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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-05-17 · Heft 20 (17.5.1912) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 20 (17.5.1912)
Date
1912-05-17
Page
Seite 5 (sequence 17)
Language
German
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- bezieht auch sein Gehalt aus den ©teitEsgelberii der Juden und ist vor allem ein Staatsbeamter^ Wenn der Bürgermeister der Reichs- Hauptstadt so wegwerfend von den Juden .spricht, welches schlechte Beispiel gibt er damit den .„christlichen - Bewohnern von Wien"? . England. 2 London, 8. Mai. Die.„, B r a n d t'-A f s ä r e ", welche vor einigen Jahren ein solch gewaltiges Aufsehen in New-Aork erregr hatte, wird voraussichtlich bald eine neue .Gestalt annehmen. Die Vorgeschichte dieser Assäre sei hier kurz ' in Erinnerung gebracht. Vor ungefähr sechs Jahren verübte ein junger Mann namens Brandt, der als Diener bei Herrn M o r t i m e r L. Schiss (einem Sohne des Herrn I a c o b H. Sch i f f' in New-Aork) in Stellung war, ein mörderisches Attentat'aus das Leben seines Brotgebers. Demzufolge wurde Brandt zu einer'30 jährigen Gefängnisstrafe verurteilt, die er augenblicklich nb'ch verbüßt. Vor einigen Monaten nun richtete Brandt an den Gouverneur von New-Nork ein Begnadigungsgesuch, das jedoch abgelehut wurde. Bald darauf wurden Gerüchte niedrigster Art in Umlauf gebracht, die nicht allein die Frau des bekannten Bankiers in die unangenehmsten Skandalaffären verwickelten, sondern gewisse „Revolverblätter" begannen auch Herrn Jacob H. Schiff in die Assäre zu ziehen, indem sie den Vorwurf gegen ihn erhoben, er hätte auf das Gericht lind den Gouverneur zuungnnsten des Angeklagten eingewirkt. Es entstand nun eine derartige Erregung in New-York, daß die sichtlich betriebene Agitation gegen die Juden Amerikas ernst zu werden drohte, da sie in manchen Punkten an die Drehfusasfäre erinnert. Der hier vor einiger Zeit zu einem kurzen Aufenthalte angelangte bekannte amerikanische Publizist Hermnn Bernstein aus New Port machte nun dem „Jewish Ehronicle" einige wichtige Mitteilungen, die ein neues Licht aus die ganze Angelegenheit werfen und zu erkennen geben, daß die russische Negierung bei der ganzen'Sache ihre Hand im Spiele hat. Das Ziel, welches russische Sendlinge dabei vor Augen haben, ist im-Hinblick aufdie kürzlich stattgehäbte Kündigung des Handelsvertrages mit Rußland nicht schwer zu erraten. Nach den Ausführungen des Herrn Bernstein hat dieser in Erfahrung gebracht, daß die „Brandt-Affäre" in ihrer letzten skandalösen Entwicklung ein Werk russischer Intrige ist, die darauf hinzielt, die Juden Amerikas, und insbesondere Herrn Jacob H. Schiss, der an der sogenannten russischen Paßfrage einen tätigen Anteil gehabt haben soll, in Mißkredit zu bringen. „Nach der von nur erlangten Kenntnis," bemerkt Herr Bernstein, „sprach Poleovy (ein Agent der russischen Regierung inNew-Uorr. der unter dem Namen W. Fields für reaktionäre russische Zeitungen korrespondiert und mit Vorliebe amerikanische Institutionen und amerikanische Juden denunziert) Brandt im Gefängnis. Dies geschah kurze Zeit, bevor die amerikanische Presse den Fall wieder aufnahm, und Poleovy erfand das Märchen, welches von sensationellen Blättern aufgegrissen, Verleumdungen schamlosester Art verbreitete, und den Attentäter Brandt, der sein beabsichtigtes Verbrechen selbst eingestanden hatte, als. Märtyrer darstellt. Wie allgemein angenommen wird, soll auch ein Ingenieur I o h n - H a m m o nd , der sich der Kündigung des russisch-amerikanischen Handelsvertrages hemmend in den Weg stellen wollte und von Herrn Jacob Schiff deswegen scharf kritisiert wurde, an der 'Verbreitung der ins Werk gesetzten Verleumdungen beteiligt sein. Dies wird von Herrn Hammond allerdings in Abrede gestellt. Wie Herr Bernstein aber genau informiert ist, hat Herr P o l e o v y (W. Fields) Herrn Ham- . mond zwei Jahre lang als Sekretär gedient. Dies ist ein Zusammentreffen, das ein neues Licht auf. das Syndikat wirft, das nach allgemeiner Anschauung von den russischen Regierung gebildet wurde, nur gewisse amerikanische Inden durch Verbreitung falscher Gerüchte in schlechten Nus zu bringen. ~ Sollten die Ausführungen des Herrn Bernstein den Tatsachen entsprechen, so wäre diese Art der Jn- BurKis Konditorei in Weissensee, Berliner Allee 33, empfiehlt der» •»•erchrlichen Friedhofsbesuchern ihre gastlich. Räume. 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