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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-06-21 · Heft 25 (21.6.1912) · p. Seite 299

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 25 (21.6.1912)
Date
1912-06-21
Page
Seite 299 (sequence 11)
Language
German
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sind also die Ergebnisse seines Denkens nicht einheitlich und abgeschlossen, aber gerade in diesem Wechsel der Gesichtspunkte, in dem Suchen nach Erkenntnis offenbaren sich der Ernst und die Energie einer hochgestunmten lauteren Seele', die ihren Reichtum an Empfindung in dichterischer, stimmungsvoller Sprache zu "enthüllen weiß. Lewkowitz. ■;.v ■ * — Einiges zur jüdischen Fiei schh h g i en e. Vortrag, gehalten auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung zu Dresden von Dr. med. K a l l n e r - Spandau. Berlin 1912. Verlag des Zentral-' Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Berlin SW. 68, Lindenstraße 13. Während die europäischen Völker die verschiedensten Schächtmethoden verwendeten und noch heute nicht 'eine allgemein gültige angenommen ist, haben allein die Juden seit Jahrtausenden eine streng vorgeschriebene. In dieser Hinsicht haben sämtliche Rabbiner der jüdischen Gemeinden Deutschlands eine Erklärung erlassen, daß die jüdische Schächtmethode eine religiöse Satzung des Judentums ist, die in biblischem und nachbiblischem Schrifttum ihre Begründung hat. Immer ist die Voraussetzung, daß die Vorbereitungen zum Schächten so sein müssen, daß das Tier dabei keinerlei Schaden erleidet. Jede Ver- . besserung, die geeignet erscheint, das Tier vor Quälereien oder Beschädigungen zu schützen, ist nicht nur zulässig, sondern muß auch aus reliaivnsgesetzlichen Gründen eingesührt werden, weil weitgehendster Tierschutz ein religiöses Gebot ist. Auch mit Bezug auf das Schächten selbst ist jede Tierquälerei, die das alte Testament ausdrücklich verbietet, strengstens untersagt, und alle Vorschriften, die für das Schachten selbst, für das Prüfen des Messers usw. gegeben sind, zielen darauf hin. Nachdem der Verfasser dies im einzelnen erörtert hat, widerlegt er die Hauptargumente, welche die Schächtgegner gegen die Schächtmethode einwcnden, vom naturwissenschaftlich-medizinischen Standpunkte und weist z. B. darauf hin, daß die Zuckungen des Tieres keine Bewußtseins-, sondern Reflexerscheinungen sind, daß sie nicht als Aeußerungen von Angst und Schmerz anzusehen sind, da sie sich erst einstellen, wenn vollständige Bewußtlosigkeit des Tieres eingetreten ist. Endlich widerlegt der Verfasser auch die Angriffe gegen die jüdische Fleischbeschau, weist darauf hin, daß die rituelle Untersuch'nug neben der sanitären Tendenz noch eine religiöse verfolgt (Fernhaltung von minderwertigen, kranken und dadurch unreinen Tieren und Erziehung zu sittlicher Reinheit) und betont, daß, wenn von der heutigen Veterinärmedizin neue Erkrankungen beschrieben würden, die das Tier für den Genuß gefährlich machen würden, solche Tiere auch nach dem jüdischen Gesetz verboten wären. Die gemeinverständlich und klar geschriebene Broschüre verdient die weiteste Verbreitung und wird wohl bei den nächsten Schächtdebatten im Reichstage eine Rolle spielen. Scherbe l. * — Der Ebionitismüs in d e r I u d e n m i s s i o n o d e r Christentum und national-jüdisches Bewußtsein von P a st o r C h r i st l i e b T. Lipshhtr. Leipzig 1912. S. C. Hinrrchsche Buchhandlung (Schriften des Institutum Judaicum in Berlin Nr. 41). Es läge an sich wenig Veranlassung vor, von diesem ^Vortrag eines Taufjuden Kenntnis zu nehmen. In den bekannten salbungsvollen und süßlichen Redensarten wird dem hartnäckigen Volke nahegelegt, das Evangelium anzunehmen und so das Heil zu erlangen. Interessant ist nur, daß der Verfasser mit Entschiedenheit gegen die Meinung austritt, daß man ein nationales Judentum mit christlichem Glauben verbinden könne, und aus der Schärfe, mit der er diese Ansicht bekämpft, erhält man ein anschauliches Bild von den Hoffnungen, die man in anderen Kreisen der Judenmission auf die national-jüdische Bewegung setzt. F. G. pHprech ung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Allgemeiner Beobachter. Halbmonatsschrift für alle Fragen des modernen Lebens. Herausgeber Hugo Erdmann. Nr. 3. Zweiter Jahrgang. Hamburg, 1. Juni 1912: Das jüdische Problem von Lothar Brieger-Wasfervogel. ' Kurze Landeskunde von Palästina. Ein Leitfaden zum Schulgebrauch in dev biblischen Geographie Palästinas von Dr. Eduard Wagner^ Zweite erweiterte Auflage. Leipzig, Verlag von H. Wagner u. E. Debes. Preis 80 Pfennig. Religionsgeschichtliche Studien. Zweites. Heft: Die Schriftgelehrten. Von Dr. A. Marmorstein, Rabbiner, Skotschau, Oesterr.-Schlesien. Selbstverlag. 1912. Die Petihot der Pesiqtä de Rah Kähana von Dr. David Künstlinger. Krakau, Selbstverlag. 1912. ' Rahcl Varnhagen. Eine biographische Skizze von Ellen Key. Einzig autorisierte Uebertragung aus dem schwedischen Manuskript von Marie Franzos. Zweite Auslage. Verlag von Edgar Thamm, Halle a. S. Pharisaisrn its aim and its metliod by R. Travers Herford. B. A. Crown theological Library. Williams u. Norgate. New- York. 1912. Neunundsiebzigster Jahresbericht über die Baruch Auerbachschen ^Vaisenerziehungsanstalten für jüdische Knaben und Mädchen. Von Prof. Dr. A. Strelitz. 1912. spornenica posvecena usporneni blagopokojnoga Viktor a Bauma. Zacasnoga predsjednika vukovarske izraelitske bogostoviie opcine. Napisao Dr. Julije Diamant, Nadrabin. Addresses delivered at Third annual meeting. Hebrew sheltering and Immigrant aid Society. New York. 34. Jahresbericht der israelitischen Allianz zu Wien, erstattet an die 34. ordentliche Generalversammlung am 15. Mai 1912. Wien 1912. Alliance israelite universelle. 45 rue La Bruyere, Paris: Les evenements de Fez de M. Elmaleli, directeur des ecoles de Fez. Im deutschen Reich. Zeitschrift des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. XVIII. Jahrg. Nr. 6. Juni 1912. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Dr. M. Braun. 56. Jahrg. Heft 3/4. 1912. Yiddish Tales. Translated by Helena Frank. Philadelphia. The Jewish Publication Society of America. 1912. SWechsaal. ^Tn meinem Aufsatz:. Eine neue Mischna-Ausgabe bitte ich.di " folgenden sinnentstellenden Druckfehler in der nächsten Nummer richtigzustellen: Seite 272 statt Kommentaren lies: Kommentatoren, statt Mischnaopfergebet lies: Minchaopfergebet, statt Hfc lieS DlpB flE; ferner ist zu lesen: 11 N^Ln ^27 Hör lies "Qn narin- _ Hochachtungsvoll Hamburg, 9. Juni 1912. Werderstraße 30. Prediger Dr. Ri eg er. Sehr geehrter Herr Redakteur! den sehr interessanten Mitteilungen des Herrn Professors O G. D e u t s ch, Samuel L e v h betreffend, gestatte ich mir das Folgende zu bemerken: Geburts- und Sterbedaten, die genealogischen Mitteilungen und das Wort „kursorisch" (auf welch letzteres Prof, D. zweimal zurückkommt.) habe ich in meiner Arbeit „Samuel Levi" den Aufzeichnung endes Sohnes, des Rabbiners Levi-Gießen, wie ich auch in der Einleitung angegeben, entnommen. Wenn die Geburts- und Sterbedaten mit denen Lö wen stein s nicht übereinstimmen, so möchte ich darauf Hinweisen, daß man doch annehmen sollte, daß der Sohn, besonders wenn er Rabbiner gewesen, über Geburts- und Sterbedaten seines Vaters genügend unterrichtet sein müßte. — Wenn der Rabbiner Jakob Israel Earmi von Reggio bedauert, daß die deutschen Delegaten jeder weltlichen Bildung bar seien, so ist damit doch noch nicht, gesagt, daß sich' unter diesen nicht wenigstens einer befand, bei dem dieser Mangel nicht vorhanden war. Worms. S. Rothschild. , * „Heber die heutige Lage der jüdischen Lehrer Süddeutschlands." \ Y'nter dieser Ueberschrift ist in Nummer 23 Ihrer sehr geschätzten Vl Zeitschrift (S. 268—270) über die'Verhältnisfe der jüdischen Lehrer Süddeutschlands ein Bild entrollt, das keineswegs in allen seinen Teilen der Wirklichkeit entspricht. So erweckt es den Anschein, als sei die Lage der jüdischen Lehrer im Großherzogtum B a d e n der ihrer

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