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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-05-17 · Heft 20 (17.5.1912) · p. Seite 6

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 20 (17.5.1912)
Date
1912-05-17
Page
Seite 6 (sequence 18)
Language
German
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trige gegen amerikanische Juden allerdings von einer Rohheit und Niedrigkeit der Gesinnung, die so leicht nicht ihresgleichen finden dürste. üuszlsnd. z. Lodz» 10. Mai. Am 1. d. M. verschied nach längerem Krankenlager der Rabbiner unserer Gemeinde, Rabbi Eli ahn - Chaim Meisel, im Alter von 91 Jahren. Der Verstorbene war eine der angesehensten rabbinischen Koryphäen der russischen Judenheit. Diese verliert mit seinem Hinscheiden eine ihrer markantesten führenden Persönlichkeiten, einen Mann, gleich ausgezeichnet durch tiefe Gelehrsamkeit, große Herzensgüte und lautere Frömmigkeit, wie durch außerordentliche Tatkraft und vielseitige, hingebungsvolle Arbeit im Dienste der jüdischen Gesamtheit. Rabbiner Meisel wurde im Jahre 1821 in Horodok, Gouvernement Minsk, geboren. Schon in seinem 13. Lebensjahre erhielt er die Approbation als. Rabbiner. Im 19. Lebensjahre wurde er zum Rabbiner der jüdischen Gemeinde seiner Heimatstadt gewählt. Später bekleidete er die Stelle eines Rabbiners in Deretschin, Pruzany und Lomza, bis er im Jahre 1873 nach Lodz berufen wurde. Gleich zu Anfang seiner Amtstätigkeit widmete sich Rabbiner Meisel hier der Pflege jüdischer Wvhlsahrtsbestrebungen, wobei er oft persönlich tätigen Anteil nahm. Besondere Sorgfalt wandte er den jüdischen Arbeitern zu. So entstand dank seiner Initiative die kooperative Weberei für jüdische Weber, die leider nicht lange existierte. Er gründete ferner eine Talmud- Thora-Schnle, in der jährlich gegen 900 jüdische Kinder unterrichtet werden. Rabbiner Meisel genoß auch in weiten Kreisen der nichtjüdischen Bevölkerung hohe Verehrung und Sympathie. Das Leichenbegängnis, das am 2. d. M. stattsand, gestaltete sich zu einer überwältigenden Kundgebung.' Von nah und fern waren die Amtsgenossen und Verehrer des Verstorbenen, Deputationen der verschiedenen jüdischen Gemeinden und Körperschaften herbeigeeilt, uni Rabbiner Meisel das letzte Geleit zu geben. Man schätzt die Zahl der Teilnehmer am Leichenzug auf 100 000 Personen. Im ganzen j russischen Reiche werden Trauerfeiern für den Verewigten abgehalten. > Von M und jfrro. — Der Hilfsvereln der d eutschen Juden hat mit der Großloge für Deutschland gemeinsam dem Hilsswerk für die ausgeplünderten Juden in Fez bisher als erste Rate 60 000 Francs zur Verfügung gestellt. 6O OOO Francs sind hiervon für den allgemeinen Hilfsfonds in Paris bestimmt. 10 000 Francs wurden dem deutscheu Konsul duxch Vermittlung des Auswärtigen Amtes überwiesen, um den deutschen Schutzbefohlenen jüdischen Glaubens, die bei den Unruhen in Fez zu Schaden gekommen sind, die notwendigste Hilfe zu gewähren. — Diejenigen auswärtigen Lehrer, die am Deutschen Lehrertag vom 27. bis 29. d. M. hier teilnehmen und den Wunsch haben, mit der Wissenschaftlichen Vereinigung jüdischer Lehr er und L eh r e r i n n e n i n Berlin einen geselligen Abend zu verleben, wollen sich rechtzeitig, spätestens bis zum 25. d. M., bei dein Unterzeichneten gefälligst melden. In Aussicht genommen ist der Abend des 28. d. M. I. A.: E. Flaute, 1. Schriftführer, Berlin W. 35, Schöneberger Ufer 28. — Die vom Deutschen Handelstag erhobenen Vorstellungen bezüglich der Behandlung jüdischer R e i s e n d e r i n Rußland haben das Auswärtige Amt veranlaßt, zu erwirken, daß von ihm zunächst Feststellungen vorgenommen werden würden. Von dem Ergebnis wird es abhängen, ob Und was seitens der deutschen Reichsregierung zum Schutze der bedrohten Interessen getan werden kann. — Dem Fabrikbesitzer Herrn Gustav W e r t h e i m in Charlottenburg ist der Rote Adlerorden 4. Klasse verliehen worben. — Der Vorstand und die Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde in Thorn veranstalteten am 20. v. M. zu Ehren ihres ersten Vorsitzenden Herrn D. Wolfs aus Anlaß seines 70. Geburtstages einen Festkommers, an dem fast sämtliche Gemeindemitglieder teilnahmen. — Die goldene Hochzeit feierte das Kaufmann Lippmannsche Ehepaar in Landeck, Kreis Schlochau. Beide Eheleute sind noch geistig und körperlich sehr rege. — Aus dem Nachlaß des verstorbenen Partikuliers Adolf Funkenst ein ist dem BreslaNer jüdischen Krankenhause ein Legat voll zirka Austro-Americana,Triest. 6 Tage Vergnügungsfahrt durch das Adriatische und das Mittelmeer ganz umsonst (Cattaro—Dalmatien, Patras— Griechenland, Palermo—Sizilien und Algier—Nordafrika) T Tage von Europa nach New York mit dem neuen Prachtdampfer „Kaiser Pranz Joseph I." Nächste Abfahrt von Triest 25. Mai 1912. *. Dieselben Preise für die ganze Fahrt wie sonst für die Ueberfahrt nach New York. Für Rundreisen im Mittelmeer mit den grossen Ozeandampfern Spezialpreise. Nähere Auskünfte erteilen: die Direktion in Triest, Via Mel in Piccolo Nr. 2 und .Mittelmeer- und Orient-Verkehrsbureau Karl Senft, Berlin, Unter den Linden 70. 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