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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-05-17 · Heft 20 (17.5.1912) · p. Seite 7

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 20 (17.5.1912)
Date
1912-05-17
Page
Seite 7 (sequence 19)
Language
German
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32 000 Mark zugesallen. —Die Familie Hirsch in Halberstadt spendete am ersten Jahrzeitstage des Kommerzienrats Benjamin Hirsch folgende Beträge: 50 000 Mark den Wohltätigkeitsinstitutionen der jüdischen Gemeinde, 20 000 Mark gemeinnützigen kommunalen Zwecken, je 5000 Mark dem „Bikkur Cholim"- Verein und der „Berend Lehmann"-Loge, 12 000 Mark dem Berliner Rabbinerseminar und je 1000 Mark dem'„Schaarei Zedek"-Spital in Jerusalem und dem Israelitischen Krankenheim in Berlin. — Aus dem jüdischen Frie d h o s e i n G e h a u s bei Eisenach sind von Bubenhänden zwei Grabsteine verstümmelt worden. An einem Denkmal wurde eine wertvolle Gränitplatte vollständig demoliert. Die Steine, die als Wurfgeschosse dienten, lagen aus den Gräbern. — Die jüdische Gemeinde in Papenburg feierte am 5. d. M. das 25 jährige Bestehen per Synagoge. Die gottesdienstliche Feier wurde vom Landrabbiuer Dr. Lewinski aus Hildesheim geleitet. — Die jüdische Gemeinde in Offenbach a. M. hat den Bau einer neuen Synagoge beschlossen. Der Bau dürste auf 300 000 Mark zu stehen kommen. Bon den eingegangenen 94 Entwürfen wurde der Entwurf des Herrn Architekten Fr. Schw arz in Osfenbach für den Preis von 5000 Mark angekaust. Außerdem wurden noch fünf weitere Entwürfe preisgekrönt. — Aus Homburg v. d. H. wird gemeldet. Im nahen Oberstedten stiftete vor zwei Jahren das Eduard Kannsche Ehepaar ein Genesungsheim für jüdische Patienten. D.'s Heim hat sich in den zwei Jahren überaus segensreich erwiesen. Es wurden im Jahre 1911 in der Zeit vom Mai bis November 56 Kranken in 2041 Berpslegungstagen Aufenthalt gewährt. Die Stiftung ist so reichlich bemessen, daß ein'Drittel der Patienten völlig kostenloser Aufenthalt gewährt werden konnte. — Der Großherzog von Baden hat dem Lehrer Lazarus L e h m a n n in Lichtenau das Verdienstkreuz vom Zähringer Löwen verliehen. — In Anwesenheit von Vertretern der Zivil- und Miltärbehörden wurde am 30. v. M. in Diedenhofen die G r u n d st e i n l e g u n g zur neuen Synagoge am Kaiser-Wilhelm-II.-Ring feierlich vollzogen. Oberrabbiner Dr. Netter hielt die Weiherede, die mtf die kulturelle Sendung der Juden hinwies.— Ans Lemberg wird uns geschrieben: Vergangene Woche ist hier einer der hervorragendsten und verdientesten Juden GaliziensMoriz Lazarus, früherer Generaldirektor der Galizischen Hypothekenbank gestorben. Lazarus, der jahrzehntelang auf verschiedenen Gebieten jüdischen Lebens sehr verdienstvoll gewirkt hat, hat hier zu Beginn seines Lebensabends ein den modernsten. Anforderungen der Wissenschaft entsprechendes jüdisches Krankenhaus mit einem Kostenaufwande von mehr als 700 000 Kronen errichtet. — Das durch das Fünf-Millionenlegat des jüdischen Millionärs Barnata in London errichtete Hospital für Krebskranke ist nunmehr eröffnet worden. Für die jüdischen Kranken enthält es eine besondere rituelle Küche. — Der Rabbiner von New Pork, Dr. Joseph Hertz, ist auf Grund einer Einladung zu dreimonatlichem Aufenthalt in England eingetroffen, um als Bewerber für das durch dem Tod Adlers freigewordene Amt des ersten Rabbiners auszutreten. Dr.Hertz, der von Geburt Ungar und ungefähr 40 Jahr alt ist, war früher in Syrakus, in den Vereinigten Staaten sowie in Johannesburg in Südafrika tätig und hat den Ruf eines hervorragenden Redners. Während des Burenkrieges hat er die englischen Interessen in Johannesburg verfochten, weshalb er von.Präsident Krüger ausgewiesen wurde. — Anläßlich der bevorstehenden Jahrhundertfeier der Napoleon-Kriege 1812 wird in judenfreundlichen russischen Kreisen mancher Beweise persönlichen Heldenmuts gedacht, den jüdische Soldaten für ihr russisches Vaterland damals entfaltet hatten. So wurden z. B. Nissen Katzenelsohn und Rüben Gümmer von den Franzosen grausam bestraft, da sie unter Lebensgefahr einen russischen Offizier gerettet hatten, der wichtige politische Schriftstücke mit sich führte. Bei der Zerstörung Moskaus 1812 wurde auch das Judenviertel vollständig niedergebrannt. — Der sinnländische Senat hat endlich beschlossen, dieZustimmung des Zaren betreffs einer Gesetzesvorlage zur Abschaffung des Schächtverbots einznholen. — Herr Artur Nt y e r s , ein in Australien gebürtiger Glaubensgenösse und verdienstvoller Staatsmann, ist zum Finanz- und. Eisenbahnmin ster in das Kabinett von Neuseeland gewählt worden. Verantwortlicher Redakteur: Albert Kütz in Berlin-Pankow, Florastratze 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Fahrn tan der, Neukölln Druck und Verlag von Rudolf Mofse in Berlin BEWÄHRTER AUFENTHALTSORT für KURBEDÜRFTIGE KINDER Saison 1. Mai bis 30. September. Spezial bad für " (Grafschaft, Glatz) * Prospekte durch die Badevetwaltung. 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