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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-06-14 · Heft 24 (14.6.1912) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 24 (14.6.1912)
Date
1912-06-14
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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ein Heimischwerden bei Schüler in der Schulbibel Möglich , sei.. Mich vom Standpunkte einer Hausbibel ist eine Verbindung von ^chul- und Hausbibel nicht erwünscht, weil der Zweck eines' Erbaüungsbuches ' eine besondere Auswahl von biblischen Lesestücken erfordert, und -weil, auch für die häusliche Lektüre Cinleitlmgen zu den biblischen'Büchern' und Erklärungen /schwieriger Stellen nötig, find, wälzenddie:. Schulz bibel dieser Beigaben nicht bedarf, da hier der Lehrer der geeignete Interpret ist: 7^- Die Schulbibel muß auch so angelegt sein, daß sie die Aneignung und Verarbeitung des Stoffes unterstützt, wofür einige der neuesten evangelischen biblischen Lesebücher ein vorbildliches Beispiel geben. Die Ausführung dieser Vorschläge glaubt der Referent am besten" gewährleistet durch einen nichtparitätischen Verband, der die geeignetsten Männer mit der Neubearbeitung beauftragen und' den Wünschen der Interessenten die nötige Beachtung schenken möge. — Aus Vorschlag des Herrn Direktor Dr. Gutmann wird eine aus acht Mitgliedern bestehende Kommission eingesetzt, die die Vorschläge des Referenten noch einmal Prüfen und für ihre Verwirklichung tätig sein soll. —Aus einer besonderen Veranlassung nimmt der Verein Stellung zu der Frage, wer Religionsunterricht zu erteilen berechtigt sei, und nimmt folgende Resolution an: „Die Wissenschaftliche Vereinigung jüdischer. Lehrer und Lehrerinnen zu Berlin steht nach wie vor auf dem Standpunkte, daß nur der geprüfte Lehrer Religionslehrer sein darf. Sie sieht in der Erteilung des Religionsunterrichtes durch nicht vorgebildete Kultusbeamte eine Gefahr für das Judentum." 2x2 Berlin, 11. Juni. Der Vorstand des Verbandes d e r jüdischen I u g e n d v e r e i n e Deutschlands hat in seiner letzten Sitzung am 12. Mai d. I. einstimmig Fräulein stuä. rer. xol. Cora B e rlin er zur Geschäftsführerin des Verbandes gewählt. Fräulein Berliner tritt ihre Stellung am I. Juli d. I. an. Die große Ausdehnung des Verbandes er zählt jetzt 13 000 Einzelmitglieder, in 84 Vereinen — machte es "erforderlich, den Geschäftsführerpösten mit einer Kraft zu besetzen'/'die lediglich für den Verband der jüdischen Jugendvereine DeüHchl'ands tätig ist. Leider war es nicht möglich, den überaus perdienstvollen bisherigen Geschäftsführer, Herrn Rabbiner Dr. Finkel, der den Posten nebenamtlich mit seltener Hingabe und Treuebekleidet hat, von seinen übrigen beruflichen Arbeiten sreizumachen. J. Königsberg i. Pr., 9. Juni. Der 45. Bericht über den Religionsunterricht in der hiesigen Synagogengemeinde, den der Dirigent Herr Rabbiner Dr. Vogelstein erstattet, wird durch den'Hinweis auf die Jahrhundertfeier des. Judenedikts vom 11. März 1812 eingeleitet und aus der Entwicklung der rechtlichen Stellung der Juden und des Judentums im letzten.Jahrhundert die Aufgabe des ReligwnsUnterrichts in gedanklichem .Zusammenhang gebracht. Die Königsberger Gemeinde hat neben den Gemeinden Berlin und Breslau ganz, besondere Veranlassung gehabt,, die Erinnerung festzuhalten. Hat doch Königsberg in allen Emanzrpationskämpfen mit in vorderster Reihe gestanden. Es mag genügen, darauf hinzuweisen, daß Hardenberg noch am 11. März 1812 den Nettesten dieser drei jüdischen Gemeinden, also nicht nur der Berliner, in gleichlautenden Schreiben von der Unterzeichnung des Edikts durch den König Kenntnis gab. Ueherdies sei David. Friedländer, der Vorkämpfer der Emanzipationsbestrebungen, von Geburt Königsberger gewesen, Jacoby und ganz besonders Ko sch, die für die Erlangung der vollen Gleichberechtigung und ihre Verwirklichung, eingetreten sind, haben in Königsberg gelebt. Für die innere, die geistige Emanzipation aus dem Mittelalter, für die Verbreitung und Durchführung der Mendelssohnschen Ideen sei Königsberg frühzeitig neben Berlin in die Schranken getreten. Die Bedeutung des Ereignisses auch der Jugend nahezubringen, ihr die Erinnerung. durch die Teilnahme an solcher Festfeier für das Leben mitzugeben, und durch festliche Veranstaltung echt vaterländischen Sinn und überzeugungstreue j Liebe zum Judentum zu festigen,, mutzte als eine Ausgabe des Religionsunterrichts erscheinen.. Es ist deshalb in allen Klassen die Geschichte und Bedeutung der Emanzipation im Unterwicht beh andelt worden. — Es wird .in dem Bericht die Bitte an die Eltern gerichtet, dringend dafür Sorge tragen.zu wollen, mit' gleichem Fleiß und Eifer..wie für jeden, anderen Unterrichtsgegenstand auch für den Religionsunterricht tätig zu sein.. Aus den sonstigen Angaben fei hier erwähnt,, daß die .Religionsschule seit, Ostern 1911 in den Räumen des städtischen Realgymnasiums, untergebracht ist. Die Anzahl der Klassen betrug im Sommer 35,. im Winter 38, von denen eine für deN>Unterricht im Hebräischen , geteilt - war. Die- Wochenstundenzahl betrug im llüinter 9b, im Sommer M StundÄu' Die^ Frequenz betrug am 1. Februar 19sil insgesamt 462'-Schüler, davon '261 Knaben und 191 Mädchen. Am 1. Februar ..(HlAchetN^' die Gesamtzahl der Schüler 461, sie ist. also um .»-9- PchWp"''gtzs^Knr^ Dabönwären '254 Knaben und 207 Mädchen. : 'Mls^LchrerkÄlegium^bestand - außer.: /dem Herrn Dirigenten -, aus'den Herren Rabbiner Dr. Perl es, den Lehrern R.osenth^al, Sa'nrd^h"WuMh-e:im, Badrran und Hvff-ma nn / 'Herr Rosenthal, der an die Stelle des verblichenen Öbersekretärs Klein, eingetreten ist, scheidet mit .dein AblaufU des Schuljahres aus dem Lehrerkollegium aus.. — Dem Schulbericht angefügt, ist zugleich, der .Rechenschaftsbericht d.e's Bekleidungsvereins für arme Zöglinge der Religionsschule^ — Kattowitz, ,9... Juni. In unserer Nachbarstadt Sosnowitz (Russ.-Polen) wurde am Donnerstag das neue Hospital, eine Stiftung der Familien O p P e n h e i m , R e i ch e r, L a n d a u usw., feierlichst eröffnet. Das ziemlich umfangreiche Gebäude ist nach den modernsten Errungenschaften erbaut und eingerichtet und besitzt einen Separatpavillon für Infektionskrankheiten. Der Eröffnungsfeier wohnten die Vertreter der Petrikauer Negierung, der Stadt Sosnowitz, viele Aerzte der Umgegend und Vertreter der Nachbargemeinden bei. Die Feier wurde durch Psalmengesänge eingeleitet, die Oberkantor Singer aus Kattowitz mit dem Synagogenchor vortrug, worauf der staatliche Rabbiner Dr. Gittler nach einem Gebet für Kaiser und Reich, in längerer Rede die Anstalt für eröffnet erklärte. Die Aerzte gaben einen Ueberblick über die bisherige Tätigkeit, dieser Stiftung, und stach feierlicher Uebergabe der Schlüssel trat das Publikum einen Rundgang durch die wahrhaft imposanten Räume an. a°p Breslau, 10. Juni. Wie aus dem soeben erschienenen 62. Jahresbericht der R e l i g i 0 n s s ch u le I rmserer Gemeinde .(Dirigent Rabbiner Dr. Rosenthal) zu ersehen ist, betrug im abgelaus-enen Schuljahre 1911/12-am 1. Februar die Zahl der Schüler und Schülerinnen zusammen 386, 247. Knaben und 139 Mädchen, während die Frequenz im ganzen Jahre 572 betrug. Diese Differenz beruht hauptsächlich auf dem größeren Abgang von Schülern und Schülerinnen der.Volksschule, welche dem von der Stadt an den Volksschulen. eingeführten - jüdischen Religionsunterricht zugeteilt wurden. Die Frequenz der Religionsfchule I. befindet sich bereits seitdem Schuljahr 1907/08 in einer stetig -abwärts ziehenden Bewegung. Im Jahre 1906/07 betrug sie noch 666. Von da ab sank sie stetig, bis sie im Jahre 1910/11 nur noch die Zahl 586 aufweisen konnte. Diese Abnahme wurde hauptsächlich durch die weitere Ausgestaltung des jüdischen. Religionsunterrichts an den höheren Mädchen- und Mittelschulen verursacht. Aus diesem Grunde sah sich die Schulleitung bei Beginn des -abgelaufenen Schuljahres zu einer Aushebung der drei bis dahin bestehenden Parallelklassen der Mädchenabteilung, veranlaßt. Bei Beginn des letzten Wintersemesters wurde aber der jüdische.Religionsunterricht, an den Volksschulen durch drei vom Magistrat eingesetzte Lehrkräfte eröffnet, wodurch der Besuch der Anstalt bis-auf 386 zurückging. Die Aushebung der bisherigen Parallelklassen ist daher für das kommenden Schuljahr auch für die Knabenabteilung nicht mehr zu umgehen. Wegen der durch diese Maßnahmen ausfallenden Unterrichtsstunden steht sich die Leitung genötigt, die Unterrichtsstunden auch bei den noch verbleibenden Lehrkräften teilweise zu reduzieren. Durch die für das nächste Semester bevorstehende Einführung einer vierten jüdischen Lehrkraft in-die Volksschule von seiten des Magistrats ist-mit einer noch weiteren Abnahme der Schülerzahl der Anstalt zu rechnest. Dagegen ist es mit Genugtuungzu konstatieren, daß die Zahl der Gymnasial- und Realschüler, welche namentlich am hebräischen Unterricht teilnehmen, im Zunehmen begriffen ist. 2x2 Posen, 7. Juni. Die Handelskammer für den Reg.-Bez. Posen hat nach einem Referat ihres Mitgliedes Bankier L 0 e w Y-Rawitschund einem Korreferat ihres Syndikus Dr. H a mp k e - Posen einstimmig . beschlossen, wegen des Entwurfes eines Gesetzes, betreffend Sonntägs-! ruhe im Handelsgewerbe gleichlautende Schreiben an den preußischen Minister für Handel- und Gewerbe, den Staatssekretär des - Reichsamtes des Innern undden Präsidenten des Deutschen Handels-; tages zu richten, worin es u. a. wörtlich heißt: Die Bestimmung in! § 4, wonach in Betrieben des Handelsgewerbes, die am Sabbat und . an jüdischen Feiertagen gänzlich ruhen, Angestellte jüdischen Glaubens j an Sonn- und Festtagen bis zur Dauer von 5 Stunden mit der Maß-! gäbe beschäftigt werden dürfen, daß die Geschäftsräume für' den all--

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