Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-06-21 · Heft 25 (21.6.1912) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 25 (21.6.1912)
Date
1912-06-21
Page
Seite 5 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3229015-3229041--68571-3280836
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

eine merkwürdige Mannigfaltigkeit und das Vielseitige seiner Wirkj samkeit, und gleichzeitig' die Ganzheit, das Harmonische dieser Einigkeit. Es gibt kein Gebiet der lebendigen Tat, wo nicht die Spuren der schöpferischen, produktiven Arbeit Morgulies^ bemerkt werden, und ein.e Idee durchzieht alle seine Arbeiten: alles zum Wohle des angestammten Volkes, für dessen materielles Blühen und geistige Entwicklung. Mit Begeisterung arbeitete Morgulies vor allem auf dem Gebiete der Aufklärung: er schrieb ein außerordentlich wertvolles Buch: „Zur Geschichte der jüdischen Bildung" und schaffte den Typus der Zweckentsprechenden Volksschule; er organisierte Sabbatkurse für Erwachsene, er arbeitete für die jüdische Jugend und strebte für die Verbreitung und Hebung der höchsten jüdischen Wissenschaft. Ein. tiefer Kenner der Rechtslage der Juden, nahm er an der Pahlenschen Kommission Anteil, stellte Denkschriften zusammen, schrieb ein Buch: „Was sollen wir mit den russischen Juden anfangen?", trat im Jahre 1904 im Kischinewer Prozeß als Zivilkläger hervor und beleuchtete wiederholt alle brennenden Probleme unserer jüdischen Wirklichkeit, immer eifrig glaubend, daß die Gleichberechtigung die schmerzliche jüdische Frage in Rußland lösen wird. Von Morgulies, einem Manne, reich an Wissen und Erfahrung, können wir noch jetzt lernen, itno es ist nicht beschämend, von ihm zu lernen. Jetzt, wo wir mit solcher Mühe nur auf der steilen Felswand der Freiheit und der Gleichheit uns erheben, erinnern wir uns an Morgulies, der uns den Weg rastlos und talentvoll bahnte. — Diesem folgte die treffliche Rede von I. M. Biekermann. — Kurz vor Schluß des Blattes erhalten wir aus Odessa die betrübende Mitteilung, daß der um das russische Judentum so hochverdiente Gelehrte, dessen mannigfache Wirksamkeit obiger Bericht eingehend würdigt, am 14. d. M. plötzlich verschieden ist. Die Red. Von MH und Fern. — Der Fabrikbesitzer Herr Carl L. N e t t e r, Mitglied des Vorstandes der jüdischen Gemeinde und Aeltester der Kaufmannschaft von Berlin, ist zum Kommerzienrat ernannt worden. — Herr Fritz Ada m, Mitinhaber der Firma S. Adam, wurde vom regierenden Fürsten zur Lippe in Audienz empfangen, der ihm bei dieser Gelegenheit den Lippeschen Hausorden — Ehrenkreuz IV. Klasse — verlieh. — Herrn > Willy Schlesinger, Aeltestem der Kaufmannschaft von Berlin, ist vom König von Bulgarien das Ofsizierskreuz des bulgarischen Zivil-Verdienst-Ordens mit der Krone verliehen und durch den hiesigen bulgarischen Gesandten überreicht worden. — Dem Fabrikbesitzer Dr. Georg Hahn, ist der Rote Adlerorden IV. Klasse verliehen worden. — Geheimer Medizinalrat, Professor Dr. Fritz Straßmann in Berlin ist zum ordentlichen Mitglied der Wissenschaftlichen, Deputation für das Medizinalwesen ernannt worden. — Aus Graudenz wird uns geschrieben: Gelegentlich des Ablebens der 92 jährigen allgemein verehrten Frau Bankier Hedwig B e l g a r d hier, hat ihr Sohn, Kommerzienrat Heinrich B e l g a r d, der Vorsitzende der hiesigen Synagogengemeinde, in Gemeinschaft mit seinen Geschwistern namhafte Spenden für hiesige jüdische Vereine und Stiftungen im Gesamtbeträge von etwa 7000 Mark gemacht, darunter 3000 Mark für das Kasper Lach m a n n s ch e Provinzial-Waisenhaus zu Graudenz. — Das Zentralkomitee der Alliance I s r a 6 - lite Universelle bringt der Ansiedlung ausländischer Juden als Arbeiter in den Kattowitzer Kohlengruben großes Interesse entgegen und will einen Beitrag zu den Ansiedlungskosten leisten, so-! bald es die Ueberzeuguug gewonnen hat, daß eine dauernde Niederlassung gewährleistet erscheint. — Am 19. d. M. beging in bewundernswerter körperlicher und geistiger Frische der emerit. Lehrer Levi Cohen in Borken in Westfalen mit seiner Gattin die goldene Hochzeit. Herr Cohen ist 82, seine Gattin 77 Jahre alt. — Das Stadtverordnetenkollegmm in Borken (Wests.) beschloß, den Magistrat zu ersuchen, mit der Vertretung der jüdischen Gemeinde wegen Erteilung des Religionsunterrichts an diejenigen israelitischen Schüler, welche die Rektoratsschule besuchen, in Verbindung zu treten und hierfür eine Vergütung an die israelitische Gemeinde zu vereinbaren. Der Beschluß wurde ohne äußere Anregung gefaßt und entsprach dem Bedürfnis, der konfessionellen Minderheit gerecht zu werden. — Wan schreibt uns aus Elberfeld: Dem Oberkantor und Lehrer a. D. der hiesigen israelitischen Gemeinde, Herrn M. L. Wetzstein, wurde aus Anlaß seines Uebertritts in den Ruhestand der Adler der Inhaber des Königl. Hausordens von Hohenzollern verliehen. Die Auszeichnung wurde ihm von dem Oberbürgermeister der Stadt Elberfeld in Gegenwart des stellvertretenden Vorsitzenden Gebrüder Hammer Hoflieferanten Seiner Majestät des Kaisers und Königs BERLIN W8 Mohrenstrasse 56 Telephon: Amt Zentrum, 685 5457 ichcung einer Herrscbaitskuciie. . Moderne Küchen v für Schlösser, Villen, Landsitze, Hotels, Restaurants, Caf6s, Krankenhäuser und Kantinen. Wäscherei-* Warmwasseru. Kühlanlagen, Kamine, Heizkörper-Verkleidungen in gediegenster Ausführung. Öfen aller Systeme« Kurhaus Val Sinestra Val Sinestra, Engadin (Schweiz), 1500 m ü. Meer. Romantisches, waldreiches Alpental 'mit mildem Hochgebirgsklima. Moderne Kuranstalt mit jeglichem Komfort. Trink- und Badekuren mit den heilkräftigen, kohlensäurereichen ARSEN-Els e n q u el I en. WASSEREXPORT: Niederlagen im In- und Ausland. Massige Pensionspreise.-Saison 1. Juni bis 15. Septbr. Reduzierte Preise in der Vor- und Nachsaison. INDIKATIONEN: Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Organe, chronischer Rheumatismus, Stoffwechselerkrankungen, Neurosen, insbesondere Neurasthenie u. sexuelle Schwächezustände, Rekonvaleszenz. r-T-r Für Prospekte wende man sich an die Hoteldirektion.; ■ :i Wdchen vom Lande erhalten Sie durch ein kleines, möglichst nicht anonymes Inserat in der .Berliner Morgen-Zeitung", die in weit über lOuOOO landwirtschaftlichen und gewerblichen Haushaltungen nicht nur in den größeren und mittleren Provinzstädten, sondern auch in den kleinsten und entlegensten Ortschaften des Deut Wien Reiches gelesen wird. Die Anzeigen kosten 10 Pfennig daS Wort, das fette Einleitungs- Wort 20 Pfennig. Anzeigen nehmen sämtliche Filialen und Agenturen der Annoncen-Expedition Rudolf Mosfe und die Anzeigen - Verwaltung der »BerlinerMmgen-Zeitung Berlin 8W., Jerusalemer Straße 46—49 entgegen. Bat Meim iv- Grand Hotel Adler mit Dependance. Elegante, möblierte Zimmer u. Salons mit Balkon. Feines Saal- und Terrassenrestaurant, unter Aufsicht Sr. Ehrvr. Herrn Rabbiner Dr. Hirschfeld, Giessen. KolbergiVh« ■wd Pension Walter liinden'AUee 5. — Pension iiir Erwachsene und Kinder. — Mittagstisch. Streng rituell. — Gute Verpflegung. Solide Preise. — Referenzen: 8. Ehrw. Herr Rabbiner Dr.GoIdschmidt,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.