . . . ,. ' 25. Juni, ^Mie,F rä.ed en s k 0 m. Mi ss.io-n. der! deutschen.Mitglieder der.ÄllEce.Jsraelite Universelle hat .einen aus Vertretern der verschiedenen Richtungen bestehenden Unterausschuß i eingesetzt, der die Schaffung einer Neuorganisation-für ganz.Deutsch-! länd vorbereiten soll. Dieser hat seine Arbeiten beendet. Er ist zu Mein,'befriedigenden'ErgebnisMäsigt, un.h,ist.-zu. hoffen,-daß feine i Vorschläge allsertige Zustimmung firtdM..nwrden,,-datnit^Her-Friede! in der Alliance. Jsraelite. Universelle.! NM ^.nächster; Zeit ' hergestellt' werden wird. ' - Berlin., 25. Juni. Am 12, v. M.^fand. hier die.10, Vorstänössitzüng, des 'Verb ande s.der.jüdrs chen Jugendvereine .Deutschlands statt, an der ..Vertreter, verschiedener.Verbände und ^.auswärtiger ‘ Vereine teilnahmern Hem uns übermittelten Protokoll eNt-! nehmen wir /folgende Einzelheiten: Der Verband der deutschen.-Juden . beantragt. durch' Justizrat-. M a ck 0 lv e r, daß. der Jugendverband eine - Organisation für. den Vertrieb apologetischer Schriften schassen möge. ' Zwecks Prüfung der einschlägigen.Verhältnisse -wird eine Kommission, ■ " bestehend aus Dr. Ist K a h n -Dr. R e g e n s b u r..g e r, K.-R. S t ein, .gewählt, die in der nächsten Sitzung, berichten, soll. . Hingegen' wird einer 'Anregung des Rabbiners Dr. Zir.gler-(Katls.bad), die von th'm gejisaute Herausgabe aufklärender jüdischer Schriften zu fördern, keine - Folge geleistet. — Dr. Wfel . berichtet.über die Lage der Vereine Kattowitz, Posen, Breslau, Hamburg, Neukölln, Magdeburg und Hannover, die . er in den sletzten Monaten besucht , hat. Frl. Berliner-hat im -Auftrag der Leitung Göttin gen-besucht und erstattet Bericht. lieber den Berliner Verein soll, ein eingehender -Bericht in der nächsten Sitzung erstattet werden, .777- Von .den zur Frage der,Organisation der -weiblichen - jüdischen Jugend aus Vorschlag von Frl. Berliner einstimmig; ange- .nomiuenen Thesen heben wir folgende, hervor: a) Der Vorstand des - - Verbandes der jüdischen 7 Jugendvereine Deutschlands erachtet - es als; eine dringende. Aufgabe, die weibliche jüdische Jugend aller Kreise zu; positiver; Mitarbeit an der Jugendbewegung, heranzuziehen. - / d) Bei Neugründungen von, Jugendvereinen durch den Verbandsvvrstand oder! . einen der .Bezirksverbände ist die weibliche Jugend mit -zu berücksich- . tigert, c) Ob die weibliche Jugend innerhalb der bestehenden Jugend- - vereine oder in besonderen Vereinen Zu organisieren ist, kann nur . unter Berücksichtigung der lokalen Verhältnisse - entschieden ■ werden. Es ist aber darauf hinzuwirken, daß 1. inden gemischten Vereinen; - für die. lveibliche Jugend in gleichem -Maße gearbeitet wird wie für : die männliche, 2.- daß die besonderen Mädchenorganisativnen in festem - Zusammenhang mit der Gesamtbewegung arbeiten:--Die Zentrale soll 7 mit möglichster Beschleunigung alles Materiaf über die sogenannte offizielle Jugendfürsorge (Jugendausschüsse rc.) und Jugendwehren, Jnngdeutschl.and, Wandervogelvereine u. dgl. sammeln, damit der'Vorstand den Verbandsvereinen Richtlinien für ein zweckentsprechendes Verhalten geben kaMi. Der Verband,svorstand ist . der Ansicht, daß eine Zusammenfassung möglichst aller Schichten der jüdischen Jugend in den Verbandsvereinen zu. erstreben fei. Er sieht sich jedoch -nicht-in der Lage, in die internen Verhältnisse' eines Vereins, der sich auf Grund triftiger Erwägungen lokaler Natur im Interesse einer gedeihlichen und friedlichen Arbeit zunächst nur auf die kaufmännische Jugend stützen will, einzugreifen, zumal eine Verletzung der gebotenen Neutralität nicht in Frage kommt. Es wird betont, daß die Vereine mit Nachdruck daraus achten müssen, daß man ihre Veranstaltungen nicht zum Tummelplatz studentischer Kontroversen macht. Vor allem möge man solchenstudentischen Korporationen gegenüber wachsam sein, deren Mitglieder zu bestimmten Zwecken (Wahlen, Generalversammlungen) abkommandiertwerden, ohne sich sonst irgendwie am Vereinsleben zu beteiligen. — Mit Genugtuung wird zur Kenntnis genommen-, daß nach dem Muster der deutschen Jugendbewegung numnehr auch die jüdische Jugend Italiens, Oesterreichs und der Schweiz organisiert wird. Die Zentrale soll in enger Fühlung . mit den betreffenden OrgainsationeN blerben. '; Bertt«,. 25. Juni. Am 21. d. M. ist der Handelsrichter Herr Moritz Rosenow nach schwerem Leider; gestorben. Der Verglichene,.,der ein Alter von'64 Jahren erreicht hat, stand lange Jahre im Ehrendienst der jüdischen Gemeinde,, war seit 1905 Stellvertreter und seit! 1911 bis - vor wenigen Wochen Mitglied der Repräsentanten- 'pers.ainmlung. Ebenso betätigte, er sich eine. Reihe von Jahren als ers^e^, Vorsitzender der jüdischen. Arheiterkölonie in Weißensee, die unter seiner Leitung zu einer gedeihlichen Entwicklung gelangt ist. Seine hingebende Wirksamkeit im Dienste der Humanität, wie insbesondere fein ' liebenswürdiges Wesen sichern ihm bei. allen .seinen.. Bekannten und Freunden ein. treues Gedenken.., Die. Beerdigung hat am letzten Sonntag unter großer Beteiligung aus . dem. Friedhof, in Weißensee Mttgesunden. Schönlayke, 21.. Junx. , Das Präsidium der Jnter- . nationalen Hygi.ene-Ausstellüng Dresden .1911 . richtete an unseren Rabbiner Herrn Dr.. Bamberger folgendes. Danjkschreiben: Sehr geehrter Herr Rabbiner! Nach Schluß .der Internationalen Hygiene- Ausstellung Dresden 1911 .ist es uns ein ausrich'tfges Bedürfnis, allen denen unfern herzlichsten. Dank auszusprechen,.-fvelche zu einem glück- . lichen Gelingen, des großen Werkes beigetragen.'haben. Durch die Unterstützung der.-GruPpe „Hygiene>der Juden7 der „Historischen Abteilung" unserer Ausstellung .haben Sie sich in. , liebenswürdigster Weise in. den. Dienst-unserer. Sache.gestellt, und. möchten wir .daher nicht versäumen, hierdurch , den Ausdruck unserer besonderen Dankbarkeit zu übermitteln. Möge neben diesem unseren. Danke das Bewußtseist einer neuen Richtung in der Kulturgeschichte in. ihren. Anfängen wirkungsvoll zur Seite gestanden zu haben, für die gehabte Mühe einen kleinen Ausgleich bilden. Mit der. neuerlichen Versicherung.funferes verbindlichsten Dankes verbleiben wir in vorzüglicher Hochachtung ganz ergebenst Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden' 1911. Der Präsident: Dr. Lingner, Wirklicher Geheimer.'Rat. ’ ' 'stst ' c/’ä' Breslau, '23.' Juni. .' Am Sonntag, den 16. Juni, ..veran- , staltete der " K a ü f ui a n n i s ch e W 0'h l tä t i g k e i t sv. e r ein einen Sommeräu'sslug nach!Dyhernsurth. Vom herrlichsten Wetter begünstigt,' trafen etwa 200 Personen auf dem Bähnhose des reizenden -''LändstMchens/ein,'?.ww./s'ie^'b0n dem Bürgermeister Herrn Koch ' empfangen'wurden. Dem Bahnhof gegenüber, befindet sich Per Eingang 'zu dem herrlichen Park des Grasen vors Saurma-Jeltsch, der in seinem Innern den altehrwutdigen jüdischen Friedhof birgt. Unter Führirng des Herrn'Dozenten Dr. B r a n n begab sich die'Versammlung dorthin nnd besichtigte die meist recht gut erhaltenen',' vielfach künstlerisch gearbeiteten Grabsteine; besonderes Interesse erregte die Ruhestätte der Unglücklichen, die bei'der durch einen Blitzstrahl 'erfolgten